Unter dem Begriff der expliziten Schulden werden alle in verbriefter Form ausgestellten Verbindlichkeiten der öffentlichen Gebietskörperschaften (z.B. Kommunalanleihen, Bundesanleihen) zusammengefasst.
Ein weiterer Ansatz zur Abgrenzung des Begriffs der expliziten Schulden besteht darin, unter die expliziten Schulden all jene Verbindlichkeiten fallen zu lassen, die in der amtlichen Schuldenstatistik erfasst werden. Zu den expliziten Schulden zählen in diesem Falle, insbesondere die Schulden beim öffentlichen Bereich und die Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich. Zusätzlich werden auch die kreditähnlichen Rechtsgeschäfte und die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung schuldenstatistisch abgebildet und können hinzugerechnet werden – Gegensatz: implizite Schulden und Generationen-Bilanz – Implizite Verbindlichkeiten bzw. Schulden sowie ein Artikel dazu: „System-Körper-Sprache Geld- und Wirtschaftslage”.
Weiterführende Artikel:
1. Die Finanzmarktkrise im Spiegel der Bankbilanz.
2. Kreditaufnahme des Bundes und seiner Sondervermögen.
3. Wie finanzieren wir die Corona-Schulden?
Versuch einer „richtigen“ Antwort auf eine „falsche“ Frage aus Sicht der Modern Monetary Theory.
Den Schulden – siehe weiter unten, steht das Welt-BIP gegenüber – als Vergleich im privaten Haushalt,
ist es das regelmäßige Familien-Einkommen.
Definition: Was ist „Bruttoinlandsprodukt (BIP)“?
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst die Produktion von Waren und Dienstleistungen im Inland nach Abzug aller Vorleistungen. Es ist in erster Linie ein Produktionsmaß. Das Bruttoinlandsprodukt errechnet sich als Summe der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche zuzüglich des Saldos von Gütersteuern und Gütersubventionen.
Im Link sehen Sie die vollständige Liste.
Länder nach Bruttoinlandsprodukt (Schätzung des IWF) | |||
---|---|---|---|
# | Land | BIP (nominal) Mio. US-$ (2021) |
Veränderung zum Vorjahr |
— | Welt: | 97.076.276 | 10,7 % |
1 | ![]() |
22.996.075 | 10,1 % |
2 | ![]() |
17.744.640 | 19,4 % |
3 | ![]() |
4.932.556 | −2,0 % |
4 | ![]() |
4.262.767 | 9,7 % |
5 | ![]() |
3.187.626 | 15,5 % |
6 | ![]() |
3.176.296 | 19,1 % |
7 | Frankreich A2 | 2.957.425 | 12,2 % |
8 | ![]() |
2.101.275 | 11,1 % |
9 | ![]() |
1.988.336 | 20,8 % |
10 | ![]() |
1.810.966 | 10,1 % |
11 | ![]() |
1.778.530 | 19,8 % |
12 | ![]() |
1.635.255 | 20,4 % |
13 | ![]() |
1.608.080 | 11,0 % |
14 | ![]() |
1.589.869 | 63,7 % |
15 | ![]() |
1.426.224 | 11,4 % |
16 | ![]() |
1.297.661 | 19,1 % |
17 | ![]() |
1.187.319 | 11,8 % |
18 | ![]() |
1.013.520 | 11,5 % |
Zusätzliche Parameter zur Lagebeurteilung – 7 Risiken:
1. Geldmenge?
Was wird darunter verstanden und wie wird unterschieden?
Die Abstufung der Geldmengenbegriffe erfolgt in der Praxis an der Nähe der einzelnen Bestandteile zum Bargeld – also der Liquidität. Dabei werden weltweit ähnliche, jedoch nicht einheitliche Abgrenzungen genutzt. Innerhalb der EU, also im Europäischen System der Zentralbanken, werden folgende Geldmengenbegriffe benutzt:
Geldmenge M0
Die Geldmenge M0 wird auch als Geldbasis bezeichnet. Sie umfasst alle sich außerhalb des Bankensystems in Umlauf befindlichen Münzen und Scheine. Kassenbestände der Geschäftsbanken sind nicht eingeschlossen, dafür aber Bargeld, welches sich außerhalb der Eurozone im Umlauf befindet.
