Jörg Schallehn - Ideengeber und Vordenker des oekohumanen Gedankens - Bild: Roger Richter

Mein Name ist Jörg Schallehn, ich wurde im Jahr 1953 geboren. Ich habe eine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen und liebte den Beruf des Bankiers. Als 1986 Margaret Thatcher und dann 1994 Bill Clinton den Finanzmarkt deregulierten, fand ich dies noch eine gute Idee. Ich habe damals allerdings nicht damit gerechnet, dass die gewonnene Freiheit nicht einher ging mit der damit verbundenen Verantwortung des rechten Maßes. Der damalige Berater von Frau Thatcher war Friedrich August von Hayek, der zumindest für die Staatsgewalt Verantwortung sah. Im Markt sollte radikaler Liberalismus herrschen. Frau Thatcher nutzte seine wissenschaftliche Auffassung zum Umbau vom Wohlwartstaates zum, wie wir heute wissen, Turbokapitalismus.

Der Bankier, ist für mich systemrelevant und hatte eine ähnliche Bedeutung, wie der Arzt und der Pfarrer bzw. Priester. Die Relevanz hat nichts an der Bedeutung verloren, nur wurde der Bankier zum Banker (siehe Zitat unten).

Ich war in meiner Karriere an verantwortlichen Positionen in zwei Banken tätig. Hier bekam ich einen tiefen Einblick in die Politik der Bank, die sich unter anderen in den Finanzprodukten, sowie in der strategischen Ausrichtung äußerte. Als sich die gesamte Branche nur noch der dot com Blase widmete, stieg ich 1999 aus, weil mein Bankiersgewissen diese Entwicklung nicht mittragen konnte.

Einen neuen Versuch Privat-Bankier zu sein, unternahm ich im Jahr 2001. Doch nach 16 Monaten stellte sich auch hier heraus, dass dieser Versuch zum Scheitern verurteilt war, weil es auch dieser Bank nur darum ging, mit Hilfe von Zertifikaten ihr Produkt zu veräußern, ohne der notwendigen Anamnese und der sich daraus ergebenen Beratung.

Die letzte Bestätigung, dass es erst zum Crash kommen wird, bevor die Droge Rendite-Gier erkannt wird, war für mich die berühmte nicht gehaltene Rede vom Ex-WestLB-Chef Ludwig Poullain aus dem Jahr 2004. Eigentlich sollte Poullain nur eine kleine Ansprache zum Abschied des Vorstandschefs der Norddeutschen Landesbank, Manfred Bodin halten. Doch als bekannt wurde, dass Poullain unter dem Titel Bank und Ethos über den Sittenverfall im deutschen Bankwesen sprechen wollte, wurde die Rede kurzfristig abgesagt. Daraufhin druckte die FAZ sie am 15. Juli 2004 ab und machte die ungehaltene Rede so zum Zeitzeugnis. Der von Poullain beschriebene Paradigmenwechsel im Bankwesen ließ mich der Bank als mein Arbeitgeber und Kompetenzträger den Rücken zukehren:

Was den Unterschied zwischen einem Bankier und einem Banker ausmacht? Der Bankier war ein vornehmer Mann, kein Vornehmtuer, er war also ein Herr, der die Kunst und die Geduld des Zuhörens beherrschte und so souverän war, seine eigene Meinung durch das, was er aufnahm, zu korrigieren. Er räumte den Ratgebern Zeit ein, und er nahm die Sorgen derer, die sich ihm anvertrauten, ernst. Er war kein Mann des schnellen Geldmachens, sondern suchte seinen Nutzen in der Beständigkeit einer Beziehung.

