Mythos: Sünde – Schuld – Scham – Sühne, die vier starken Manipulatoren in den Religionen

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Sünde – Schuld – Scham – Sühne Sind innere Impulse des Gewissen.
Gewissen ist immer persönlich!

Jede Handlung des Menschen ist im objektiven Sinne gut, wenn sie seinem Gewissen (Selbst-Verständnis) entsprechend vollbracht wird.
Jede Handlung über die der Mensch später „Reue“ empfindet. Sie ist gegen sich selbst gerichtet, wird von „Gewissenbissen” begleitet und bedarf einer inneren Korrektur – Sühne. Somit wird die stille Lüge zur Herausforderung des Gewissens, denn wenn der Mnesch lügt, weiß er es als ERSTER.
Gewissen ist eine innere Wachstum-Alchemie-Instanz, die Transformation- und Wesensveränderung-Potential des Menschen andeutet.

Stichworte zum Wachstum- und Alchemie-Potential.
GÜTEFülleNeugierQuantitätPartkdolg-Pflicht (Duty) KAIZENschöpferischer ZerstörungNiveauQualitätSchöpfungInnovation – ewige Steigerung von GÜTE, die ReEvolution ermöglicht. GewißheitGewissenhaftGewissensbisse sind natürliche Instanzen, die in der Lage sind, Gewissen im Niveau und Qualität durch Bewußtsein zu steigern und Horizont zu erweitern.
Voraussetzung ist Anstrengung, um destruktive Widerstände zu überwinden und durch konstruktives Leiden – einem Profi gleich, zu seiner Talent-Bestimmung zu gelangen.

Krieg der Spermien. Warum wir lieben und leiden, uns verbinden,trennen und betrügen.

