Reale Katastrophe in Griechenland verunglimpft!

Man kann eine Katastrophe auch lächerlich machen, trotzdem wird sie einem schaden - Bild. Martin Kraft / pixelio.de

Die Symptome einer Spaßgesellschaft sind von RTL & Co wohl übergeschwappt auf die ARD, deutlicher als die letzte Sendung Menschen bei Maischberger kann man das gar nicht machen. Frau Maischberger hatte zu einem ernsten Thema die üblich verdächtigen, sogenannten Experten geladen, um zum Thema Der letzte Sirtaki: Griechen bankrott, Deutsche zahlen trotzdem? auch einen Beitrag leisten zu können.

  1. Frau Maischberger war vollkommen unvorbereitet und hatte nichts zu sagen, wenn man davon absieht, dass sie laufend ihre Gäste unterbrach um die Zeit einzuhalten, die 8-Milliarden-Frage stellte um sie – wie sie selber eingestand – spaßig zu beantworten sowie zum Abschluss einen peinlichen Sirtaki ankündigte. Und das bei einem ernsten Thema wie der Finanz- und Wirtschaftskrise.
  2. Herr Cordalis, der mit seiner Musik vielen Spaß gemacht hat, wähnte sich in einer ernsten Sendung, wusste also, dass er nichts zu sagen und beizutragen hatte und hielt sich deshalb auch raus. Sehr klug.
  3. Carsten Schröder, den einzigen, der über die Mechanismen der Finanzkrise genauestens Bescheid weiß, lies keiner zu Wort kommen und landete trotzdem ganz unbemerkt vom Rest der ahnungsbefreiten Pseudoexperten den Treffer des Abends mit der Bemerkung: „Die eigentlichen Brandbeschleuniger sind die Kredithebel.“ Was wäre das doch für eine erhellende Sendung geworden, wenn die Moderation auf diesen kurzen Augenblick der Wahrheit eingegangen wäre. Es hätte der Beginn einer Katastrophenverhinderung werden können, wenn Frau Maischberger vorbereitet gewesen wäre.
  4. Doch so hatte man den vermeintlich Schuldigen Herrn Schröder schon vor der Sendung ausgemacht. Die Fragen, die Fragen, die ihm jeder stellte, brauchte er nicht zu beantworten, das übernahm der Fragende und der Rest beurteilen Sie selber.

Fazit:

Dieses sehr ernste Thema, wurde in der Talk Show behandelt, wie es in einem Katastrophen Film zusteht, á la

Diese Filme haben alle eins gemeinsam:

  1. Am Ende sagen die meisten: „Gott sei Dank nur ein Film“, und gehen zu Bett. Mit Griechenland im Besonderen, da es das Thema war, und mit den anderen Staaten in der Welt, die im gleichen Maße von den Auswirkungen schlechter politischer Führung betroffen sind, im Allgemeinen, sind wir gerade nicht in einem Film, sondern in der Realität. Empörend, dass viele im Moment noch ins Bett gehen, insbesondere die Politiker, als wenn es auch nur ein Film wäre.
  2. Es gibt eine Gemeinsamkeit, von Film und Realität, die zum Mitdenken geeignet ist: Oft werden die, die der Wahrheit nahe sind, in die „Ecke“ gestellt und oder mundtot gemacht. Die Methoden sind so vielfältig, dass ich diese nicht zu erwähnen brauche. Die „ahnungsbefreiten“ Wichtigtuer klauen der klugen Lösung die Zeit und die Katastrophe frohlockt. Im Film gibt es immer noch eine Wende und die wahren Experten kommen zum Einsatz, um das Schlimmste zu verhindern. Ich hoffe, dass diese Wende auch in der Realität rechtzeitig ankommt und die Hoffnung der Politiker nach Wachstum ohne Konzept rechtzeitig als Luftblase erkannt wird. Wir mit der OekoHumanen Bewegung werden nicht ruhen auf tragfähige Lösungen hinzuweisen.

