Das oekohumane Commitment

Bild: Petra Dirscherl / pixelio.de

Die größte Furcht und Angst von uns Menschen ist nicht, unzulänglich zu sein. Unsere größte Furcht und Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein. Unser strahlendes Licht, nicht unsere Dunkelheit, lässt uns fürchten und wir ängstigen uns am meisten vor diesem Licht. Wir fragen uns nicht: Wer bin ich wirklich und wer möchte ich sein und wie rufe ich in mir das Edelste und Höchste hervor, um es für jedermann sichtbar zu machen? Wir fragen uns: Wer bin ich denn, dass ich so brillant sein soll? Der Glaube an etwas versetzt jeden Berg, auch den falschen.

Du bist ein Kind Gottes. Es dient der Welt und Dir nicht, wenn Du Dich klein machst. Sich klein zu machen, nur damit andere sich um Dich herum nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes. Wir werden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. Gott ist nicht nur in einigen von uns, Gott ist in jedem uns. Um unser Licht erstrahlen lassen und auf unserem Platz zu stehen, geben wir damit bewusst allen anderen die Gelegenheit, es uns gleich zu tun. Wenn wir an uns und damit an das Göttliche in uns glauben, befreien wir uns von Furcht und Angst und unsere Gegenwart befreit automatisch die anderen. Dieser Glauben und dieses Wissen versetzt die richtigen Berge.

Um diesen Glauben in sich entstehen zu lassen, habe ich den OekoHuman gegründet. Als Hingabe und Bereitschaft an mich selbst, diesem Schöpfungsimpuls zu folgen und mein Licht immer sichtbarer erstrahlen zu lassen, um bei anderen den Impuls zu setzen, es mir gleich zu tun, mit dem Ziel die Menschen der Welt damit „anzustecken“. (inspiriert von Marianne Williamson)

Und weil es so gut passt, hier noch ein Text von Charlie Chaplin:

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.

Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.

Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.

Heute weiß ich, das nennt man „REIFE“.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.

Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,

aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.

 

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.

Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.

 

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.

Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Als ich mich zu lieben begann, habe ich die Verbundenheit mit Allem gefunden und gesehen, dass Sünde, Schuld und Sühne eine Illusion ist. Es gibt nur den konstruktiven Umgang mit Fehlern, sie sind Wegweiser auf dem Weg, mich zu erinnern Wer ich bin. Das ist auch Leben.

Die Wachen, die verantwortungsbewusst über die Schwachen wachen

Die sieben Todsünden von Hieronymus Bosch (ca. 1500), Rechte und Informationen siehe Artikelende

Es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen und das Erhabene in den Staub zu schmeißen.“
Friedrich Schiller

Die Zeit über Ostern habe ich genutzt, um in mich, die Welt und Lösungsansätze hineinzuhorchen. Ausgangspunkt meines heutigen Artikels war ein Artikel, der in der Zeit über eine UN-Studie erschienen ist. Diese Studie beschäftigt sich mit der Zerstörung unserer Umwelt durch 3000 Unternehmen bzw. Konzerne. Mit dem Geld, das für die Reparaturkosten aufgewendet werden muss, könnte man die ganze Erde ernähren. Und über Banken und ihre sehr ähnlichen Praktiken gibt es einige Artikel auf dieser Webseite.

Heute will ich es nicht mit der Anklage, die sich an die Wenigen richtet, bewenden lassen, sondern auch den Vielen, Engagierten und Einzelnen zurufen, wer ohne „Sünde“ ist, werfe den ersten Stein. Ich habe mich bewusst in dieses Dilemma begeben, um dem Anspruch der OekoHuman-Initiative gerecht zu werden, der die heutige Überschrift ziert.

Die Gründe, warum die Vielen zulassen, dass die Wenigen sie ausbeuten, habe ich, wie sollte es zu Ostern auch anders sein, zum Teil in den „sieben Todsünden“ gefunden. Das hört sich zunächst wie eine Drohung an, ist es aber nicht, denn im oekohumanen Kontext greifen wir auf alte Wahrheiten zurück, bringen modernere Interpretationen von der Wurzelwortbedeutung mit ein und verbinden alles zu einem neuen Verständnis. So sind die sieben Todsünden keine christlich-katholische Erfindung, sondern gehen auf die antiken Laster- und Tugendkataloge zurück. In der Urbedeutung heißt Sünde schlicht und einfach: Ziel verfehlt.

Was Kirche, Politik und Unternehmen daraus gemacht haben, ist gegen die Würde des Menschen und seine Rechte gerichtet und untergräbt sein Selbst-Wert-Gefühl und damit seine Wertschätzung und sein Selbst-Vertrauen. So fällt es schwer einen Selbst-Anspruch zu entwickeln und behindert aus sich selbst heraus z.B. eine faire Leistungs-Vergütung, damit auch gesundes Geld und gesunden Kapitalismus.

Die oekohumane Bewegung stellt nun die Frage: Welches bzw. welche Ziele können überhaupt verfehlt werden?

