Fatalismus | OekoHuman

Als Fatalismus (von lateinisch fatalis ‚das Schicksal betreffend‘) bezeichnet man eine Weltanschauung, der zufolge das Geschehen in Natur und Gesellschaft durch eine höhere Macht oder aufgrund logischer Notwendigkeit vorherbestimmt ist. Aus der Sicht von Fatalisten sind die Fügungen des Schicksals unausweichlich, der Wille des Menschen kann ihnen nichts entgegensetzen. Daraus ergibt sich aber nicht zwangsläufig die Folgerung, menschliche Entscheidungen und Handlungen seien bedeutungslos. Mit der Überzeugung vom eigenen Ausgeliefertsein verbindet sich im Fatalismus eine davon geprägte Gefühlslage und Lebenseinstellung, die „Schicksalsergebenheit“.
Kennzeichnend für den Fatalismus ist die Annahme einer universell wirkenden Instanz oder einer logischen Zwangsläufigkeit, die den Geschichtsverlauf ebenso wie die individuellen Schicksale von vornherein festgelegt hat. Die bestimmende Instanz kann die Vorsehung einer Gottheit sein, die den Gang der Ereignisse von Anfang an geplant und arrangiert hat, oder eine unpersönliche Macht, die im Rahmen einer kosmischen Ordnung für einen bestimmten fixierten Ablauf sorgt. Eine alternative Begründung postuliert die Gleichsetzung des Möglichen mit dem Tatsächlichen als Erfordernis der Logik. Von diesen fatalistischen Konzepten unterscheidet sich der Ansatz des „kausalen Determinismus“, der alle Ereignisse als notwendige Folgen ihrer Ursachen im Rahmen einer lückenlosen naturgesetzlichen Kausalität erklärt.

Logischer Fatalismus

Der logische Fatalismus behauptet, dass aufgrund logischer Notwendigkeit nichts anders geschehen kann als es tatsächlich geschieht. Damit wird prinzipiell die Möglichkeit verneint, dass es kontingente Ereignisse – solche, die nicht notwendigerweise eintreten müssen – geben kann. Die Debatten über diese These drehen sich um die Frage, ob widerspruchsfrei behauptet werden kann, dass Zukünftiges kontingent sei. Dabei werden kontingente künftige Ereignisse mit dem lateinischen Fachausdruck contingentia futura bezeichnet. Der logische Fatalismus, der Kontingenz ausschließt, stimmt im Ergebnis völlig mit dem kausalen Determinismus überein, gelangt aber auf anderem Weg dorthin.

Als klassisches Beispiel wird die von Aristoteles angeführte „morgige Seeschlacht“ erörtert. Das fatalistische Argument lautet: Nach dem Prinzip der Zweiwertigkeit (Bivalenz) muss jeder Aussagesatz entweder den Wahrheitswert „wahr“ oder den Wahrheitswert „falsch“ aufweisen. Nach dem Satz vom Widerspruch können zwei einander widersprechende Aussagen nicht in derselben Hinsicht und zur gleichen Zeit zutreffen. Wenn der morgige Tag zu Ende geht, wird sich entweder der Satz „An diesem Tag hat eine Seeschlacht stattgefunden“ oder die gegenteilige Feststellung „An diesem Tag hat keine Seeschlacht stattgefunden“ als wahr erwiesen haben. Da eine zutreffende Aussage über ein Ereignis eines bestimmten Tages absolut wahr ist, hängt ihre Wahrheit nicht von ihrem Zeitpunkt ab. Folglich stimmt die korrekte Zuordnung einer Schlacht zu ihrem tatsächlichen Tag nicht nur während und nach dem Kampf, sondern gleichermaßen auch schon jetzt und in der Vergangenheit. Das bedeutet: Der Aussage „Morgen wird eine Seeschlacht stattfinden“ kommt heute derselbe Wahrheitswert zu wie übermorgen dem dann ausgesprochenen Satz „Gestern fand eine Seeschlacht statt“. Also steht schon heute fest und stand schon immer fest, ob an dem betreffenden Tag gekämpft wird oder nicht. Das bedeutet: Es gibt nicht zwei Möglichkeiten, sondern von vornherein nur diejenige, die tatsächlich eintritt – weiterlesen.

Der logische Fatalismus unterscheidet OekoHuman nach Handeln und TUN. Handeln ist im Prinzip unbewußt und enthält Konsequenzen, die zunächst unmöglich erscheinen. Während TUN sich an den Naturgesetzmäßigkeiten orientiert und der Zufall das ist, was zufällt, wenn die Zeit reif ist, ähnlich dem Samen und dem Korn, dass nach einer vorher bestimmten Zeit die Früchte trägt, die vorgesehen sind.
Kassandra berichtet von dem was geschieht, bevor es geschieht, weil sie Augen hat, um zu sehen und Ohren, um zu hören.

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