Kann Grundeinkommen bedingungslos sein?

Plakat des Films: Ziemlich beste Freunde (Ausschnitt)

Meiner Meinung nach gibt es in der relativen Welt nichts, das bedingungslos ist. Mit einer Ausnahme: der Liebe.

Grundeinkommen kann nicht losgekoppelt sein von einer Leistung. Deswegen muss zunächst die Leistung genauer definiert werden. Es ist eben auch eine Leistung, wenn der Mensch sozial tätig ist, z.B. einer alten Frau die Tasche trägt oder sie an einer Ampel über die Straße begleitet.

Seit Anfang Januar 2012 läuft in Deutschland der Film Ziemlich beste Freunde, der in Frankreich mind. 12 Millionen Menschen in die Kinos gelockt hat. Auch hierzulande steht er auf Nr. 1. Der Film handelt von einem sehr wohlhabenden Menschen Philippe im Rollstuhl, der einen neuen Betreuer sucht. Mit dem jungen und arbeitslosen Franzosen Driss aus einem Pariser Problemviertel findet Philippe jemanden, der zwar über Charme verfügt, aber mit Philippe, als bis zum Hals Querschnitt gelähmten sehr brüsk umgeht. Für Driss ist Philippe jemand, dem er Arme und Beine „ersetzt“, aber nicht seinen Kopf, Selbstachtung und sein Selbstwertgefühl.

Der Film zeigt im Verlauf einen Schöpfungsprozess auf, in dem jeder dem anderen etwas zu geben hat, das über unser heutiges Verständnis von Geld und Leistung hinaus geht. Mit einem neuen Verständnis von Leistung im Sinne des Films, eröffnen wir uns einen neuen Horizont.

Unter diesem Blickwinkel erfährt Grundeinkommen eine andere Bedeutung. Das Beste an dem Film ist, das er auf einer wahren Begebenheit beruht. Im Zeit Magazin hat Stefan Klein den Film zum Anlass genommen den Wert der Freundschaft näher zu beleuchten.

2 Kommentare
  1. Robert Neuhaus
    Robert Neuhaus says:

    Lieber Jörg Schallehn,
    ich finde es eine tolle Initiative, die Sie mit dieser Website ins Leben rufen. Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) greifen Sie eine Idee auf, diemich und viele andere Menschen in jüngerer Zeit bewegt. Ihr dialektischer Ansatz, dass es nichts bedingungsloses gäbe außer der Liebe, ist ein wenig herausfordernd. Ich würde den Faden gerne aufgreifen und sagen: Es gibt Bedingungen, die ein Grundeinkommen ermöglichen – und geradezu zur Pflicht werden lassen. Damit beziehe ich mich auf die bereits bestehenden Rahmenbedingungen, also den unermesslichen Reichtum und die gewaltige Produktivität der regionalen und globalen Wirtschaft. Global gedacht: in dieser Welt noch Menschen hungers sterben zu lassen – regional gedacht: die strukturell immer weniger werdende Arbeit dafür auszunutzen, dass die Menschen sich aus Existenzangst gegenseitig in Ihren Entlohnungsansprüchen bis zur völligen Entblößung unterbieten – das ist menschenunwürdig.
    Die Zeit ist reif für eine Solidarität, die ALLE unsere Mitmenschen stark macht, kreativ und handlungsfähig! Die paradigmenartige Aufrechterhaltung jeglicher existenzieller Bedrohung ist völlig inakzeptabel, schon einfach deswegen, weil es wir inzwischen anders können. Das ist LIEBE… nicht wahr?

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    • Schallehn, Jörg
      Schallehn, Jörg says:

      Lieber Robert Neuhaus,
      es freut mich, dass Sie sich von der Web – Seite angzogen fühlen.
      Ich bin mit Ihnen der Meinung, dass es Bedingungen, vielleicht anders, es immanente Wahrheiten im Grundeinkommen gibt, die zu berücksichtigen sind, um diese Inititative erfolgreich zu gestalten. Ein kurzer Blick zurück, könnte dabei helfen: z.B war früher die Familie so organisiert, das mehrere Genertionen in ihr lebten und sich gegenseitig unterstützten. Die junge Generation hat für die alte Generation gesorgt. Durch unseren gut organisierten Sozialstaat fiel diese Notwengigkeit fort und die Jugend fühlte sich freier. Wenn unsere Lagebeurteilung zur Einführung von Grundeinkommen, den Umstand berücksichtigt, sich gegenseitig zu helfen, wie es Tradition , in der alten Familienorganisation war, werden diese Überlegungen, zu einem anderen Verständnis von Grundeinkommen führen. Der aus meiner Sicht wichtigste Part unserer gesellschaftlichen Führung, der Politik, wird es sein, ein Selbstwertgefühl in jedem zu erzeugen, dass jedem sagt: durch meine Leistung, trage ich einen Anteil zum Gemeinwohl bei und dieser wird auch kontinuierlich gewürdigt.
      Wenn Sie sich auch in meinen Grundlagen, den Artikel lesen, „Vom Wesen des Geldes“, werden Sie meinen Ansatz nachvollziehen können, das Geld immer aus einer nachgefragten Leistung entsteht. Dadurch das eine Leistung nachgefragt wird, kann Wertschätzung entstehen, über die berichtet werden kann. Wenn der, der die Leistung erbringt, diese Leistung gerne erbringt, wird es jedem nutzen. Die Frage der Liebe ist schwieriger zu beantworten.
      Ich würde mich freuen, wenn wir den Kontakt vertiefen könnten, z.B. über unseren Newsletter.
      Mit den besten Grüßen
      Jörg Schallehn

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