Die Wachen, die verantwortungsbewusst über die Schwachen wachen

Die sieben Todsünden von Hieronymus Bosch (ca. 1500), Rechte und Informationen siehe Artikelende

Es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen und das Erhabene in den Staub zu schmeißen.“
Friedrich Schiller

Die Zeit über Ostern habe ich genutzt, um in mich, die Welt und Lösungsansätze hineinzuhorchen. Ausgangspunkt meines heutigen Artikels war ein Artikel, der in der Zeit über eine UN-Studie erschienen ist. Diese Studie beschäftigt sich mit der Zerstörung unserer Umwelt durch 3000 Unternehmen bzw. Konzerne. Mit dem Geld, das für die Reparaturkosten aufgewendet werden muss, könnte man die ganze Erde ernähren. Und über Banken und ihre sehr ähnlichen Praktiken gibt es einige Artikel auf dieser Webseite.

Heute will ich es nicht mit der Anklage, die sich an die Wenigen richtet, bewenden lassen, sondern auch den Vielen, Engagierten und Einzelnen zurufen, wer ohne „Sünde“ ist, werfe den ersten Stein. Ich habe mich bewusst in dieses Dilemma begeben, um dem Anspruch der OekoHuman-Initiative gerecht zu werden, der die heutige Überschrift ziert.

Die Gründe, warum die Vielen zulassen, dass die Wenigen sie ausbeuten, habe ich, wie sollte es zu Ostern auch anders sein, zum Teil in den „sieben Todsünden“ gefunden. Das hört sich zunächst wie eine Drohung an, ist es aber nicht, denn im oekohumanen Kontext greifen wir auf alte Wahrheiten zurück, bringen modernere Interpretationen von der Wurzelwortbedeutung mit ein und verbinden alles zu einem neuen Verständnis. So sind die sieben Todsünden keine christlich-katholische Erfindung, sondern gehen auf die antiken Laster- und Tugendkataloge zurück. In der Urbedeutung heißt Sünde schlicht und einfach: Ziel verfehlt.

Was Kirche, Politik und Unternehmen daraus gemacht haben, ist gegen die Würde des Menschen und seine Rechte gerichtet und untergräbt sein Selbst-Wert-Gefühl und damit seine Wertschätzung und sein Selbst-Vertrauen. So fällt es schwer einen Selbst-Anspruch zu entwickeln und behindert aus sich selbst heraus z.B. eine faire Leistungs-Vergütung, damit auch gesundes Geld und gesunden Kapitalismus.

Die oekohumane Bewegung stellt nun die Frage: Welches bzw. welche Ziele können überhaupt verfehlt werden?

Sehr lesens- bzw. hörenswert ist dazu der Podcast von HR 2 Wissenswertes (26. März – 3. April 2012), weil die Autorin Andreas Westhoff indirekt zeigt, dass es in Wahrheit um Zielverfehlung und nicht um Schuld geht (mit Ergänzungen von mir):