Ein Banker dagegen ist ein globaler Universeller. Er weiß nicht nur alles, er weiß auch alles besser; etwa von Abläufen in Produktion und Versand, von Forschung und Entwicklung, also von Dingen, von denen er von Haus aus nur wenig wissen kann. Hat er sich einmal eine Meinung gebildet, steht sie unverrückbar fest. Sie ist nicht mehr diskutierbar. Am liebsten verkehrt er nur unter Gleichgekleideten. Gepflegte Tischsitten und strikte Beachtung der Regeln der Etikette gelten ihm als Ausdruck hochentwickelter Kultur.“

Hinzu kam der tiefe Einblick in die Art und Weise, wie Banken Assetmanagement verstehen und ihren Privatkunden anbieten. So habe ich mich 2002 zunächst dazu entschlossen, alles anders und besser zu machen und mit Banken zu arbeiten, bei denen die Verantwortlichen eine gute Gesinnung haben. Denn ich wollte zeigen, dass Mephisto Unrecht hatte, als er sich gegenüber Faust beschrieb als „ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Ich wollte zeigen, dass wer Gutes sät auch Gutes erntet. Am Ende blieb Depotbank und Buchungsstelle.

Die Börsencrashs von 2003 habe ich – noch mehr aus dem Gefühl heraus und 2007/2008 aus Wissen – vorausgesehen und vorher entsprechend gehandelt. Meine damaligen Beobachtung beschränkte sich auf Symptome illegaler Machenschaften an der Börse, Scheingeschäfte von Unternehmen oder kriminelle Transaktionen und den Imponderabilien in der Welt, ausgelöst durch die Attentate vom 11. September 2001 sowie den heraufziehenden Irakkrieg 2002. Der Verlauf des ersten Kriegs zwischen Irak und den USA war beispielgebend. Beide Beobachtungen ergeben genügend Zündstoff, die Börsen nach unten zu bewegen. Ich fragte mich, was das immer wiederkehrende Muster ist, mittels dessen ich Prognosen erstellen kann. Die Mechanismen sind heute wie gestern und vorgestern die gleichen. Es hat sich nichts geändert, außer, dass die Summen, über die heute gesprochen wird, Billionen heißen.

So habe ich meine Mandanten in Kontakt zu entsprechenden Häusern gebracht und auch hier gab es schlechte Investionsempfehlungen wie z.B. Meinl Fonds oder Madoffs Themenfonds, die 2008 wegen Betrugs schlagartig an Wert verloren. Parallel dazu habe ich im Jahr 2005 beschlossen, selber Investitionsmöglichkeiten zu identifizieren und zusammen mit kompetenten Geschäftsfreunden zu prüfen und zu evaluieren, um diese bei positiver Beurteilung meinen Mandanten als Investition zu empfehlen. Ich wollte mit meinem Geschäftspartner im Zentrum des Controllings sein, um so die Fäden in der Hand zu haben.

Heute kann ich kann ich vieles noch besser beurteilen und kenne noch mehr Möglichkeiten, sich zu irren. Immer, wenn es darum ging, in der Gegenwart Vorsorge zu treffen, um Marktverwerfungen im Großen zu erkennen und rechtzeitig auszusteigen, habe ich meine Mandanten schützen können. Musste ich mich darüber hinaus wegen fehlender Abwicklungskompetenz auf Partner verlassen, habe ich mich hinters Licht führen lassen. Ein Beispiel aus meiner Studienzeit verdeutlicht meine Fehleinschätzung:

In einer meiner ersten Rechtsvorlesungen, brachte der Dozent ein Beispiel aus dem Westfälischen. Hier ist es üblich, dass ein Rechtsanwalt auch gleichzeitig Notar sein kann. Dieser Notar lernte seinen Klienten zunächst auf der Ebene Rechtsanwalt kennen, zwei Jahre später fragte dieser Klient, ob er als Notar einen Verkauf seines Anwesen über 30 Millionen DM beurkundet. Der Rechtsanwalt nahm den Auftrag als Notar an und beurkundete den Vertrag. Der Klient erhielt das Geld. Später meldete sich ein Herr gleichen Namens und fragte den Notar, wie er dazu kommt, sein Anwesen zu verkaufen. Der Rechtsanwalt war einem Betrüger aufgesessen, und da er im Beurkundungsvertrag „persönlich bekannt“ aufnahm, hatte er keine Versicherung und ging pleite. Sein Klient war indes über alle Berge.

Beziehe ich diesen Fall auf mich, so bleibt als Fazit: ich habe mit den Geschäftspartner, die ich als Auftragnehmer kannte, versucht eine Partnerschaft ins Leben zu rufen. Mein Fehler war nur, dass ich nicht prüfte, ob sie sich dazu eignen.

