Das Wesen das Geldes, ist WEIBLICH!

 

Das A & Ω dem Gewissen verpflichtet sein.

Geld verdirbt nicht den Charakter, sondern offenbart die Lücke!

Mit dem Konzept – „Arche für den Klugen” – hat OekoHuman ein „Drehbuch” geschaffen, daß in der Lage ist, echte Prävention im Ernstfall einer ausufernde Inflation zu leisten.
Und das Geniale an dem „Drehbuch” ist: Es ist auch ohne ausufernde Inflation gewinnbringend und zahlt zu jederzeit auf die eigene Sicherheit ein, wie das Halo-System, im Formel-I-Fahrzeug.

  1. „Der Zustand des Geldwesens eines Volkes ist ein Symptom aller seiner Lücken-Zustände“ – nach Joseph Schumpeter.
  2. „Es wäre manches besser in der Welt, wenn alle gebildeten Menschen wüßten, was Geld ist. Denn nicht nur wirtschaftliche Krisen, Kreditnot, Teuerung, sondern auch soziale Übel, wie Klassengegensätze und Massenverelendung, haben ihre wichtigsten Wurzeln nur allzu oft in der allgemeinen Unkenntnis vom Gelde. Die Wirtschaftswissenschaft hat manche geistvolle Definition des Geldes und manche konsequent durchgeführte Systematik geliefert. Aber da sie sich stets an die äußere Erscheinungsform, an das Geldzeichen klammerte und das Wesen des Geldes und seinen Rechtsinhalt, übersah, so redeten die verschiedenen Theorien aneinander vorbei“ – Argentarius – Vom Gelde.
  3. Die Kabbala des Geldes: Spricht von der wahren Entfernung zwischen dem Herzen und der Geldbörse. Dieser Zwischenraum heißt Respekt. Die tiefere Bedeutung liegt im Begriff Lebens-Unterhalt. Im Hebräischen ist das Wort dafür: Parnasah – was so viel bedeutet wie Ernährung, Unterhalt, Bedarf und geistige Nahrung.
    Daraus ergeben sich für OeHu die verschiedenen Stufen, die GELD hervorrufen, wenn mindest eine Stufe vergessen wird erodiert Geld.
  4. „Es ist schwierig, jemandem etwas verständlich zu machen, wenn sein Einkommen davon abhängt, es nicht zu verstehen“ – Upton Sinclair.

 

Selbst-Verantwortung fängt beim VERSTEHEN an und VERSTEHEN gelingt nur durch PRAXIS!

Das Wesen des Geldes beinhaltet sieben Niveaus und 15 Qualitäten und Eigenschaften sowie eine Einsicht:
  1. Eine vertragliche Leistung -per Handschlag oder schriftlich – (Vision, Innovation, Geist, Handel und Handwerk), schließt die eigene Lücke, durch eine Fremdleistung. Es entsteht in dem Augenblick Geld (Freiheit), wenn Angebot und Nachfrage, die Lücke schließen. Eine erbrachte Leistung also gebraucht wird und durch die Abnahme das Recht (Quiitung), sich seine Gegenleistung frei aus dem Markt abzurufen. Erst jetzt ist der Tauschkreislauf geschlossen.
  2. Geld hilft zeitliche Lücken und Verschiebungen durch einen Vertrag auszugleichen (Katalysator).
  3. Geld hilft sachliche und rechtliche Lücken und Verschiebungen durch einen Vertrag auszugleichen (Katalysator).
  4. Geld ist wie Eis, Wasser, Wasserdampf (Kredit), Luft (Derivate) und Gase. Hier bilden und schließen die jeweiligen Aggretzustände, die Lücken.
  5. Geld ist systemmisch und ermöglicht  den Tausch weltweit (Netzwerk/Matrix).
  6. Geld ist ein Spiegel der eigenen Persönlichkeit-Lücken – „Geld ist die stärkste Droge der Welt“, wenn die Lücken ignoriert werden.
  7. Geld beinhaltet  immer Kredit (credere = Glauben) und einen Anspruch auf Gegenleistung.
  8. Geld verflüssigt Eigentum (Inneres und Äußeres), bei einer Liquidität-Lücke, durch Belastung desselben, damit besitzt der eine ein Recht und der andere hat eine Verpflichtung zuzüglich ggf. ein neues Wirtschaftsgut.
  9. Der Inhaber von Geld vertraut auf die redliche Deckung im Markt und den Staat, als Lücken-Garantie-Geber.
  10. Geld ist (psychologisch und rational) und somit geprägte bzw. gedruckte, Wahrheit, Freiheit und Lücken-Verantwortung.
  11. Geld ist geprägtes bzw. gedrucktes Vertrauen.
  12. Geld beinhaltet Wahlrecht, Tauschrecht und Anspruchsrecht.
  13. Geld ist das Äquivalent zum Handschlag und besiegelt eine Zusage.
  14. Geld ist Wahlschein bzw. Stimmzettel – und damit täglich gelebte echte Demokratie.
  15. Geld verbindet die Lebensprinzipien Einheit (daraus resultiert Macht und Durchsetzung), Anpassungsfähigkeit, Einzigartigkeit, Kommunikation und Kooperation. In Verbindung mit Gewissen, Wahrheit und gelebter Verantwortung  führt die richtige Handhabung zur Balance.
  16. Geld verdirbt nicht den Charakter, es offenbart die Lücke im Charakter.

Artikel: Sparen – Finanzieren – Investition – Kapital – Kredit – Zinsen – Schulden.


Süddeutsche Zeitung – Reden wir über Geld.

Das menschliche Miß-Verhältnis zum Geld und wie es zu verbessern ist.

In der Gesprächsserie „Reden wir über Geld“ erzählen berühmte und weniger berühmte Menschen über ihr Verhältnis zum Geld: z.B. Physiker Albert-László Barabási, Cornelia Funke, Anselm Grün, Theo Waigel ….

Albert-Laszlo Barabasi

Folgende Interviews finden Sie hier:

  1. Albert-László Barabási – und welche Verbindungen die Kunstszene prägen.
  2. Cornelia Funke – „Geld ist die stärkste Droge der Welt“.
  3. Burkhard Balz – Vorstand der Deutschen Bundesbank – „Bargeld bleibt bestehen“.
  4. Alexander Krist – der Magier – „Geld fasziniert die Zuschauer besonders“.
  5. Anselm Grün – der Mönch – „Geld gefährdet die innere Freiheit“.
  6. Tom Hillenbrand – „über alte Börsenhypes, die neue Bitcoin-Hysterie und was die wichtigste Anlageregel ist“.
  7. Fränzi Kühne, die einst jüngste Aufsichtsrätin Deutschlands.
  8. Schauspielerin Gesine Cukrowski: „Wir sind die ganze Zeit dabei, uns zu verkaufen“.
  9. Elizabeth Currid-Halkett erforscht, wie Bio-Tomaten und Yoga-Urlaube zu Statussymbolen wurden:  Die Bio-Elite verschärft die Ungleichheit

Der neueste Artikel:
9. Interview von Claus Hulverscheidt und Nakissa Salavati.

Elizabeth Currid-Halkett weiß, wovon sie spricht, wenn es um die „aufstrebende Klasse“ geht – jene neue gesellschaftliche Elite in vielen Teilen der Welt, die sich nicht mehr über Luxuswaren, sondern eher über Bildung, Umweltbewusstsein und ethische Normen definiert: Die 43-jährige Soziologin und Stadtplanerin forscht nicht nur seit vielen Jahren zum Thema – sie ist selbst Teil dieser Klasse und kennt die Vorzüge wie auch die Untiefen aus eigener Erfahrung. Currid-Halkett, Mutter dreier Kinder, arbeitet an der renommierten University of California in Los Angeles. Vor ein paar Wochen ist ihr jüngsten Buch „The sum of small things“ auf Deutsch erschienen – wenn auch unter dem etwas irreführenden Titel „Fair gehandelt?“.

SZ: Frau Currid-Halkett, reden wir über Geld. Wenn es früher um Statussymbole ging, dann meinten die Menschen meist dicke Autos, Rolex-Uhren oder Prada-Handtaschen. Was sind die Statussymbole unserer Zeit? Yogamatte und Bio-Tomate?
Elizabeth Currid-Halkett: Ha, eine Bio-Yogamatte vielleicht, das gäbe noch Zusatzpunkte. Nein, im Ernst: Wir beobachten zwei Dinge. Zum einen: Viele Produkte, die früher einmal Luxusgüter waren, sind aufgrund von Industrialisierung und Massenproduktion heute keine mehr. Das beste Beispiel ist das Auto. Und auch schicke Kleider können sich heute fast alle leisten, weil es bei Zara oder bei Century 21 günstige Modelle gibt, die sich von ihren teuren Vorbildern kaum noch unterscheiden. Viele Luxuswaren haben also an Exklusivität und damit an Wert verloren.