  1. Ich! Ich! Ich! – Hochmut in der Mediengesellschaft
    Superbia – der Hochmut, oft auch mit Stolz oder Eitelkeit übersetzt – wird im Todsündenkatalog fast immer zuerst genannt, weil es hier direkt um das Verhältnis zu Gott, genauer um die Abkehr von ihm, geht. Das „Tödliche“ dieser Sünde ist heute nur noch schwer nachzuvollziehen. Hochmut heißt heute Eitelkeit, Narzissmus, Egoismus und Selbstüberschätzung. Vielfach zu beobachten ist er bei Menschen in Banken, Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, bei Politikern und in der Mediengesellschaft.
    Die Gegenkraft: Demut und Geduld
  2. Bonuszahlungen und Börsenkrach – Habgier heute
    Auch wenn der Begriff „Todsünde“ allgemein aus der Mode gekommen ist, scheint für die meisten Menschen doch klar, dass Habgier – und der eng damit verbundene Geiz – ein moralisch verwerfliches und äußerst destruktives Verhalten ist. Habgier und Geiz: Das Mehr-Haben- oder Nichts-Abgeben-Wollen entzweit Familien oder Freunde und hat immer wieder Völker in Kriege geführt.
    Die Gegenkraft: Mitgefühl und Mildtätigkeit
  3. Kann denn Liebe Sünde sein? – Wollust zwischen sexueller Befreiung und Missbrauch
    Auf Sexualität hat die christliche Glaubenslehre immer ein besonderes Augenmerk gerichtet, weil sich hier die triebhafte, körperliche Seite des Menschen meldet, stark genug, um die religiösen Bemühungen um seine geistige und spirituelle Höherentwicklung zu torpedieren. Die „Wollust? galt früher als Hauptlaster. Heute ist Sexualität weitgehend frei von den Fesseln christlicher Moralvorstellungen.
    Die Gegenkraft: Achtsamkeit und Aufmerksamkeit
  4. Hooligans, Amok, Gewaltausbrüche – Früchte des Zorns
    Wenn Todsünden, anders als die „lässlichen“ dadurch gekennzeichnet sind, dass sie letztlich zerstörerisch für den Einzelnen und für die Gemeinschaft mit Gott und den Gläubigen sind, dann ist Zorn ein Paradebeispiel. Entwicklungsbiologen, Psychologen und Hirnforscher versuchen, den menschlichen Zorn zu beschreiben und zu erklären. Eine ethische Herausforderung bleibt die Todsünde Zorn aber nach wie vor.
    Die Gegenkraft: Wohlwollen und Nachsicht
  5. Neid in der Leistungsgesellschaft
    Neid ist ein uraltes, universelles menschliches Gefühl – und kann äußerst zerstörerisch sein, für den Neider selbst und andere. Schon der erste Mord der christlichen Menschheitsgeschichte geschah aus Neid. Er kennt viele Schattierungen – destruktiv einerseits, andererseits könnte man ihn auch als Motor der Leistungsgesellschaftsehen.
    Die Gegenkraft: Rechtes Maß und Nachhaltigkeit
  6. Das große Fressen – Völlerei als Sünde gegen die Gesundheit
    Jede Art von Maßlosigkeit ist schädlich für einen gesunden Körper und einen gesunden Geist.
    Die Gegenkraft: Schöpfung, Erfahrung und Fleiß
  7. Trägheit als aller Laster Anfang
    Acedia, die „Trägheit des Herzens“ – oder auch des Geistes – ist die Todsünde, deren „Verwerflichkeit“ sich heute nicht mehr so einfach erschließt, weil sie meist falsch verstanden wird. Trägheit des Herzens ist heute: Mitleidlosigkeit, Gleichgültigkeit, Überdruss, aber auch Denkfaulheit, Ignoranz, innerliche Leere und Trostlosigkeit.
    Die Gegenkraft: Begeisterung

Die Sieben Tugenden

Demut und Geduld, Mitgefühl und Mildtätigkeit, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, Wohlwollen und Nachsicht, Rechtes Maß und Nachhaltigkeit, Schöpfung, Erfahrung und Fleiß, sind aus oekohumaner Sicht die Gegenkräfte (passiv) zu den sogenannten „Sünden“ (aktiven Kräften). Im Kern geht es um die Balance von Aktiv und Passiv, also um ein rechtes Maß. Es kann Zufall sein, aber wer genau hinschaut, erkennt vielleicht auch, dass bei der 5. Sünde die Polarität beginnt zu wechseln: Die Sünde wird passiv, die Gegenkraft Tugend aktiv. Besonders deutlich, wird diese Beobachtung in der 7. Sünde, der Trägheit.