Warum befällt uns in einer durchaus glücklichen Beziehung manchmal ein fast unwiderstehlicher Drang zur Untreue? Warum geben Männer bei jedem Geschlechtsverkehr so viel Spermien von sich, daß damit die Bevölkerung der Vereinigten Staaten mehr als zweimal befruchtet werden könnte? Warum haben wir so oft Lust auf Sex, wo wir doch in den meisten Fällen gar keine Kinder wünschen? Und warum ist der richtige Zeitpunkt, eine Empfängnis herbeizuführen – oder eben nicht –, so schwer zu bestimmen?
Gemessen an den sieben Kindern, die ein Mann im Weltdurchschnitt im Leben zeugt, treiben die Körper – und die Seelen – der Menschen einen monströs übertriebenen Aufwand für ihr Sexualleben, der mit Vernunft ohnehin nicht zu erklären ist. Stattdessen führt Robin Baker, Evolutionsbiologe an der Universität Manchester, evolutionäre Kräfte als Ursachen an. Damit steht er keineswegs allein; aber die Ausschließlichkeit, die er diesen Ursachen zuschreibt, ist schon außergewöhnlich: Unser Liebesleben gehorche „in allen seinen prosaischen, peinlichen, lustvollen, riskanten, kriminellen, amoralischen und exotischen Formen bestimmten Grundregeln“, mit denen unsere Körper uralte Ziele verfolgten.
Der Mensch bedient sich in den allermeisten Fällen einer festen Dauerbeziehung als Fortpflanzungskonzept. Andere Formen des Sexualverhaltens sind hochriskante Alternativstrategien, können jedoch nach Bakers These, richtig angewandt, sehr erfolgreich sein.
Für eine Frau wäre ein Seitensprung innerhalb einer Dauerbeziehung fortpflanzungstechnisch ein sehr cleverer Schritt, wenn ihr Lebensgefährte ihr große Sicherheit für eine Familiengründung bietet, ihr Liebhaber jedoch vielleicht die attraktiveren Gene hat. Sie wird nun, so Baker, die Gene der in Frage kommenden Männer im Hinblick auf ihre Durchsetzungsfähigkeit auf Probe stellen wollen. Durch einen Seitensprung könnte sie erreichen, daß die Spermien beider Männer gleichzeitig in ihrem Genitaltrakt vorhanden sind. Diese müßten sich dann ein regelrechtes Gefecht um die Befruchtung der Eizelle liefern – einen Spermienkrieg. Ihr Dauerpartner wiederum möchte sicher sein, daß er der Vater ist. Er kennt aber den genauen Zeitpunkt ihrer Fruchtbarkeit ebensowenig wie sie selbst, und das macht eine effiziente Überwachung unmöglich. Unter diesen Umständen ist Routinesex noch die beste Strategie, den eigenen Spermien wenigstens die Überzahl im Krieg zu verschaffen.
Baker begeht nicht den naiven Fehler, den Beteiligten bewußte Motive dieser Art zu unterstellen. Und selbstverständlich sei der Seitensprung nicht als eine allgemein verbreitete Fortpflanzungsstrategie der Frau anzusehen. Dennoch, so behauptet er, „drehen sich all unsere sexuellen Einstellungen, Emotionen, Reaktionen und Verhaltensweisen um den Spermienkrieg, und das gesamte menschliche Sexualverhalten kann aus dieser Sicht umgedeutet werden“.
Jede der 37 Szenen dieses Buches erzählt – explizit bis an den Rand der Pornographie – eine bestimmte Art sexuellen Verhaltens, die im Anschluß interpretiert wird. Ob Routinesex, Masturbation, Untreue, Bisexualität, Prostitution, Gruppensex oder Vergewaltigung – alles führt er auf das Szenario eines tatsächlichen oder möglichen Serbienkrieges zurück.
Baker geht so weit, auszurechnen, daß ein Mann seinen Genen einen evolutionären Vorteil verschafft, wenn er sich an einer Gruppenvergewaltigung beteiligt – vorausgesetzt, es sind nicht mehr als vier Vergewaltiger auf einmal. Anderenfalls wäre der auf ihn entfallende Teil der Fortpflanzungschance so gering, daß es den Aufwand nicht lohnt. Und siehe da: Gruppenvergewaltigungen mit mehr als der vierfachen Überzahl an Männern kommen praktisch nicht vor. Baker ist sich bewußt, daß solche Überlegungen als Rechtfertigung kriminellen Verhaltens mißverstanden werden können; es gehe ihm jedoch darum, solches Verhalten – in einem ersten Schritt in der Auseinandersetzung – zu verstehen.
Zahlreiche Fragen drängen sich auf. Wenn die vielen diffizilen Facetten unserer Sexualität so völlig aus ihrer reproduktiven Funktion zu erklären sind, wie kann dann zum Beispiel unsere Erziehung oder unser persönliches Wollen überhaupt unser Sexualverhalten wesentlich beeinflussen? Was ist mit den zahlreichen kulturgeschichtlich entstandenen Funktionen der Sexualität, die von der Reproduktion völlig abgekoppelt sind? Viele Sexual- und Verhaltensforscher messen dem Konzept der sperm competition nur geringe Bedeutung zu.
„Krieg der Spermien“ ist jedoch ein populärwissenschaftliches Buch im schlechten Sinne. Wer sehen möchte, worauf sich Bakers Behauptungen gründen, muß das von ihm und seinem Kollegen Mark Bellis 1995 herausgegebene Werk „Human Sperm Competition: Copulation, Masturbation and Infidelity“ lesen. Mit diesem Hinweis im Vorwort enthält Baker seinen Lesern jegliche Begründung für seine Thesen vor – angesichts ihrer Kontroversität ein Hohn.
Ziel dieses Buches ist es, zu erklären, „warum manche mit bestimmten sexuellen Strategien größeren Fortpflanzungserfolg haben als andere mit anderen Strategien“. Nun gibt es seit jüngster Zeit ganz neue Strategien: Vaterschaftstests nehmen den Frauen die Möglichkeit, Männer über die Frage ihrer Vaterschaft im unklaren zu lassen, Sozialfürsorge verhilft ihnen zu größerer Unabhängigkeit von langfristigen Beziehungen. Was wird dabei aus dem Spermienkrieg?
Das werden wohl erst unsere Nachfahren von den Evolutionsbiologen des nächsten Jahrtausends erfahren – vorausgesetzt natürlich, wir wählen die richtigen Fortpflanzungsstrategien. Aber bis dahin wird der Name Robin Baker wohl in Vergessenheit geraten sein – aus dem Englischen von Friedrich Griese. Limes, München l997. 444 Seiten – Nicole Szlezák.

Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet.

1. Überblick und aktuelle Diskussion.

Als Scham wird allgemein das selbstmindernde Gefühl des Verfehlens eines Ich-Ideals, der unangemessenen Entblößung der Intimsphäre oder der (vermeinten) Herabwürdigung durch andere verstanden, als Schande die soziale Situation der Degradierung, des Ehr- und Statusverlustes. Der in Beziehung zu „bedeutenden anderen“ herausgebildete, selbstbezügliche Affekt der Scham ist für den Erwerb sozial erfolgreicher Verhaltensweisen notwendig, fördert aber auch Anpassung an gesellschaftliche Normen, Konventionen und Konformität mit ihnen. Beschämung dient in nahezu allen Kulturen der Sanktionierung abweichenden Verhaltens (vgl. Neckel). Was in einer Kultur als beschämend gilt, steht somit in unmittelbarem Bezug zu ihrem jeweiligen Ethos.

Dies wird auch in den alttestamentlichen Überlieferungen sichtbar; allerdings wird hier zwischen dem Gefühl der Scham und der Situation der Schande nicht in ähnlicher Weise unterschieden wie in heutiger westlicher Kultur, was bereits am semantischen Inventar des Biblischen Hebräisch für das Wortfeld Scham / Schande abzulesen ist (s.u. 2.). Entsprechend wird im Folgenden meist das Begriffspaar Scham / Schande gebraucht, als dessen, wenn auch nicht symmetrisches, Antonym der Begriff der → Ehre bzw. der Anerkennung gilt.