Und zum anderen?
Zum anderen hat sich das Wertegerüst vieler Menschen verändert. Man kann auch heute noch mit einer teuren Handtasche herumlaufen, aber niemand klatscht mehr begeistert, wenn man zehn davon hat. Im Gegenteil, wir bemessen gesellschaftliches Ansehen heute zusätzlich daran, wie gebildet jemand ist, wie achtsam und wie umweltbewusst er oder sie sich verhält. Die amerikanische First Lady Jill Biden und Herzogin Meghan Markle zum Beispiel haben bei Veranstaltungen zuletzt mehrmals hintereinander dasselbe Kleid getragen. Früher ging das gar nicht, heute wird es gelobt. Und das bringt uns zurück zur Bio-Tomate: Die Bio-Tomate ist wertvoll und bedeutsam in der Hinsicht, dass jemand, der sie kauft, beweist, dass er gebildet ist, gesund leben will und über Verantwortungsbewusstsein verfügt. Das ist etwas, das in der aufstrebenden Klasse mehr wert ist als eine weitere Handtasche.

Ist die Protz-Ära also endgültig vorbei?
So weit würde ich nicht gehen. Wenn Sie den Rodeo Drive in Los Angeles oder die Fifth Avenue in New York entlanglaufen, sehen Sie immer noch viel Protzerei. Auch die Kardashians sind immer noch die Kardashians. Wenn ich von der aufstrebenden Klasse spreche, dann meine ich gebildete, bewusste Menschen, die oft, aber nicht immer wohlhabend sind, aber allesamt über sehr viel kulturelles Kapital verfügen.

Kulturelles Kapital?
Kulturelles Kapital ist gewissermaßen die Summe deines Wissens, deines Bewusstseins, deines Verhaltens. Für die neue Elite heißt das: Man war an der Universität, weiß, welchen Podcast man gerade hören sollte, liest die New York Times, diskutiert über Paul Krugmans Wirtschaftskolumne und weiß, dass Sally Rooneys neues Buch rauskommt. Oder, wie es der Soziologe Paul DiMaggio einmal gesagt hat: Diese Menschen lieben die Oper nicht nur, sie wissen auch, dass sie sie lieben sollten.

Das heißt, früher definierten sich soziale Gruppen über Abstammung oder Vermögen, während heute erstmals in der Geschichte die reiche Ärztin und der mittellose Filmkritiker Teil derselben Klasse sind, weil sie die gleiche Musik hören, die gleiche Zeitung lesen und im selben Biomarkt einkaufen. Ist doch eigentlich toll, oder?

Naja, es gab auch früher gelegentlich Vermengungen, denken Sie an reiche Adlige, die sich gern mit armen, aber brillanten jungen Künstlern umgaben. Aber Sie haben recht: Die Ärztin und der Filmkritiker sind erstmals Teil derselben Klasse, weil die Mitgliedskriterien nicht mehr zuvorderst materieller Natur sind und weil beide über das gleiche kulturelle Kapital verfügen. Auch der Filmkritiker gibt sechs Dollar für eine Schale Bio-Erdbeeren aus, er muss allerdings bei seinen Kaufentscheidungen viel stärker Prioritäten setzen – weiterlesen in der SZ.


8. Schauspielerin Gesine Cukrowski: „Wir sind die ganze Zeit dabei, uns zu verkaufen“.

Elizabeth Currid-Halkett weiß, wovon sie spricht, wenn es um die „aufstrebende Klasse“ geht – jene neue gesellschaftliche Elite in vielen Teilen der Welt, die sich nicht mehr über Luxuswaren, sondern eher über Bildung, Umweltbewusstsein und ethische Normen definiert: Die 43-jährige Soziologin und Stadtplanerin forscht nicht nur seit vielen Jahren zum Thema – sie ist selbst Teil dieser Klasse und kennt die Vorzüge wie auch die Untiefen aus eigener Erfahrung. Currid-Halkett, Mutter dreier Kinder, arbeitet an der renommierten University of California in Los Angeles. Vor ein paar Wochen ist ihr jüngsten Buch „The sum of small things“ auf Deutsch erschienen – wenn auch unter dem etwas irreführenden Titel „Fair gehandelt?“.

SZ: Frau Currid-Halkett, reden wir über Geld. Wenn es früher um Statussymbole ging, dann meinten die Menschen meist dicke Autos, Rolex-Uhren oder Prada-Handtaschen. Was sind die Statussymbole unserer Zeit? Yogamatte und Bio-Tomate?

Elizabeth Currid-Halkett: Ha, eine Bio-Yogamatte vielleicht, das gäbe noch Zusatzpunkte. Nein, im Ernst: Wir beobachten zwei Dinge. Zum einen: Viele Produkte, die früher einmal Luxusgüter waren, sind aufgrund von Industrialisierung und Massenproduktion heute keine mehr. Das beste Beispiel ist das Auto. Und auch schicke Kleider können sich heute fast alle leisten, weil es bei Zara oder bei Century 21 günstige Modelle gibt, die sich von ihren teuren Vorbildern kaum noch unterscheiden. Viele Luxuswaren haben also an Exklusivität und damit an Wert verloren.

Und zum anderen?

Zum anderen hat sich das Wertegerüst vieler Menschen verändert. Man kann auch heute noch mit einer teuren Handtasche herumlaufen, aber niemand klatscht mehr begeistert, wenn man zehn davon hat. Im Gegenteil, wir bemessen gesellschaftliches Ansehen heute zusätzlich daran, wie gebildet jemand ist, wie achtsam und wie umweltbewusst er oder sie sich verhält. Die amerikanische First Lady Jill Biden und Herzogin Meghan Markle zum Beispiel haben bei Veranstaltungen zuletzt mehrmals hintereinander dasselbe Kleid getragen. Früher ging das gar nicht, heute wird es gelobt. Und das bringt uns zurück zur Bio-Tomate: Die Bio-Tomate ist wertvoll und bedeutsam in der Hinsicht, dass jemand, der sie kauft, beweist, dass er gebildet ist, gesund leben will und über Verantwortungsbewusstsein verfügt. Das ist etwas, das in der aufstrebenden Klasse mehr wert ist als eine weitere Handtasche.

Als freie Schauspielerin, ohne festes Serien-, Reihen-, oder Theaterengagement ist jedes Jahr eine Herausforderung. Die Schauspielerin Gesine Cukrowski wurde durch die ZDF-Serie „Der letzte Zeuge“ bekannt. Ein Gespräch über niedrige Gagen für Frauen, Phasen ohne Aufträge und einen Produzenten, der mit ihr ins Bett wollte.

Gesine Cukrowski sitzt in ihrer Berliner Altbauwohnung und spricht in ihren Computer – schade, dass man sich nicht persönlich treffen kann, sagt sie. Die 52-jährige Schauspielerin ist allerdings einer dieser Menschen, bei denen man ohnehin das Gefühl hat, sie schon persönlich zu kennen. Schließlich sieht man ihr Gesicht häufig im Fernsehen. Seit Jahren schon wird sie auf der Straße erkannt und von Fans mit dem Namen ihrer jeweiligen Serienfigur angesprochen. Doch große Bekanntheit bedeutet in ihrer Branche nicht unbedingt auch großes Geld.

SZ: Gesine Cukrowski, reden wir über Geld. Wann ist Ihnen zum ersten Mal aufgefallen, dass Sie weniger verdienen als Ihre männlichen Kollegen?

Gesine Cukrowski: Direkt bei meinem allerersten Spielfilm. Das war 1991 in Riga, zwei Wochen nach dem Putsch in Lettland. Die Barrikaden standen noch, und wir fingen an zu drehen. Kurz vor Drehbeginn erfuhr ich von einem meiner Kollegen, Thomas Reisinger, der bis heute mein bester Freund ist, dass er die doppelte Gage bekommen sollte. Wir waren vier junge Leute, gleichwertige Rollen, es gab keinen Grund. In meinem jugendlichen Idealismus, ich war 23, hab ich gesagt: „Das kommt nicht infrage, warum sollte ich die Hälfte bekommen für die gleiche Arbeit?“ Ich bin zum Regisseur Hellmuth Costard marschiert und habe gesagt: „Entweder wir bekommen hier alle vier das Gleiche, oder ich fahre nach Hause.“

Und?

