Das OekoHuman Glossar

Das Wissen der Welt in Worten - Bild: olga meier-sander / pixelio.de

Nachhaltigkeit. Gerechtigkeit. Freiheit. Wohlstand. Leistung. Gesunder Menschenverstand. Diese Begriffe entstammen den verschiedensten Bereichen des Lebens und doch vereint sie, dass wohl fast jeder Mensch ein verschiedenes Verständnis von ihnen hat. Unser ganzes Leben wird getragen von Axiomen, d.h. Annahmen im Sinne von Vermutungen und Behauptungen. Ein Axiom ist aus oekohumaner Sicht aber auch ein Begriff oder Satz, der zwar beweislos vorausgesetzt wird, den aber jeder unter bestimmten Voraussetzungen in sich erfahren kann. Um es mit Platon auszudrücken:

Ich lege meiner Untersuchung immer eine Behauptung zugrunde, die ich für besonders stark halte; und das, von dem ich dann den Eindruck habe, dass es damit in Einklang steht, nenne ich wahr; was dagegen damit nicht in Einklang zu stehen scheint, nenne ich unwahr.“

Essenz & Entfaltung

In den oekohumanen Grundlagen werden diese Axiome entfaltet, damit der Leser sie selbst erfahren und so seine blinden Flecken verringern kann. Im damit zusammenhängenden OekoHuman Glossar wird hingegen die Essenz herauskristallisiert. Denn Worte ordnen unsere Gedanken und Gefühle, lösen Muster aus, halten die Welt in einem bestimmten Kontext gefangen und verhindern ein neues Bewusstsein. Worte, die in einem neuen oder in einem erweiterten Kontext eingesetzt werden, erweitern Bewusstsein durch einen erweiterten Blickwinkel, bringen dadurch Veränderungen, die die Menschen vielleicht herbeisehnen: „Im Anfang war das Wort“, hier liegt das Geheimnis von Bewusstseinsveränderung, Verständnis, Wachstum und Wohlstand.

Viele Worte werden heute im Sprachgebrauch, in Politik, Wirtschaft und Kultur unbewusst eingesetzt, ohne dass ihre eigentlichen Bedeutungen klar sind. Hinzu kommt, dass es zahlreiche Worte gibt, die eine Entwertung erfahren haben und dadurch entweder, wenn sie benutzt werden zu Verzerrungen der Wahrheit führen oder gänzlich vermieden werden und so der Wirklichkeit ein Teil fehlt.

Deshalb ist unser Glossar für die OekoHuman-Bewegung von zentraler Bedeutung. Wir fangen an der Wurzel an und stellten relevante Worte in ihrer ganzheitlichen Bedeutung dar, um mit diesen Worten eine andere Einstellung zu schaffen und Bewusstsein zu erweitern.

Wir verweisen einerseits auf Begriffstraditionen (die wir nicht beliebig verändern können) und ergänzen andererseits unsere eigene Konnotation. Die hier erklärten Begriffe tauchen in den verschiedensten Kontexten des OekoHuman immer wieder auf und werden konsequent in diesem Sinne verwendet.

Sollten in den gängigen Wörterbüchern und Bedeutungslexika die von uns verwendeten Begriffe in unserem Sinne erklärt werden, dann verzichten wir in unserem Glossar auf eine Erläuterung bzw. fassen die Definitionen leserfreundlich zusammen und bieten Ihnen einen Link zu weiterführenden Quellen.

Einige Kernbegriffe und wichtige Begriffspaare

Achtsamkeit, Logos und Nomos, Liebe und Leidenschaft, Handel und Handlung, Sein, Körper, Geist und Seele, Leben, Gewissen, Geld, Vermögen, Reichtum, Kapital, Wohlstand, Macht, Ethik, Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kreativität, Einzigartigkeit, Erfahrung, Freiheit, Verantwortung, Schöpfung, Entwicklung, Anpassungsfähigkeit, Wirtschaft, Balance, Energie und Schwingung, Entsprechung und Analogie, Ego, Leistung und Einkommen, Resultat, Ursache und Wirkung, Relativität, Gefühl, Wort, Sinn, Begeisterung, Berührtsein, Bewusstsein, Angst, Sorge und Furcht, Weisheit und Klugheit, Resonanz, Rhythmus, Wahrheit, Gewissheit, Gesetzmäßigkeit, Wahlfreiheit, freier Wille, Gelingen, Erfolgreich, Einheit und Vielheit, Trinität, Vertrauen, gewissenhaft und blinder Fleck, Zeitqualität oder die Gunst der Stunde oder auch Kairos genannt wird, Zeitquantität, die von Uhren gemessen oder auch Chronos heißt.