Die Bedeutung von Scham / Schande für die gemeinschafts- und familienorientierten Menschen des alten Israel wird immer noch häufig unterschätzt (Keel 2007, 825). Dennoch wurde insbesondere in der englischsprachigen Forschung in jüngerer Zeit häufig vertreten, dass es sich beim alten Israel um eine mediterrane „Schamkultur“ im Unterschied zu westlichen „Schuldkulturen“ (zur Unterscheidung: Benedict) handelt (Plevnik; vgl. Peristiany / Pitt-Rivers 1974; dies. 1992; Malina; Rabichev u.a.; vgl. die Forschungsüberblicke bei Nojima, 15-246; Crook, 591-597). Diese Unterscheidung wurde inzwischen jedoch vielfach kritisiert (vgl. etwa Giordano) und darf nicht pauschal als hermeneutischer Schlüssel für die Überlieferungen des alten Israel eingesetzt werden. So wurde auch bei Annahme einer mediterranen Schamkultur für den griechischen Kulturraum von Homer bis in die hellenistische Zeit bereits die Veränderlichkeit der Auffassung von Ehre und Scham / Schande herausgearbeitet (Dodds; zur Weiterführung und Kritik an Dodds s. Nojima, 148-167).

Eher selten weisen die alttestamentlichen Überlieferungen konkrete Analogien zum unterstellten allgemein-mediterranen Ehrenkodex des unbedingten Schutzes der durch sexuelle Reinheit symbolisierten, für den Ruf der Familie ausschlaggebenden weiblichen Ehre auf (z.B. Gen 34; 2Sam 13; Dtn 22,13-21; zur Einbettung von Dtn 22,13-22 in altorientalischer Rechtskultur Locher). Manche Texte lassen eher Abweichendes erkennen: Das sexuell recht selbstständige Verhalten der Frau im Hohenlied wird keineswegs als beschämend gebrandmarkt (vgl. Bergant; zur Kritik allgemein Stiebert 2002, 166f.; Grund 2008, 115f.). Häufiger treibt die Schmach der Kinderlosigkeit (→ Sohn / Tochter) weibliche Protagonisten zum Handeln (Gen 16; Gen 30; 1Sam 1; vgl. Jes 4,1; Jes 54,1; Jer 15,5-9; vgl. zur Schmach der Witwenschaft Jes 54,4). Wie in vielen Kulturen, so treten auch im alten Israel, anders als für Männer, für Frauen die Möglichkeiten der Erlangung von Ehre deutlich zurück gegenüber der Notwendigkeit der Vermeidung von Schande.

Insgesamt dominieren in den kanonischen Texten theologische und ethische Bewertungskriterien, was als schändlich gilt: Dass sie nicht beschämt werden sollen, wird ganz Israel bzw. denen zugesagt, die → JHWH vertrauen (Ps 22,6; Ps 25,3; Ps 37,19), die seine Gebote halten (Ps 119,6.31.80.116), Beschämung dagegen einem von JHWH abgekehrten Israel (s.u. 3.3.), den Feinden Israels, den Verehrern anderer Götter (Ps 97,7) sowie den Feinden des betenden Ich in den → Psalmen (s.u. 3.4.). Scham, Schuld und Sünde sind zwar klar unterschieden, liegen in dieser theologischen Perspektive jedoch enger zusammen, als dass sie Gegensätze wären (vgl. hierzu auch van Grol). Besonders die Weisheitsliteratur benennt vielfach explizit, was als schändlich gilt: Törichtes zu äußern (Spr 18,13; Spr 25,8; Hi 11,3; Hi 19,3), Treulosigkeit (Hi 6,20), Faulheit und Fehlverhalten gegenüber den Eltern (Spr 10,5; Spr 12,4; Spr 19,26); sie beschreibt auf diese Weise das Gegenteil des idealen weisheitlichen Ethos. Die Ehrenhaftigkeit der Demut weicht hierbei von bekannten mediterranen Ehre- / Scham-Konzepten ab (vgl. Domeris), die unbedingte Vermeidung von Schande für die Familie hingegen entspricht ihr; sie führt zur Internalisierung erwünschten Verhaltens (Stiebert, 2004).

2. Wortbedeutung und Äquivalente in der Umwelt.

Die biblisch-hebräischen Hauptbegriffe des Wortfelds Scham / Schande bezeichnen meist sowohl die subjektive Scham als auch die soziale Beschämung (vgl. noch immer Klopfenstein). Im Einzelnen sind dies Derivate der folgenden hebräischen Verben:

1) בושׁ bôš Qal „sich schämen müssen / zuschanden werden“. Die Wurzel ist mit akkadisch bâšum (AHw: „beschämt / zuschanden werden“) verwandt (vgl. Seebaß); die → Septuaginta (LXX) übersetzt בושׁ bôš vorwiegend mit αἰσχύνειν aischynein, seltener mit καταἰσχύνειν kataischynein.