Geldmenge M1
Die Geldmenge M1 enthält die Geldmenge M0 sowie täglich fällige Einlagen (Sichtguthaben auf dem Girokonto, Tagesgeld). Sie beinhaltet also Komponenten, die direkt im Zahlungsverkehr verwendet werden können.
Geldmenge M2
Die Geldmenge M2 umfasst die Geldmenge M1 zuzüglich Einlagen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren sowie Einlagen mit dreimonatiger vereinbarter Kündigungsfrist (Termingeld, Festgeld, Sparbriefe bis zwei Jahre Laufzeit sowie Sparbücher).
Geldmenge M3
Die Geldmenge M3 umfasst die Geldmenge M2 zuzüglich Repo-Geschäften und Geldmarktfonds sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren.
Target 2.
2. TARGET2 …
… ist ein Zahlungsverkehrssystem, über das nationale und grenzüberschreitende Zahlungen in Zentralbankgeld schnell und endgültig abgewickelt werden. Über TARGET2 fließen pro Tag im Durchschnitt rund 350.000 Zahlungen im Wert von rund 1,7 Billionen Euro. Während eines ganzen Jahres werden von TARGET2 knapp 90 Millionen Zahlungen in einem Gesamtwert von rund 430 Billionen Euro abgewickelt. Diesen Transaktionen können ganz unterschiedliche Geschäfte zugrunde liegen. Denkbar sind unter anderem die Zahlung einer Warenlieferung, der Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, die Gewährung oder Rückzahlung eines fälligen Darlehens, die Geldanlage bei einer Bank und vieles mehr.
Das Individualzahlungssystem des Eurosystems operiert auf einer gemeinsamen Plattform, besteht aber rechtlich gesehen aus mehreren Komponentensystemen, die von den nationalen Notenbanken beziehungsweise der EZB betrieben werden.
Bei einer grenzüberschreitenden Transaktion etwa aus Frankreich nach Deutschland (z. B. als Bezahlung eines Imports) sind daher sowohl die Banque de France als auch die Bundesbank betroffen. Zunächst belastet die in Frankreich ansässige Geschäftsbank des französischen Käufers das Konto ihres Kunden und reicht eine Überweisung an eine in Deutschland ansässige Geschäftsbank des deutschen Verkäufers in TARGET2 ein. Die Banque de France belastet das TARGET2– Konto der französischen Geschäftsbank bei ihr und verbucht eine Verbindlichkeit gegenüber der Bundesbank. Die Bundesbank wiederum verbucht eine Forderung gegenüber der Banque de France und schreibt den Betrag dem TARGET2-Konto der deutschen Geschäftsbank gut. Diese verbucht den Geldeingang letztendlich auf dem Konto des deutschen Verkäufers.
Am Ende des Geschäftstages werden alle innertäglichen bilateralen Verbindlichkeiten und Forderungen automatisch in einem multilateralen Verrechnungsverfahren zusammengeführt und auf die EZB übertragen (Novation), sodass nur noch eine einzige Verbindlichkeit oder Forderung der nationalen Zentralbank gegenüber der EZB besteht.
Isoliert betrachtet führt die beschriebene Transaktion am Ende des Geschäftstages zu einer Verbindlichkeit der Banque de France und zu einer Forderung der Bundesbank gegenüber der EZB. Diese Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber der EZB werden allgemein als TARGET2-Salden bezeichnet.
Der TARGET2-Saldo in der Bundesbankbilanz geht also im Wesentlichen auf grenzüberschreitende Transaktionen zurück, die Banken betreffen, welche über die Bundesbank an TARGET2 teilnehmen (über die Bundesbank nehmen auch einige Banken aus anderen EU-Ländern an TARGET2 teil, deren nationale Zentralbanken selbst nicht an TARGET2 beteiligt sind). Er wird einerseits von den Geschäften der Kreditinstitute am Geld- und Kapitalmarkt beeinflusst, beruht andererseits aber auch auf Transaktionen des Nicht-Banken-Sektors, der Zahlungen über das Bankensystem leistet.