Sparer als Bremser, Kreditnehmer als Beleber

Deflation und Inflation zeigen sich im Geld, aber auch im Alltag - Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Wachstum und Austausch als Lebensprinzip

Deflation und Inflation sind das Ergebnis von zwei Lebensprinzipien: Wachstum und Austausch. Diese finden wir im Leben allgemein und im Speziellen in der Art und Weise des Gesellschafts- und Wirtschaftssystems begründet. Grundsätzlich sind alle Lebewesen und damit auch der Mensch vom Austausch abhängig. Einatmen und Ausatmen ist ein natürlicher Prozess, auch in der Kommunikation und Kooperation sprechen wir vom Austausch, so auch in der Sprache, verbal und nonverbal.

Haushalten und Wirtschaften in der Familie und in der Ökonomie, im Kleinen und im Großen, ist u.a. der Austausch von Leistungen, in Form von Waren und Dienstleitungen. Um diese Art von Austausch in der Ökonomie frei zu gestalten, wurde das Geld als Mittler eingeführt (siehe: Das Wesen des Geldes). Natur und der Mensch streben nach Wachstum in jeder Beziehung, der eine geistig, ein anderer seelisch und wieder ein anderer körperlich. Der Wunsch nach Austausch und Wachstum ist jedem Atom, jedem Molekül und  jeder Zelle im Menschen und der Natur im Allgemeinen vorhanden, der antrieb ist der Überlebenswille. Deflation und Inflation sind gewissermaßen ein Messinstrument, wie weit die Balance durch Wachstum aus dem Ruder läuft. Ähnlich einem trainierenden Sportler, dem der Atem anzeigt, dass die Kondition noch nicht mit seinem Ziel übereinstimmt.

Im Folgenden stelle ich die Beispiele auf der Ebene der Ökonomie gewissermaßen in Schwarz und Weiß dar und verzichte auf die verschiedenen Grautöne, da es sonst zu komplex würde. Allerdings gelten dieselben Gesetzmäßigkeiten auch innerhalb der Grautöne.

Nun gibt es Menschen, die wollen aus ihrem Ersparten wachsen, andere wollen wachsen, indem sie Kredite aufnehmen. Die, die sparen, nehmen keine Waren aus dem Markt und die, die Kredite aufnehmen, nehmen Waren aus dem Markt, obwohl sie selbst noch keine Leistung dafür erbracht haben. So nehmen wir es hier der Einfachheit halber an. In der Regel müssen letztere allerdings ihre Leistungsbereitschaft und -fähigkeit nachweisen und bestehen die Prüfung der Bank entsprechend ihrer Kreditwürdigkeit und -fähigkeit. Akzeptiert das Kreditinstitut diese Sicherheit, dann haftet es für den gesamten Betrag beim Ausfall des Kreditnehmers.

In unserem Beispiel, das lediglich schwarz und weiß darstellt an, begnügt sich die Bank mit dem guten Namen, der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, den aktuellen Zahlen und der Prognose als Sicherheit.

1. Fazit: Der Sparer bringt seine erbrachte Leistung in Form von Geld zur Bank und verzichtet zunächst auf die Gegenleistung. Der Kreditnehmer erwirbt mit Hilfe des Kredites eine Leistung aus dem Markt, die er sich heute noch nicht leisten kann. Er glaubt allerdings fähig zu sein, seine eigene Leistung im Laufe der Zeit zu erbringen, um den Kredit inklusive der Zinsen rechtzeitig wieder zurückzuzahlen.

Der Sparer kauft und will immer in der Gegenwart wachsen, der Kreditnehmer kauft und wächst heute für ein Resultat, das in der Zukunft liegt. Der Sparer wirkt auf den Wirtschaftskreislauf bremsend und der Kreditnehmer belebend. Der Sparer geht das Risiko der Inflation ein und der Kreditnehmer das Risiko der Deflation.