Hellmuth Costard war ein Alt-68er, Revoluzzer, der sagte: „Stimmt eigentlich.“ Und wir haben alle das Gleiche bekommen. Das war aber eine einmalige Erfahrung, leider.

Ist es denn normal in Ihrer Branche, dass man so offen über Gehälter spricht?

Nein. Ich bin aber ein Fuchs (lacht). Da ich selber offen bin, erfahre ich natürlich auch mehr. Die Gagen werden allerdings von den Agenturen verhandelt. Es ist immer ein heikles Thema. Manche Produktionen verbieten es vertraglich, dass wir uns darüber austauschen. Solche Klauseln machen deutlich, dass es offensichtliche Ungerechtigkeiten gibt.

Verdienen vor allem Männern und Frauen unterschiedlich viel?

Nicht nur, es gibt neben dem Gender Pay Gap noch den Status Pay Gap. Das macht es irre kompliziert, weil es so subjektiv ist. Auch dieser Unterschied ist selten gerecht. Erfahrung sollte eine Rolle spielen, Ausbildung, Qualität. All das, was in jedem Beruf zählt. Und klar kann man zum Beispiel Elyas M’Barek mehr bezahlen, wenn nachweislich seinetwegen dann sehr viel mehr Zuschauerinnen ins Kino gehen. Völlig in Ordnung. Aber das sollte sich im Rahmen halten. Als ich anfing, in den goldenen Neunzigern, haben einige Kollegen Fantasiegagen aufgerufen. Das ging dann auf Kosten aller anderen. Das Budget für einen Film ist wie ein Kuchen, kriegt einer ein großes Stück, teilen sich die anderen die Krümel. Es gibt aber große Unterschiede bei Fernsehen und Film.

Klingt sehr intransparent. Gibt es keine Standards?

Doch, mittlerweile. Der Bundesverband Schauspiel hat Standards bezüglich der Mindestgagen definiert. Da hat sich schon etwas getan. Es unterscheidet sich sehr, je nachdem ob man im Theater, im Fernsehen oder im Film arbeitet. Als ich anfing beim Theater, konnte man von dem Geld nicht leben und nicht sterben, hat aber rund um die Uhr gearbeitet. Tagsüber Proben, abends Vorstellungen, 16 Stunden am Tag waren normal. Wer mit Arbeitszeitgesetzen kam, wurde ausgelacht. Beim Fernsehen kommt es sehr darauf an. ARD, ZDF, Private oder Streamingdienste, alle haben andere Gagen.

Wo ist es am besten?

Beim ZDF sind die Gagen niedriger, dafür bekommt man – im Moment noch – ein Wiederholungshonorar. Das ist letzten Endes für uns Schauspieler das Beste und Sicherste. Ein ähnliches Modell gibt es in den USA, deshalb gibt es dort auch weniger Altersarmut bei Schauspielern als hier. Die ARD mit ihren dritten Programmen zum Beispiel, wiederholt permanent, und wir bekommen nichts dafür. In 13 Jahren sind 770 Wiederholungen von 14 Filmen mit mir gesendet worden, im Schnitt jede Woche ein Film. Durch die starke Präsenz entsteht fälschlicherweise der Eindruck, man hätte ständig zu tun, und es kann zu einer Übersättigung bei den Zuschauern kommen, die dann natürlich von Nachteil ist.

Wie haben Sie sich denn im Lockdown über Wasser gehalten?

Am Anfang habe ich Kurzarbeitergeld bekommen, vom Theater, bei dem ich zu der Zeit angestellt war. Und dann habe ich für eine Freundin in Hamburg Kindergärten eingerichtet, also mich um die Innenausstattung gekümmert, Farbkonzept, Stoffe und so. Das habe ich vor sechs Jahren schon mal gemacht, als es nicht so lief. Und irgendwann hatte die Filmindustrie dann Hygienekonzepte und fing wieder an zu drehen.

Wann war Ihr erster Dreh nach der Zwangspause?

Im Juli 2020. Ich hatte wirklich Glück, bin gut durchgekommen und hatte dann dieses Jahr auch das erste Mal die Chance, mich arbeitslos melden zu können und Arbeitslosengeld I zu erhalten.

Sonst haben Sie nie etwas bekommen?

Weil ich als freie Schauspielerin nie lange genug am Stück gearbeitet und eingezahlt habe, hätte ich nur Arbeitslosengeld II bekommen, und da waren vor Corona die Einschränkungen und Auflagen so groß, dass ich das nie beantragt habe. Ich hätte zum Beispiel meine private Altersvorsorge auflösen müssen, das wollte ich unbedingt vermeiden. Außerdem wollte ich nicht jede Ortsabwesenheit melden müssen, wenn ich unterwegs bin. Wenn ich keine Aufträge habe als Schauspielerin, bin ich viel unterwegs, auf Filmfesten und anderen Branchentreffs, um mich zu zeigen und zu akquirieren. Wir sind ja die ganze Zeit dabei, uns zu verkaufen.

Wenn man so berühmt ist wie Sie, wird man dann reich?

Nein, das ist ein Klischee. Als freie Schauspielerin, ohne festes Serien-, Reihen-, oder Theaterengagement ist jedes Jahr eine Herausforderung. Wenn es gut läuft, kann ich schon auf 90 000 Euro brutto in einem Jahr kommen, aber durch den Höchststeuersatz, den wir durch unsere Tagesgagen zahlen, die Pensionskasse, die wir als Alterssicherung brauchen, die zehn Prozent Agenturprovision und die PR-Agentur, die in guten Jahren natürlich auch viel zu tun hat, bleibt nur ein Viertel davon als unser Netto hängen. Mit dem Steuerausgleich im nächsten Jahr stopfen wir dann die Löcher der Wintermonate, in denen weniger gedreht wird. Wenn ein Jahr nicht gut läuft, dann kann es eng werden.

War Ihnen das klar, als sie sich für den Beruf entschieden haben?

weiterlesen im SZ.


1. Albert-László Barabási – und welche Verbindungen die Kunstszene prägen.

„Es gibt so etwas wie Naturgesetze des Erfolgs“ .
Der Physiker Albert-László Barabási will herausgefunden haben, wer Erfolg hat und warum. Ein Gespräch über Wissenschaftler, Kunst und das Glück, im Bewerbungsgespräch der letzte Kandidat zu sein – das Interview von Bernd Kramer.

  • Welche Künstlerin schafft es in die großen Museen?
  • Welcher Wissenschaftler wird für einen Durchbruch gefeiert, welcher vergessen?
  • Und welche Bewerberin bekommt am Ende den Job?

Der Physiker Albert-László Barabási, Professor an der Northeastern University in Boston, will in riesigen Datensätzen die allgemeinen Gesetze des Erfolgs gefunden haben. Man erreicht ihn an einem Donnerstagmorgen in Budapest, seiner Zweitheimat. Er mache einen Spaziergang durch die Stadt, sagt er, im Gehen könne er am besten erzählen.

SZ: Herr Barabási, reden wir über Geld. Sie erforschen nicht nur, welche Künstler ihre Bilder für Millionen verkaufen können, sondern sammeln selbst. Was ist das teuerste Werk in Ihrem Besitz?

Albert-László Barabási: Das dürfte eines der Bilder von László Lakner sein, ein in Berlin lebender ungarischer Maler. Ich sammle vor allem ungarische Gegenwartskunst. Vor einigen Jahren habe ich von ihm eine gigantische Vergrößerung einer Postkarte in Öl gekauft, eine Art hyperrealistisches Blow-up.

Was haben Sie dafür bezahlt?

Ich weiß nicht, ob die Galerie mir erlauben würde, das zu verraten …

Wir sind ja unter uns.

Derzeit werden seine Werke für Preise zwischen 100 000 und 200 000 Dollar gehandelt. Die Postkarte ist relativ groß und relativ wichtig in seinem Schaffen. Vielleicht läge sie sogar darüber.

So viel haben Sie damals nicht bezahlt.

Definitiv nicht.

Kunst wechselt mitunter für irrsinnige Summen den Eigentümer oder die Eigentümerin. Kann Kunst wirklich so viel wert sein?

Ja und nein. Es gibt kein objektives Maß für die Qualität von Kunst. Denken Sie einmal an ein extremes Gegenbeispiel, den Sport. Da lässt sich die Leistung eines Läufers präzise bestimmen, man nimmt eine Stoppuhr und misst. In der Kunst und auf kulturellen Märkten generell haben wir keine Stoppuhr. Die allermeisten Werke erzielen nur sehr niedrige Preise, aber ein paar wenige dafür sehr, sehr hohe. Und mit dem Talent des Künstlers hat das in der Regel nichts zu tun.