Der Sinn und das Ziel werden aus oekohumaner Beobachtung demnach verfehlt, wenn die Ausgewogenheit fehlt und zu viel von dem einen oder anderen vorhanden ist. Wer nur der Tugend folgt, wird auch sein Ziel verfehlen. Eine Tatsache, ja ein kosmisches Gesetz, das jeder in alltäglichen Dingen genauso wiederfindet, wie in allen professionellen Disziplinen. Vom Bogenschießen im Zen, über das Wiegen von Waren, um den Preis zu ermitteln, beim Gießen der Blumen bis hin zur Wirtschaft im Ganzen. Schon im Wort Wirtschaften, geht es im Kern um Balance, das Haushalten mit den Kräften.

Die Frage, die sich nun aufdrängt: Was oder wer soll wie und wann in Balance sein? Diese Frage führt direkt zum Dreh- und Angelpunkt, dem Ziel und dem Sinn aller Handlungen. Aus oekohumaner Beobachtung muss der Sinn am Anfang stehen und das Ziel folgt dann dem Sinn. Beides stellt nun die neutrale Kraft dar, die es braucht, damit die Kräfte Aktiv und Passiv eine Wirkung erzielen. Drei Kräfte, das Naturgesetz der Trinität.

Der Sinn: Freiheit, Verantwortung und Gerechtigkeit.

Das Ziel: Gesunder Kapitalismus in einer gesunden Demokratie

Nähere Informationen zum Bild von Hieronymus Bosch und Urheberrechte von The Yorck Project siehe Wikipedia.

Es ist möglich als großer Mensch zu handeln

Die Lotusblüte als Sinnbild natürlicher Perfektion - Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Manche Menschen betrachten Akademien[ref]Vortrag von Jan Teunen, gehalten am 5. November 2009 im Hotel Adlon, Berlin im Rahmen des Symposiums der Vermögensakademie: Wie macht man gutes Geld in einer öko-humanen Marktwirtschaft?[/ref] als Orte, an denen man schöne Trinkgelage abhalten kann. Sie leiten Akademie von Akademos ab, dem Beinamen von Bacchus. Zu diesen Menschen gehöre ich nicht. Für mich sind Akademien irdische Repräsentanzen des Universums. Das griechische Kosmos, das lateinische Universum und das mittelhochdeutsche All sind Begriffe, die eine schöne, geordnete, tugendhafte Welt umschreiben. Eine solche Welt ist das Modell, auf das wir unsere Vermögen ausrichten sollten. Was immer wir im Privaten oder Geschäftlichen unternehmen, wir sollten unsere Vermögen so einsetzen, dass die Häuser unserer Familien und die Häuser unserer Unternehmen zu etwas werden, das sich als geschrumpfter Kosmos bezeichnen lässt.

Das stellt hohe Anforderungen an das Vermögen, Menschen zu lieben, an das Denkvermögen, ans Sprachvermögen und an das Vermögen zu handeln, oder dort, wo dies eher angebracht ist, an das Vermögen, das Handeln zu unterlassen. In diesem Zusammenhang kommt mir das weise Gebet der Teresa von Ávila (1515-1582) in den Sinn:

Herr, gib mir die Weisheit, das, was ich ändern kann, von dem zu unterscheiden, was ich nicht ändern kann, die Kraft, das zu ändern, was ich ändern kann, und die Gelassenheit, das zu ertragen, was ich nicht ändern kann.“

Ich wünsche mir, dass die Verantwortlichen in der Wirtschaft über diesen Satz meditieren würden, bevor sie ihre Arbeit aufnehmen. Wenn ich dann noch etwas mehr wünschen dürfte, würde ich darum bitten, dass sie sich auf dem Weg zur Arbeit immer wieder folgende Sätze aus dem Talmud vergegenwärtigen, nicht zuletzt auch, um ihre eigenen Vermögen zu schützen und zu mehren:

Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden deine Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“