Anwesend waren: Hans Eichel, SPD (Ex-Bundesfinanzminister), ihn trifft keine Schuld, auch wenn unter seiner Führung die Finanzmärkte entfesselt wurden; Anja Kohl (ARD-Börsenexpertin), und Rudolf Hickel (Wirtschaftsprofessor), ein Kommentar ist überflüssig, da auf Maischberger-Niveau, Wolfgang Bosbach, CDU (Bundestagsabgeordneter), der gewissenhafte, ohne Wissen um die tiefen Ursachen, Jorgo Chatzimarkakis, FDP (Europa-Abgeordneter), er versucht nachzudenken, ohne die anderen Denkrichtungen wie z.B. Querdenken zu kennen, Costa Cordalis (Schlagersänger), der Kluge sagt nichts, wenn er nichts zu sagen hat, Karsten Schröder (Hedgefonds-Manager), der Gewissenlose mit Wissen, der selber ein Risiko trägt und weiß, wie die Märkte funktionieren um Geld zumachen.

„Immer wieder versucht die Politik, den Finanzmarkt als Übeltäter darzustellen“, beklagt der Hedgefonds-Manager. Dabei fordere der Kapitalmarkt ja kein Land auf, sich zu überschulden. Auch Griechenland sei kein Opfer der Finanzinvestoren. „Die Verantwortung tragen allein die Politiker. Länder wie Griechenland sind über Jahrzehnte in eine bankrotte Situation hinein gewirtschaftet worden“, sagt Karsten Schröder.

Hier hat er Recht, was er allerdings verzerrt darstellt, ist, dass die Politik ihm Gesetzte auf dem Silbertablett serviert hat, mit deren Hilfe er für seine Kunden hilft, den Bürger auszurauben. Er würde zwar nicht gerettet, wenn er den Hebel zu groß wählt, aber bis dahin, wird verdient.

Das „Beste“ war jedoch: die Banken und die Menschen in den Banken und deren Helfershelfer blieben auch in dieser Sendung unbehelligt. Für den Bürger, der irgendwann die Rechnung bezahlen muss, eine schlechte Nachricht.

Chinas Ringen

Muss der Yuan bald Euro, Dollar und Pfund retten? - Bild: Martin Kolb / pixelio.de

Was man offen zeigt, Exporterleichterungen und was noch hinter verschlossenen Türen auf der politischen Ebene besprochen werden könnte.

Für Länder wie China ist der Export in die EU überlebenswichtig. Und weil diese Exporte in letzter Zeit eingebrochen sind – wir haben eine Wirtschaftskrise, wen wundert’s also? – will das große Reich der Mitte laut einem Spiegel-Bericht mit Steuererleichterungen nachhelfen.  Diese Nachrichten eröffnen mir die Möglichkeit, meine Gedanken im Zeichen von Finanz-, Wirtschafts- und aus meiner Sicht auch der globalen Gesellschaftskrise, ins Gespräch zu bringen. Nun steckt, wie man ja weiß, in jeder Krise auch eine Chance, wobei das Wort „steckt“ für mich die größere Relevanz hat.

Auch die Chinesen fürchten eine Art „Arabischen Frühling“, man denke etwa an die Unmengen von Wanderarbeitern, die einbrechende Mittelschicht. Das expansive Wirtschaften der Chinesen ist nur auf Sand gebaut. Um sich gewissermaßen „Beton“ ins Fundament zu holen, kaufen sie gerne ausländische, insbesondere deutsche Firmen mit Substanz und hohen stillen Reserven (die Heuschrecke lässt grüßen?!). Allerdings bezahlen sie mit schlechten Dollars – das haben sie wohl von den Amerikanern gelernt.

Meinem Artikel:  Wie wir aus der Krise kommen können Sie entnehmen, dass aus meiner Sicht die Wurzeln der Krise in der Tatsache begründet  sind, das Börsen, Banken, multinationalen Konzerne und die großen familiengeführten Unternehmen ein System der Hybris und Spekulationsblasen „produzieren“, das durch Lobbyarbeit der Politik schmackhaft gemacht und wird und für das Gesetze geschaffen werden, die den Unfug erst möglich machen. Durch dieses Vorgehen wird nicht nur die Fundamente der Wirtschaft, sondern langfristig auch unser Gesellschaft unterhöhlt, bis dahin, dass wir unseren Kindern und Kindeskindern eine Hypothek mitgeben, die ein Leben im Wohlstand, den wir kennen, unmöglich macht. Wenn alles so weitergeht hinterlassen wir größtenteils WÜSTE (vgl. Brüssel, wir haben ein Problem und Empörend! Oder?).