Womit dann?

Mein Lieblingsbeispiel ist das der beiden Schulfreunde Jean-Michel Basquiat und Al Diaz, die in den 70ern gemeinsam unter dem Namen SAMO Graffitis an New Yorker Hauswände sprühten. Sie machten alles gemeinsam, ihre Kunst war ununterscheidbar, eine fast perfekte Zwillingsstudie. Als sich das Duo trennte, wurde Basquiat zu einer Ikone, während Al Diaz heute fast vergessen ist. Dabei ist er immer noch aktiv. Ich habe ihn einmal in New York getroffen und einige seiner Bilder gekauft. Sogar für einen kleinen Sammler wie mich ist er erschwinglich geblieben.

Ein Bild seines künstlerischen Zwillings Basquiat wurde dagegen 2017 bei Sotheby’s für den Rekordpreis von 110,5 Millionen Dollar versteigert.

Unglaublich, oder? Al Diaz ist ein wunderbarer, stiller Mensch und ein toller Künstler. Aber Basquiat ist ein herausragender Netzwerker, der sich nach der Trennung in kürzester Zeit mit allen wichtigen Namen der Szene anfreundete. Das trug ihn schnell in die einflussreichen Galerien und die großen Museen.

Das war sein Erfolgsrezept?

Netzwerke sind entscheidend, wo die objektiven Kriterien fehlen. Wenn Sie verstehen wollen, wie Erfolg in der Kunst entsteht, müssen Sie die Verbindungen zwischen Künstlern, Galeristen und Museen untersuchen. Wir haben die Ausstellungsbiografien von einer halben Million Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt analysiert. Erst in riesigen Daten entdecken Sie Sackgassen und die direkten Wege zum Ruhm, die den einzelnen Künstlern gar nicht bewusst sind –  

Sie wollten als junger Mann selbst Bildhauer werden. Hätte aus Ihnen auch ein Superstar werden können?

Mit 14 habe ich einen Monat als Assistent eines Künstlers in einem Renaissanceschloss in den Karpaten gearbeitet, eine sehr inspirierende Zeit. Aber in Transsilvanien, wo ich aufwuchs und von einem Leben als Bildhauer träumte, gab es kaum eine Szene. Die Galerien dort sind relativ abgeschnitten vom Zentrum der Kunstwelt. Mir war das damals nicht bewusst, aber in unseren Daten sieht man das jetzt sehr deutlich. Ein Basquiat hätte ich schon allein deswegen wahrscheinlich nicht werden können. Und weil ich in Physik besser war, habe ich die Kunst irgendwann aufgegeben. Was mir aber blieb, war das Interesse. Im Prinzip war es mein künstlerisches Auge, das mich dazu brachte, Netzwerke wie die in der Kunstwelt zu erforschen.

Wie kamen Sie dazu, Erfolg zu erforschen?

Über einen Misserfolg. Mein Labor hat einige Jahre lang Mobilfunkdaten ausgewertet. Wir wollten prüfen, ob sich aus Anrufen und Ortsdaten schließen lässt, ob irgendwo ein Unglück passiert ist, ein Unfall oder eine Naturkatastrophe zum Beispiel. Wir schrieben ein schönes Papier, auf das wir sehr stolz waren, aber leider war es ein Reinfall. Ein Jahr lang bemühten wir uns vergeblich um die Veröffentlichung. Am Ende erschien es in einer wenig prominenten Fachzeitschrift. Mein Kollege sagte: Egal, was wir als Nächstes machen, auf jeden Fall nicht noch mal was über Unglücke. Ich habe im Scherz geantwortet: Dann lass uns Erfolg erforschen.

Eine interessante Untersuchung – eine Ausstellung –  weiterlesen bei der SZ.


2. Cornelia Funke – „Geld ist die stärkste Droge der Welt“:

Ans Aufhören denkt Cornelia Funke, 62, noch lange nicht: „Ich kann ja auch nicht aufhören zu atmen. Ich würde auch noch schreiben, wenn kein Mensch meine Bücher lesen würde.Die Kinderbuchautorin Cornelia Funke zieht von Kalifornien zurück nach Europa. Im Gespräch erzählt sie, warum – und spricht über Existenzängste, falsche Künstlerklischees und die Wächter ihres Geldes – Interview von Elisa von Grafenstein und Vivien Timmler.

Während in Deutschland die Sonne untergeht, trinkt Cornelia Funke auf ihrer Avocado-Farm im kalifornischen Malibu ihren ersten Kaffee. Es ist kaum möglich, die Kinderbuchautorin zu einer anderen Tageszeit als am frühen Morgen zu erreichen – die Zeitverschiebung. Doch nicht mehr lange: Die 62-Jährige steckt mitten in den Planungen für einen Umzug, der vieles verändern wird.

SZ: Cornelia Funke, reden wir über Geld.

Cornelia Funke: Oh, Geld. Geld ist die stärkste Droge der Welt. Mit Geld vernünftig umzugehen, ohne dass man abhängig wird, ist sehr schwierig. Man muss es gehen lassen, sonst kann es einen ersticken.

Sprechen Sie aus eigener Erfahrung?

Nein, ich hänge nicht an Geld. Ich glaube an den Kreislauf des Geldes. Ich bin der festen Überzeugung, dass man es loslassen muss, um es auf andere, oft sehr interessante Weise wiederzubekommen.

Brauchen Sie viel Geld?

Nicht für mich, aber es hängen viele Menschen von mir ab. Ich habe eine Assistentin, eine Haushälterin, meine Schwester arbeitet für mich. Ohne die drei könnte ich nicht tun, was ich tue. Und ich unterstütze viele junge Künstlerinnen und Künstler, was mir sehr wichtig ist. Und viele Wohltätigkeitsorganisationen.

Das klingt sehr altruistisch.

Natürlich ist es ganz wunderbar, wenn ich mir meine teure Schokolade kaufen kann. Und es ist ganz wunderbar, wenn ich Business fliegen kann anstatt „Chicken Class“. Aber macht das die Welt irgendwie besser? Nein. Geld ist der Sprit, den du dir an der Tankstelle holst. Aber wo du damit dann hinfährst, das ist deine Entscheidung.

Und wohin fahren Sie?

Das kostbarste Geld ist für mich das, was ich an Stiftungen weitergebe. Wenn man das Glück hat, viel zu verdienen, kommt damit auch eine soziale Verantwortung. Es ist überhaupt nicht schlecht, wenn man reich wird, wunderbar! Aber man darf sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht entziehen. Deshalb werde ich im Sommer auch zurück nach Europa ziehen. Mir werden hier in Kalifornien die Kosten einfach zu hoch, das Geld will ich lieber für meine Stiftung nutzen.

Sie kommen nach 16 Jahren zurück nach Deutschland?!

Nein, nicht nach Deutschland, da war ich ja schon. Ich brauche immer etwas Neues. Ich ziehe im Juli nach Italien. Und in England will ich auch kaufen, ich wollte immer schon in England leben. Hier in Malibu habe ich vier Gästehäuser, in denen wechselnd junge Künstler leben, so ähnlich soll es in Italien auch sein – aber eben mit wesentlich niedrigeren Kosten.

Von was für Kosten sprechen wir?

Die Grundsteuer hier in Kalifornien ist so hoch, dass ich für das Grundstück und das voll abbezahlte Haus immer noch 4500 Dollar im Monat zahle. Dazu kommen 3000 Dollar für Wasser, ich habe ja zwei Hektar Land. Und auf der anderen Seite sind da die Feuer, die wir hier in Malibu permanent haben, und die große Dürre.

Was passiert mit Ihrem Anwesen?

Ich habe ein Angebot von einer Stiftung bekommen, die hier ein großes Projekt für Stadtkinder aufziehen will. Ihnen soll hier beigebracht werden, wie man gesunde Lebensmittel anbaut. Da habe ich spontan sofort Ja gesagt. Die Alternative wäre gewesen, dass ich in ein paar Jahren sage: Steuern, Wasser, Feuergefahr, ich kann diesen gewaltigen Ort als Kinderbuchautorin einfach nicht mehr finanzieren. Und dann müsste ich an jemanden verkaufen, der hier sein dickes, fettes Haus hinbaut und seinen Pool. Das will ich nicht.

Sie sind eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen der Welt und müssen trotzdem auf Ihr Geld achten?

Jeder sollte auf sein Geld achten! Ich könnte das schon weiter finanzieren, aber irgendwann müsste ich all meine Spenden aufgeben, und das ist für mich keine Option. Ich hatte das Glück, in meinem Leben viel Geld mit meiner Arbeit zu verdienen. Aber ich verdiene nicht mehr, was ich zu Hochzeiten verdient habe.

