Für unsere Kinder und Kindeskinder

Nachhaltigkeit bedeutet, unseren Kindern mindestens eines genauso gute Welt zu übergeben, wie wir sie bekamen - Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Nachhaltigkeit ist zu einem politischen Schlagwort geworden, um das zahlreiche Debatten geführt werden und das natürlich auch nicht vor Missbrauch gefeit ist. Der ursprüngliche Wortsinn zeigt dabei eigentlich nur auf ein dem gesunden Menschenverstand innewohnendes Wirtschaften, das nicht nur die Gegenwart bzw. die nächste Ernte, sondern auch die Zukunft und die Ernten unserer Kinder und Kindeskinder im Auge hat. Im Jahr 1713 tauchte der Begriff in einer Publikation von Hans Carl von Carlowitz auf und beschrieb ein forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann.

Dieses Prinzip kann auf nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche des Menschen angewendet werden: Dort wo Ausbeutung oder Raubbau betrieben werden, werden Kräfte und Ressourcen nicht lange vorhalten. Bei Wikipedia findet sich ein Beispiel, das die Relativität, also die Abhängigkeit des Nachhaltigkeitsbegriffs von der jeweils gegebenen Situation verdeutlicht: Gegenüber Häusern aus Stroh, die der Wind jedes Jahr wegweht, sind Häuser aus Stein, die lange bestehen, vereinfacht ausgedrückt nachhaltig. Unter Häusern aus Stein wiederum ist dasjenige nachhaltiger, das bei gleichen Wartungskosten z.B. der Witterung dauerhaft besser trotzt und dadurch länger hält als die anderen. Für eine nomadische Lebensweise ist hingegen ein Zelt oder Wohnwagen nachhaltiger als ein Haus, das man nicht mitnehmen kann in die Nähe der zu erschließenden Ressourcen.

Nachhaltigkeit bezieht sich somit zwangsläufig auch auf die Wartungs- und Energiekosten bzw. die durchschnittliche jährliche Wirtschaftlichkeit über einen (theoretisch) unbegrenzten Lebenszyklus gesehen. Davon abzugrenzen ist der Begriff Beständigkeit, der sich mehr auf nicht aktive Systeme bezieht.

Im Kontext des OekoHuman ist der Begriff der Nachhaltigkeit auf alles Leben zu erweitern, weil nur so die Verantwortung für unsere Kinder und die, die noch geboren werden, deutlich wird. Außerdem entsteht so ein Bewusstsein dafür, dass Nachhaltigkeit vor allem auch die (insbesondere für Deutschland so wichtige) Ressource Bildung betrifft, sowie Kreativität und Gesundheit.

Hier kommt der Begriff der Generationenbilanz ins Spiel, eine Methodik, die Anfang der 1990er Jahre in den USA zur langfristigen Analyse der Fiskalpolitik und Sozialpolitik entwickelt wurde. Dabei werden die ausgewiesenen gesamtwirtschaftlichen Budgetposten, wie etwa Renten- und Steuerzahlungen, mit Hilfe von altersspezifischen Profilen einzelnen Jahrgängen zugewiesen und dann unter Zuhilfenahme von Bevölkerungsprojektionen weiter in die Zukunft fortgeschrieben.

Auch hier erfordert die Perspektive des OekoHuman eine Erweiterung auf alle zukünftigen Ausgaben, die ein Staat zu erfüllen hat. Ähnlich einer Unternehmensbilanz, die Rückstellungen und Abschreibungen zu bilden hat. Dadurch kommt Transparenz ins staatliche Wirtschaften und der Staatshaushalt wird nicht mehr nur in Bezug auf seine Auswirkungen im nächsten Jahr erstellt.

