Ganzheit und Verbundenheit

Die Wirkzusammenhänge sind im Text durch die fett markierten Worte dargestellt

Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile“
Aristoteles

Dass alles mit allem verbunden ist und in seiner Ganzheit zugleich mehr, als die Summe seiner Teile, ist der Welt so immanent, dass wir es meist nicht wahrnehmen. Die Folge: Wir handeln gegen diese kosmischen Gesetze und schaden dadurch uns und anderen. Die Aufgabe des OekoHuman besteht unter anderem darin, Transparenz in die jeweiligen Wirkzusammenhänge zu bringen, um zu sinnvollerem Handeln zu führen. Dafür greift dieser Artikel drei der zentralen Funktionen und Positionen in unserer Gesellschaft auf und versucht in aller Kürze die Wirkungen des Systems der letzten 2.600 Jahre aufzeigen, das zwar im oben genannten enthalten ist, allerdings immer wieder scheitert, da es die eigentliche Ordnung des Kosmos nicht anerkennt.

Die Schaltstellen der Macht

Die „Wenigen“, im Wesentlichen Geistliche, Politiker und Unternehmer sowie in ihrem Schlepptau auch Wissenschaftler und das Militär, sind von jeher „wichtige“ Motoren unserer Gesellschaften. Sie waren diejenigen, die sich der Kraft und Stärke ihrer Stimme bewusst sind und waren. Diese Stimme ermöglicht es diesen Persönlichkeiten, die Stimmen des Volkes zu „gewinnen“, dabei spielt es für unsere jetzige Betrachtung keine Rolle, ob durch Androhung von Gewalt, Unterwerfung oder „Wahl“ (Demokratie). Einige dieser Persönlichkeiten verstanden es, Eigennutz und Gemeinnutz in Einklang zu bringen, weil sie spürten oder wussten, wie alles mit allem zusammenhängt. Diese wurden vom Volk „geliebt“. Doch die meisten von ihnen dachten nur an sich selbst und ihres Gleichen und präferierten aus eigener Angst heraus ein System der Trennung und Angst, das sich im Wesentlichen aus Sünde, Schuld und Sühne zusammensetzt.

Schon ein kurzer historischer Rückblick in die Zeitspannen 1848 bis 1917, 1918 bis 1933, 1933 bis 1945 und 1948 bis heute zeigt auf, dass in einem relativ kurzen Zeitraum die unterschiedlichsten „Führungssysteme“ zusammengebrochen sind, nicht nur in Deutschland. Von der Monarchie, über das Kaiserreich, die ersten Versuche einer demokratischen Staatsform, Weimarer Republik, über eine Diktatur bis hin zur heutigen Form der Demokratie.

Die Unternehmer

Beispielhaft möchte ich die Gruppe der Unternehmer (Banker, Dienstleister, Produzenten) herausgreifen, weil ich diesen Bereich unseres Systems (Wirtschaft) am besten beurteilen kann. Zu den Unternehmern gehören heutzutage auch die Manager der multinationalen Konzerne, die über ihre Macht die Geschicke der Welt wesentlich mit beeinflussen. Meinen geschichtlichen Anker setze ich in der Weimarer Republik. Gesellschaftlich gesehen haben sich die Unternehmer während der Weimarer Republik, spätestens jedoch nach dem Dritten Reich, aus der aktiven Politik zurückgezogen, aus Angst die „Schuldigen“ zu sein. Sie haben das Feld der Öffentlichkeit geräumt und überließen die politische Arena scheinbar den Lehrern, Rechtsanwälten und Intelektuellen, die heute den Großteil der Bundestagsabgeordneten ausmachen. Stattdessen „beschränkten“ sich die Unternehmer und Manager in der ganzen Welt auf die Lobbyarbeit in „Hinterzimmern“. Mittlerweile hat der sogenannte Mittelstand seinen Platz im Spiel der Macht an die Multis abgeben und begnügt sich mit der Rolle des „Heulens mit den Wölfen“.

Organisierte Treffen der Akteure

An dieser Stelle kehre ich zurück zu den Schaltstellen der Macht, die im Kern, nicht nur in dem oben genannten Zeitraum, sondern seit Tausenden von Jahren mit wechselnden Konstellationen und Akteuren (Kirche, Politik, Unternehmer) mehr oder weniger die Geschicke der Welt in diktatorischer Weise lenken, ohne heutzutage selbst noch die Bühne zu betreten – die Kirche scheint aus dem Spiel zu sein, wobei die Rolle des Vatikans noch verschleiert ist und wird.