In der Folge musste ich 2010 für meine Firmen Insolvenz anmelden. Die Reaktionen darauf reichten von „lassen Sie sich nicht unterkriegen“ bis hin zu „Sie waren eben größenwahnsinnig“ oder „es ist eine Schande“. Aber wie heißt es so schön frei nach einem Sprichwort: „Es kommt nicht darauf an, wie oft man fällt. Sondern wie oft man wieder aufsteht.“
Durch all diese Erfahrungen habe ich mich entschlossen, einiges von meinen Erkenntnissen hier mitzuteilen. Denn erst meine persönlichen Erfahrungen und Einsichten haben mir den Blick für die eigentlichen Ursachen geöffnet. Ich habe gelernt, dass die Ursachen oft in kleinen persönlichen Details liegen, die in ihrer Wirkung übersehen bzw. unterschätzt werden.

Und damit nicht jeder in die gleichen Löcher fällt wie ich, will ich mit dieser Webseite gewissermaßen Warnschilder aufstellen. Denn meine Stärke liegt in dem Erkennen von Mustern, die über kurz oder lang zum Verlust von Eigentum bzw. Kapital führen. Meine Aufgabe ist die Prävention und der rechtzeitige Ausstieg. Diese Mustererkennung findet in der Ökologie, der Ökonomie und in der Gesellschaft gleichermaßen statt, so dass ich z.B. behaupte, dass die Finanzkrise zu stoppen ist, wenn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.

Den dazu notwendigen Gedanken, glaube ich herausgefunden zu haben und erläutere ihn umfassend auf dieser Webseite. Das überzeugendste an diesem Gedanken ist meiner Meinung nach das Aufbrechen des bisherigen historischen Kreislaufs, in dem sich die Machtverhältnisse durch Revolutionen, Kriege und Zerstörung immer mal wieder umkehrten, in dem sich letztlich aber nichts an der Herrschaft der Wenigen über die Vielen änderte. Gandhi sagte einmal treffend: „Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.“ Die einst Gedemütigten und Unterdrückten wurden zu den neuen Machthabern und alles begann erneut. So ersetzte etwa durch die Französische Revolution die Theorie des bürgerlichen Liberalismus von Adam Smith noch nach dessen Tod die zuvor herrschende Wirtschaftstheorie der Physiokraten, die die Feudalherrschaft unterstützten.

Ich habe die OekoHuman Webseite geschaffen, um auf einen Weg aufmerksam zu machen, der Gewaltlosigkeit als Grundlage hat. Begeistert haben mich dabei auch diese Worten:

In jedem Missgeschick steckt ein gleichbedeutender Vorteil. In jeder Niederlage steckt eine Lektion, die dir zeigt wie du das nächste Mal gewinnen kannst.“ (Robert Collier)

Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“ (noch einmal Gandhi)

Ich habe mir vorgenommen, Teil der Veränderung zu Qualität und Nachhaltigkeit zu sein. Meine Annahmen haben als Grundlage den Monismus, die sich daraus ergebenden Naturgesetze und deren Ableitungen, zu finden in den hermetischen Prinzipien. Meine Hingabe gilt der weisen Herzensbildung, der Verbundenheit und dem Erinnern was große Geist bereits erkannten. Somit gilt meine Hingabe der Erkenntnis, was die Welt und den Kosmos im Innern zusammenhält und auf welchen Gesetzmäßigkeiten alles beruht: Mit dem Herzen sehen und auf die innere Stimme horchen, was richtig und gut ist.

Viele Erfahrungen, gute und schlechte, haben mich tief zu mir geführt, besonders allerdings die letzteren. Mit all meiner gesunden Entschlossenheit des Herzens, schaffe ich mir die Welt in der ich leben möchte. Eine Welt der Verbundenheit mit Allem und Alles, für eine Nachhaltigkeit, die auch den Kindern und Kindeskinder hilft, sich zu dem höchsten Ausdruck ihrer selbst zu entwickeln. Meine Hingabe und Entschlossenheit mit Liebe jeden Tag, Schritt für Schritt in der Praxis auf die Straße zu bringen und weiter aus meinen Fehlern zu lernen, ist mein Ziel.