Chinas Ringen

Muss der Yuan bald Euro, Dollar und Pfund retten? - Bild: Martin Kolb / pixelio.de

Was man offen zeigt, Exporterleichterungen und was noch hinter verschlossenen Türen auf der politischen Ebene besprochen werden könnte.

Für Länder wie China ist der Export in die EU überlebenswichtig. Und weil diese Exporte in letzter Zeit eingebrochen sind – wir haben eine Wirtschaftskrise, wen wundert’s also? – will das große Reich der Mitte laut einem Spiegel-Bericht mit Steuererleichterungen nachhelfen.  Diese Nachrichten eröffnen mir die Möglichkeit, meine Gedanken im Zeichen von Finanz-, Wirtschafts- und aus meiner Sicht auch der globalen Gesellschaftskrise, ins Gespräch zu bringen. Nun steckt, wie man ja weiß, in jeder Krise auch eine Chance, wobei das Wort „steckt“ für mich die größere Relevanz hat.

Auch die Chinesen fürchten eine Art „Arabischen Frühling“, man denke etwa an die Unmengen von Wanderarbeitern, die einbrechende Mittelschicht. Das expansive Wirtschaften der Chinesen ist nur auf Sand gebaut. Um sich gewissermaßen „Beton“ ins Fundament zu holen, kaufen sie gerne ausländische, insbesondere deutsche Firmen mit Substanz und hohen stillen Reserven (die Heuschrecke lässt grüßen?!). Allerdings bezahlen sie mit schlechten Dollars – das haben sie wohl von den Amerikanern gelernt.

Meinem Artikel:  Wie wir aus der Krise kommen können Sie entnehmen, dass aus meiner Sicht die Wurzeln der Krise in der Tatsache begründet  sind, das Börsen, Banken, multinationalen Konzerne und die großen familiengeführten Unternehmen ein System der Hybris und Spekulationsblasen „produzieren“, das durch Lobbyarbeit der Politik schmackhaft gemacht und wird und für das Gesetze geschaffen werden, die den Unfug erst möglich machen. Durch dieses Vorgehen wird nicht nur die Fundamente der Wirtschaft, sondern langfristig auch unser Gesellschaft unterhöhlt, bis dahin, dass wir unseren Kindern und Kindeskindern eine Hypothek mitgeben, die ein Leben im Wohlstand, den wir kennen, unmöglich macht. Wenn alles so weitergeht hinterlassen wir größtenteils WÜSTE (vgl. Brüssel, wir haben ein Problem und Empörend! Oder?).

Die Politik packt lediglich die Finanzkrise an und will diese Krise sehr einfach ausgedrückt über Rettungsschirme und die EZB glätten. Dies wird auf diese Weise nicht gelingen und am Ende des Tages ist der Bürger derjenige, der mit seinem Ersparten, im Vertrauen auf die Politik und mangels tragfähiger Alternativen, nicht entsprechend agieren konnte. Obendrein wird seine zu versteuernde Leistungskraft nicht dem Gemeinwohl zugeführt, sondern zum Schutz der Verursacher eingesetzt.

So schreibt das Handelsblatt im Februar 2012 dazu folgendes:

Sie können ein beliebiges Euro-Land überfallen, die Staatskasse ist überall leer. Anders sieht es bei den Bürgern aus. Vor allem in Deutschland steht der öffentlichen Armut ein Volk der Sparer gegenüber. Auf zehn Billionen Euro bezifferte gestern der Bundesverband deutscher Banken die Privatvermögen. Das ist so viel wie die Staatsschulden aller 27 EU-Mitglieder zusammen. Man sollte die Zahl in unserer heutigen Zeitung nicht zu groß drucken: Sie weckt in Berlin nur neue Begehrlichkeiten.“

Im Moment gibt es entgegen anderslautenden Berichten keine Investoren, deshalb kauft die EZB, auch wieder einfach ausgedrückt, selbst. Lesen Sie dazu meinen Artikel. Auch dazu hat sich das Handelsblatt im Februar ausgelassen:

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble treffen in Berlin die Expertenkommission “Neue Finanzmarktarchitektur”. Die Expertentruppe unter Leitung des früheren Chefvolkswirts der Europäischen Zentralbank, Otmar Issing, wird gegen 15.30 Uhr mit Merkel und Schäuble im Kanzleramt vor die Presse treten. Issing sollte vor der Kamera das sagen, was er hinter verschlossener Tür schon so oft gesagt hat: Dass er nichts hält von massenhaften Staatsanleihe -aufkäufen durch die EZB. Dass diese Politik der wundersamen Geldvermehrung die Probleme nur verschärft, die sie zu lösen vorgibt. Die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann hat einmal gesagt: “Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.” Auch Kanzlerin und Finanzminister sind Menschen. Issing sollte sie nicht ohne Not schonen.