Die Banken im Zusammenspiel mit den Zentralbanken haben im Kern die Aufgabe, Angebot und Nachfrage von Geld zu koordinieren. Das Angebot wird durch die Sparer hervorgerufen und die Nachfrage von den Kreditnehmern. Die Hauptaufgabe der Banken liegt in der Beachtung der Qualität. Die Kreditnehmer sind immer auf die Zukunft fixiert und glauben auch immer, dass heute der Vorteil für sie größer ist, als morgen. Dies gilt für den Konsumenten, Hauskäufer und den Unternehmer im gleichen Maße. Für unser Beispiel wenden wir uns dem Unternehmer zu.

Der Unternehmer „riecht“ gewissermaßen ein Geschäft. Wenn er überzeugt davon ist, einen Vorteil erkannt zu haben, kann ihn nur die Bank davon abhalten, diesen Vorteil auch für sich zu nutzen. Nehmen wir an, er konnte seine Bank von seiner Idee überzeugen und die Bank verlässt sich auf die seit Jahren bestehende gute Geschäftsbeziehung und den guten „Riecher“ ihres Kunden. Im Kern verlässt sich die Bank auf die Bilanzen, die Gewinn und Verlustrechnung (G + V) und Zahlen aus Gegenwart und Zukunft. Die Bilanz und die G +V stellt den Markt der Vergangenheit dar, die laufenden Zahlen den Markt der Gegenwart und die Prognosezahlen den Markt der Zukunft.

Der Unternehmer sieht in der Neuinvestition die Chance, Marktanteile dazu zu gewinnen, er schätzt die Einnahmen und Erträge höher ein, als die Ausgaben und Kosten, so dass am Ende ein Gewinn verbleibt, den er sonst nicht generiert hätte. In den Kosten sind die Zinsen für den Kredit enthalten und aus dem Gewinn wird die Tilgung aufgebracht. Steuerliche Überlegungen und staatliche Subventionen lasse ich außen vor, obwohl diese sehr entscheidende und tragende Entscheidungshilfen darstellen.

Vorausgesetzt unser Beispielsunternehmer hat die Lage richtig eingeschätzt und sich richtig an den vier Eskalationsstufen der Risikoeinschätzung orientiert, so wird er seinen Kredit inklusive der vereinbarten Zinsen in der vereinbarten Zeit zurückbezahlt haben. In diesem Fall sind Inflation und Deflation im ersten Blick in Balance.

Aus dem Gesagten ist zu erkennen, dass Inflation und Deflation immer stattfinden, beides gehört zu einem natürlichen Prozess, wie das Einatmen und Ausatmen. Es ist kein Ereignis, dass sich plötzlich und unerwartet ergibt. Es lässt sich auch erkennen, dass es sich um eine Folge oder ein Kind der Geld- bzw. Kreditschöpfung handelt. Wenn der Prozess unkontrolliert abläuft und ohne Führung sich selbst überlassen wird, dann kollabiert das System, ähnlich dem hyperventilieren bei der Atmung. Die Aufgabe der Führung und Kontrolle übernimmt in der Regel die unabhängige Zentralbank.

Im Teil 2 zur Inflation und Deflation wird es um die vier Eskalationsstufen der Risikoeinschätzung gehen. 

Vollwertkost in Kindergärten, Schulen und Universitäten

Gesundes und vollwertiges Essen für unsere Jugend! - Bild: Corinna Dumat / pixelio.de

Nachdem ich bei Merkels Zukunftsdialog für Deutschland bereits einen Vorschlag zur echten und praxisorientierten Gewaltenteilung gemacht habe, habe ich gestern einen weiteren hinzugefügt. Denn ich bin der Meinung, wir sind das unserer Jugend schuldig:

An Ganztagsschulen und anderen Bildungseinrichtungen, von den Kindertagesstätten bis hin zu den Uni-Mensen wird meist ein Essen unterster Qualität angeboten. Unterm Strich verpflegen wir damit unseren Nachwuchs mehr schlecht als recht.

Wir brauchen stattdessen eine Vollwertkost mit Qualität, die das Wort Lebensmittel zu Recht trägt. Dafür müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, sowohl politisch, als auch konkret vor Ort. Bund und Länder sollen sich gemeinsam mit den Eltern die Finanzierung teilen. Denn Qualität hat seinen Preis. Schlechte Qualität  allerdings langfristig auch, wie die Kostenexplosion im Gesundheitswesen offenbart.