Ich habe mich für diesen Text inspirieren lassen von den Weisheiten alter Chinesen, die der Meinung waren, dass alle Angelegenheiten des Universums in den Bereich ihrer Verantwortung fielen und dass ihre Verantwortung alle Angelegenheiten des Universums einschloss. Mein Titel heute, „Es ist möglich als großer Mensch zu handeln“, ist vom chinesischen Philosophen Meng-Tzu (372-289 v.Chr.). Die Methode des Vortrages habe ich von dem Nobelpreisträger der Literatur Joseph Brodsky übernommen. Eine Methode, die er angewandt hat, als er als Redner am internationalen Zermatter Symposium zum Thema „Intuition und Kreativität“ teilgenommen hat. Dort hat er seine gewagte Behauptung wiederholt, dass die Ästhetik die Mutter der Ethik sei. Die entscheidende Aufgabe für eine Gesellschaft, für eine Ansammlung von Individuen, so Brodsky, ist die individuelle Entwicklung des Geschmacks. Denn wenn man den Geschmack entwickle, lasse man sich nicht so leicht täuschen.

Die Zuhörer in Zermatt waren von den Ausführungen Brodskys begeistert und bedankten sich mit einer stehenden Ovation. Brodsky, der ein sehr bescheidener Mensch war, bat sie mit dem Klatschen aufzuhören und sich wieder zu setzen. „Danken Sie mir für nichts“, so sagte er. „Ich sitze hier, aber das bin nicht genau ich. Ich bin die Endsumme all dessen, was ich gelesen habe und woran ich mich erinnere… Und in dem Augenblick, wo ich mich nicht mehr daran erinnere, kann mich in der Straße irgendeiner erstechen, und es wäre kein großer Verlust. Doch solange ich Erinnerung habe, bin ich eine Schatztruhe.“

Eine solche Schatztruhe will ich heute für Sie sein, in der Hoffnung, dass dadurch in Ihren Köpfen und zwischen Ihnen die eine oder andere neue Kombination entsteht. Ich habe mich erinnert an die vielen Lektionen, die ich von meinen Philosophenfreunden Hajo Eickhoff und Arnold Cornelis erhalten habe, an die Lektionen des Friedennobelpreisträgers Professor Yunus und des Systemwissenschaftlers Professor Laszlo sowie an die Lektüre von Texten einer Vielzahl weiser Menschen, von Sri-Aurobindo bis Peter Sloterdijk.

Bei den alten Chinesen war der Weise derjenige, der die Normen des Himmels und der Erde zu den Menschen herab holte und für Ordnung im All sorgte. Weise sind Brückenbauer. Zum Wohle der Menschen überbrücken sie die makro- und mikrokosmischen Sphären mit Hilfe der Tugenden und stellen die Menschlichkeit allem voran. Viele Führungskräfte in der Wirtschaft sind nicht weise, weil sie es zulassen, dass Unternehmen und Organisationen, für die sie Verantwortung tragen, geprägt sind von der Dominanz wirtschaftlicher Rationalität. In einer solchen Enthumanisierung der Gesellschaft durch die Wirtschaft wird Vermögen in einem unvorstellbar großen Ausmaß vernichtet. Das bringt nicht nur die Wirtschaft und die Weltgemeinschaft in große Schwierigkeiten, wie wir es gerade erleben, es bringt auch den Kosmos in Unordnung. Weiterlesen…

Eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder

Wir müssen handeln, soll nicht bald alles Wüste sein - Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Nach den Vorschlägen zur echten und praxisorientierten Gewaltenteilung sowie zur Vollwertkost an Kitas und Schulen habe ich nun noch einen allgemeineren, dafür umso bedeutsameren Aufruf zur Vernunft an unsere Politiker bei Merkels Zukunftsdialog gerichtet. Bitte stimmen Sie hier dafür ab:

Wir Erwachsenen haben vor allem eine Verantwortung, unseren Kindern und Kindeskindern eine lebenswerte Zukunft zu schaffen. Oder wie es ein Sprichwort aus dem Amischen besagt: „Wir haben das Land nicht von unseren Vätern geerbt. Wir leihen es von unseren Kindern.“

