Die zweite Nachricht: Am Sonntag erreichte der Wert des Bitcoin fast 50.000 US-Dollar. Das neue Rekordhoch der Cyberwährung folgt auf die Meldung, dass Celebrity-CEO Elon Musk für Tesla 1,5 Milliarden Dollar Bitcoin erworben hat. Vergangene Woche erklärte zudem BNY Mellon, die älteste Bank der USA, künftig Bitcoin für Kunden zu halten. Damit wächst die Akzeptanz der Cyberwährung auch bei traditionellen Institutionen weiter. Das spricht nicht gegen eine Bitcoin-Blase, wie bereits vor einigen Wochen analysiert. Doch hinter der wachsenden Anerkennung von Bitcoin und anderen digitalen Währungen wie Ether, die ebenfalls neue Rekorde markieren, könnte eine langfristige Entwicklung stehen, die unser Finanz- und Wirtschaftssystem nachhaltig erschüttern könnte.

Der Dollar als Leitwährung könnte in Gefahr geraten.

Denn während die Zuversicht für Bitcoin steigt, fällt das Vertrauen in den Dollar. Schon seit längerem mehren sich warnende Stimmen, die den Status des Greenback als Leitwährung in Gefahr sehen. Im Juli warnten Analysten von Goldman Sachs, die Billionen Dollar an Aufkäufen von Anleihen und Kreditpapieren der US-Notenbank, die damit die Wirtschaft stabilisieren will, und die immer neuen über Schulden finanzierten Hilfspakete der Regierung könnten Inflationsängste schüren und den Dollar unterminieren. Auch Hedgefondsmanager Ray Dalio, der als Finanzmarkt-Prophet gilt, sieht die Stellung des Dollar in Gefahr. Stephen Roach, bekannt aus seiner Zeit als Investmentbanker bei  Morgan Stanley und als Wall Streets Dauerpessimist, sagte gar einen „Dollar Crash“ bis Ende des Jahres voraus, was er kürzlich noch einmal wiederholte.

Die Stellung als Leitwährung macht den US-Dollar einzigartig und verschafft den USA Vorteile, die keine andere Nation genießt. Diese Sonderrolle geht zurück auf den Sommer 1944, als sich im Mount Washington Hotel in Bretton Woods, einem abgeschiedenen Ort im Bundesstaat New Hampshire, 730 Vertreter aus 44 Nationen zusammenfanden, um eine neue Wirtschaftsordnung zu schaffen. Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds führen ihren Ursprung auf das Treffen zurück. Doch noch fundamentaler war die Einigung darauf, dass die beteiligten Länder ihre Währung mit festen Umtauschwerten an den Dollar banden. Dadurch sollte ein ruinöser Abwertungswettbewerb zwischen den Nationen verhindert und die Welt vor wirtschaftlicher und politischer Instabilität geschützt werden.

Goldstandard bereits 1971 ausgesetzt

Der US-Dollar wiederum konnte zu einem Preis von 35 Dollar pro Feinunze in Gold umgetauscht werden. Der Goldstandard kam bereits in den 60er Jahren unter Druck – nicht zuletzt wegen der wachsenden Ausgaben Washingtons für den Vietnamkrieg. 1971 schockte der damalige Präsident Richard Nixon die Welt, indem er den garantierten Umtausch von Dollar in Gold „vorübergehend“ aufhob. Dabei ist es bis heute geblieben. Das Ende des Goldstandards hatte viele Folgen – jedoch nicht die Ablösung des US-Dollars als Leitwährung. Dazu war das Gewicht der Supermacht USA zu groß geworden. Die Vorteile sind bis heute enorm: Rohstoffe wie etwa Öl werden fast ausschließlich in Dollar abgerechnet. Andere Länder müssen Dollar kaufen, um sie zu erwerben. Die Amerikaner können sich zudem in der eigenen Währung verschulden. Ein unschätzbarer Vorteil, wie etwa Griechen und Argentinier wissen. Zur Not können Gläubiger mit Hilfe der Notenpresse bedient werden. Bis hin zu der Androhung von Sanktionen wie im Fall der Gaspipeline Nordstream 2 ergibt sich aus dessen Status als Leitwährung ein großer Teil der Macht und des Einflusses Washingtons. Wer keine Geschäfte mehr in Dollar machen darf, kann einpacken. Weder internationale Banken noch Konzerne werden es riskieren, aus dem US-Finanzmarkt ausgeschlossen zu werden.

Anmerkung: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine „private Währung“ (Dollar) durch eine börsennotierte Währung, letzlich auch privat abgelöst wird!