2) חפר ḥpr II Qal „sich schämen / beschämt sein“; die Etymologie ist fraglich. LXX wählt als Übersetzung meist ἐντρέπειν entrepein, selten αἰσχύνειν aischynein oder ὀνειδίζειν oneidizein (vgl. Gamberoni, 116f).

3) כלם klm Nif. 1. „gekränkt / beschimpft sein“, 2. „sich beschimpft fühlen / sich schämen“, 3. „zuschanden werden“. Mit כלם klm ist akkadisch kullumu „sehen lassen / zeigen“ verwandt, die Wurzel ist auch in weiteren semitischen Sprachen belegt. LXX übersetzt auch כלם klm meist mit ἐντρέπειν entrepein, seltener mit ὀνειδίζειν oneidizein oder αἰσχύνειν aischynein und dessen Komposita (vgl. Wagner).

4) קלה qlh II. Nif. „verächtlich sein / werden“; das Verb wird als Nebenform von קלל qll „verachtet sein / werden“ angesehen und in LXX in der Regel mit ἀτιμάζειν atimazein und Derivaten übersetzt (vgl. Marböck).

5) חרף ḥrp „schmähen“. Das Verb bedeutet in einigen verwandten semitischen Sprachen „scharf sein“ oder auch „reizen / anstacheln“. LXX bevorzugt bei der Übersetzung ὀνειδίςειν oneidizein (vgl. Kutsch).

Übergreifende Studien zur Bedeutung von Scham / Schande in den Umweltkulturen Israels stehen noch aus; im mesopotamischen Bereich spricht allerdings die von altbabylonischer vielleicht sogar altakkadischer, bis in neubabylonische Zeit belegte Verbreitung von Personennamen wie dSin-a-ia-ba-aš „Sin, lass mich nicht zuschanden werden“ o.ä. (vgl. Seebaß, 569f.) für die große Bedeutung, die der Wunsch, von Scham / Schande verschont zu bleiben, in der persönlichen Frömmigkeit spielte.

3. Scham und Schande in den alttestamentlichen Überlieferungen

Scham und Schande werden in einigen Teilen der alttestamentlichen Überlieferung kaum explizit thematisiert, und wo, dann auf recht unterschiedliche Weise. Diese Schwerpunkte der Thematisierung sind je für sich zu behandeln.

3.1. Pentateuch

In der Erzählung vom sogenannten → Sündenfall Gen 3 ist die anfängliche Entdeckung von Scham ein oft vernachlässigtes Thema (Grund 2008; Crüsemann), das in Gen 2,25 eingeführt wird. Scham wird hier bis heute – in Fortführung der Sexualisierung von Gen 3 in seiner Rezeptionsgeschichte – samt der Erkenntnis von Gut und Böse oft noch als unlöslich von der Entdeckung der Geschlechtlichkeit angesehen (Klopfenstein 31-33.48; Michel 102ff.; Rottzoll 486ff). Doch bevor Scham, Erkenntnis und Übertretung ins Blickfeld geraten, ist in Gen 2,21-24 schon die geschlechtliche Zusammengehörigkeit von Mann und Frau thematisiert; auch dringt Scham in das Gottesverhältnis ein (Gen 3,7), so dass der Akzent keineswegs auf der Verbindung von Sexualität und Scham liegt (Hartenstein; Grund 2008; Bauks; Biddle; Crüsemann). Auch ist Scham nicht Symptom oder Folge des Sünden- bzw. Schuldbewusstseins (so jedoch Dohmen 174ff.), sondern eine Mitgift der (zur relativen Gottähnlichkeit des Menschen führenden: Gen 3,22; vgl.) Erkenntnis von Gut und Böse: Mit ihr geht sie einher (Gen 3,7), der → Baum der Erkenntnis bewirkt Schamgefühl (Gen 3,11). Furcht und Flucht vor Gott sind nach Gen 3,10 nicht durch die Übertretung, sondern durch die schamvoll erfahrene Nacktheit motiviert (Grund; Bauks; zu positiven Aspekten von Scham vgl. auch Zef 3,5).

Mehrere Erzählungen des Pentateuchs gelten dem Thema Beschämung und Wiederherstellung verletzter Ehre durch → Rache. Die durch Vergewaltigung durch → Sichem geschändete → Dina wird in Gen 34 durch Jakobs Söhne unter Instrumentalisierung der → Beschneidung für einen Hinterhalt blutrünstig gerächt. Außer der Schande für die Jakob-Sippe (vgl. Gen 34,27.31) stellt sich als Motiv hierfür aber auch das Bündnis- und Exogamieverbot mit Kanaanäern dar (vgl. Dtn 7,3). Die Leerstelle der fehlenden Beachtung der vergewaltigten Dina wird in der feministischen Exegese viel diskutiert. In den weiteren Erzähltexten des Pentateuchs werden Scham und Schande nur selten thematisiert; doch auch bei → Mirjams Auflehnung gegen die Autorität des Mose, die mit Aussatz bestraft wird (Num 12,1-16), geht es erneut um die Beschämung einer Frau.