Wir fordern von unseren Politikern, dass sie konsequent und entschlossen dafür eintreten, unseren Kindern und allen Kindern in der Welt eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Die heutige Politik richtet sich mehr nach dem was populär ist, als nach dem, was notwendig ist, um Wohlstand für alle zu schaffen. Die Worte unseres ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel haben ihre Gültigkeit keinesfalls eingebüßt, im Gegenteil, sie sind wahrer denn je: „Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe der Politiker ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen.“

Die heutige Politik in Deutschland, Europa, den USA und der Welt schafft Dummheit statt Bildung, Armut statt Wohlstand, Wüste statt blühende Landschaften, Verdruss statt Freude, Angst statt Sicherheit, Trennung statt Gemeinschaft. Politiker werdet wach! Ihr seid die gewählten Führungskräfte, die das Unternehmen Nationalstaat und Europäische Union zum Besten aller leiten sollen. Doch mit dieser Freiheit, zu bestimmen, wo es lang geht, haben wir Euch auch die Verantwortung übertragen, dies im Einklang von Eigennutz und Gemeinnutz zu tun.

Bitte geben Sie dem Vorschlag hier Ihre Stimme!

Eurokrisen: Ursache & Wirkung

Startfolie meiner Präsentation (siehe unten)

Heute hatte ich die Gelegenheit auf dem DACH Elite Gipfel 2012 in München zum OekoHuman zu sprechen. Mein Vortrag beschäftigte sich mit der aktuellen Eurokrise, deren Ursachen und unseren Reaktionsmöglichkeiten. Denn schließlich muss es uns gelingen, den gesunden Kapitalismus zu retten:

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Den Kapitalismus retten…

Das oekohumane Sechseck des gesunden Kapitalismus

Mit diesem Diagramm will ich veranschaulichen, wie Geld als Dreh- und Angelpunkt und als Mittler auf unser Leben wirkt. Mit der Qualität von richtig und gut (effektiv und effizient) in allen sechs Kernbegriffen und in den Verbindungen untereinander, wird Geld als Mittler diese Qualität auch transportieren. Die Abweichung von der höchst möglichen Qualität in einem oder in mehreren Kernbereichen bzw. Verbindungen untereinander, werden zu einer schlechteren Qualität im Kapitalismus und damit unseres Gesellschaftssystem führen.

Am oberen Punkt des gepunkteten Dreiecks befindet sich der Wohlstand, er ist das Ergebnis von richtigem und guten Umgang mit der Macht in Verbindung mit der Ethik. Wohlstand braucht Kapital und Kapital braucht Wohlstand, um sich gegenseitig zu nähren und zu erhalten.

Kapital ist das Ergebnis von richtigem und gutem Umgang von Reichtum in Verbindung mit unseren Fähigkeiten (Vermögen). Das Geld wiederum ermöglicht es durch sein Wesen, gewissermaßen durch seinen Auftrag, uns aufzuzeigen wo es an Qualität fehlt und dadurch ein Ungleichgewicht entstanden ist. Die Missachtung des Ungleichgewichts, führt zwangsläufig zur Krise bis hin zum Zusammenbruch.

Das Verständnis um die Qualität von Macht und Ethik, Reichtum und Vermögen, Wohlstand und Kapital brauchen, damit sie zur richtigen und guten Entfaltung kommen, die entsprechende Bildung. Im Bereich von Macht und Ethik spreche ich hier von der Bildung als Unterweisung, soll heißen: Das Wahre des bisher Gedachten aus Philosophie, Wissenschaft und Praxis um die Erkenntnise und Errungenschaften von heute erweitern, um das Richtige und Gute in den Vordergrund zu stellen, da wir das Falsche und Schlechte seit Tausenden von Jahren in allen Varianten erfahren haben. In Bezug zur Ethik ist hier bei der Unterweisung besonderes Augenmerk auf die Fairness zu legen, die sich im Wirtschaftsleben als Fair–Trade etablieret hat.