Was waren die Hochzeiten? Als Sie „Tintenherz“ geschrieben haben?

Ja, das war die Zeit der Trilogie. Da explodierte alles. Glücklicherweise habe ich mein Geld damals gut angelegt.

Und zwar?

Das verdanke ich alles meinen beiden finanziellen Beratern, Sonny und Samy. Die beiden sind ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, sie sind zu echten Freunden geworden. Ich nenne sie die guardians of my money, die Wächter meines Geldes. Wenn ich sage, ich will mein Geld nicht in Waffen- und Ölgeschäften haben, dann kann ich mich darauf verlassen. Sie legen mein Geld an, aber eben bewusst und nachhaltig, zum Beispiel in erneuerbare Energien. Und wenn ich ihnen sage, ich will zehn Prozent meines Einkommens spenden, dann können sie mir sagen, wie viel das ist.

Sie selbst wissen das gar nicht?

Nein. Ich habe alle drei Monate ein Meeting mit ihnen, da werden mir meine Zahlen vorgelegt. Was gerade passiert, was ich wo am besten anlege. Und sie erklären es mir so, dass ich es auch verstehe.

Wie viel verdient ein Autor an seinem Buch?

Wenn er oder sie einen guten Vertrag hat, sind es zehn Prozent. Also wenn das Buch zehn Euro kostet, kriegt er einen davon. Beim Bilderbuch sind es nur drei oder vier Prozent, weil man sich das Geld mit den Illustratoren teilt.

Und der Rest?

Die Agenten nehmen zwischen 15 und 20 Prozent, der Rest bleibt beim Verlag. Es ist sehr schwer, von Büchern zu leben.

Anfangs auch für sie?

Natürlich. Mein erstes Buch hat sich 8000 Mal verkauft. Ich musste vier im Jahr schreiben, um davon leben zu können. Die ersten zehn Jahre hatte ich Jobs nebenher, kein Wochenende, keinen Urlaub und keine freien Tage. Weiterlesen bei der SZ.

3.  Burkhard Balz, Vorstand der Deutschen Bundesbank – „Bargeld bleibt bestehen„.

Er erzählt im Interview, warum er immer ein paar Münzen in der Tasche hat und welche Vorteile ein digitaler Euro brächte.  Wie bei den meisten ist auch mein Zahlungsmittel der Wahl von der Situation abhängig. Ich zahle mittlerweile häufig mit Karte oder Smartphone. Das ist sehr bequem und geht schnell. Aber ich greife auch nach wie vor zum Bargeld. Ich habe immer ein paar Euro als „Vorsichtskasse“ in meinem Portemonnaie, denn eine Bargeldzahlung funktioniert eigentlich immer und ist nicht von Strom, Zusatzgeräten oder einer Internetverbindung abhängig.

SZ: Die EZB möchte den digitalen Euro einführen. Würden Sie den dann auch benutzen?

Zunächst muss erst noch die Entscheidung für den Euro-Raum getroffen werden. Wenn der digitale Euro dann kommt, werde ich ihn sicherlich auch nutzen. Spannend finde ich zudem die Diskussion, wie das digitale Portemonnaie aussehen wird. Da gibt es viele kreative Möglichkeiten, etwa in Form von smarten Uhren oder Armbändern oder auch Smartphones. Aber da ist dann auch der Markt gefragt.

Die Bahamas haben schon digitales Bargeld, den Sand-Dollar. Sollte uns das zu denken geben?

Nein, das muss es nicht. Ich fand es eher sympathisch, dass die Bahamas vorneweggelaufen sind. Wir haben das interessiert beobachtet. Aber es ist auch so, dass die Bahamas in der Weltwirtschaft eine überschaubare Rolle spielen.

Sand-Dollar klingt cool. Wie nennen Sie das Geld der Zukunft?

Wir sagen „digitaler Euro“. Oder noch kürzer: der „Digital Euro“. Wenn ich mir etwas zu dem Thema notiere, kürze ich es immer mit „D €“ ab. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird es vermutlich einfach beim Begriff „Euro“ bleiben. Auch bei der digitalen Währungsvariante baut man auf das Vertrauen der Menschen in die Währung insgesamt.

Ist der digitale Euro für Verbraucher gedacht, die keine Lust mehr haben auf Bargeld?

Bürger und Unternehmen könnten den digitalen Euro in nahezu allen Bereichen einsetzen. Mit klassischem Bargeld kann man im Internet eigentlich nicht bezahlen, auch bei Zahlungen zwischen Einzelpersonen über Ländergrenzen hinweg ist Bargeld keine geeignete Alternative. Der digitale Euro sollte diese Vorteile gegenüber dem Status quo bieten.

In welchen Situationen würden Sie zum digitalen Euro greifen – und wann weiterhin zum Schein oder zur Karte?

Das kommt natürlich auch auf die Ausgestaltung an. Darüber diskutieren wir derzeit intensiv im Euro-System. Ich würde mich freuen, wenn der digitale Euro so einfach zu nutzen wäre, dass ich gar nicht darüber nachdenken müsste, wie ich bezahle, sondern einfach bequem zu meinem Smartphone oder einem anderen Endgerät greife. Ich bin mir aber auch sicher: Die tatsächliche Nutzung wird sich nicht genauso entwickeln, wie man es sich vorstellt. Das war im Bereich von Innovationen schon immer so. Um den digitalen Euro bildet sich hoffentlich ein aktives Ökosystem, das neue Lösungen entwickelt, an die wir heute noch gar nicht denken, und damit einen Mehrwert für Nutzer schafft.

Die Menschen bezahlen seit Ewigkeiten in bar oder mit Karte, und das funktioniert sehr gut. Wozu dann das digitale Bargeld?

Wir leben in einer Welt, die immer digitaler wird, und den Geldbereich kann man da nicht ausnehmen. Deshalb ist es wichtig, sich mit diesem Schritt auseinanderzusetzen. Eine Mehrheit von Zentralbanken weltweit tut das. Für mich ist entscheidend, dass das Vertrauen der Menschen in klassisches Bargeld auch auf eine digitale Variante des Euro übertragen werden könnte. Der digitale Euro wäre ein Angebot der Zentralbank an die Bürger, Zentralbankgeld nicht nur physisch aus dem Portemonnaie, sondern auch über digitale Kanäle verwenden zu können.

Aber warum sollte der Kunde überhaupt mit digitalem Bargeld bezahlen? Er könnte die Rechnung doch wie heute üblich via Paypal über das Girokonto begleichen.

Paypal ist als Zahlungsdienstleister zwischengeschaltet. Dieser Umweg könnte dem Kunden mit einem digitalen Euro erspart bleiben – weiterlesen bei der SZ.

4. Alexander Krist – der Magier -„ Geld fasziniert die Zuschauer besonders“.

Als der Magier Alexander Krist vor 13 Jahren sein kleines Theater eröffnete, schwärmte sogar die Fachpresse in Amerika. Ein Gespräch über Magie aus nächster Nähe, unbezahlte Mieten und die nötige Ausdauer für gute Zaubertricks.

Statt seiner üblichen Arbeitskleidung, Anzug und Krawatte, trägt Alexander Krist, 45, an diesem Vormittag in seinem Theater „Kristelli“ am Fuß des Münchner Olympiabergs Jeans und Sweatshirt. Energiegeladen umrundet er Stühle und Tische auf dem Weg zur Bühne, führt zu einem silbern glitzernden DeLorean DMC-12, Leinwand-Held in dem Kinohit „Zurück in die Zukunft“. Ein passendes Gefährt für einen Zauberer, dachte sich Krist. In dem Auto sollen die Zuschauer in Krists neuer Show auf Zeitreise gehen können. Doch die muss noch warten.

SZ: Herr Krist, reden wir über Geld. Sie lassen Geldscheine in Eiern auftauchen, Münzen verschwinden und zaubern sich oder anderen das perfekte Pokerblatt auf die Hand: Bedient das Spielen mit Geld heimliche Träume der Zuschauer?

Alexander Krist: Auf alle Fälle ist das so. Geld fasziniert die Zuschauer besonders. Nehmen wir das Kunststück mit dem 50-Euro-Schein, den ich mir bei einem Gast ausleihe. Das ist ein Betrag, der gerade noch verschmerzbar ist, sollte der Schein verloren gehen. Aber es ist auch keine Lappalie wie ein oder zwei Euro. Bevor ich ihn verschwinden lasse, notiere ich seinen Namen darauf. Sie können sich sicher sein, dass Sie keinen aufmerksameren Gast als ihn oder sie in den nächsten zwei Stunden haben – bis ich den Schein am Ende der Show wieder auftauchen lasse.