3.2. David-Erzählkränze

Im Kanonteil „Vordere Propheten“ (→ Kanon) werden Scham / Schande kaum explizit thematisiert, mit Ausnahme der David-Erzählkränze, in denen sich Scham / Schande-Konflikterzählungen geradezu häufen. 2Sam 13 erzählt die Vergewaltigung der David-Tochter → Tamar durch ihren Halbbruder, den Thronanwärter → Amnon, der sie danach nicht zur Frau nimmt (vgl. Dtn 22,13-17) und dadurch ihr Leben zerstört. Die Erzählung stellt ihre Unschuld und ihr rhetorisches Geschick (2Sam 13,12) heraus; doch kann ihr Status der Ausgeschlossenen offenbar nicht aufgehoben werden. Durch ihren Bruder → Absalom wird sie später durch eine Hinterlist gerächt. Andere Scham / Schande-Konflikterzählungen werden ohne Rache gelöst, etwa 1Sam 25: Die Ehrverletzung durch den reichen Herdenbesitzer → Nabal, der David um den Lohn für den – auch nicht erbetenen – Schutz seiner Herden prellt, müsste David durch Rache wiederherstellen, würde dadurch aber → Blutschuld auf sich laden. Das Dilemma wird gelöst einerseits durch die Intervention der Frau Nabals, → Abigail, und durch die nachfolgende, auf JHWH zurückgeführte tödliche Krankheit Nabals, mit der die böse Tat auf sein Haupt zurückkommt. Mehrfach wird beschämendes Verhalten Davids erzählerisch verhandelt (s. hierzu Stansell): Bei der Überführung der → Lade (→ Ladeerzählung) spöttelt die Tochter Sauls und Frau Davids → Michal über den vor der Lade tanzenden und vermeintlich aus der Rolle fallenden König → David, was ihr schmähliche Kinderlosigkeit einbringt (2Sam 6,20-23). Davids Trauer über seinen Sohn → Absalom (2Sam 19) bringt ihm den Vorwurf der Beschämung seines treuen Heeres ein. Auch die Schändung einer Gesandtschaft Davids durch die Ammoniter (2Sam 10,1-5) bedeutet einen Ehrverlust Davids, der mit seiner Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen zum Ammoniterkönig Nahasch scheitert.

3.3. Prophetie

Bereits in der „klassischen Prophetie“ werden Scham und Schande mit typischen Inhalten prophetischer Verkündigung verbunden: Mit der verfehlten Außen- und Bündnispolitik (Jes 30,1-5), militärischen Niederlagen (Hos 10,6), falscher JHWH-Verehrung und Hinwendung zu anderen Göttern (Hos 4,18; Jes 1,29), Ablehnung der Propheten JHWHs (Hos 9,10) und → falscher Prophetie (Mi 3,7) werde sich Israel blamieren. Vor allem bei den großen Exilspropheten → Jeremia und → Ezechiel häuft sich das Vorkommen des zunehmend dramatisierten Themas (vgl. Stiebert 2002): Sie kündigen Israel Beschämung an (Jer 2,26-37; Jer 3,24-25; Jer 6,15; Jer 8,9.12; Jer 9,18; Jer 10,14; Jer 23,40; Ez 7,18; Ez 16,36-52.61-63; Ez 43,10-11) und werfen ihm Schamlosigkeit vor (Jer 3,3; Jer 6,15; Jer 8,12; vgl. Ez 16,27). Das beginnende Unheil lässt Israel tatsächlich beschämt dastehen (Jer 14,3-4, vgl. Jo 1,11). Dabei wird das Bild JHWHs als in seiner Ehre verletzter, rach- und eifersüchtiger Ehemann und Israels als untreuer Ehefrau aus Hos 1-3 (vgl. v.a. Hos 2,7; → Hosea) mit seinen problematischen Gender-Klischees in Ez 16 weiter ausgemalt (vgl. Odell; Stiebert 2000, 267-271). Die Schmach des Exils (→ Exil; Jer 24,9; Klgl 5,1) wird durch die schmähenden Nachbarvölker noch verschärft (Jer 51,51). Während in Ez 16,61-63 auch JHWHs großmütige Vergebung Israel nur noch weiter beschämen soll, ermöglicht Scham nach Ez 36,31-32; Ez 43,10-11 eine Distanzierung vom früheren Verhalten (vgl. Poser, 517-541), und nach Jer 31,15-22 kehrt Ephraim unter Reue (→ Umkehr) und Scham zu JHWH um. Mit der Aussicht auf Heimkehr bei → Deuterojesaja begegnet das Thema nur noch in der Ankündigung der Freiheit Israels von Scham (Jes 49,23; Jes 54,4; vgl. Jo 2,26-27; Jes 25,8) und der Beschämung der Feinde Israels und JHWHs (Jes 41,11; Jes 45,24 vgl. Jes 29,22; Jes 65,13; Jer 50,12) und der Kultbildverehrer (Jes 42,17; Jes 44,9.11; Jes 45,16; vgl. Jer 51,17.47; s. Dille). Auch in prophetischen Texten haben Schmach und Scham, ohne dass von physischem Tod die Rede ist, durchaus einen vernichtenden Charakter (vgl. im Kontext der dualisierten Auferstehungsvorstellung Dan 12,1-3).