Bevor solche Überlegungen greifen, könnte sich die Vergangenheit wiederholen:

Die „Goldenen Zwanziger Jahre“, diese bezeichnet für Deutschland etwa den Zeitabschnitt zwischen 1924 und 1929. Der Begriff veranschaulicht den Wirtschaftsaufschwung in den 1920er Jahren in vielen Industrieländern und steht auch für eine Blütezeit der deutschen Kunst, Kultur und Wissenschaft. Die „Goldenen Zwanziger“ endeten, als die Weltwirtschaftskrise auch in Deutschland Auswirkungen hatte (siehe z. B. Deutsche Bankenkrise). Auch in anderen Sprachen gibt es Begriffe für diese Zeit, z. B. Roaring Twenties (englisch), Anni ruggenti (italienisch), années folles (etwa: verrückte Jahre; französisch).

Was war passiert:

1918 bis 1923
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges erschütterte der Vertrag von Versailles mit als zu hart empfundenen Reparationen und Gebietsverlusten viele Deutsche. Hungersnot, Arbeitslosigkeit, Bettelei als einzige Existenzsicherung für verkrüppelte Heimkehrer aus dem ersten industrialisierten Krieg ohne heutige medizinische Möglichkeiten (ProthetikAntibiotikaSchmerzmittel), mit 14 Prozent die höchste Säuglingssterblichkeit in Europa, Rachitis-Epidemien durch Vitaminmangel und Attentate auf führende Politiker wie Matthias Erzberger und Walther Rathenau, hervorgerufen durch Hasspredigten, prägten das politische Klima am Anfang der Zwanziger Jahre in Deutschland. Eine seit 1914 zunehmende Inflation kulminierte in einer Hyperinflation im Jahr 1923. Putschversuche wie der Kapp-Putsch 1920 und der Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 sowie Niederschlagungen von Massenstreiks (1920: Ruhraufstand im Ruhrgebiet, 1921: Märzkämpfe in Mitteldeutschland) mit Hilfe von Freikorps hinterließen Hunderte von Toten.
Besserungen ab 1924
Erstausgabestelle von Rentenmarknoten in der Oberwallstraße in Berlin am 15. November 1923. Die Einführung der Rentenmark stoppte die Hyperinflation und auch der Versailler Vertrag konnte durch Dawes-Plan und Young-Plan den Möglichkeiten der deutschen Wirtschaft teilweise angepasst werden. Bald setzte eine Phase wirtschaftlicher Aufwärtsentwicklung und politischer Beruhigung ein. Die politischen Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich konnten durch die Verträge von Locarno erheblich gemildert werden. Der Beitritt Deutschlands zum Völkerbund 1926 trug ebenfalls zur politischen Beruhigung bei.
Ursachen: Durch den „Vertrag von Versailles“ und durch „Made in Germany„.

Die deutsche Währung geriet unter Druck und die Produkte verbilligten sich für den Rest der Welt. Großbritanien hatte mit seiner scheinbar kleinen Maßnahme wahrscheinlich den „Stein der Aufmerksamkeit“ erst richtig ins rollen gebracht – auch als Schmetterling-Effekt – Chaostheorie bekannt.

Beispiel diese Forderung:

Steter Tropfen höhlt den Stein oder täglich grüßt das Murmeltier:
Halb Europa fordert den Schuldenerlass – doch aus Deutschland kommt eine Warnung
FOTOMONTAGE, EU-Fahne und Euro-Schriftzug auf einer Münze, EU-Wiederaufbaufonds Quelle: picture alliance
Weil die Schuldenlast vieler EU-Staaten durch die Kosten der Pandemie explodiert, werden Rufe nach einem Erlass lauter. Zuletzt forderten diesen sogar prominente Ökonomen. WELT liegt jedoch ein Gutachten vor, wonach eine solche Maßnahme durch die EZB unrechtmäßig wäre. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Debatte über einen Schuldenschnitt für hoch verschuldete Euro-Länder an Fahrt aufnimmt: Das Europäische Parlament hat sie geliefert. In der vergangenen Woche stand Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), den Abgeordneten Rede und Antwort. Es ist ein jährlicher Pflichttermin, neu allerdings waren die Rufe nach einem europäischen Schuldenschnitt, bei dem hoch verschuldeten EU-Staaten wie Griechenland und Italien ihre Schulden bei der Bank vollständig oder ganz erlassen werden würden.
„Frau Lagarde, Sie müssen alles tun, was nötig ist, damit die Euro-Zone nicht zur Schuldenzone wird und damit Europa nicht in eine große existenzielle Schuldenkrise stürzt“, sagte etwa der griechische Syriza-Abgeordnete Dimitrios Papadimoulis, der auch Vizepräsident des Parlaments ist. „Die durch die Corona-Pandemie verursachten Schulden sollten annulliert werden.“ – Weiterlesen.
 

Update 26.01.2021