Die Politik packt lediglich die Finanzkrise an und will diese Krise sehr einfach ausgedrückt über Rettungsschirme und die EZB glätten. Dies wird auf diese Weise nicht gelingen und am Ende des Tages ist der Bürger derjenige, der mit seinem Ersparten, im Vertrauen auf die Politik und mangels tragfähiger Alternativen, nicht entsprechend agieren konnte. Obendrein wird seine zu versteuernde Leistungskraft nicht dem Gemeinwohl zugeführt, sondern zum Schutz der Verursacher eingesetzt.

So schreibt das Handelsblatt im Februar 2012 dazu folgendes:

Sie können ein beliebiges Euro-Land überfallen, die Staatskasse ist überall leer. Anders sieht es bei den Bürgern aus. Vor allem in Deutschland steht der öffentlichen Armut ein Volk der Sparer gegenüber. Auf zehn Billionen Euro bezifferte gestern der Bundesverband deutscher Banken die Privatvermögen. Das ist so viel wie die Staatsschulden aller 27 EU-Mitglieder zusammen. Man sollte die Zahl in unserer heutigen Zeitung nicht zu groß drucken: Sie weckt in Berlin nur neue Begehrlichkeiten.“

Im Moment gibt es entgegen anderslautenden Berichten keine Investoren, deshalb kauft die EZB, auch wieder einfach ausgedrückt, selbst. Lesen Sie dazu meinen Artikel. Auch dazu hat sich das Handelsblatt im Februar ausgelassen:

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble treffen in Berlin die Expertenkommission “Neue Finanzmarktarchitektur”. Die Expertentruppe unter Leitung des früheren Chefvolkswirts der Europäischen Zentralbank, Otmar Issing, wird gegen 15.30 Uhr mit Merkel und Schäuble im Kanzleramt vor die Presse treten. Issing sollte vor der Kamera das sagen, was er hinter verschlossener Tür schon so oft gesagt hat: Dass er nichts hält von massenhaften Staatsanleihe -aufkäufen durch die EZB. Dass diese Politik der wundersamen Geldvermehrung die Probleme nur verschärft, die sie zu lösen vorgibt. Die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann hat einmal gesagt: “Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.” Auch Kanzlerin und Finanzminister sind Menschen. Issing sollte sie nicht ohne Not schonen.

Aus diesem Grund werden Versuche unternommen, Staatsanleihen, Investoren wie China schmackhaft zu machen. Die Chinesen haben, wenn sie kaufen, verständlicher Weise, ihre eigenen Interessen. Ein Interesse könnte sein, solide Firmen aus Deutschland zu erwerben. Dieser Erwerb wird politisch (legislativ) erleichtert. Frau Merkel musste dieses Eigeninteresse Chinas kürzlich deutlich erfahren (ebenfalls Handelsblatt):

Angela Merkel erlebte gestern in China eine selbstbewusste Weltmacht, die das Risiko scheut. Und Europa gilt dort seit Ausbruch der Griechenland-Krise als Zone erhöhter Risiken. Regierungschef Wen Jiabao gegenüber der deutschen Kanzlerin: “Bevor wir Europa helfen, müssen die EU-Schuldenländer erst schmerzhafte Entscheidungen treffen.” Das dürfte niemand besser verstehen als Merkel. So redet sie normalerweise auch“.

Wir stecken in einem tiefen Dilemma, allen läuft die Zeit weg, der eingeschlagene Weg gleicht einem Schneeballsystem, der immer wieder neue Überraschungen hervorbringt, die die Liquiditätsnot jeden Tag erhöht. Bernard L. Madoff lässt grüßen.

Zwei meiner 8 Thesen zum Weg aus der Krise beruhen auf der Hoffnung von Weitsicht, Klugheit, Weisheit und Einsicht von Wenigen und besagen, dass es nur die Wenigen in der Hand haben, die Balance wiederherzustellen, denn das Ungleichgewicht wurde von ihnen geschaffen. Diese zwei Thesen lauten wie folgt:

  1. Es werden regionale und europäische Staatsanleihen ausgegeben, die von multinationalen Unternehmen, Managern und Eigentümern dieser Unternehmen sowie von den Superreichen, Reichen und reichen Wohlhabenden erworben werden. Dadurch wird eine organisierte Innenfinanzierung ermöglicht, ähnlich der von Japan.
  2. Diese Anleihen haben eine Laufzeit zwischen 30 und 40 Jahren mit 0,5 Prozent Zinsen die zum ersten Mal in zehn Jahren fällig werden.