Tatsächlich in einem Ei. Das ist ein Kunststück, das einzigartig ist, oder?

Es gibt noch jemanden in Japan, der das zeigt, ich habe es nur in einem Video gesehen und ihn angeschrieben. Aber er wendet eine andere Technik an.

Das heißt, Sie haben diesen Trick ganz individuell entwickelt?

Er ist eine Weiterentwicklung des Klassikers „Geldschein in Zitrone“, der immer mal wieder von Magiern vorgeführt wird. So auch von mir in meinem Zaubertheater. Eine Zuschauerin brachte mich auf die Idee, den Trick mit einem Ei zu versuchen.

Wie lange haben Sie an ihm gearbeitet?

Zusammen mit meinem Entwicklerteam habe ich insgesamt 18 Monate gebraucht. Erst haben wir die Technik ausgetüftelt, dazu kam die Zeit, um den Trick einzuüben, damit ich ihn perfekt vorführen kann.

Die Annahme, dass ein Zaubertrick kostengünstig in der Herstellung ist, weil man nur ein paar Dinge wie ein Ei, Münzen oder Geldscheine zur Hand haben muss, stimmt also nicht?

Keinesfalls. Denn ich muss mein Team bezahlen und natürlich meine eigene Arbeitszeit mit einberechnen. Und dann ist da noch das Risiko, dass eine Idee letztendlich nicht umsetzbar ist.

Das ist Ihnen auch schon passiert?

Oh ja. Ich hatte beispielsweise einmal die Idee, dass es schön sein könnte, wenn man einen Ring, den man sich bei einem Zuschauer ausleiht, in einem Glas wieder auftauchen lässt. Also wirklich in dem Glas, beispielsweise integriert im Stiel. Ich bin mit meinem Team über Monate herumgereist, habe alle möglichen Glashersteller-Firmen und Glasbläser besucht, ihnen meine Idee vorgetragen und nach Wegen gesucht, um sie zu realisieren. Aber vergeblich. Ich musste einsehen, dass das technisch nicht möglich ist.

Da ist es sicherlich kostengünstiger, Tricks von anderen Magiern zu kaufen. Haben Sie das schon gemacht?

Nein. Aber es gab schon den Fall, dass ich mit einem Magier in Amerika, der auf meinem Niveau war und dessen Vorführung ich spannend fand, Kontakt aufgenommen habe. Wir sind dann übereingekommen, unsere Kunststücke zu tauschen.

Sie betreiben auch eine Zauberschule. Dort verraten Sie aber schon die Funktionsweise von Kunststücken, oder?

Richtig. In der Zauberschule geht es ja um die Grundlagen der handgemachten Kunststücke. Wie in jedem Zauberkasten oder Zauberbuch wird dabei auch verraten, wie diese Tricks konkret funktionieren.

Zieht man sich so nicht die eigene Konkurrenz heran?

Kaum. Es ist genauso, als wenn Sie sich ein Klavier in die Wohnung stellen und meinen, damit wären Sie jetzt eine Pianistin. Um Spielen oder zaubern zu können, muss man üben, üben, üben, und das mehrere Stunden am Tag. Darin sind sich meine Frau, die Pianistin ist, und ich sehr ähnlich. Aber dazu sind die wenigsten bereit.

Wann entstand bei Ihnen der Wunsch, Zauberkünstler zu werden? Weiterlesen bei der SZ.

5. Anselm Grün – der Mönch – „Geld gefährdet die innere Freiheit“.

Der Mönch und Bestsellerautor Anselm Grün über moderne Ängste, schlechte Vorgesetzte – und warum er von seinen Millioneneinnahmen keinen Cent behält. Chefzimmer sehen anders aus. Das Büro von Pater Anselm Grün im Kloster Münsterschwarzach ist weder groß noch aufgeräumt. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich Papiere. In der Ecke stapeln sich seine millionenfach verkauften Lebensratgeber. Grün scheint tiefen inneren Frieden gefunden zu haben. Gelassen beantwortet er Fragen zu Aggressionen, Sexualität und seinen riskanten Spekulationen.

Süddeutsche Zeitung: Pater Grün, reden wir über Geld. Wissen Sie, wie viel Umsatz Sie in Ihrem Leben gemacht haben?

Anselm Grün: Oh, schwer zu sagen. Ich habe bis heute so um die 15 Millionen Bücher verkauft …

SZ: Dann haben Sie weit mehr als 100 Millionen Euro umgesetzt.

Grün: Ja, wahrscheinlich.

SZ: Sie verkaufen in Deutschland mehr Bücher als Günter Grass oder der Papst. Sie müssten Multimillionär sein.

Grün: Ich besitze nichts. Ich habe als Benediktinermönch Armut gelobt. Das Geld gehört der Abtei.

SZ: Gibt es nicht mal Taschengeld?

Grün: Doch, wie die anderen Mönche bekomme ich ein wenig Urlaubsgeld. Wenn ich unterwegs zu meinen Vorträgen bin, genehmige ich mir manchmal einen Cappuccino in der Raststätte. Das ist mein Luxus. Aber ich gebe keine 50 Euro Bargeld im Monat aus.

SZ: Geld reizt Sie nicht?

Grün: Geld, das mir gehört? Überhaupt nicht. Ich sehe, wie das Geld viele Menschen hart macht. So will ich nicht werden. Geld gefährdet die innere Freiheit. Eigentlich könnten Menschen mit viel Geld sorglos und frei sein. Aber oft kreisen gerade reiche Leute mit ihren Gedanken immer nur ums Geld. Es gibt Reiche, die glücklich sind, natürlich. Aber das sind die, die innerlich frei von diesem Reichtum sind.

SZ: Wie kaufen Sie Kleider oder Möbel?

Grün: Wenn ich eine Kutte oder Wäsche brauche, gehe ich in die Kleiderkammer. Als ich neulich meinen alten Kulturbeutel am Flughafen vergessen hatte, haben mir meine Geschwister einen neuen geschenkt. Und Möbel passen in meine Zelle ohnehin kaum. Die hat weniger als 20 Quadratmeter. Das ist manchmal ein Nachteil. Vor allem, wenn ich ein Buch schreibe. Da stapelt sich überall Papier.

SZ: Und Ihr Auto?

Grün: Ich kaufe immer für 8000, 9000 Euro einen Unfallwagen und fahre ihn, bis es nicht mehr geht. Im Augenblick fahre ich einen Golf mit 240000 Kilometern auf dem Buckel.

SZ: Hm. Hunderte Kilometer unterwegs zu Vorträgen in einer alten Kiste und Sie behaupten, das nervt nicht?

Grün: Manchmal nervt es schon. Aber ich will nichts Besseres sein als meine Mitbrüder.

SZ: Es durchzuckt Sie nie der Gedanke: Mensch, Du könntest ein schönes Haus besitzen, reisen, wohin Du willst?

Grün: Ach, Luxus ist für mich keine Versuchung. Manchmal laden mich Bankvertreter oder Manager zum Essen ein, das ist dann gut und teuer, aber oft fühle ich mich unwohl und denke: Da würdest Du alleine nie hingehen. Da kostet allein die Nachspeise 12 Euro. Es ist lecker, aber einfach übertrieben.

SZ: Was macht Sie glücklich, wenn es nicht Geld und Luxus sind?

Grün: Ich bin glücklich, wenn ich Menschen durch Bücher, Vorträge, Gespräche Wege weisen kann. Und wenn ich spirituelle Erfahrungen mache, wenn ich Gott suche und in der Stille einen tiefen inneren Frieden spüre.

SZ: Sie schreiben, Sexualität und Aggression seien die wichtigsten Lebensenergien. Wie kommen Sie damit klar, als Mönch beides zu unterdrücken?

Grün: Es gibt ja immer die Vorstellung, wir Mönche müssten unsere Sexualität unterdrücken. Ich lasse sie in meine Kreativität fließen.

SZ: Und das reicht, Sie haben kein Bedürfnis nach Sexualität?

Grün: Nach Sexualität nicht, nur manchmal nach Zärtlichkeit.

SZ: Sie sind mit ihren Büchern extrem erfolgreich. Warum?

Grün: Ach, wenn ich das so genau wüsste. Ich treffe, glaube ich, die Emotion vieler Leser, meine Sprache bewertet nicht und drängt nichts auf. Ich gaukle keine heile Welt vor. Und dann hat die christliche Spiritualität auch eine eigene Kraft, und die versuche ich, den Leuten zu erschließen. Dass ich da erfolgreich bin, freut mich schon. Da gönne ich mir manchmal eine kleine Eitelkeit und genieße die Anerkennung – weiterlesen in der SZ.


