Rassismus | OekoHuman

RASSISMUS HAT IHREN URSPRUNG IM INNEREN – DIE MUTTER DER UNSICHERHEIT IST FURCHT
OHNE WORTE!
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, und wenn wir uns auf der Toilette  erleichtern,
ist die Wasser-Farbe i.R. bei allen die Gleiche!

Zentrale Bestimmungsstücke für Rassismus sind (Jones, 1997):
1) Überzeugungen rassischer Über- bzw. Unterlegenheit, die implizit oder explizit auf biologische Unterschiede zurückgeführt werden.
2) Eindeutige Präferenzen für die eigene Gruppe und deutliche Ablehnung der Personen, Ideen sowie Sitten und Gebräuche, die von den Sitten und Gebräuchen der eigenen Gruppe abweichen.
3) Ideologien oder nationale oder kulturelle Systeme, die die Privilegien derjenigen garantieren, die an der Macht sind.
4) Überzeugungsmuster, wonach es individuelle Merkmale gibt, Personen so in eine überschaubare Anzahl von Rassen einzuteilen daß die Mitglieder dieser Rassen ihrerseits wiederum gewisse gemeinsame Merkmale und Verhaltensweisen haben, die sie mit keiner anderen Rasse teilen. Diese Überzeugungsmuster werden dann zu Organisationsprinzipien in der Wahrnehmung der gesamten sozialen Umwelt.
5) Suche nach Belegen für die Richtigkeit der Existenz rassischer Unterschiede verbunden mit der Rechtfertigung entsprechender Aktionen.
Nach Jones gibt es drei Typen des Rassismus: a) den individuellen Rassismus, den einzelne dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie einzelnen Mitgliedern einer Minoritäten-Gruppe oder der Gruppe insgesamt die Überlegenheit der eigenen Gruppe und die Unterlegenheit der Minderheitengruppe signalisieren. Die meist an physischen Merkmalen (vor allem Hautfarbe) getroffene Unterscheidung zwischen Majorität und Minorität leitet aus diesen Unterschieden negative Konsequenzen für die sozialen Verhaltensweisen, die moralischen und intellektuellen Kompetenzen ab und rechtfertigt damit vielfach die diskriminierende Behandlung, die sich u.a. auch in Aggressionen zeigen kann b) den institutionellen Rassismus, der sich z.B. durch die systematische Benachteiligung im Ausbildungssystem, im Beschäftigungssystem, im System der Gesundheitsfürsorge oder auch im Justizsystem zeigt und nicht allein durch individuelle Diskriminierung einzelner Opfer bzw. Täter erklärt werden kann c) den kulturellen Rassismus, der den kumulativen Effekt einer rassistisch geprägten Weltsicht beinhaltet, die über die institutionellen Strukturen, die ideologischen Überzeugungen und die individuellen Alltagserfahrungen die gesamte Kultur durchdringen und z.B. eine kulturelle Eigenständigkeit von Minoritäten leugnen, unterbinden oder für minderwertig halten.
Die in den letzten dreißig Jahren entwickelten neueren Rassismus-Konzeptionen (symbolischer Rassismusaversiver Rassismus, ambivalenter Rassismus) sind unter dem Sammelbegriff “Moderner Rassismus” zusammengefaßt und unterscheiden sich von dem traditionellen Rassismus vor allem dadurch, daß nicht mehr angeborene oder biologische Merkmale zur Unterscheidung verwendet werden. Es ist in einer empirischen Untersuchung gelungen, nicht nur uverschiedene Formen des Rassismus zu unterscheiden, sondern die Rangordnung der verschiedenen Rassismustypen empirisch zu ermitteln. Danach implizierte der biologische Rassismus, als die bei weitem intensivste, stärkste und feindseligste Form des Rassismus, die jeweils weniger dogmatische Form, den symbolischen Rassismus, der wiederum den Ethnozentrismus (Sumner,1906) beinhaltete, der vor allem die Überlegenheit der eigenen Gruppe herausstellt und zum Maßstab der Beurteilung aller anderen Gruppen, Nationen und Völker macht. Der Ethnozentrismus implizierte den aversiven Rassismus, der sich als die am wenigsten bedrohliche Form des Rassismus herausstellte.

Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine bestimmte Abstammung vermuten lassen – als „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden. Die zur Abgrenzung herangezogenen Merkmale wie Hautfarbe, Körpergröße oder Sprache – umstrittenerweise teilweise auch kulturelle Merkmale wie Kleidung oder Bräuche – werden als grundsätzlicher und bestimmender Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften gedeutet und nach Wertigkeit eingeteilt. Dabei betrachten Rassisten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringerwertig diskriminiert werden. Mit solchen Rassentheorien, die angeblich wissenschaftlich untermauert sind, wurden und werden diverse Handlungen gerechtfertigt, die den heute angewandten allgemeinen Menschenrechten widersprechen.

Der Begriff Rassismus entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der kritischen Auseinandersetzung mit auf Rassentheorien basierenden politischen Konzepten. In anthropologischen Theorien über den Zusammenhang von Kultur und rassischer Beschaffenheit wurde der Begriff der Rasse mit dem ethnologisch-soziologischen Begriff „Volk“ vermengt, z. B. von der „völkischen Bewegung“ in Deutschland und Österreich.

Rassismus zielt dabei nicht auf subjektiv wahrgenommene Eigenschaften einer Gruppe, sondern stellt deren Gleichrangigkeit und im Extremfall deren Existenzberechtigung in Frage. Rassistische Diskriminierung versucht typischerweise, auf (projizierte) phänotypische und davon abgeleitete persönliche Unterschiede zu verweisen – weiterlesen.

Lebewesen und Menschen werden klassifiziert

Europa im 19. Jahrhundert: Spanien und Portugal haben den Süden Amerikas unterworfen, das britische Imperium erstreckt sich bis Kanada und Indien, Frankreich hält Kolonien in der Südsee und im Nordwesten Afrikas. Die Kolonialreiche kämpfen um Vorherrschaft – auch mit Hilfe der Wissenschaft. Expeditionen nach Übersee sind oft zugleich Forschungsmissionen. Begleitet von Botanikern, Geographen und Ärzten, die Land und Leute erschließen wollen.

Etwa 200 Jahre zuvor hatte Isaac Newton mit seinen Erkenntnissen über Gravitation und Mechanik das Ende der Naturphilosophie eingeläutet. Theologische und metaphysische Versuche, die Welt zu erklären, sind aus den Universitäten verschwunden – rationale Vorstellungen von Erkenntnis sind an ihre Stelle getreten. Human- und Naturwissenschaften trennen sich auf, letztere zerfallen in immer speziellere Disziplinen. Natur ist nicht mehr Schöpfung, sondern Forschungsgegenstand. Und wer „Wissenschaft“ sagt, meint nun zumeist: „Naturwissenschaft“.

Teil I und II im DLF  und Deutschlands koloniale Vergangenheit, eine zaghafte Aufarbeitung nach langer Amnesie.

Was Rassismus mit Narzissmus zu tun hat.
Die US-amerikanische Psychologin Ramani Durvasula vergleicht das Verhältnis von weißer Mehrheit und schwarzer Minderheit in den USA mit dem „Gaslighting“ in Paarbeziehungen. Wer zu Opfern von Diskriminierung „sei nicht so empfindlich“ sage, verhalte sich narzisstisch statt zuzuhören, erklärte sie im DLF.

Rassismus in der Weltliteratur„Mit dem Tilgen von Begriffen ist nichts geleistet“
In vielen Klassikern springe Rassismus uns ganz unverhohlen entgegen, etwa in den philosophischen Schriften des Immanuel Kant, sagte der Literaturwissenschaftler Jürgen Wertheimer im Dlf. Doch darum Denkmäler zu stürzen, bringe nichts. Stattdessen müsse eine tiefgreifende Debatte geführt werden – Jürgen Wertheimer im Gespräch mit Maja Ellmenreich:

Kolonialismus und Rassismus Historikerin: „Denkmalstürze sind notwendig und wichtig“
Die Historikerin Bettina Brockmeyer hat die weltweit stattfindenden Denkmalstürze als bedeutsam für die Auseinandersetzung mit Kolonialismus und Rassismus bezeichnet. Entscheidend sei nicht, ob man die Denkmäler noch brauche. „Wir müssen vielmehr die Geschichten dahinter erzählen“, sagte Brockmeyer im DLF.

Mit dieser Haltung verliert der innere Rassist seine Macht über mein wahres ICH.

 

 

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