Aus diesem Grund werden Versuche unternommen, Staatsanleihen, Investoren wie China schmackhaft zu machen. Die Chinesen haben, wenn sie kaufen, verständlicher Weise, ihre eigenen Interessen. Ein Interesse könnte sein, solide Firmen aus Deutschland zu erwerben. Dieser Erwerb wird politisch (legislativ) erleichtert. Frau Merkel musste dieses Eigeninteresse Chinas kürzlich deutlich erfahren (ebenfalls Handelsblatt):

Angela Merkel erlebte gestern in China eine selbstbewusste Weltmacht, die das Risiko scheut. Und Europa gilt dort seit Ausbruch der Griechenland-Krise als Zone erhöhter Risiken. Regierungschef Wen Jiabao gegenüber der deutschen Kanzlerin: “Bevor wir Europa helfen, müssen die EU-Schuldenländer erst schmerzhafte Entscheidungen treffen.” Das dürfte niemand besser verstehen als Merkel. So redet sie normalerweise auch“.

Wir stecken in einem tiefen Dilemma, allen läuft die Zeit weg, der eingeschlagene Weg gleicht einem Schneeballsystem, der immer wieder neue Überraschungen hervorbringt, die die Liquiditätsnot jeden Tag erhöht. Bernard L. Madoff lässt grüßen.

Zwei meiner 8 Thesen zum Weg aus der Krise beruhen auf der Hoffnung von Weitsicht, Klugheit, Weisheit und Einsicht von Wenigen und besagen, dass es nur die Wenigen in der Hand haben, die Balance wiederherzustellen, denn das Ungleichgewicht wurde von ihnen geschaffen. Diese zwei Thesen lauten wie folgt:

  1. Es werden regionale und europäische Staatsanleihen ausgegeben, die von multinationalen Unternehmen, Managern und Eigentümern dieser Unternehmen sowie von den Superreichen, Reichen und reichen Wohlhabenden erworben werden. Dadurch wird eine organisierte Innenfinanzierung ermöglicht, ähnlich der von Japan.
  2. Diese Anleihen haben eine Laufzeit zwischen 30 und 40 Jahren mit 0,5 Prozent Zinsen die zum ersten Mal in zehn Jahren fällig werden.

Bezogen auf meinen Lösungsansatz  investieren die europäischen Unternehmer einen Teil ihrer Liquidität aus dem Verkauf ihrer Unternehmen freiwillig in Staatsanleihen, mit noch auszuhandelnden Konditionen. Die Konditionen werden sich an dem Ziel orientieren, langfristig und nachhaltig die Stabilität des verschuldeten Staates in dem sie leben wieder herzustellen. Denn Stabilität braucht der Mensch und vor allem der Unternehmer. Dadurch würde ein Gegengewicht geschaffen, der den Ausverkauf Europas langfristig verhindert.

Der Haushalt würde entlastet, der Schuldendruck würde kompensiert und diese Investoren könnten zusätzlich qualitative Bedingungen an die Politik stellen, die z.B. lauten: Bildung, Kreativität, Flexibilität und Infrastruktur wird mit der freiwerdenden Liquidität finanziert und gefördert, damit verbunden ist eine unternehmerische Führung des Staates. Gedanken, die es lohnt zu prüfen und in der tiefe ihrer Bedeutung zu ergründen.

Fazit: Mit diesem Artikel möchte ich auf eine Gefahr aufmerksam machen unter dem Motto, das Schlimmste annehmen und auf das Beste, in dem Fall auf die Weitsicht hoffen. Nun hat Vorsicht bisher niemanden geschadet und die besten Absichten führen nicht immer zu klugen Entscheidungen. Siehe die Öffnung der Kapitalmärkte per Gesetz durch M. Thatcher, R. Reagan und G. Schröder mit H. Eichel, um die Initiatoren zu nennen.

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