Außerdem muss gesunde Ernährung Teil der Bildung werden. Die Politik ist gefragt, Aufklärung und Finanzierung zu organisieren.

Bitte stimmen Sie hier für den Vorschlag ab!

Echte & praxisorientierte Gewaltenteilung

So soll Merkels Dialog über Deutschland funktionieren (Screenshot)

Seit Anfang Februar läuft der Dialog über Deutschland von Bundeskanzlerin Merkel. Sie will von den Bürgern wissen, was ihnen wirklich wichtig ist. Noch bis zum 15. April können Sie mit abstimmen. Und ich würde mich natürlich freuen, wenn Sie Ihre Stimme (auch) für den OekoHuman Vorschlag abgeben. Klicken Sie dafür einfach unten auf den Button. Hier mein Vorschlag für Deutschland:

Deutschland bedarf einer praxisorientierten Gewaltenteilung. So sollten die Richter an Bundesverfassungsgericht und Bundesgerichtshof in erster Linie durch ihren Befähigungsgrad
und unabhängig von ihrer Parteienzugehörigkeit besetzt werden. Gleiches gilt für alle Organe der Exekutive, etwa den Polizeipräsidenten.

Judikative, Legislative und Exekutive sollten außerdem um eine ordnungspolitische Monetative (Finanzmarktaufsicht) sowie einen Weisen- oder Ethikrat ergänzt werden. Dieser Rat schöpft Einsichten aus der Praxis und wird u.a. besetzt durch Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, des BGH, der Polizei, von Vertretern der Wirtschaft, Kirchen etc.

Die fünf genannten Kräfte wirken in jedem Einzelnen, aber auch im politischen Gemeinwesen. Die derzeitige Krise offenbart ein Ungleichgewicht zwischen diesen Kräften, sie ist der Ausdruck von: es läuft etwas schief. Gleichzeitig bietet gerade die Krise die Chance, das Ungleichgewicht zu erkennen und in eine gesunde, oekohumane Balance zu bringen. Doch auch dafür braucht es einen hohen Befähigungsgrad.

Mehr Informationen über die oekohumane Vorstellung der Gewaltenteilung finden Sie unter Die fünf Kräfte in der Politik.

Die fünf Kräfte in der Politik

Die Nationalversammlung in der Paulskriche 1848, das erste demokratisch gewählte gesamtdeutsche Parlament - zeitgenössisches Gemälde von Ludwig von Elliot

In jedem Menschen sowie in jeder Organisationseinheit – sei dies nun die Familie oder ein Unternehmen oder ein Staat – wirken fünf Kräfte:

  • die Legislative,
  • die Exekutive,
  • die Judikative,
  • die Monetative, gutes Geld als Kulminationspunkt von Macht, Ethik und Fairness;
  • Weisheit und Ethik, als Gewissen im Einzelnen, als übergeordnete Instanz (z.B. Weisen- und Ethik-Rat) in Organisationen.

Diese fünf Kräfte sind unter Berücksichtigung des (ge)rechten Maßes in Balance zu halten. Im Menschen, in der Familie und im Staat, also im Kleinen, wie im Großen wirken die gleichen Kräfte, lediglich die Komplexität nimmt zu. Diese gilt es i.S. des (ge)rechten Maßes zu managen. Dabei müssen alle Kräfte sich gegenseitig kennen, d.h. jeder ist in einem Gebiet Spezialist und in den anderen vier Generalist.

Die ersten drei Kräfte sind z.B. in einer idealen Gewaltenteilung demokratischer Staaten bereits austariert. Eine gleichzeitige starke Ordnungspolitik wird auch die Monetative zu beachten haben, wie das Beispiel Bundesbank dies bereits erfolgreich umgesetzt hat. Wenn bei all dem allerdings Weisheit und Ethik unterschlagen werden, die die Sinnzusammenhänge herstellen, wird eventuell das Gewissen in alle Überlegungen viel zu spät mit einbezogen. Die Konsequenz wäre ein Chaos mit zumindest hohen „Reparaturkosten“.

In Zukunft werden wir dies hier weiter ausführen und veranschaulichen.