Diese prägnante Wendung (Italienisch: „Lo scopo santifica i mezzi“), mit der man Verbrechen in der Politik rechtfertigt, kam Ende des 18. Jahrhunderts auf und galt lange als geheime Maxime der Jesuiten. Heute wird sie oft Niccolò Machiavelli zugeschrieben, obwohl sie in seinen Schriften in diesem Wortlaut so wenig zu finden ist wie in jesuitischen Texten.
Da Machiavelli Politik ohne idealistische Zielvorstellungen beschreibt, für bestimmte Konflikte sogar politische Morde empfiehlt, passt dieses Sprichwort zu seinen politischen Analysen und Ratschlägen und in seinem Werk „Discorsi“ bekennt sich Machiavelli ausdrücklich zu jener Einstellung, die das Sprichwort ausdrückt:
- „… ein weiser Mann wird niemals jemanden tadeln wegen einer ungewöhnlichen Tat, wenn sie dazu dient, ein Reich in Ordnung zu bringen oder eine Republik zu gründen. Wenn ihn auch die Tat anklagt, so muss ihn der Erfolg doch entschuldigen“.
‚Conviene bene, che, accusandolo il fatto, lo effetto lo scusi‘
Niccolò Machiavelli, „Discorsi“, 1531 (Link)
Vorläufer dieses Spruchs findet man außer bei Machiavelli in den Schriften von Demosthenes, Ovid, Baltasar Gracián, Blaise Pascal und in jesuitischen Texten.
Heute bekennen sich Vertreter des Konsequentionalismus mehr oder weniger offen zu diesem Spruch, Gegner von Gewaltpolitik – wie Martin Luther King – und Kantianer lehnen ihn ab – weiterlesen.