3.4. Psalmen

Das Ringen um die Wiedererlangung verletzter Integrität kommt besonders in den → Psalmen zur Darstellung (Keel 1969, v.a. 162-164; Tucker, 465-480; Stiebert 2007, v.a. 807-817; Nojima, 303-335; Grund 2012, 179-192). Dabei ist oft das Schema: Beschämung – Wunsch nach Vergeltung – Vergeltungsverzicht zugunsten JHWHs zu erkennen. Andererseits folgt die Verarbeitung von Beschämung gattungstypischen Grundmustern: Innerhalb der Feindklage (→ Feinde, Feindsymbolik) der Klagelieder des Einzelnen (→ Klage) beklagt das betende Ich (neben anderen schädigenden Handlungsweisen der Feinde), dass sie es beschämen, verhöhnen u.a. (vgl. Ps 42,11; Ps 55,13; Ps 57,4; Ps 102,9; sowie Klgl 3,61; Klgl 5,1). Nicht selten schlägt die in der Feindklage erfahrene Erniedrigung um in Feindschädigungsbitten, oft mit dem Wunsch, dass nun auch die Spötter der gleichen Schmähung ausgeliefert werden (vgl. Ps 35,25-26; Ps 40,15-16 par Ps 70,3-4; Ps 86,17; Ps 109,28; vgl. Ps 83,17-18; Ps 119,78; Ps 129,5 sowie Jer 17,18; Jer 20,11; → Rache). Als Gewissheit wird dies mehrfach zum Ausgang von Klageliedern des Einzelnen formuliert (Ps 6,11; Ps 71,24). Aber auch ohne konkreten Anlass sind die Bitte um Bewahrung vor Beschämung und Schande (Ps 25,2.20; Ps 31,2.18; Ps 71,1; Ps 74,21; Ps 119,31.116) und die Gewissheit, nicht beschämt zu werden (Ps 22,6; Ps 25,3; Ps 37,19; Ps 119,31.46), ein häufiger Topos der Individualpsalmen. Vor allem in den Psalmen häufen sich Metaphern der Bekleidung mit Scham / Schande (Ps 35,26; Ps 71,13; Ps 109,29; Ps 132,18; vgl. Hi 8,22; Ps 89,46), die, obwohl Bekleidung die Person vor leiblicher Körperscham bewahren soll, paradoxerweise die Enthüllung des entehrten Status vor den anderen hervorhebt (Ps 44,16; vgl. Ps 69,8). Auch außerhalb der Psalmen begegnet oft die Metapher von der Scham / Schande des Angesichts (Jer 7,19; Jer 51,51; Ez 7,18; 2Chr 32,21; Esr 9,7; Dan 9,7-8), die das Gesicht als leiblichen Ort der Scham zeigt.

3.5. Jesus Sirach

Das Buch → Jesus Sirach bildet einen weiteren Schwerpunkt der Thematisierung von Scham und Schande (zur hebräischen und griechischen Terminologie s. v.a. Krammer, 171-183; Egger-Wenzel, 38): Anknüpfend an frühere Weisheitsliteratur bietet es explizite Unterweisung zur Vermeidung von Schande, insbesondere in Sir 41,14-42,8 [Lutherbibel: Sir 41,17-42,8] (dazu v.a. Reymond). Für den Bereich der Freundschaft werden die positiven Aspekte der Scham / Schamhaftigkeit bzw. des Taktgefühls hervorgehoben (Krammer). Im Unterschied zum Tenor der Überlieferungen des späteren masoretischen Kanons dominieren hier jedoch für den mediterranen Raum charakteristische Verknüpfungen von Ehre, Scham und Schande mit der Geschlechterordnung (Camp 1997a; Egger-Wenzel): Übertreten Frauen „schändlich“ ihre eng gesteckten Rollengrenzen, ist auch die männliche Ehre bedroht. Die Differenz zu den Büchern des späteren masoretischen Kanons und die Intensivierung der Beschäftigung mit Ehrbarem und Schändlichem kann auf die Auseinandersetzung mit hellenistischem Einfluss zurückgeführt werden (DeSilva).