6. Tom Hillenbrand – „Über Bankberater kann man nichts Gutes sagen“.

Tom Hillenbrand, 48, schreibt seit zehn Jahren kulinarische Krimis und Thriller über Technologiethemen. Seit er dafür seine Festanstellung bei einem Medienhaus aufgab, wird er auf Partys schief angeschaut – und ist überzeugt, dass die Berufsbezeichnung „Autor“ für viele Menschen so viel bedeutet wie „arbeitsloser Penner“.

Tom Hillenbrand, reden wir über Geld. Ihr neuer Roman „Montecrypto“ handelt von Kryptowährungen wie Bitcoin. Selber schon was angelegt?

Tom Hillenbrand: Ja! Weniger aus Überzeugung, sondern um es zu verstehen. Bitcoin, Ethereum, Dogecoin …

SZ: … was ist das bitte?

Hillenbrand: Eine Quatschwährung, die einer startete, um zu beweisen, dass Krypto Quatsch ist. Seit Elon Musk sie erwähnt, läuft sie aber super. Für mich jedenfalls.

SZ: Was heißt das?

Hillenbrand: Ich hab‘ für 600 Euro gekauft, zeitweise waren sie 7000 Euro wert. Ich kann mal gerade reingucken, wo sie stehen. Das ist immer spannend. Anders als eine Daimler-Aktie können sie doppelt so viel wert sein wie gestern. Oder halb so viel.

SZ: Und wie lief’s mit Bitcoin?

Hillenbrand: Da hatte ich für 3000 Euro gekauft. Der Kurs stieg, dann schmierte er ab. Als er wieder stieg, verkaufte ich für 7000 Euro und bezahlte damit die neue Einbauküche, für die brauchte ich gerade Geld. Heute ärgere ich mich, weil der Kurs danach so hochging, dass noch ein Auto drin gewesen wäre.

SZ: Gegen das Auf und Ab bei Kryptowährungen ist jede Achterbahn eine Schnecke. Eine seriöse Anlage?

Hillenbrand: Bitcoin ist nur was für Zocker. Oder für Leute mit Spielgeld.

SZ: Der Kurs verdreifachte sich bis April auf 60 000 Dollar, dann halbierte er sich.

Hillenbrand: Da fallen viele Kleinanleger auf die Nase. Wenn es gut läuft, steigen Bitcoin, weil sie steigen. Das ist der einzige Grund. Mich erinnert das an meinen Job bei einem Finanzmagazin, beim Hype um die Aktien am Neuen Markt. Wir nannten das Investmentporno: Geile heiße Aktien, jetzt noch heißer. Der Bitcoinwahn klingt für mich wie 1999. Der Aufwärtstrend ist intakt bla, bla …

SZ: … bis die Kurse abrauschen. Damals wie heute kriegen unerfahrene Privatanleger das geile heiße Zeug von ihren Banken.

Hillenbrand: Herr Pasellacki geht zu seinem Berater und sagt: Was ist mit diesem Bitcoin? Über Bankberater kann man nichts Gutes sagen. Die interessieren sich nur für Gebühren. Wenn alle Bitcoin wollen, verkaufen sie die, so wie einst die Geschäftemacher im Goldrausch die Hacken und Schaufeln.

SZ: Wie sparen Sie?

Hillenbrand: Ich kaufe schwerpunktmäßig Aktien. Wichtigste Anlageregel: Nie mit einem Bankberater reden. Das brachte mir mein Vater bei, Finanzvorstand bei der Brauerei, die Astra und Jever herstellte.

SZ: Sie haben für Ihren neuen Thriller in der Szene recherchiert. Wer ist der typische Bitcoin-Fan?

Hillenbrand: Die sichtbarste Gruppe sind Typen, die von dicken Autos träumen. Andere sehen so aus, als kämen sie aus Woodstock. Die reden in einem Atemzug über Buddhismus und Bitcoin. Beides soll die Welt verbessern – weiterlesen in der SZ.


7. Fränzi Kühne, die einst jüngste Aufsichtsrätin Deutschlands,

hat prominenten Männern Fragen gestellt, die normalerweise nur Frauen zu hören bekommen. Ein Gespräch über Männer an der Macht, Gründen mit 25 und die Frage, wie man richtig kündigt.

Fränzi Kühne, 38, hat mit 25 mit zwei Freunden die digitale Beratungsagentur TLGG gegründet und groß gemacht. Im vergangenen Jahr im Februar verließ sie dann die Agentur. Erstmal, um auf Weltreise zu gehen. Ein Plan, den Corona zunichtemachte. Also schrieb sie ein Buch. Sie stellte dafür prominenten Männern wie Joe Kaeser oder Heiko Maas all die Fragen, die sonst nur Frauen gestellt werden. Nach Kleidung, Kindern und Gefühlen.

SZ: Fränzi Kühne, reden wir über Geld. Sie befinden sich ja mit 38 Jahren im Vorruhestand.

Fränzi Kühne: Ha! Das gefällt mir. Aber so fühle ich mich nicht. Ich habe vor über einem Jahr bei TLGG aufgehört und wollte eigentlich auf Weltreise gehen mit meiner Familie, was dann wegen Corona nicht ging. Dann habe ich ein Buch geschrieben. Und ich mache noch freie Beratung für Unternehmen, halte Vorträge und bin in zwei Aufsichtsräten. Ich würde mir etwas mehr Vorruhestand wünschen.

Das letzte Jahr ist ganz anders gelaufen als Sie sich das vorgestellt haben. Wie lange tat das weh?

Lange. Ich bin im Februar 2020 raus und dachte, das ist toll, ich bin die Einzige, die in einem Ausnahmezustand ist und machen kann, was sie will. Und im März waren alle im Ausnahmezustand. Die ganze Welt! Das hat mich geärgert, weil ich das für mich exklusiv haben wollte. Ich habe dann Rezepte ausprobiert, den Keller ausgeräumt und gelernt, wie ich mir Sommersprossen schminke. Dann war mir wieder langweilig.

Hat sich während Corona Ihr Blick auf die Unternehmen verändert?

Nein. Aber ich bin froh, dass sie einen Sprung um zehn Jahre nach vorne gemacht haben, was die Digitalisierung und die Flexibilisierung der Arbeitswelt angeht. Das ist vermutlich das einzig Positive an Corona. Plötzlich sind eine Aufsichtsratssitzung und eine Hauptversammlung virtuell möglich – das war vorher undenkbar. Und Unternehmen merken, dass nicht immer alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter da sein müssen.

Hätten Sie das den deutschen Unternehmen zugetraut?

Ganz ehrlich? Nein. Dieser Druck, der durch Corona entstanden ist, ist genau das, was die Unternehmen gebraucht haben. Digitalisierungs-Themen haben es hierzulande sehr schwer, weil es den Unternehmen noch zu gut geht, um sich verändern zu müssen.

Sie haben sehr jung gegründet. Hatten Sie Angst, zu scheitern?

Wenn man mit 25 gründet, ist man für niemanden und nichts verantwortlich. Man ist nur da, um zu arbeiten, um leidenschaftlich das zu machen, wofür man brennt. Für mich war das Social Media. Wenn das nichts geworden wäre, hätte ich weiter Jura studiert und wäre Kriminalkommissarin geworden. Hoffentlich (lacht).

Haben Sie finanziell irgendwas riskiert?

Nein. Wir drei Gründer mussten nur das Stammkapital von je 2500 Euro einzahlen.

Und dann?

Habe ich Tag und Nacht gearbeitet. Ich habe gar nicht unterschieden zwischen Arbeit und Freizeit. Ich habe mit meinem Mitgründer Christoph Bornschein in einer WG zusammengewohnt, uns sind auch beim Fernsehschauen Ideen gekommen. Mit 25 hat man so viel Energie, da muss man arbeiten. Diese Kraft ist dann irgendwann nicht mehr so da, mit Mitte 30.

Was macht eine gute Gründerin aus?

Wichtig ist, mit Leichtigkeit an die Dinge heranzugehen. Und die Leidenschaft für das Produkt. Nicht immer das Schlimmste anzunehmen. Mutig sein würde ich da gar nicht mit reinnehmen, ich habe es nicht als mutig empfunden, zu gründen.

Wie war das, plötzlich Unternehmerin zu sein?