Sehr lesens- bzw. hörenswert ist dazu der Podcast von HR 2 Wissenswertes (26. März – 3. April 2012), weil die Autorin Andreas Westhoff indirekt zeigt, dass es in Wahrheit um Zielverfehlung und nicht um Schuld geht (mit Ergänzungen von mir):

  1. Ich! Ich! Ich! – Hochmut in der Mediengesellschaft
    Superbia – der Hochmut, oft auch mit Stolz oder Eitelkeit übersetzt – wird im Todsündenkatalog fast immer zuerst genannt, weil es hier direkt um das Verhältnis zu Gott, genauer um die Abkehr von ihm, geht. Das „Tödliche“ dieser Sünde ist heute nur noch schwer nachzuvollziehen. Hochmut heißt heute Eitelkeit, Narzissmus, Egoismus und Selbstüberschätzung. Vielfach zu beobachten ist er bei Menschen in Banken, Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, bei Politikern und in der Mediengesellschaft.
    Die Gegenkraft: Demut und Geduld
  2. Bonuszahlungen und Börsenkrach – Habgier heute
    Auch wenn der Begriff „Todsünde“ allgemein aus der Mode gekommen ist, scheint für die meisten Menschen doch klar, dass Habgier – und der eng damit verbundene Geiz – ein moralisch verwerfliches und äußerst destruktives Verhalten ist. Habgier und Geiz: Das Mehr-Haben- oder Nichts-Abgeben-Wollen entzweit Familien oder Freunde und hat immer wieder Völker in Kriege geführt.
    Die Gegenkraft: Mitgefühl und Mildtätigkeit
  3. Kann denn Liebe Sünde sein? – Wollust zwischen sexueller Befreiung und Missbrauch
    Auf Sexualität hat die christliche Glaubenslehre immer ein besonderes Augenmerk gerichtet, weil sich hier die triebhafte, körperliche Seite des Menschen meldet, stark genug, um die religiösen Bemühungen um seine geistige und spirituelle Höherentwicklung zu torpedieren. Die „Wollust? galt früher als Hauptlaster. Heute ist Sexualität weitgehend frei von den Fesseln christlicher Moralvorstellungen.
    Die Gegenkraft: Achtsamkeit und Aufmerksamkeit
  4. Hooligans, Amok, Gewaltausbrüche – Früchte des Zorns
    Wenn Todsünden, anders als die „lässlichen“ dadurch gekennzeichnet sind, dass sie letztlich zerstörerisch für den Einzelnen und für die Gemeinschaft mit Gott und den Gläubigen sind, dann ist Zorn ein Paradebeispiel. Entwicklungsbiologen, Psychologen und Hirnforscher versuchen, den menschlichen Zorn zu beschreiben und zu erklären. Eine ethische Herausforderung bleibt die Todsünde Zorn aber nach wie vor.
    Die Gegenkraft: Wohlwollen und Nachsicht
  5. Neid in der Leistungsgesellschaft
    Neid ist ein uraltes, universelles menschliches Gefühl – und kann äußerst zerstörerisch sein, für den Neider selbst und andere. Schon der erste Mord der christlichen Menschheitsgeschichte geschah aus Neid. Er kennt viele Schattierungen – destruktiv einerseits, andererseits könnte man ihn auch als Motor der Leistungsgesellschaftsehen.
    Die Gegenkraft: Rechtes Maß und Nachhaltigkeit
  6. Das große Fressen – Völlerei als Sünde gegen die Gesundheit
    Jede Art von Maßlosigkeit ist schädlich für einen gesunden Körper und einen gesunden Geist.
    Die Gegenkraft: Schöpfung, Erfahrung und Fleiß
  7. Trägheit als aller Laster Anfang
    Acedia, die „Trägheit des Herzens“ – oder auch des Geistes – ist die Todsünde, deren „Verwerflichkeit“ sich heute nicht mehr so einfach erschließt, weil sie meist falsch verstanden wird. Trägheit des Herzens ist heute: Mitleidlosigkeit, Gleichgültigkeit, Überdruss, aber auch Denkfaulheit, Ignoranz, innerliche Leere und Trostlosigkeit.
    Die Gegenkraft: Begeisterung

Die Sieben Tugenden

Demut und Geduld, Mitgefühl und Mildtätigkeit, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, Wohlwollen und Nachsicht, Rechtes Maß und Nachhaltigkeit, Schöpfung, Erfahrung und Fleiß, sind aus oekohumaner Sicht die Gegenkräfte (passiv) zu den sogenannten „Sünden“ (aktiven Kräften). Im Kern geht es um die Balance von Aktiv und Passiv, also um ein rechtes Maß. Es kann Zufall sein, aber wer genau hinschaut, erkennt vielleicht auch, dass bei der 5. Sünde die Polarität beginnt zu wechseln: Die Sünde wird passiv, die Gegenkraft Tugend aktiv. Besonders deutlich, wird diese Beobachtung in der 7. Sünde, der Trägheit.

Der Sinn und das Ziel werden aus oekohumaner Beobachtung demnach verfehlt, wenn die Ausgewogenheit fehlt und zu viel von dem einen oder anderen vorhanden ist. Wer nur der Tugend folgt, wird auch sein Ziel verfehlen. Eine Tatsache, ja ein kosmisches Gesetz, das jeder in alltäglichen Dingen genauso wiederfindet, wie in allen professionellen Disziplinen. Vom Bogenschießen im Zen, über das Wiegen von Waren, um den Preis zu ermitteln, beim Gießen der Blumen bis hin zur Wirtschaft im Ganzen. Schon im Wort Wirtschaften, geht es im Kern um Balance, das Haushalten mit den Kräften.

Die Frage, die sich nun aufdrängt: Was oder wer soll wie und wann in Balance sein? Diese Frage führt direkt zum Dreh- und Angelpunkt, dem Ziel und dem Sinn aller Handlungen. Aus oekohumaner Beobachtung muss der Sinn am Anfang stehen und das Ziel folgt dann dem Sinn. Beides stellt nun die neutrale Kraft dar, die es braucht, damit die Kräfte Aktiv und Passiv eine Wirkung erzielen. Drei Kräfte, das Naturgesetz der Trinität.

Der Sinn: Freiheit, Verantwortung und Gerechtigkeit.

Das Ziel: Gesunder Kapitalismus in einer gesunden Demokratie

Nähere Informationen zum Bild von Hieronymus Bosch und Urheberrechte von The Yorck Project siehe Wikipedia.