4. Ausblick: Zu Scham und Schande in der rabbinischen Literatur

In der rabbinischen Literatur wird mit besonderer Intensität die Bedeutung der Verletzung der Person durch Beschämung diskutiert (s. hierzu Wurmser, 74-80). Paradigmatisch hierfür ist Talmud-Traktat Baba Mezia 58b, wo das Vernichtungspotential öffentlicher Beschämung als Blutvergießen gebrandmarkt wird, mit einer pointierten Deutung der leiblichen Dimension der Scham, des Erbleichens: „Jeder der das Gesicht eines Gefährten vor den Vielen erbleichen läßt, ist, als ob er Blut vergießt […] ich habe es nämlich gesehen, wie die Röte geht und die Blässe kommt.“ In der Gemara zur Stelle heißt es dann: „Verletzung durch Worte ist ein größeres [Verbrechen] als Betrug durch Geld. Es ist besser, ein Mensch werfe sich in den Feuerofen, als daß er öffentlich seinen Nächsten beschämt.“ Die Verletzung des Antlitzes des anderen übertrifft weit die seines materiellen Guts. Bereits im dazugehörigen Mischna-Traktat wird die Übervorteilung im materiellen Tausch mit der Verletzung der Person verglichen: „Wie es eine Rechtsverletzung (Ona’ah) beim Kaufen und Verkaufen gibt, so gibt es eine Verletzung durch Worte (Ona’ah bidvarim). […] Wenn jemand etwas Vergangenes bereut, soll man ihm nicht sagen: Erinnere dich deiner früheren Taten“ (Mischna Exodus 22,20).

Rabbi Löw von Prag (16. Jh.) wiederum argumentiert in Netivot Olam XII schöpfungstheologisch: „Wer öffentlich einen Mitmenschen beschimpft, begibt sich des ewigen Lebens: eine öffentliche Beleidigung ist die Entheiligung der Ebenbildlichkeit Gottes, nach der ein jeglicher Mensch geschaffen ist […] Darum ist die Kränkung eines einzelnen Menschen eine Herabwürdigung der ganzen Menschheit.“ Damit schließen die ethischen Reflexionen der Rabbinen an den Schutz jedes Menschen um der Gottesbildlichkeit willen (Gen 1,26-28; Gen 9,6) und an die ihm von Gott verliehene Ehre (Ps 8,5f) sowie an Überzeugungen der Spruchweisheit (Spr 14,31; Spr 17,5) an.


Zu diesem Thema ein Artikel, für unsere Leser ausgewählt, damit Sie vergleichen können.

Thomas Schirrmacher: Scham oder Schuldgefühl?
Vorwort von Prof. Dr. Ulrich EibachProfessor für Systematische Theologie, Bonn, den 26. Mai 2005.

Die Theologie – so stellt Thomas Schirrmacher zu Recht fest –hat den Unterschied zwischen primär schamorientierten undprimär schuldorientierten Kulturen bisher kaum zureichendeAufmerksamkeit geschenkt. In der neuprotestantischenTheologie und Ethik hängt das nicht zuletzt mit der Orientie-rung am Philosophen Immanuel Kant zusammen, in dessen ander Vernunft und der von ihr erkannten sittlichen Normenorientierten Ethik Gefühle keinen Platz haben. Lediglich phä-nomenologisch orientierte Philosophen wie Max Scheler undPaul Ricoeur haben sich näher mit der Scham befasst. Sicherhängt die Konzentration der Theologie auf die Schuldthematikauch mit der einseitigen Betonung der Schuld in der abend-ländischen, vor allem der mittelalterlichen Theologie zusam-men.In der Entwicklungspsychologie ist die Bedeutung derScham in der kindlichen Entwicklung wie auch dem Lebenvon Erwachsenen vor allem seit Sigmund Freud gesehen undherausgestellt worden. Mitbedingt durch diese psychologischeSicht haben Kulturanthropologen die Unterschiede zwischenprimär schamorientierten und primär schuldorientiertenKulturen und Religionen herausgestellt. Da die überwiegendeZahl der Kulturen in Asien, Afrika, Lateinamerika primärschamorientiert sind, sind auch christliche Missionare auf dieProblematik gestoßen. Gerade die von der abendländischenTradition geprägten Missionare evangelikal orientierter Missi-onsgesellschaften mussten sich fragen, wie sie eine primärschuldorientierte christliche Botschaft in den primär schamo-rientierten Kulturen vermitteln konnten. Diese führte auch zuder Frage, ob die biblische Botschaft wirklich so primärschuldorientiert ist, wie es gemäß der abendländischen Tradi-tion den Anschein hat. Manche meinen nun, dass in der Bibeldie Orientierung an der Scham sogar stärker ist als die an derSchuld.Es ist ein Verdienst der vorliegenden Arbeit von ThomasSchirrmacher, dass er über diese nicht nur für die Missionstheologie und die missionarische Tätigkeit, sondern auch dieReligionspädagogik, die Ethik und die Seelsorge wichtigeThematik aus kulturanthropologischer und theologischerSicht informiert und zeigt, dass eine Entgegensetzung vonScham- und Schuldorientierung der biblischen Botschaft,aber auch der Tradition der abendländischen und der Kirchenreformatorischen Ursprungs nicht entspricht, dass der Aspektder Scham hier immer auch bedacht und integriert ist. DieArbeit fordert aber insbesondere dazu heraus, die unbestreit-baren Unterschiede zwischen primär schamorientierten undprimär schuldorientierten Kulturen in ihrer Bedeutung für diechristliche Lehre von der Sünde und der Versöhnung mit Gottdurch Christus näher zu bearbeiten. Gerade wenn man denKern der biblischen Sicht der Sünde nicht in der einzelnenVerfehlung gegenüber einer moralischen Norm, der Tatsündesieht, sondern im Unglauben, also der falschen Grundaus-richtung des Lebens und der ihr entsprechenden Verfehlungder göttlichen Bestimmung des Menschenlebens, Gott zu ver-trauen, ihm die Ehre zu geben und ihn von ganzen Herzen zulieben und den Nächsten wie sich selbst, dann erschließt sichdie Scham als eine wesentliche Dimension der Sünde und der Sündenerkenntnis und die Beschämung als ein wichtigerAspekt des Ehrlichwerdens vor Gott und damit auch des göttlichen Gerichts.