Leider ist davon auszugehen, dass die Generationenbilanz ein großes Defizit aufweist, die sogenannte Nachhaltigkeitslücke. Sie setzt sich aus den bereits heute ausgewiesenen expliziten Verbindlichkeiten des Staates und den sogenannten impliziten Verbindlichkeiten zusammen. Die impliziten Verbindlichkeiten geben die Differenz aller zukünftigen Leistungen und Beiträge an, die bei geltendem Recht von allen heute lebenden und allen zukünftigen Generationen noch empfangen bzw. gezahlt werden müssen. Mit anderen Worten zeigt die Nachhaltigkeitslücke, wie groß die Rücklagenbildung sein müsste, damit das heutige Leistungsniveau auch für die Zukunft finanzierbar bleibt. Zu diesen verdeckten Verbindlichkeiten zählen alle Leistungen, die der Staat seinen Bürgern und anderen Berufstätigen in Form von Rentenzahlungen, Pflegeleistungen oder Krankenversicherung schuldet. Ausgaben also, für die die Staaten „rechtswirksame Verpflichtungen eingehen, ohne entsprechende Rücklagen zu bilden“ (Vgl. Wikipedia).

Wird wiederum die oekohumane Brille aufgesetzt, dient die Methodik der Nachhaltigkeitslücke zur Analyse der Fiskal- und Sozialpolitik auf ihre generationsübergreifenden Verteilungswirkungen. Die Nachhaltigkeitslücke zeigt ein klares Bild der staatlichen Kraft – oder eben leider Schwäche. Dadurch können die Aufnahme von Krediten und deren Verwendung effektiver und effizienter geplant werden.

Unterstützend dazu könnte das heute bekannte Brutto-Inlands-Produkt (BIP) um die folgenden BIPs erweitert werden:

  1. Ökologie-BIP, also das Kerngebiet der Nachhaltigkeit,
  2. Ökonomie-BIP, am besten zweigeteilt für Qualität und Quantität,
  3. Sinn-BIP bezüglich von Menschenrechten, Forschung und Entwicklung,
  4. Bildungs-BIP, hier geht es vor allem um den Stand der Kreativität und Erziehung,
  5. Sozial-BIP, auch in Bezug auf die Gesundheit der Beziehungen der Menschen zu sich selbst und anderen.

Die Bewertungskriterien dafür werden an der Qualität ausrichtet, die Quantität hat zu folgen. Unabhängige Ratingagenturen bewerten die Qualität von Staaten und Unternehmen und vergeben Noten. Investoren erhielten so ein viel umfassenderes Bild von einem Staat, weit über den Aspekt von finanzieller bzw. fiskalischer Sicherheit hinaus.

Vollwertkost in Kindergärten, Schulen und Universitäten

Gesundes und vollwertiges Essen für unsere Jugend! - Bild: Corinna Dumat / pixelio.de

Nachdem ich bei Merkels Zukunftsdialog für Deutschland bereits einen Vorschlag zur echten und praxisorientierten Gewaltenteilung gemacht habe, habe ich gestern einen weiteren hinzugefügt. Denn ich bin der Meinung, wir sind das unserer Jugend schuldig:

An Ganztagsschulen und anderen Bildungseinrichtungen, von den Kindertagesstätten bis hin zu den Uni-Mensen wird meist ein Essen unterster Qualität angeboten. Unterm Strich verpflegen wir damit unseren Nachwuchs mehr schlecht als recht.

Wir brauchen stattdessen eine Vollwertkost mit Qualität, die das Wort Lebensmittel zu Recht trägt. Dafür müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, sowohl politisch, als auch konkret vor Ort. Bund und Länder sollen sich gemeinsam mit den Eltern die Finanzierung teilen. Denn Qualität hat seinen Preis. Schlechte Qualität  allerdings langfristig auch, wie die Kostenexplosion im Gesundheitswesen offenbart.

Außerdem muss gesunde Ernährung Teil der Bildung werden. Die Politik ist gefragt, Aufklärung und Finanzierung zu organisieren.

Bitte stimmen Sie hier für den Vorschlag ab!