Bezogen auf meinen Lösungsansatz  investieren die europäischen Unternehmer einen Teil ihrer Liquidität aus dem Verkauf ihrer Unternehmen freiwillig in Staatsanleihen, mit noch auszuhandelnden Konditionen. Die Konditionen werden sich an dem Ziel orientieren, langfristig und nachhaltig die Stabilität des verschuldeten Staates in dem sie leben wieder herzustellen. Denn Stabilität braucht der Mensch und vor allem der Unternehmer. Dadurch würde ein Gegengewicht geschaffen, der den Ausverkauf Europas langfristig verhindert.

Der Haushalt würde entlastet, der Schuldendruck würde kompensiert und diese Investoren könnten zusätzlich qualitative Bedingungen an die Politik stellen, die z.B. lauten: Bildung, Kreativität, Flexibilität und Infrastruktur wird mit der freiwerdenden Liquidität finanziert und gefördert, damit verbunden ist eine unternehmerische Führung des Staates. Gedanken, die es lohnt zu prüfen und in der tiefe ihrer Bedeutung zu ergründen.

Fazit: Mit diesem Artikel möchte ich auf eine Gefahr aufmerksam machen unter dem Motto, das Schlimmste annehmen und auf das Beste, in dem Fall auf die Weitsicht hoffen. Nun hat Vorsicht bisher niemanden geschadet und die besten Absichten führen nicht immer zu klugen Entscheidungen. Siehe die Öffnung der Kapitalmärkte per Gesetz durch M. Thatcher, R. Reagan und G. Schröder mit H. Eichel, um die Initiatoren zu nennen.

Brüssel, wir haben ein Problem

Starökonom Hans-Werner Sinn - Bild: Jan Roeder / Wikipedia

Ganz plötzlich will er es entdeckt haben, das Riesendefizit bei der EZB: Hans-Werner Sinn, vom Spiegel gerne als Starökonom betituliert, hat errechnet, dass die Deutsche Bundesbank Forderungen in Höhe von 498 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank hat. Die Krisenländer stehen hingegen mit rund 600 Milliarden in der Kreide. Solange das Geld virtuell bleibe, kein Problem. Falle jedoch ein Land vollständig aus bzw. verlasse es den Euro-Raum, könnte das teuer werden, so Sinn. 498 Milliarden, das sind immerhin mehr als der anderthalbfache Bundeshaushalt (siehe auch die internationale Schuldenuhr). Bricht die Gemeinschaftswährung zusammen, bleibt die deutsche Notenbank auf dieser Forderung an einen dann nicht mehr existierenden Akteur sitzen (siehe auch meine generelle Kritik an der EZB).

Entstanden ist das riesige Missverhältnis zwischen den Notenbanken auch, weil viele Reiche ihr Eigentum in anderen Ländern parken. Wo aber wollen sie denn hin, es gibt kein Raumschiff? Selbst wenn, hätte dieser Planet auch noch ein anderes Verständnis von Reichtum. Pech oder!? Die im Artikel vorgeschlagene Lösung der Eurobonds, die die kaufen sollen, die von der EZB frisch gedrucktes Geld bekommen, kann nicht funktionieren. Irre wer glaubt, dass das irgendein langfristiges Gelingen in sich trägt (vgl. Das Wesen des Geldes).

Wir können es nur zusammen schaffen, also mit den Reichen und Wohlhabenden, die sich eingestehen müssen, dass sie sich bei dieser Gemengelage zu viel – viel zu viel – genommen haben. Geben sie ihren Reichtum freiwillig als Kredit wieder zurück ins System, dann erhalten sie die Chance, dass ihre Kinder den Kredit wieder zurück erhalten. Tun sie es nicht, dürfte es zu gewaltsamen Revolutionen kommen. Und die werden auch die Reichen nicht unbeschadet überstehen.