Das war ja nicht plötzlich. Man wacht nicht auf und ist verantwortlich für 200 Leute. Das passiert Stück für Stück. Wir haben viel aus dem Bauch heraus gemacht und da sind natürlich Fehler passiert. Ich erinnere mich noch an meine erste Kündigung. Ich habe viel zu viel rumerzählt. Der Mitarbeiter unterbrach mich dann und sagte: „Du willst mich jetzt aber hier nicht kündigen, oder?“ Und ich so: „Doch.“ Das war eine Vollkatastrophe.

Wie kündigt man richtig?

Man labert nicht rum, sondern sagt direkt zu Beginn: „Hallo. Wir sitzen hier heute zusammen, weil wir uns trennen werden.“ Man muss dabei immer im Hinterkopf haben, dass für den oder die gegenüber jetzt alles vorbei ist und er oder sie dabei viele Formen der Wut und Trauer durchlebt. Das muss man akzeptieren und sich nicht rechtfertigen.

Ist Gründen in Deutschland schwieriger als in anderen Ländern?

Ja. Das hängt viel mit der Kultur des Scheiterns zusammen. Und dass in der Erziehung sehr auf Sicherheit gegangen wird.

Wie war das bei Ihnen im Elternhaus?

Meine Eltern kommen aus Ostberlin und haben nach der Wende gleich die Chance gesehen, sich selbständig zu machen. Sie haben eine kleine Werbeagentur gegründet. Ich habe vorgelebt gekriegt, dass es cool ist, selbständig verantwortlich zu sein.

Bei der Wende waren Sie sieben. Viele Menschen haben unter diesem Bruch auch gelitten.

Ich habe nicht wirklich verstanden, was passiert ist, aber mir wurde vermittelt, dass das für uns positiv war. Auf einmal konnten die Verwandten, die vorher nur Westpakete verschickt hatten, zu uns kommen und wir zu ihnen. Ich hatte das Gefühl, uns steht die Welt offen. Wir haben tolle Reisen gemacht, nach Florida zu Disney World und so. Dieser Umgang mit Veränderungen hat mich sehr geprägt.

Menschen aus Ostdeutschland oder mit Migrationsgeschichte, Frauen und vielfältigere Menschen aller Art fehlen in deutschen Unternehmen. Warum?

Man kann das runterbrechen auf den Moment, in dem es darum geht, Macht abzugeben. Kein Mann, der mir bislang begegnet ist, sagt, dass er gegen Gleichberechtigung ist. Aber wenn sie dann nicht mehr den Thomas neben sich sitzen haben, der an genau derselben Stelle lacht, sondern vielleicht eine Frau, die anders argumentiert, wird es unbequemer für sie. Wenn man anerkennt, dass Diversität für bessere Ergebnisse sorgt, muss man aus der Komfortzone raus – weiterlesen in der SZ.


 

Die Reihe wir fortgesetzt!


Überblick zu „DIGITALEN WÄHRUNGEN“.

1. Bitcoin & Co.. 

2. Wenn, Staaten auf den Digitalen-Währungs-Geschmack kommen.


Wer das Bargeld abschaffen will, der hat nicht mehr alle Latten am Zaun.“ Dirk Müller.

 

 

System-Schöpfung, der siebte höchste Grad vom Gelde.

Die gewaltigen Ausmaße des Mailänder-Doms setzen sich in seinem Inneren fort. Der 45 m hohe fünfschiffige Kirchenbau wird von 52 gewaltigen, mit Skulpturen verzierten Säulen gestützt und der endlos lange Gang mit einem kostbaren Boden aus Marmor und Stein zum Altar von prachtvollen Gemälden flankiert. Das Licht, das durch die 20 m hohen Buntglasfenster fällt, verleiht dem prachtvollen Dom eine ganz besondere Atmosphäre. In den Seitenschiffen sind die Taufkapelle, prachtvolle Seitenaltäre aus den vergangenen Jahrhunderten und zahlreiche Sarkophage von Heiligen und Stiftern zu sehen.

 

Innovation, der sechste Grad vom Gelde.

Gedanken und Gefühle eine Einheit, der fünfte Grad vom Gelde.

Natur-Gesetz-Mäßigkeiten, der vierte Grad vom Gelde.

Zeit, der dritte Grad vom Gelde.

Leistung und Quittung, der zweite Grad vom Gelde.

 

Materialwert, der erste Grad vom Gelde.

G.E.L.D.

Im Wesen des GELDES vollumfänglich i.S. von Tugenden verstanden, vereinen sich die sieben Erbsünden als kreativer Gegenpol zu den Tugenden.
Mit richtigen, guten und klaren Spielregeln ist es ein Wettbewerb um GÜTE.
Verbunden mit schlecht und gering ist es die Konkurrenz, das heutige Verständnis vom Geld.

Mit Gewissen und hoher Genauigkeit regiert die Welt das GELD.
Mit Liebe und akzeptabler Genauigkeit regiert das Geld die Welt

Das Wesen des Geldes lässt sich aus heutiger Sicht in den nachfolgenden 10 Thesen aufzeigen. Die Schlussfolgerungen für die Wirtschaft im Speziellen sowie die Gesellschaft im Allgemeinen können den Blick schärfen und lassen „blinde Flecken“, die zurzeit unsere Urteilskraft schwächen, verschwinden und ein anderes Bewusstsein hat, die Möglichkeit sichtbar zu werden.

  1. Wenn Geld im Kern als Ware verstanden wird, kommt es auch in Demokratien dazu, dass der größte Teil des Volkes durch schleichende Enteignung ärmer wird und die Armen noch ärmer. Auf der anderen Seite werden die Reichen durch „Raub“ noch reicher. Dies kann langfristig nur dazuführen, dass Währungsreformen in verschiedenen Ausprägungen stattfinden und/oder soziale Unruhen bis hin zu Revolutionen ausbrechen.
  2. Ein richtiges Verständnis von Geld, Reichtum und Vermögen, verbunden mit fairem Umgang und Handel, führt zum Wohlstand für ALLE, die etwas leisten. Ein falsches Verständnis führt zu Unrecht an den Bürgern.
    In Bezug auf den Bürger gilt diese Wertschöpfungskette: Abgeben – Machen – Macht – Können – Kunst – Verantwortung – Konsequenzen – Demut.
  3. Geld ist für die materielle Ebene das, was auf der immateriellen die Menschenrechte sind:  Richtig verstanden ist es ein Vertrauens- und Freiheitsrecht, das wir gewähren können; um das wir manchmal ringen müssen und für das es sich vor allem einzusetzen gilt.
  4. Voraussetzung für vorgenannte These ist das Selbst-Wert-Gefühl, das durch Anerkennung und Wertschätzung seiner selbst und anderer genährt und gebildet wird.
  5. Banken und Zentralbanken könnten ihrer eigentlichen Aufgabe gerecht werden. In der Antike hat es der Philosoph Aristoteles auf den Punkt gebracht: „An sich ist (Papier)Geld in Ordnung, vorausgesetzt unsere Obrigkeit ist perfekt und die Könige verfügen über eine göttliche Intelligenz.“ Die Kraft, die sich daran ausrichtet, ist die monetative Kraft, am teilweisen Vorbild der Deutschen Bundesbank.
  6. Geld drucken durch Zentralbanken führt ab einer klar zu definierenden Grenze zu „Falschgeld“ und vernebelt den Blick für die Realität.
  7. Die Ökonomie entwickelt sich zu einer „Weltreligion“, ohne dass es die meisten bemerken. (Walter Benjamin)
  8. Der Finanzmarkt bedient sich dieser Tatsache und läßt durch Lobbyarbeit Politik (von der Legislativen bis zur Exekutiven) mithilfe der Zentralbanken, Ratingagenturen und Wissenschaftler an einem „Götzenglauben“ festhalten, um ihrer Geld- und Geltungssucht, immer wieder neue Nahrung zu geben. Das  Ziel, den „Gläubigen“ seiner Sparguthaben zu berauben. Dabei bedienen sie zusätzlich der gleichen Mittel, wie vor ihnen die Kirche.
  9. Ein Finanzmarkt heutiger Prägung wäre durch die bisher aufgeführten Thesen nicht möglich, da Geld das Recht ist, sich Waren aus dem Markt zu nehmen und der Kredit die Kreativität zur Umsetzung derselben fördern soll. Mit entsprechender Haftung versteht sich.
  10. Nur die Politik kann dieses Unrecht verhindern, indem der gewählte Politiker unabhängig ist und Rahmenbedingungen schafft, die eine Entwicklung des Menschen, einer Gruppe und der Gesellschaft entsprechend fördert, in der Leistung anerkannt und entsprechend entlohnt wird.

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