Aus dem Inhalt:

1. Vorbemerkungen.
2. Klassische Positionen in der Kulturanthropologie.
3. Zur Geschichte der Unterscheidung von Scham- und Schuldorientierung.
4. Was für die Frage, ob die biblische Botschaft selbst scham-oder schuldorientiert ist, zu berücksichtigen ist.
5. Die Komplementarität der Scham- und Schuldorientierungin der Heiligen Schrift: Thesen.
6. Das Gewissen muß sich an Gottes Maßstab orientieren.
7. Aufruf zum Schluß.

Gerne können wir uns über den Artikel austauschen und diskutieren und debattieren.


 

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Joanna
Joanna
16 days ago

GESUNDHEIT
Die Zahl der Spermien ist seit 40 Jahren rückläufig. „Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern hat gezeigt, dass die Anzahl der Spermien in Spermien in den letzten 40 Jahren bei Männern aus aller Welt dramatisch zurückgegangen ist. Die Situation verschlimmert sich von Jahr zu Jahr, und wenn nichts unternommen wird, stehen wir vor einer Reproduktionskrise, warnen Wissenschaftler. „Mit dem Globus stimmt etwas nicht“, sagt einer von ihnen. Die Studie, an der 153 Männer teilnahmen, ergab, dass die Spermienkonzentration im Sperma zwischen 1973 und 2018 um mehr als 51 Prozent gesunken ist. – verkünden die Forscher in der Zeitschrift Human Reproduction Update.

Die Experten weisen darauf hin, dass sie in einer 2017 veröffentlichten Studie zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sind. Damals zeigte sich, dass sich die Spermienkonzentration halbierte, allerdings mit einem Unterschied: An der Studie nahmen nur Männer aus Europa, Nordamerika und Australien teil, während sie jetzt Männer aus 53 Ländern umfasst. Dabei stellten die Forscher fest, dass eine schlechtere Spermienqualität auch Männer aus Mittel- und Südamerika sowie aus Afrika und Asien betrifft. „Dies ist ein globaler Trend“, betonen sie.

„Mit dem Globus stimmt etwas nicht.“ Die Wissenschaftler sind besorgt darüber, dass die Daten von Jahr zu Jahr schlechter werden. Seit 1972 ist die Spermienkonzentration um mehr als 1 Prozent pro Jahr gesunken, während sie seit 2000 bereits um 2,6 Prozent zurückgegangen ist.

„Das ist ein Signal, dass etwas mit dem Globus nicht stimmt und wir etwas dagegen tun müssen. Ein solcher Rückgang bedeutet einen Rückgang der Reproduktionsfähigkeit der Bevölkerung“. – sagte Prof. Hagai Levine, einer der Autoren der Studie. Der Wissenschaftler fügt hinzu, dass so schnell wie möglich gehandelt werden muss, bevor wir uns in einer Situation befinden, in der nichts mehr getan werden kann. Er nennt jedoch keine Maßnahmen, die ihm vorschweben.

Weniger Spermien, weniger Kinder

Die Wissenschaftler sind nicht in der Lage, genau zu beantworten, warum die Spermienzahl zurückgeht. Sie gehen davon aus, dass Chemikalien aus Lebensmitteln oder Kosmetika, die die Hormone bei Männern und Frauen stören, eine Rolle spielen könnten. Experten sagen auch, dass Rauchen, Alkoholkonsum und Fettleibigkeit die Spermienqualität beeinträchtigen können.

Laut Professor Richard Sharpe, einem Experten für die Gesundheit der männlichen Fortpflanzungsorgane, bedeutet ein Rückgang der Spermienzahl, dass Paare länger brauchen, um schwanger zu werden.

Weniger Spermien in Spermien „ist nicht nur ein Problem für Paare, die ein Baby haben wollen“, sondern „für die Gesellschaft insgesamt in den nächsten 50 Jahren“. – sagt Sharpe. Warum? Weniger Spermien bedeuten Schwierigkeiten, schwanger zu werden, weniger Schwangerschaften bedeuten weniger Kinder, und weniger Kinder bedeuten „weniger arbeitende junge Menschen, die eine wachsende Zahl älterer Menschen unterstützen“.

Autor: KP, Quelle: The Guardian

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