Ich habe diesen Vorschlag an anderer Stelle ausgearbeitet. Das wird allerdings nur funktionieren, wenn es Politiker gäbe, die es erstens verstehen und zweitens das Rückgrat haben, es ganz deutlich zu machen, dass es sonst die gesetzmäßige Pflicht gibt. Verfassungsrechtler sollten auch einmal prüfen, ob das Grundgesetz nicht nur den nur Einzelnen schützt, sondern den Einzelnen auch als Alle.

Der Politiker, der diesen Ball aufnimmt und durchsetzt hat für Ewigkeiten einen Platz in der Geschichte. Er würde die kopernikanische Wende in unserer Gesellschaft einläuten und den Wohlstand für Alle auf den Weg bringen. Denn dieser Schritt könnte dann in allen relevanten Bereichen von Atomenergie über Klima, Natur und Umweltschutz (Ökologie) und weiterführend über Ökonomie in die Gesellschaft und damit in die Politik (fünf Kräfte) bis in die Ökumene Fuß fassen. Heraus käme eine Welt, in der sich alle wohl fühlen.

„Welche Chance hat ein Phänomen, bei dem selbst Volkswirtschaftsprofessoren zwei Wochen zum Begreifen brauchen, jemals in einer Talkshow-Demokratie zum Thema zu werden?“, fragt sich auch Spiegel-Redakteur Stefan Kaiser. Nun, jetzt ist es eine Chance, die wir gemeinsam ergreifen können. Aber je länger wir warten, desto kleiner wird das window of opportunity, das Fenster unserer Möglichkeiten. Lassen wir die Krise vollständig zu, müssen wir bei null anfangen. Jetzt wäre wenigstens noch etwas da. Nur müssten diejenigen, die es haben, damit umgehen können.

Die gut organisierten Wenigen…

Ausschnitt des Filmcovers von Inside Job

Heute möchte ich mit Hilfe des Oskar prämierten Dokumentarfilmes Inside Job (Trailer unten) den Hinweis machen, dass wenige sehr viel bewegen können, wenn sie sich im Kern einig sind. Ich habe bewusst zu Wikipedia verlinkt, damit jeder genau nachlesen kann, wie der Film schildert, warum Finanzkrise entstehen konnte.

Inside Job läßt keinen Zweifel daran, dass wenige, die ein großes finanzielles Interesse daran hatten, alles Notwendige getan haben, um viele um ihr Erspartes zu bringen. Sie haben Gesetze (Rahmenbedingungen) auf den Weg gebracht, die es ermöglichen und legitimieren, so viel wie irgendwie möglich Geld auf ihre persönlichen Konten zu schaffen, mit dem Bewusstsein, den Vielen das Geld  zu nehmen, das noch auf deren Konten liegt. Es ist die Wanderung des Geldes von den Vielen zu den Wenigen, die sich richtig und klug organisiert haben. Es handelt sich um den legitimierten  Raub am fleißigen, ehrlichen Steuerzahler, Rentner und Sparer.

Was es dazu braucht, sind wenige Menschen aus der Finanzindustrie, die bei Investmentbanken und Hedgefonds die entsprechende Plattform haben, hochrangige Zentralbank-Mitarbeiter bis hin zum Chef, Präsidenten der USA, Aufsichtsbehörden, Ratingagenturen und Wissenschaftler, die entsprechende Statements und Gutachten abfassen. Nicht zu vergessen, die Lobbyarbeiter, die sozusagen die Kommunikationswege öffnen, damit niemandem nachgesagt werden kann, er sei die Ursache der Krise und alle sagen können,  es war alles legal.

An dieser Stelle möchte ich Sie bitten, bei Wikipedia nachzulesen oder sich den Film anzuschauen (der Trailer ist unten), damit ihre Empörung steigt und zunächst wieder auf die  Kern- Absicht zurückkommen, warum ich diese Webseite eingerichtet habe:

