Das Wesen des Geldes

Geld, richtig verstanden, ist materiell das, was die Menschenrechte imateriell sind - Bild: Offizielles Logo für die UN-Menschenrechte

Das Wesen des Geldes lässt sich aus heutiger Sicht in den nachfolgenden 10 Thesen aufzeigen. Die Schlussfolgerungen für die Wirtschaft im Speziellen sowie die Gesellschaft im Allgemeinen können den Blick schärfen, lassen „blinde Flecken“, die zurzeit unsere Urteilskraft schwächen, verschwinden und ein anderes Bewusstsein entstehen.

  1. Wenn Geld im Kern als Ware verstanden wird, kommt es auch in Demokratien dazu, dass der größte Teil des Volkes durch schleichende Enteignung ärmer wird und die Armen noch ärmer. Auf der anderen Seite werden die Reichen durch „Raub“ noch reicher. Dies kann langfristig nur dazuführen, dass Währungsreformen in verschiedenen Ausprägungen stattfinden und/oder soziale Unruhen bis hin zu Revolutionen ausbrechen.
  2. Ein richtiges Verständnis von Geld, Reichtum und Vermögen, verbunden mit fairem Umgang und Handel, führt zum Wohlstand für ALLE, die etwas leisten. Ein falsches Verständnis führt zu Unrecht an den Bürgern.
  3. Geld ist für die materielle Ebene das, was auf der immateriellen die Menschrechte sind:  Richtig verstanden ist es ein Vertrauens- und Freiheitsrecht, das wir gewähren können; um das wir manchmal ringen müssen und für das es sich vor allem einzusetzen gilt.
  4. Voraussetzung für vorgenannte These ist das Selbstwertgefühl, das durch Wertschätzung seiner selbst und anderer entsteht.
  5. Banken und Zentralbanken müssen ihrer eigentlichen Aufgabe gerecht werden. In der Antike hat es der Philosoph Aristoteles auf den Punkt gebracht: „An sich ist (Papier)Geld in Ordnung, vorausgesetzt unsere Obrigkeit ist perfekt und die Könige verfügen über eine göttliche Intelligenz.“ Die Kraft, die sich daran ausrichtet, ist die montetative Kraft, am Vorbild der Deutschen Bundesbank.
  6. Geld drucken durch Zentralbanken führt zu „Falschgeld“ und sollte strafbar sein.
  7. Die Ökonomie entwickelt sich zu einer „Weltreligion“, ohne dass es die meisten bemerken. (Walter Benjamin)
  8. Der Finanzmarkt bedient sich dieser Tatsache und läßt durch Lobbyarbeit Politik (von der Legislativen bis zur Exekutiven) mit Hilfe der Zentralbanken, Ratingagenturen und Wissenschaftler an einem „Götzenglauben“ festhalten, um ihrer Geld- und Geltungssucht jeden neue Nahrung zu geben, mit dem Ziel den „Gläubigen“ auszurauben. Dabei bedienen sie zusätzlich der gleichen Mittel, wie vor ihnen die Kirche.
  9. Ein Finanzmarkt heutiger Prägung ist durch die bisher aufgeführten Thesen nicht möglich, da Geld das Recht ist, sich Waren aus dem Markt zu nehmen.
  10. Nur die Politik kann dieses Unrecht verhindern, indem der gewählte Politiker unabhängig ist und Rahmenbedingungen schafft, die eine Entwicklung des Menschen, einer Gruppe und der Gesellschaft entsprechend fördert, in der Leistung anerkannt und entsprechend entlohnt wird.

Um sich dies, das Wesen des Geldes zu verdeutlichen, sollte man sich der 14 Eigenschaften des Geldes bewusst sein:

  1. Eine Leistung wird erbracht. Dadurch entsteht Geld als Recht. Die Gegenleistung kann durch Geld frei aus dem Markt abgerufen werden. Erst jetzt ist der Tauschkreislauf geschlossen.
  2. Geld hilft zeitliche Verschiebungen auszugleichen (Katalysator).
  3. Geld hilft sachliche Verschiebungen auszugleichen (Katalysator).
  4. Geld ist Zahlungsmittel und ermöglicht  den Tausch.
  5. Geld beinhaltet  immer Kredit (credere = Glauben) und einen Anspruch.
  6. Geld verflüssigt Eigentum durch Belastung desselben, damit besitzt der eine ein Recht und der andere hat eine Verpflichtung zuzüglich ggf. ein neues Wirtschaftsgut.
  7. Der Inhaber von Geld vertraut auf die Deckung im Markt und den Staat.
  8. Geld ist somit geprägte bzw. gedruckte Freiheit und Verantwortung.
  9. Geld ist somit auch geprägtes bzw. gedrucktes Vertrauen.
  10. Geld ist Wahlrecht, Tauschrecht und Anspruchsrecht.
  11. Geld ist das Äquivalent zum Handschlag und besiegelt eine Zusage.
  12. Geld ist Wahlschein bzw. Stimmzettel – und damit täglich gelebte Demokratie.
  13. Geld verbindet die Lebensprinzipien Einheit (daraus resultiert Macht und Durchsetzung), Anpassungsfähigkeit, Einzigartigkeit, Kommunikation und Kooperation. In Verbindung mit Ethik und gelebter Verantwortung  führt die richtige Handhabung zur Balance.
  14. Geld verdirbt nicht den Charakter, es offenbart ihn.

 

2 Kommentare
  1. Rudolf Dangl
    Rudolf Dangl says:

    Genau genommen wird hier nicht das Wesen des Geldes selbst behandelt, sondern nur das, was Menschen darin sehen, genauer, hineinprojizieren.

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Es gibt natürlich Maßnahmen, mit denen der Euro zu retten wäre. Diese müssten freilich das Wesen des Geldes als Recht (und nicht als Ware) sowie die sich daraus ableitenden Bedingungen eines gesunden […]

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