Bekanntestes und zugleich mysteriösestes Beispiel im Europa unserer Tage ist wohl der sogenannte Bilderberg Club, vergleichbar dem US-amerikanischen Council of Foreign Relations. Auf beiden Veranstaltungen treffen sich Unternehmer, Militärs, Politiker, Medienvertreter und Wissenschaftler im Geheimen, um Impulse, Reize und Reaktionen auf das Weltgeschehen abzustimmen, die dann von den Teilnehmern mittels organisierter Lobbyarbeit an die Politiker herangetragen werden sollen. Letztere wiederum sind oder stellen sich zumindest „ahnungsbefreit“ und folgen den Anweisungen.

Die scheinbare Beruhigung des Volkes

Das Volk wird währenddessen mit Brot und Spielen und der Illusion der Teilhabe bei Laune und „dumm“ gehalten. Die effektivsten Mittel der Ausbeutung: Geldsystem, mit Verbindlichkeiten ohne Haftung der „Wenigen“ sowie Steuern. Die Steuereinnahmen werden zum größten Teil nicht für die Bedürfnisse der Gemeinschaft verwendet, sondern über „Subventionen“ und Zinsen an die „Wenigen“ weitergeleitet. Da nun jeder Cent oder Pfennig nur einmal ausgegeben werden kann, „versteppen“ die Kernaufgaben des Staates, mit getragen durch „dumme“ Politiker. Dumm ist der, der Dummes tut.

Resultat

Das Prinzip der Ganzheit und Verbundenheit wird dadurch grundsätzlich immer wieder ausgehöhlt. Das natürliche Prinzip von Ursache und Wirkung zeigt in der Folge wiederholt die unbefriedigenden Ergebnisse der letzten 2.600 Jahre. Das Grundmuster: „Wenige“ versuchen durch Macht ohne Ethik die „Vielen“, durch tatsächliche oder psychologische Gewalt zu unterwerfen und/oder zu enteignen. Eine Unterwerfung und Enteignung findet immer statt, wenn das Recht des Menschen an sich selbst verletzt wird. Ausschließlich aus diesem Grund führt die Vorgehensweise der „Wenigen“ seit 2.600 Jahren immer wieder zu eigentlich unerwünschten Neuanfängen (Revolution, Krieg und Zerstörung). Es lohnt sich also, dieses Grundmuster etwas genauer zu untersuchen:

Das Grundmuster und seine Wurzel

Trennung, übersteigerte Angst, Ignoranz, Verschlossenheit und Quantität sind die Formen, in denen sich das Grundmuster meiner Meinung nach ausdrückt. Die Wurzel liegt im Verständnis von Sünde, Schuld und Sühne. Auslösendes Ereignis ist die biblische Geschichte von der Verbannung aus dem Paradies. Die Auswirkungen sind die sieben Wurzelsünden bei den Aktiven und bei den Passiven Ohnmachtsgefühle, Mangel, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit und Verunsicherung.

Unter den Passiven gibt es dann diejenigen, die sich für „erwacht“ halten und die die „Tugenden“ als Gegenmittel durchsetzen wollen – immer mit Kampf und Gewalt. Die Ergebnisse sind allerdings immer die gleichen, wie uns die Geschichte lehrt. Oder wie Gandhi es ausgedrückt: mit Gewalt Erobertes, wird immer auch mit Gewalt verteidigt werden müssen.

Der oekohumane Weg und Lösungsansatz

Dem Lösungsansatz der Sichtweise des OekoHuman liegt die Annahme des Monismus zugrunde, dass alles miteinander verbunden und eins ist. Den freien Willen des Menschen tangiert dies nicht, er ist wie es in der Bibel steht, gottgleich geschaffen: „Mensch, mache dir die Welt Untertan und herrsche weise“ (letzteres fehlt in den meisten Übersetzungen). Der freie Wille ist notwendig, damit der Mensch Erfahrungen (Leben) machen kann und um sich zu erinnern „wer und was er ist“. Fehler, die der Mensch dabei begeht, sind Sünden im Sinne von „Ziel verfehlt“, sind Hinweise auf die Nichtbefolgung kosmischer Gesetzmäßigkeiten (Ordnung).

