Angela Merkel im Gespräch mit Anne Will

Das Gespräch im Video.

Die Presse:

1. Handlelsblatt.
„Werde nicht zuschauen, dass wir 100.000 Infizierte haben“: Merkel geht mit Ländern hart ins Gericht.Die Kanzlerin liest den Länderchefs während der Talkshow „Anne Will“ die Leviten. Ob diese auf ihren Kurs einschwenken, ist aber lange nicht ausgemacht.
Merkels Auftritt bei Anne Will war generalstabsmäßig vorbereitet. Am Freitag gab ihr Haus- und Hofdemoskop Matthias Jung von der Forschungsgruppe „Wahlen“ ein Interview, in dem er äußerte, es hätte nie eine Mehrheit für Lockerungen gegeben. Ein Tag darauf musste der glücklose Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Live-Bürgersprechstunde bitten.

2. Steingarts Morning Briefing.
Nachhilfestunde mit Anne Will: Gestern Abend in der ARD-Talkshow gleichen Namens wurde deutlich, wofür Angela Merkel sich in der vergangenen Woche bei den Deutschen entschuldigt hatte. Und wofür nicht. Die Entschuldigung galt einer juristisch schlecht vorbereiteten und politisch nicht umsetzbaren Osterruhe. Aber sie war definitiv nicht zu verstehen als Absage an ihre bisherige Politik der Härte. Im Gegenteil. Merkel wich einen taktischen Schritt zurück, um bald schon im frischen Galopp zwei nach vorne nehmen zu können.
Dadurch, dass Anne Will nicht gegen die Kanzlerin fragte, sondern mit ihr, erlebten wir, wie der Panzer der staatsmännischen Versteifung sich öffnete. Wir blickten in das Innere einer Regierungschefin, die ernsthaft besorgt ist und weniger als nichts von den derzeitigen Lockerungsübungen hält, wie sie von den Ministerpräsidenten in Nordrhein-Westfalen, im Saarland und im Zuständigkeitsbereich des Regierenden Bürgermeisters von Berlin unternommen werden. Einige Länder seien „sich offenbar der Ernsthaftigkeit der Situation nicht bewusst“, tadelte Merkel. Laschet verstoße gegen die verabredete Notbremse – aber er sei nicht der einzige. Merkel machte deutlich, dass sie diese politischen Manöver für opportunistisch, aber nicht für sachdienlich hält:
„Testen und bummeln ist nicht die richtige Antwort. “ und „Öffnen ist jetzt nicht das Gebot der Stunde.

Dabei geht es keineswegs um die von Frau Will eingangs geschilderte Perspektive auf diese 60 Minuten. Sie habe sich „lange überlegt“, welche Rolle sie einnehmen solle. Schließlich habe sie darauf verzichtet, die „Gegenposition“ einzunehmen, um dafür „im Kosmos“ der Bundeskanzlerin zu bleiben. Das ist der Gastgeberin zweifellos gelungen: Sie blieb in deren Vorstellungswelt gefangen, ohne sie kritisch auszuleuchten. Diese journalistische Kapitulationserklärung begann schon mit der Formulierung einer Grundannahme. Es gebe in der Bevölkerung eine Unterstützung für verschärfte Maßnahmen, so Frau Will unter Hinweis auf eine Meinungsumfrage. Meinungsumfragen sind nur für Politiker ein stichhaltiges Argument. Für Journalisten geht es darum, den Bürgern die Meinungsbildung durch eine kritische Gegenüberstellung von Argumenten zu ermöglichen.

Stimmt dies wirklich oder braucht es zu einer qualifizierten Meinungsbildung auf hohem Niveau auch eine andere Art von Selbst-Verständnis, was Bildung in Wahrheit bedeutet?!

Doch wir könnten heute beginnen! Wann immer HEUTE ist!

 

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