  1. Vor der Krise hat es viele einzelne Mahner vor der sich aufbauenden Finanzblase  gegeben.
  2. Es hat Gegner der Finanzhaie gegeben, die sich aus vielen Gründen nicht durchsetzen konnten, ich denke der Hauptgrund heißt: Sie haben sich nicht zusammen getan und sich nicht organisiert.
  3. Der Film Inside Job kam 2010 in die Kinos, Anfang 2011 erhielt er die höchste Auszeichnung in der Filmbranche. Doch es scheint immer noch nicht möglich zu sein, organisiert und strukturiert etwas gegen den „legalisierten Raub“ zu unternehmen.
  4. Es hat sich trotz Finanz – und Wirtschaftskrise nichts geändert. Die meisten Verursacher sitzen noch auf den gleichen Stühlen. Sie haben sich nur einer anderen Anlage-Klasse angenommen –  der Staatsanleihen. Und wenn es auch nicht mehr so leicht scheint, an das Ersparte von den Vielen zu kommen, weil Vorsicht den Sparer warnt. Politiker und Journalisten sorgen dafür, dass Nebel aufsteigt, die Maßnahmen undurchsichtig werden und unsere Steuergelder zu falschen Zwecken eingesetzt werden. In der Folge läßt hohe Inflation die Preise für Waren steigen, mit dem Ergebnis, dass wir unsere Spareinlagen aufbrauchen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten – quasi der Raub durch die  Hintertür.
  5. Das als Beispiel genannte legitimierte Unrecht ist nicht die einzige Krise, die sich weiter aufbaut.

Tatsache ist, und an der kann heute niemand mehr vorbeisehen, dass alle Maßnahmen, die sich unsere Führungsmannschaft ausgedacht hat, für das Volk ins Leere gehen. Die Krise wird immer größer und Griechenland dient als mahnendes Beispiel, dass nur Symptome und nicht die wahren Ursachen geheilt werden. Gewinner sind wieder die Gleichen.

Das ist die Sicht der Dinge, die wir jeden Tag in den Zeitungen lesen. Der Blickwinkel, der aufzeigt, warum all diese Wirkungen erst möglich sind, diesen Blickwinkel, möchte ich auf meiner Webseite öffentlich machen. Die Wenigen, die sich die Taschen voll machen nutzen lediglich die Gunst der Stunde, dass die Vielen mit ihren Alltagsproblem zu beschäftigt sind, um den Nebel zu durchdringen, den die Wenigen produzieren. Diesen Schleier des Nebels möchte ich lüften. Ich möchte  Einsichten fördern, Empörung aufsteigen lassen und zum gemeinsamen organisierten Handeln anregen. Ich möchte nicht müde werden,  um – sinnbildlich – eine ähnliche  Katastrophe, wie die in Fukushima rechtzeitig zu verhindern. Katastrophen bauen sich nicht nur im Finanz- und Wirtschaftssektor auf, sondern auch beim Klima, bei der Armut in allen Bereichen und bei der Ausbeutung unserer Erde.

Alle diese Entwicklungen haben die gleiche Ursache und tragen die gleiche Handschrift: die unersättliche Gier von Wenigen, ihre Taschen ohne Skrupel zu füllen. Den Vielen möchte ich den Blick öffnen und das Selbstvertrauen fördern, das zu tun, was ihnen ihr Gewissen zwar zuflüstert. Das Gewissen spricht „es ist falsch und schlecht“, aber der Verstand suggeriert, viel mehr als Zuschauen können wir nicht, weil die Wenigen stärker sind.

Falsch! Sagen die Initiatoren von OekoHuman: Die gewissenlosen Wenigen sind nur stark, weil sie effektiv und effizient organisiert sind. All diese Katastrophen werden auch eine persönliche Dimension erreichen, wenn wir es einer gewissenlosen Minderheit weiter erlauben, das Ruder weiter in der Hand zu halten.

Empörend! Oder?

Giftiger Stachel: Scorpio maurus palmatus - Bild: Guy Haimovitch / Wikipedia

Heute will ich an zwei aktuellen Artikeln aufzeigen, dass die vermeintlich guten Nachrichten über die erfolgreichen Auktionen zur Platzierung von Staatsanleihen aus Italien, Spanien, Portugal und Deutschland einen giftigen Stachel haben.