Im Bereich von Reichtum und Vermögen spreche von der Bildung als Erziehung, also einem „herausziehen“. Der Lehrer hat zunächst die Aufgabe herauszufinden, was seinem Schüler „leicht von der Hand geht“, hier findet er einen ersten Hinweis auf die Talente (Reichtum) seines Schülers, nun gilt es die Fähigkeiten zu fördern – zu heben -, wenn möglich bis zur Kunst. Die Wertschöpfungskette heißt: Vermögen – Können – Kunst.

Unterweisung und Erziehung im rechten Maß können zu einem mit Begeisterung richtig und klug handelnden Menschen führen.

  • 1. Fazit: Dies ist der Idealfall, der als Orientierung hilfreich sein kann. Im Kern führt die  Unterweisung zum Richtigen und Guten.  In der Erziehung geht es darum, bei welcher Tätigkeit kann ICH meine eigene Individualität am besten zur Entfaltung bringen. Beides im Einklang ergibt als höchste Entwicklungsstufe Wohlstand und Kapital, denn Unterweisung und Erziehung bedingen sich gegenseitig.

Ein zusätzlicher Faktor der ordnungshalber nicht unerwähnt bleiben darf, sind die Rahmenbedingungen. Diese unterstützen die Entwicklung vom Einzelnen über die Gruppe bis zur Gemeinschaft. Die erste Berührung mit Rahmenbedingen hat der Mensch von Geburt an mit seinem Umfeld in der Familie, später im Kindergarten, bis in sein Berufsleben, in der Gruppe und als Teil der Gesellschaft. Die Rahmenbedingungen Schaffenden sind Klima, Umfeld, Eltern, Unternehmer und Politiker mit ihren jeweiligen Zielen. Die Kräfte, die versuchen das Ziel zu erreichen, heißen in der Politik Legislative, Exekutive, Judikative, Monetative sowie der rahmengebende Weisen- und Ethikrat.

  • 2. Fazit: Diese fünf Kräfte wirken in jeder menschlichen Organisationsform, ja sogar in jedem Einzelnen. In der Natur sind diese Kräfte mit Feuer, Wasser, Luft und Erde vergleichbar, der Äther oder Raum steht für die Rahmenbedingungen. Die Balance von Stoffen, Qualität und Kräften führt zur Gesundheit. Fehlende Gesundheit zeigt sich in Symptomen, der immerwährende Symptomprozess heißt Pathogenese, der immerwährende Ursachenprozess heißt Salutogenese. Symptome zeigen die Wirkung und die Ursachen bewirken.

Daraus läßt sich ableiten: Wenn die Wirkungen unerfreulich sind, macht es wenig Sinn, sich den Wirkungen zuzuwenden, sondern es empfiehlt sich, sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen. Bezogen auf eines unserer Ziele, den gesunden Kapitalismus zur Entfaltung zu bringen, gilt das Motto, kümmern wir uns besser um die Ursachen, als an den Symptomen – Wirkungen – herumzudoktern. Ein Motto, dass sie vielleicht von bestimmten Ärzten gehört haben. Diese haben zu allen Zeiten auch gefragt: Was fehlt Ihnen, und nicht, was haben Sie.

Mit diesem Diagramm will ich veranschaulichen, wie Geld als Dreh- und Angelpunkt und als Mittler auf unser Leben wirkt. Mit der Qualität von richtig und gut (effektiv und effizient ) in allen sechs Kernbegriffen und in den Verbindungen untereinander, wird Geld als Mittler diese Qualität auch transportieren. Die Abweichung von der höchst möglichen Qualität in einem oder in mehreren Kernbereichen bzw. Verbindungen untereinander, werden zu einer schlechteren Qualität des Kapitalismus führen; damit unseres Gesellschaftssystems und den Start für unsere Kinder verschlechtern.