Wie viel Neandertaler steckt in uns?

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Erkenne Dich Selbst – Wie viel Neandertaler steckt in uns? 

Wie der Nobelpreisträger Svante Pääbo aus 40 000 Jahre alten Knochen das Genom der Neandertaler entschlüsselte und später ein Risikogen für Covid-19 entdeckte .

Als der Homo sapiens nach Europa und Asien kam, lebten die Neandertaler schon lange dort. Die beiden Arten koexistierten während 20 000 Jahren, wahrscheinlich sogar länger. Auch mit den Denisova-Menschen kam der Homo sapiens in Kontakt. Wie die Interaktion zwischen den drei Menschenformen aussah, war lange unklar. Der diesjährige Nobelpreisträger für Medizin, Svante Pääbo, konnte durch Genanalysen zeigen, dass der Homo sapiens mit dem Neandertaler und den Denisova-Menschen gemeinsam Nachkommen gezeugt hat. Dadurch hatten sich ihre Gene gemischt: Noch heute stammen rund 1 bis 4 Prozent des Erbguts von Europäern vom Neandertaler – und umgekehrt trug der Neandertaler Gene des Homo sapiens in seiner DNA.

Die Zeitachse ist logarithmisch dargestellt – Quelle: Nobelpreiskomitee – NZZ / xeo.

Mit seiner bahnbrechenden Forschung hat Pääbo etwas erreicht, was Kollegen für unmöglich hielten: die Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms. Die Arbeit dazu erschien 2010 in der amerikanischen Fachzeitschrift «Science». Neben Pääbo sind auf dem Artikel mehr als fünfzig weitere Wissenschafter und Wissenschafterinnen als Co-Autoren verzeichnet. Das zeigt, wie komplex das Forschungsvorhaben war und wie viel Expertenwissen dafür nötig war. Den langen und beschwerlichen Weg zu diesem Meilenstein schlug der diesjährige Medizinnobelpreisträger schon sehr früh in seiner Laufbahn ein. Seinen ersten Coup landete er als 29-jähriger Doktorand in Uppsala, Schweden, als es ihm gelang, Erbgut (DNA) aus einer ägyptischen Mumie zu isolieren und im Labor zu vervielfältigen. Darüber berichtete er 1985 in der britischen Fachzeitschrift «Nature». Damals dürfte Pääbos wissenschaftliches Feuer für uralte DNA und was man alles aus ihr lesen kann, so richtig entfacht worden sein – Quelle: NZZ.

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Joanna
Joanna
1 month ago

Prognose

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Joanna
Joanna
1 month ago

🙂

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Joanna
Joanna
1 month ago

Und?” Das Leben auf der Erde begann überhaupt nicht mit RNA. Seit Jahren haben wir die Wahrheit falsch verstanden
Chemiker haben eine wichtige Entdeckung gemacht, die eine verblüffende neue Sichtweise auf die Entstehung des Lebens auf unserem Planeten unterstützt. Es stellte sich heraus, dass alles nicht mit RNA begann, sondern mit einer Mischung aus DNA und RNA. Wissenschaftler von Scripps Research haben gezeigt, dass es das Diamidophosphat(1-)-Anion (DAP) war, das wahrscheinlich schon auf der Erde vorhanden war, bevor das Leben entstand, und das es den winzigen Bausteinen, den Desoxynukleotiden, ermöglichte, sich in den Strängen der ursprünglichen DNA zu verbinden. Dies ist eine wichtige Entdeckung, die darauf hindeutet, dass sowohl DNA als auch RNA als Produkte ähnlicher chemischer Reaktionen zusammen entstanden sind und dass die ersten sich selbst replizierenden Moleküle eine Mischung aus DNA und RNA waren. Dies könnte uns helfen, den Ursprung aller modernen Organismen zu verstehen.

Prof. Ramanarayan Krishnamurthy von Scripps Research sagt: „Diese Entdeckung ist ein wichtiger Schritt zur Entwicklung eines detaillierten chemischen Modells, wie die ersten Lebensformen auf der Erde entstanden sind.

Wie ist das Leben auf der Erde entstanden?

Die „RNA-Welt“-Hypothese, die in den letzten Jahren die Biologie und Chemie beherrscht hat, besagt, dass die ersten selbstreplizierenden Moleküle auf RNA basierten und die DNA als Produkt weiterer Transformationen entstand. Das Team von Prof. Krishnamurthy hält dies für unwahrscheinlich, da RNA-Moleküle einfach zu „klebrig“ waren, um als erste selbstreplizierende Formen zu dienen.

Prof. Ramanarayan Krishnamurthy fügt hinzu:

Ein RNA-Strang kann andere einzelne RNA-Bausteine anziehen, die sich an ihn heften, wodurch eine Art Spiegelbild des Strangs entsteht – jeder Baustein des neuen Strangs bindet an einen komplementären Baustein des ursprünglichen Vorlagenstrangs. Wenn sich der neue Strang vom Vorlagestrang ablösen und im selben Prozess weitere neue Stränge bilden kann, hat er das Kunststück der Selbstreplikation vollbracht, das den Kern des Lebens ausmacht.

Während DNA und RNA leicht zueinander finden und sich verbinden, ist der umgekehrte Prozess viel schwieriger. Moderne Organismen produzieren Enzyme, die die verworrenen RNA- und DNA-Stränge auseinanderdrücken können und so die Replikation erleichtern. „Chimäre“ Molekülstränge (Mischungen aus DNA und RNA) konnten dieses Problem wahrscheinlich umgehen, indem sie sich relativ leicht trennen ließen. Im Jahr 2017 berichteten Forscher, dass DAP eine Schlüsselrolle bei der Modifizierung von Ribonukleosiden und deren Zusammenbau zu RNA gespielt haben könnte – dasselbe könnte auch für DNA gelten.

Eddy Jiménez, der Assistent von Krishnamurthy, fügt hinzu:

„Wir haben herausgefunden, dass die Reaktion von DAP mit Desoxynukleosiden besser funktioniert, wenn die Desoxynukleoside nicht alle gleich sind, sondern Mischungen aus verschiedenen DNA-‚Buchstaben‘, wie A und T oder G und C, wie bei echter DNA.

Prof. Krishnamurthy fasst zusammen:

Jetzt, da wir besser verstehen, wie die Chemie der Urzeit die erste RNA und DNA hervorgebracht haben könnte, können wir damit beginnen, sie auf Mischungen von Ribonukleosid- und Desoxynukleosid-Bausteinen anzuwenden, um zu sehen, welche chimären Moleküle entstehen – und ob sie sich selbst replizieren und weiterentwickeln können.”

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