So wird in einem FAZ-Artikel Bundesbank in der Klemme über Prof. Sinn z.B. nicht erklärt, dass die Banken sich billiges Geld zu einem Prozent Zinsen von der EZB (500 Milliarden) geliehen haben, dieses Geld in den Kauf von Staatsanleihen der oben genannten Staaten investiert haben und von diesen Staaten 2,8 bis 6% Zinsen erhalten. Diese Staatsanleihen werden dann der EZB als Sicherheit hinterlegt und so die Möglichkeit geschaffen, nochmals neues Geld aufzunehmen. Ein gutes Geschäft für die Kasino-Banken, solange die Anleihe nicht ausfällt. Dass das nicht passiert, dafür wird die EZB sorgen, wenn nicht, der Steuerzahler.

„Die Euro-Rettung zeigt erste Erfolge“, schreibt Die Zeit. Dieser Erfolg ist aber nur scheinbar. Weiteres Ungemach liegt in der Tatsache verborgen, dass die Staaten mit dem „frischen Geld“, dass indirekt von den Zentralbanken der Eurostaaten kommt und nicht wie jeder Normalbürger denkt, von institutionellen Anlegern (Banken, Versicherungen), alte Schulden und Zinsen bezahlen, also alte Staatsanleihen, die abgelaufen waren. Mit den alten Staatsanleihen wurden u.a. Güter gekauft und finanziert, die z.B. aus Deutschland, dem Export-Weltmeister kommen.

Somit finanziert jeder fleißige Bürger in Deutschland und Europa indirekt die Waren, Dienstleistungen und Güter, die der europäische Unternehmer bereits in Europa verkauft hat. Denn die Zentralbank ist eine staatliche Einrichtung, die ihre Bonität ausschließlich der Tatsache verdankt, dass es fleißige, ehrliche Bürger gibt, die Leistungen erbringen, die Einkommen generieren, dieses Einkommen löst Steuern aus und so Geld, das in die Staatskassen fließt. Damit wird der Bürger zur finanzierenden Bank von Dienstleistungen und Waren. Diese Bank ist die Zentralbank. Diese verwendet das Geld nicht, um es in den Wirtschaftskreislauf (z.B. für Innovation und Bildung oder Infrastruktur und Klimaschutz oder alternative Energiegewinnung) zu geben, sondern in den Finanzkreislauf, um das Kasino-Bankensystem aufrecht zu erhalten. Die Banken zahlen 1 Prozent und verdienen an den Staatsanleihen 1,8 bis 5 Prozent Marge (d.h. 1% zahlen sie, 2,8-6% erhalten sie).

Die führenden Köpfe (Menschen) haben sich eine Plattform geschaffen, wo unendlich viel Geld durchläuft, die ihre Bilanzen gut aussehen läßt, dadurch sich die Berechtigung erwerben hohe Gehälter zu zahlen und wenn es besonders gut läuft, noch ein vielfaches an Boni. Die Verbindlichkeiten befinden sich dann nicht in ihren Bilanzen, wenn doch, werden diese falsch bewertet, sondern mehr und mehr in den Bilanzen der Zentralbanken (siehe Grafik im FAZ-Artikel).

Die Zentralbanken sind, wie eben erklärt Bonitäts-Sammelbecken, die ihre eigene Bonintät dem Staatsbürger zu verdanken haben. Da dieser kranke Kapitalismus niemals funktionieren wird, kommt es irgendwann zu einem Kapitalschnitt und Abwertung der Währung. Der Ehrliche, Fleißige und Rentner wird der Dumme sein, denn er wird dann nicht nur Steuern gezahlt haben, sondern auch noch sein Gespartes abgeben müssen. In den Zeitungen werden wir lesen, dass auch der Superreiche betroffen ist. Mit Hilfe einer relativen Zahl in Prozent soll der Bürger beruhigt werden. Es macht aber einen Unterschied, ob ich 20% von 100 behalte oder 20% von 10.000…

Stephane Hessel (unten im Video-Inerview) hat es mit seiner Protestschrift „Empört Euch“ und seinem Aufruf „Engagiert Euch“ auf den Punkt gebracht: Der Bürger ist der Staat und die Politiker haben den Auftrag vom Bürger die Freiheit und den Wohlstand zu bewahren. Wenn die Politiker, also vom Volk gewählte Menschen diesem Auftrag nicht mehr gerecht werden, sondern durch Lobbyismus die Fleißigen, Ehrlichen und Renten „ausrauben“ kann sich der Bürger seine Stimme wieder zurückholen.

Nachfragen beantworte ich gerne in einer persönlichen Beratung.

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