3. So viel Geld existiert in den „2 Aggregat-Zuständen” (fest und flüssig) auf der Welt.
Wie viel Euro gibt es auf der Welt?
Ende des Jahres 2022 gab es 16,1 Billionen Euro. Das vermeldete die Europäische Zentralbank. Die sogenannte Geldmenge M3 stieg um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Laut Daten der Bundesbank sind davon etwa 1,5 Billionen Euro Bargeld im Umlauf. Auch dieser Betrag ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Seit Erstausgabe des Euro im Jahr 2002 hat sich das Bargeld im Euroraum fast versiebenfacht.
Wie viel Geld hat Deutschland?
Im Jahr 2022 hatte der Bundesfinanzminister Christian Lindner 364 Milliarden Euro zur Verfügung. So hoch waren die Einnahmen des Bundes laut Bericht des Finanzministeriums zum Bundeshaushalt 2022.
Wert von Bitcoin, Ethereum und Co.
Im November 2021 erreichte der summierte Wert aller Kryptowährungen seinen Höhepunkt bei 2,82 Billionen US-Dollar. Aktuell ist der Krypto-Markt auf ein Volumen von rund einer Billion US-Dollar gefallen. Bitcoin hat dabei einen Anteil von knapp 40 Prozent, gefolgt von Ethereum mit 18 Prozent. Das geht aus Daten der Plattform CoinMarketCap hervor.
Gesamtes Gold der Welt.
Laut Schätzungen des World Gold Council wurden im Laufe der Geschichte etwa 205.238 Tonnen Gold abgebaut. Das entspricht einem Wert von rund 11,5 Billionen US-Dollar.
Weltweites Aktienvermögen.
Auf Basis der Daten der World Federation of Exchanges (WFE) beträgt der Wert des gesamten globalen Aktienmarktes knapp 96 Billionen US-Dollar. Die New York Stock Exchange ist dabei die größte Börse der Welt mit einer Marktkapitalisierung von fast 23 Billionen US-Dollar gefolgt von der NASDAQ, Shanghai Stock Exchange und der Euronext.
Immobilienvermögen weltweit.
Der Gesamtwert aller weltweit existierenden Immobilien und Grundstücke beläuft sich nach Schätzungen von Savills Research auf rund 326 Billionen US-Dollar. Immobilien sind damit der größte Vermögenspeicher der Welt. China ist der wertvollste Wohnungsmarkt der Welt und macht etwa ein Drittel des gesamten Volumens aus. Zum Vergleich, das entspricht etwa dem Wert des gesamten europäischen Immobilienmarkets.
Weltvermögen.
Schätzungsweise 463 Billionen US-Dollar beträgt das weltweite private Vermögen. Das geht aus dem Global Wealth Report der Credit Suisse hervor.
4 a. Explizite Verschuldung der EU-Staaten der 3. und 4. Aggregat-Zustand (Verbindlichkeiten = Wasserdampf und Äther):
4. b. Explizite- und Implizite-Verschuldung in % des BIP:
Die Powerpoint-Präsentation, zu Vertiefung.
