Große Aufgaben warten

Bundespräsident Joachim Gauck - Bild: Michael Lucan / Wikipedia

Wir von der OekoHuman Bewegung haben die Hoffnung, das mit Herrn Gauck ein Staatsmann gewählt wurde, der seine Arbeit auch danach ausrichtet, das folgendes Sprichwort seine Gültigkeit verliert: Der Staat ist die große Fiktion, nach der sich jedermann bemüht, auf Kosten jedermanns zu leben. (Frédéric Bastiat, französischer Ökonom und Journalist, 1801-1850). Unser Staat Deutschland muss zum Vorbild Europas und der Welt werden, in Freiheit mit Verantwortung und Gerechtigkeit und zumindest dem gelegten Grundstein von Wohlstand für Alle und Alles. In seiner Antrittsrede sagte Gauck:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ja, wie soll es denn nun aussehen dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel einmal sagen sollen: unser Land? Geht die Vereinzelung in diesem Land weiter? Geht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auf? Verschlingt uns die Globalisierung? Werden Menschen sich als Verlierer fühlen, wenn sie an den Rand der Gesellschaft geraten? Schaffen ethnische oder religiöse Minderheiten in gewollter oder beklagter Isolation Gegenkulturen? Hat die europäische Idee Bestand? Droht im Nahen Osten ein neuer Krieg? Kann ein verbrecherischer Fanatismus in Deutschland wie in anderen Teilen der Welt weiter friedliche Menschen bedrohen, einschüchtern und ermorden? Jeder Tag, jede Begegnung mit den Medien bringt eine Fülle neuer Ängste hervor und Sorgen. Manche ersinnen dann Fluchtwege, misstrauen der Zukunft, fürchten die Gegenwart. Viele fragen sich, was ist das eigentlich für ein Leben, was ist das für eine Freiheit. Mein Lebensthema Freiheit ist dann für sie keine Verheißung, kein Versprechen, sondern nur Verunsicherung. Ich verstehe diese Reaktion. Doch, ich will ihr keinen Vorschub leisten. Ängste, so hab ich es gelernt in einem langen Leben, Ängste vermindern unseren Mut wie unser Selbstvertrauen – und manchmal so entscheidend, dass wir beides ganz und gar verlieren können, bis wir gar Feigheit für Tugend halten und Flucht für eine legitime Haltung im politischen Raum.“

Dann sprach Gauck von der qualifizierten und vorbildhaften Auseinandersetzung mit den Gräueltaten des 3. Reiches und sagte:

Diese, auf Fakten basierende und an Werten orientierte Aufarbeitung der Vergangenheit wurde nicht nur richtungsweisend für uns nach 1989 in Ostdeutschland. Sie wird auch als beispielhaft von vielen Gesellschaften empfunden, die ein totalitäres oder despotisches Joch abgeschüttelt haben und nicht wissen, wie sie mit der Last der Vergangenheit umgehen sollen. Das entschlossene Ja der Westdeutschen zu Europa ist ein weiteres kostbares Gut der deutschen Nachkriegsgeschichte, ein Erinnerungsgut, das uns wichtig bleiben sollte.“

Diese Kraft der qualifizierten, vorbildhaften und auf Werten aufbauende Aufarbeitung der Wirtschaftkrisen, die immer eine Gesellschaftkrise ist, wollen wir mit der oekohumanen Bewegung bewirken. Heutzutage sprechen wir nicht mehr nur von Gesellschaftskrisen, die sich in Wirtschaftskrisen offenbaren, sondern unsere Gesellschaftskrisen offenbaren sich von der unnatürlichen Vernichtung der Biodiversität, über den Klimawandel, der Armut in allen Bereichen der Gesellschaft, immateriell und materiell, von Bildungsarmut bis zur Liquiditätsarmut, die sich in der heutigen Wirtschafts- und Finanzkrise niederschlagen. Das Gemeinsame aller dieser Krisen sind Denk- und Gefühlsgefängnisse, die zum Verlust von Verantwortung, zum Verlust von Gerechtigkeit und dem Verlust des Bewusstseins führen, dass wir unseren Kindern Wüste hinterlassen, wenn wir nicht zur Besinnung kommen. Denn wie ein Sprichwort der Amischen besagt: „Wir haben das Land nicht von unseren Vätern geerbt. Wir leihen es von unseren Kindern.“

Ich würde es jedem und mir zu leicht machen, wenn ich die alleinige Verantwortung den Wenigen, den Skrupellosen und Gewissenlosen aufbürden würde, die ihr Wissen dazu einsetzen, um die Vielen auszubeuten und/oder zu enteignen. Die Verantwortung liegt auch bei allen denen, die es besser wissen, dabei gewissenhaft tun, deren EGO ihnen aber sagt: „ich habe recht“ und sich in der Folge verweigern, mit Gleichgesinnten gemeinsam eine neue Kraft zu bilden. Damit setzen sie sich über ein Lebensprinzip hinweg: Kooperation und Kommunikation. Bundespräsident Gauck könnte vereinigende Kräfte erzeugen.

Die Wenigen sind stark, weil sie in Netzwerken arbeiten (Kooperation und Kommunikation) und die Einzelnen sind und bleiben schwach, weil sie gegen Lebensprinzipien verstoßen. Einen Teufelskreislauf, den ein Bundespräsident vom Format Joachim Gauck unterbrechen könnte. Wenn er den Mut aufbringt, sich auch mit Menschen zu unterhalten, die nicht den Mainstream verkünden, wird er einen erheblichen Beitrag dazu leisten können, ein neues Wir-, Europa- und Welt-Bewusstsein zu schaffen, dass die Voraussetzung dafür ist, um der Qualität seiner Worte, die Qualität der Tat mit Liebe, Geist, Ordnung, Hingabe, Entschlossenheit und gewissenhafter Vollendung folgen zu lassen.

Drei Sprichworte, die untermauern, wovon wir sprechen:

Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann. Tatsächlich sind das die einzigen, die das je getan haben.“ — Margaret Mead (amerikanische Anthropologin und Ethnologin, 1901-1978, Courtesy of The Institute for Intercultural Studies, New York)

Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu  tun. Aufgabe der Politiker ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen.“ — Walter Scheel (deutscher Bundespräsident 1974-1979)

Die Narren tragen ihr Herz auf der Zunge, aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen.“ — Buch Jesus Sirach 21, 28

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