Aus dem aristotelischen Diktum „das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“, lässt sich für mich ableiten: Verbundenheit, Mitgefühl (Liebe), Fülle, Fairness, Transparenz, Qualität (Geist) sind die eigentliche und natürliche Grundlage des Systems Kosmos. Fehler des Menschen werden zu Orientierungshilfen auf dem Weg zum Ziel einer Ganzheit. Die „Wenigen“ verbinden ihre wachere Persönlichkeit (Stimme) mit Ethik und führen das Volk entsprechend. Das Ergebnis einer derart gelebten Sichtweise ist ein ständiger Schöpfungs- und Bewusstseinsprozess für alle, mit dem Anspruch die kosmischen Spielregeln einzuhalten bzw. zu entdecken (Erkenntnisprozess). Diese Vorgehensweise (Ursache), hätte die Wirkung des Wohlstandes für alle und alles, auch für alle nachfolgenden Generationen (Nachhaltigkeit).

[one_half last=“no“]Weiter wie bisher

Wie wir gesehen haben, sind Kirchenväter, Politiker und Unternehmer zu allen Zeiten die Bewussteren und Aktiven gewesen, allerdings mit einem nicht dienlichen Grundmuster der Trennung und der übersteigerten Angst, das durch Habgier, Machtgier und Geltungssucht verstärkt wurde und sogar über kurz oder lang in die Dekadenz führte. Etwa zur gleichen Zeit, kristallisierte sich dann aus dem Lager der Unterdrückten eine Gruppe von Bewussten heraus, die ihre Stärke und Kraft dazu nutzten, Stimmen zu sammeln, von denen, die die Nase voll hatten und denen die Hunger litten.

Beispiele finden sich von der Renaissance über die Französische Revolution bis zur sogenannten Arabellion. Das Grundmuster Trennung hat sich bis heute nicht geändert, somit stehen wir alle heute wieder vor dem gleichen Ergebnis: viele Krisen, allerdings sind die Auswirkungen viel umfangreicher, da die Ausbeutung nun auch die Erde erfasst hat und die Gefahr besteht, dass ein neuer Revolutionär (für uns) die Bühne betritt, für die Erde mit Kraft, Stärke und Stimme der Natur. [/one_half]

[one_half last=“yes“]Den Kreislauf unterbrechen

Oder aber wir errichten ein neues System, das auf dem Prinzip der Verbundenheit und Mitgefühl, bei gleichzeitiger fairer Entschlossenheit aufgebaut ist, in dem von Natur aus alles in allem enthalten ist, mit der Folge, dass Tugenden und Sünden (Sünde in der Wurzelbedeutung: Ziel verfehlt), sich untereinander ergänzen und der Schöpfungsimpuls den Reiz auslöst, sich weiter zu entwickeln, mit dem Ergebnis des Wohlstands für alle und alles, auch in den nachfolgenden Generationen. Der Schlüssel ist das Gewissen und die Vernunft, unseren Kindern etwas zu hinterlassen, auf dem die Kinder aufbauen können.

Auch dieses Ergebnis ist nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung, Analogie, Resonanz, Balance und Ausgleich zu betrachten. Für die OekoHuman Initiative führt dieses Grundmodell der Verbundenheit zu einem Prozess der Einsicht, Erkenntnis und des sogenannten gesunden Menschenverstandes oder Gewissens. OekoHuman steht für eine Kultur der Verbundenheit, in der Angst zur Achtsamkeit führt, denn die Sorge ist die Mutter der Angst, in der unterschieden wird, statt getrennt, in der Fehler notwendige Orientierungshilfen sind und „Commitment“ der Anspruch an sich selbst ist, sich in der heute bestmöglichen Art und Weise zum Ausdruck zu bringen.[/one_half]

Wer dem Ganzen nicht traut, braucht lediglich eine einzige Frage zu beantworten: Wenn jeder nach dem OekoHumanen Gedanken denkt und handelt, nutzt dieses Modell Mensch, Gesellschaft und Natur oder schadet es genauso wie das Modell der Trennung und der übersteigerten Angst?

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