Eine weitere Quelle:
Ländergruppe/Land | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 |
---|---|---|---|---|
1: Rechenstand: Notifikation vor dem 21. Oktober 2022. Quelle: Eurostat, 21. Oktober 2022. |
||||
Belgien | 99,9 | 97,6 | 112,0 | 109,2 |
Deutschland | 61,3 | 58,9 | 68,0 | 68,6 |
Griechenland | 186,4 | 180,6 | 206,3 | 194,5 |
Spanien | 100,4 | 98,2 | 120,4 | 118,3 |
Frankreich | 97,8 | 97,4 | 115,0 | 112,8 |
Irland | 63,0 | 57,0 | 58,4 | 55,4 |
Italien | 134,4 | 134,1 | 154,9 | 150,3 |
Zypern | 98,1 | 90,4 | 113,5 | 101,0 |
Luxemburg | 20,9 | 22,4 | 24,5 | 24,5 |
Malta | 43,7 | 40,7 | 53,3 | 56,3 |
Niederlande | 52,4 | 48,5 | 54,7 | 52,4 |
Österreich | 74,1 | 70,6 | 82,9 | 82,3 |
Portugal | 121,5 | 116,6 | 134,9 | 125,5 |
Slowenien | 70,3 | 65,4 | 79,6 | 74,5 |
Slowakei | 49,4 | 48,0 | 58,9 | 62,2 |
Finnland | 64,9 | 64,9 | 74,8 | 72,4 |
Estland | 8,2 | 8,5 | 18,5 | 17,6 |
Lettland | 37,0 | 36,5 | 42,0 | 43,6 |
Litauen | 33,7 | 35,8 | 46,3 | 43,7 |
Eurozone | ||||
zusammen | 86,0 | 83,9 | 97,0 | 95,4 |
Tschechien | 32,1 | 30,0 | 37,7 | 42,0 |
Dänemark | 34,0 | 33,7 | 42,2 | 36,6 |
Ungarn | 69,1 | 65,3 | 79,3 | 76,8 |
Polen | 48,7 | 45,7 | 57,2 | 53,8 |
Schweden | 39,2 | 35,2 | 39,5 | 36,3 |
Bulgarien | 22,1 | 20,0 | 24,5 | 23,9 |
Rumänien | 34,5 | 35,1 | 46,9 | 48,9 |
Kroatien | 73,2 | 71,0 | 87,0 | 78,4 |
EU-Mitgliedstaaten | ||||
zusammen | 79,7 | 77,5 | 89,8 | 87,9 ?? |
5. In der EU leben 447,7 Millionen Menschen. Verschuldung pro Kopf ca. € 32.000,- = ca. 14,5 Billionen. Hierzu addieren sich noch die persönlichen Schulden in Deutschland ca. € 31.100,-. Vermögen und Schulden der privaten Haushalte:
- 58 000 € Bruttogeld-Vermögen je Haushalt – Spareinlagen, die durch die Inflation vermindern.
- 163 000 € Nettogesamtvermögen je Haushalt – das sich durch Deflation (sinken der Bewertung an den Börsen und den Regional-Immobilien-Preisen verringert).
- 31 087 € durchschnittliche Konsum-Kredit-Verschuldung (die im Verhältnis zum Nettogesamtvermögen steigen).
Verschuldung pro Kopf ca. € 157.000,-
- Darüber hinaus addieren sich die impliziten Schulden – die Nachhaltigkeitslücke (Generationen-Bilanz) liegt aktuell bei über 200 % in der EU. Griechenland z.B. ist, wenn wir beide Zahlen addieren „nahezu Neutral” – siehe Tabelle oben.
6. USA-Staatsverschuldung (explizit) in Zahlen: über $ mehr als 37 Billionen = pro Kopf-Verschuldung $ 112.000 zzgl. der persönlichen Schulden. Dazu addieren sich die mir unbekannten impliziten Schulden.
7. Der weltweite Derivate-Handel ist vergleichbar mit einer „tickenden Zeitbombe“.
Der weltweite Derivate-Handel stellt eine Gefahr für das internationale Finanzsystem dar. Wenn der Markt crashen sollte, wären auch die Pensionen von Millionen Europäern betroffen.
Derivate sind von Finanzgeschäften abgeleitete „Wetten“, die nur zum Zeitpunkt der „Wetteinlösung“ bewertbar sind. Beispiel: 2 Investoren wetten um 100.000 € auf einen bestimmten Stand des DAX (Deutscher Aktienindex) am 31.12.2022. Der Gewinner und Verlierer stehen erst am 31.12.2022 fest. Vorher ist es ein schwebendes Geschäft.
Doch wie groß ist dieser Markt? Die weltweiten Schulden liegen bei 270 Billionen Dollar. Der Derivatemarkt ist ca. 8-mal so groß – 2.100 Billionen (Billiarden). Den genauen Wert kennt niemand, da die meisten Geschäfte wie im obigen Beispiel nur zwischen Investoren laufen und nicht an den Börsen gehandelt werden. Auf Grund dieser immensen Größe ist das Derivategeschäft nicht nur für eine einzelne Bank eine tickende Zeitbombe. Vielmehr ist das ganze Finanzsystem davon bedroht. Die internationalen Verflechtungen über den Derivatemarkt sind massiv. Geht in einem Finanzinstitut die Derivate-Bombe aufgrund erheblicher Verluste hoch, hat dies dramatische Folgen – auch für andere Banken. Da diese ähnlich wie bei der Immobilienblase 2008 ihre eigenen Risiken als neue Finanzprodukte verpackten und weiterverkauft haben. Eine Kettenreaktion wäre die Folge. Die Gefahr beim Derivaten-Handel ist, dass der Emittent, der die Derivate ausgibt, -also auch für sie haftet- in die Pleite schlittert. In solch einem Fall hat der Anleger das Nachsehen.
