Was wir zusammen alles könnten

 

So soll Merkels Dialog über Deutschland funktionieren (Screenshot)

Kürzlich habe ich hier mit Bezug auf den Dokumentarfilm Inside Job behauptet, dass unser Hauptproblem ist, das die Vielen (bisher) nicht fähig sind, sich gut zu organisieren. Die Wenigen hingegen haben ein gutes Netzwerk, um alle anderen auszurauben. Um meine These einmal zu testen, habe ich mich bei Angela Merkels Zukunftsdialog (wo ich auch zwei Vorschläge zur Vollwertkost an Schulen sowie zur Gewaltenteilung machte) etwas umgesehen. Ein dort sehr beliebtes Thema ist das Grundeinkommen in verschiedenen Varianten.

Wer heute (13. März 2012, 17 Uhr) danach sucht, findet ganze 190 Vorschläge, die zum Stichwort Grundeinkommen passen. Im Titel tragen es immerhin noch 87 Vorschläge. Die meisten davon dümpeln mit wenigen Stimmen im ein- oder zweistelligen Bereich vor sich hin, der beste hat immerhin über 35.000. Natürlich gibt es kleinere und manchmal auch größere Unterschiede zwischen den konkreten Vorschlägen zum Grundeinkommen, nicht jeder fordert beispielsweise, dass es bedingungslos sein soll (warum ein Einkommen nicht bedingungslos sein kann, habe ich bereits ausgeführt).

Dennoch zeigt sich hier das oben behauptete Problem in aller Deutlichkeit: anstatt zusammen zu arbeiten und alle für einen Vorschlag zu stimmen, damit er unter die ersten zehn kommt und von der Bundeskanzlerin behandelt werden muss, kocht jeder sein eigenes Süppchen. Zum Teil, aber wirklich nur zum Teil kann man das mit der miserablen Suchfunktion der Zukunftsdialogs-Webseite begründen, denn dort ist ein Sortieren der Suchergebnisse nach meisten Stimmen nicht möglich und der Vorschlag mit den meisten Stimmen erscheint unsinniger Weise auf der letzten Seite. Allerdings findet man den Vorschlag ja problemlos über die normale Sortierfunktion unter den am besten bewerteten im Bereich Wovon wollen wir leben?

Angenommen, nur die 87 Vorschläge, die das Grundeinkommen bereits im Titel tragen, hätten durchschnittlich 20 Stimmen, dann wären das bei ein bisschen Koordination und Zusammenarbeit 1.700 mehr gewesen für den am besten bewerteten Vorschlag. Bei durchschnittlich 30 Stimmen wären es schon 2.600 Stimmen, usw. usw.[ref]Darüber hinaus muss man von einem exponentiellen Stimmenzuwachs ausgehen, da der entsprechend unterstützte Vorschlag dann auf der ersten Seite erscheinen und entsprechend höheres Interesse hervorrufen würde.[/ref] Wir können also sehen, dass selbst das Vergeben der eigenen Stimme – denn nichts anderes passiert beim Zukunftsdialog – bei uns Vielen nicht gut organisiert ist. Das ist schade, denn die Wenigen können sich dann weiter über uns lustig machen…

Wer übrigens der Meinung ist, ein bedingungsloses Grundeinkommen unbedingt unterstützen zu wollen, findet hier den Vorschlag mit den meisten Stimmen. Irgendwer muss ja anfangen mit dem Organisieren…

Geben Sie jetzt dem OekoHuman Ihre Stimme! Wie das geht und was wir damit machen, erfahren Sie hier.

Kleiner Nachtrag (15. März 2012): mittlerweile habe ich auch rausgefunden, dass der am zweitbesten bewertete Vorschlag für ein Grundeinkommen auch immerhin 28.000 Stimmen erhalten hat. Allein die Kombination der beiden besten Vorschläge würde sie zusammen auf den dritten Platz aller Vorschläge katapultieren… Und weil wir gerade dabei sind, hier noch ein wirklich guter Vorschlag zu echtem Geld der wirklich Unterstützung verdient.

Die Schulden der USA – und der ganzen Welt

Vor einigen Tagen entdeckte ich ein interessantes Projekt im Netz, das mir wieder einmal bestätigte, dass eigentlich (nahezu) alle Informationen schon vorhanden sind und wir diese nur noch zusammenfügen müssen (wofür diese Webseite ja unter anderem dienen soll).

Jedenfalls habe ich mir diese US National Debt Clock angesehen, also die offiziellen Schuldenzahlen der USA, getrennt nach öffentlichen und privaten Schulden. Wie zu erwarten, rasen die Zahlen ganz schön. Wenn man mit dem Maus-Cursor über die einzelnen Anzeigen geht, erhält man oben in der Infobox Details zur Bedeutung der Zahlen und die Quelle.

Leider sind für die anderen Länder, also z.B. auch Deutschlands Schulden keine solchen Aufschlüsselungen einsehbar, immerhin aber prozentuale Übersichten der Schulden am Bruttoinlandsprodukt (Gross Domestic Product, GDP). Mehr zum Verhältnis von Schulden zum Bruttoinlandsprodukt (debt-to-GDP-ratio) findet sich beispielsweise bei Wikipedia.

Aktuell ist dazu auch interessant der Spiegel Artikel: „Währungsunion: Die Euro-Krise kommt mit Wucht zurück“.