Dr. Ibrahim und sein Sohn Helmy Abouleish

SEKEM handelt biologisch-dynamischen Erzeugnissen aus dem Orient und kann wunderbares Vorbild für oekohumanes Handeln sein

SEKEM handelt mit biologisch-dynamischen Erzeugnissen aus dem Orient und kann ein Vorbild für oekohumanes Fühlen, Denken und Handeln sein. Dr. Ibrahim und sein Sohn Helmy Abouleish sind Wegbereiter für gelebtes oekohumanes Wissen und Verständnis. Ihr SEKEM-Unternehmen (ägyptisch für: Lebenskraft aus der Sonne) hat Modellcharakter für eine Welt die im Einklang mit der Natur, für eine Balance von Eigennutz, Gemeinnutz und Gesamtnutz, in dem Umgang mit Reichtum und Vermögen sowie dem daraus entstehen Kapital zum Wohlstand für alle. Dies wird möglich durch die Verbindung von Kraft, Macht und Gewissen.

Das Unternehmen erschloss ca. 60 km nordöstlich von Kairo Wüste für die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Im Jahr 2010 hatte ich die Möglichkeit, Dr. Ibrahim und seinen Sohn Helmy Abouleish in ihrer SEKEM-Initiative zu besuchen. Meinen Bericht von damals hier nochmals in leicht gekürzter und überarbeiteter Version:

1977 begann Dr. Ibrahim Abouleish, der Vater von Helmy, in Ägypten seine Vision zu verwirklichen: Inmitten der Wüste eine Oase zu schaffen, in der Menschen aller Nationen und Kulturen auf der Grundlage eines holistisch-ganzheitlichen Entwicklungsansatzes leben und arbeiten können. Heute, nach mehr als 30 Aufbaujahren, ist diese Vision zur Realität geworden. Eine strukturierte und durch wissenschaftliche Arbeit begründete Einheit von Wirtschaft, Kultur und Sozialem ist entstanden.

Im Jahr 2003 wurde Ibrahim Abouleish für die SEKEM-Initiative mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Neben der biologisch-dynamischen Landwirtschaft liegt der Fokus auf der Einhaltung eines fairen Handels und dem sozialen und kulturellen Wohlergehen der über 2000 Beschäftigten.

In mehreren eigenständigen Wirtschaftsunternehmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Landgewinnung, Lebensmittelverpackung und -weiterverarbeitung, Textilindustrie, Kräuter- und Gewürzherstellung, Heilmittelproduktion und Handel arbeiten ca. 1.500 Menschen. Hinzu kommen um die 500 Mitarbeiter in den kulturellen und sozialen Einrichtungen. Sie alle bilden die SEKEM-Gemeinschaft.

Anfangs beschränkte sich das Fairtrade-Prinzip auf den Handel mit Industrieländern, mittlerweile konnte SEKEM seine Produkte auch in Ägypten etablieren. Der ökonomische Erfolg des Unternehmens legte den Grundstein für  soziale Initiativen wie einen Kindergarten, einer Schule und einer Klinik. Alle Einrichtungen stehen nicht nur den Mitarbeitern zur Verfügung, sondern sind öffentlich. Eine Universität – genannt Heliopolis Universität für nachhaltige Entwicklung – rundet die Bildungsinitiative ab.

Die SEKEM-Blume beschreibt in Schlüsselworten das Weltverständnis des Projektes

SEKEM wird international immer wieder als vorbildliche Einrichtung gewürdigt und bestaunt. Weltweit sehen Politiker und Wirtschaftsführer in dieser Institution, in der die Integration von Kunst, Wissenschaft und Religion gelungen ist, ein Entwicklungsmodell für alle Kontinente – und für eine lebenswerte Zukunft.

Es ist das Zusammenspiel zwischen den ökonomischen Herausforderungen, eingebunden in ökologische Prinzipien, mit der gesellschaftlichen Verpflichtung, den Menschen und damit die Gesellschaft weiter zu entwickeln, und den kulturellen Notwendigkeiten, das für mich die Faszination von SEKEM ausmacht. Die Verantwortlichen in SEKEM bleiben in jeder Hinsicht sich selber treu: Sei es bei der Auswahl der Banken, mit denen sie zusammenarbeiten (GLS und Triodos Bank) oder bei den weltweiten Vertriebsgesellschaften, die die SEKEM-Produkte auf den Markt bringen.

Allen gemeinsam ist immer die Vision einer nachhaltigen Entwicklung des Individuums, der Gesellschaft und des Erdballs. Für den oekohumanen Gedanken, ist SEKEM damit ein Musterbeispiel.

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