Grass vs. Lagarde: Mitgefühl für Griechenland

Günter Grass (Bild: Florian K. / Wikipedia) vs. IWF-Chefin Christine Lagarde (Bild: MEDEF / Wikipedia)

Und wieder hat Günter Grass ein Gedicht veröffentlicht, das ihn abseits des Mainstreams verortet. Mit Europas Schande wendet sich der Dichter in der SZ voller Mitgefühl an die Griechen. Ihm gegenüber steht Christine Lagarde, ihrs Zeichens Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), die in einem Interview mit dem britischen Guardian äußerte, nur begrenzt Mitleid mit den vom Sparzwang gebeutelten Griechen zu haben (Spiegel).

Ich für meinen Teil sehe in der Einstellung von Günter Grass einen Weg: Mitgefühl mit den Griechen zu haben, die gearbeitet haben. Denn dieses Mitgefühl, so meine Meinung, könnte die Griechen zu den wahren Verursachern der Griechenland-Euro-Schulden-Krise führen, den ausbeuterischen Wenigen. Schon Josef Schumpeter erkannte und hoffte, dass die Form des heutigen Kapitalismus die letzte Stufe des Feudalismus sein könnte. Wie wir diesen Feudalismus-Kapitalismus in einen gesunden Kapitalismus umwandeln können, dazu die folgenden Anregungen, verbunden mit einem Lösungsansatz. Wir müssen also vor allem die Gunst der Stunde nutzen, um

  1. über Ursachen, die einseitige Interessen verfolgen, zu Ursachen zu gelangen, die zum Wohlstand für Alle und Alles führen;
  2. die wahren Verantwortlichen (die Wenigen) zu identifizieren und ihnen die vollen Konsequenzen bei andauerndem Verhalten zu verdeutlichen sowie
  3. die Vielen zu überzeugen, dass ein Erwachen verbunden mit Wut und Zorn den Kreislauf nur weiter ankurbelt, während ein Erwachen verbunden mit Weisheit, Ruhe und kluger Entschlossenheit alle überzeugen und die Wenigen zur Vernunft bringen kann.

Mit anderen Worten: Steter Tropfen mit liebevoller Strenge und liebevoller Unnachgiebigkeit i.S. des Ziels: Nachhaltig für die Erde, die Menschen und alles Existierende, bringt die Wende. Und machen wir uns nichts vor, wir sind sowieso und nicht erst durch die Globalisierung alle mit allem verbunden, insofern stehen wir auf jeden Fall an der Seite der Griechen! Nur wenn wir genauso viel Herzblut aufbringen, wie die Wenigen bei der Ausbeutung der Vielen, werden wir erfolgreich sein.

Zur Inspiration für die Bewältigung dieser zugegeben nicht ganz einfachen Aufgabe ein paar Zitate:

„Die Geschichte hat noch nie etwas anderes gelehrt, als dass die Menschen aus ihr nichts gelernt haben.“ (Georg Friedrich Hegel, 1770-1831)

„Je öfter eine Dummheit wiederholt wird, desto mehr bekommt sie den Anschein der Klugheit.“ (Voltaire, 1694-1778)

„Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution vor morgen früh.“ (Henry Ford, 1863-1947)

„Der Zustand des Geldwesens eines Volkes ist ein Symptom aller seiner Zustände.“ (Alois Schumpeter, 1883-1950)

„Die Wenigen, die das System verstehen, werden dermaßen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sein, dass aus ihren Reihen niemals eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, geistig unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne je Verdacht zu schöpfen, dass das System ihnen feindlich ist.“ Gebrüder Rothschild, London, am 28.Juni 1863 an US-Geschäftspartner

„Durch Kunstgriffe der Bank- und Währungspolitik kann man nur vorübergehende Scheinbesserung erzielen, die dann zu umso schwererer Katastrophe führen muss. Denn der Schaden, der durch Anwendung solcher Mittel dem Volkswohlstand zugefügt wird, ist umso größer, je länger es gelungen ist, die Scheinblüte durch Schaffung zusätzlicher Kredite vorzutäuschen.“ Ludwig Heinrich Edler von Mises (1881-1973), österreichischer Ökonom und bedeutender Vertreter der Österreichischen Schule.

1 Antwort
  1. frank gerloff
    frank gerloff says:

    Ideologen haben noch nie was bewirkt -außer das die Dinge immer verfahrener wirken… Aber man sagt ja ,dies geschieht alles unbewusst…Weder das eine Lager noch das andere sieht den Gesamtzusammenhang…

    Finanziell geht es den Deutschen immer bescheidener -weil null Entwicklung passiert

    hg. Frank Gerloff

    Antworten

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