Zuletzt drohte ein solches Dilemma bei dem Schuldenschnitt in Griechenland. Wäre dies als Pleite des griechischen Staates eingestuft worden, hätte dies eine Auszahlung der Kreditversicherungen (CDS) auf griechische Staatsanleihen zur Folge gehabt. Je nach Menge der ausgegebenen Kreditversicherungen hätten etliche Anbieter dieser CDS vor erheblichen Verlusten gestanden.
Ursprünglich waren Kreditderivate als Absicherung gedacht. Mit der Weitergabe des Kreditrisikos einer Bank im Falle einer möglichen Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers an Dritte, sollte das Kreditrisiko der Bank selbst verringert werden. Aber auch gegen Preisschwankungen werden Derivate herangezogen.
Doch die reine Absicherung ist schon lang nicht mehr Hauptgrund für die Investition in Derivate. Vielmehr kann man mit ihnen auf steigende und fallende Kurse setzen und mit kleinem Einsatz im Glücksfall immense Gewinne erzielen – aber eben auch massive Verluste. Ein Markt, völlig dereguliert und mit einem erheblichen Risiko letztlich für die Steuerzahler, wenn der Staat gezwungen ist, die jeweilige Bank zu verstaatlichen.
Aus einem Papier der Ruhr-Universität Bochum geht hervor: „Heute bezieht sich nur noch ein geringer Teil des Derivathandels auf stoffliche Handelswaren. Der überwiegende Teil bezieht sich auf Finanzprodukte wie Wertpapiere oder marktbezogene Referenzgrößen wie z.B. Zinssätze. Der Markt für Derivate ist heute ein wesentlicher Bestandteil der internationalen Finanzmärkte. Derivate wurden deswegen so beliebt, weil sie eine Art Hebelwirkung ausüben: Sie bieten verhältnismäßig hohe Gewinne (oder Verluste) bei niedriger Anfangsinvestition. Dies macht sie aber auch so riskant. Wenn eine Bank wegen unkontrollierter Hebelwirkungen von Derivaten enorme Summen verliert und deswegen andere Verpflichtungen nicht mehr erfüllen kann, droht ein Dominoeffekt.“
Die Deutsche Bank sitzt immer noch auf einem großen Berg an Derivaten, also an Finanzprodukten, deren Preise und Entwicklung vom Preis anderer Finanzprodukte abhängen. Die Gesamtsumme beläuft sich laut Geschäftsbericht aus 2019 auf 35.000.000.000.000 € (35 Billionen), die nicht in der Bilanz auftaucht. Die Bilanzsumme beträgt 1,3 Billionen € bei Barbeständen von 50 Mrd. €.
Das Problem mit den Derivaten lässt sich in der Praxis folgendermaßen erklären:
Die reale Wirtschaft produziert nicht mehr genug Wachstum, um die alternde Bevölkerung in Europa zu ernähren. Daher müssen die Pensions-Fonds immer höhere Profite machen. Dies wiederum führt dazu, dass auch solide Anleger von den Banken auf Teufel komm raus Renditen fordern. Die Antwort der Finanz-Industrie sind die Derivate. Hier werden künstliche Gewinne produziert, mit denen die Rentner „ruhiggestellt werden sollen“.
OTC Handel mit Gold und Derivaten (außerbörslich gehandelte Derivate) hat keine Standardisierung, Reglementierung etc. (d.h. Vertragspartner sind von der Bonität der Gegenpartei abhängig), Kann der Vertragspartner nicht mehr zahlen, platzt der Handel. Geht man nun davon aus, dass der Handel mit Derivaten nach wie vor oft sehr undurchsichtig ist, wird deutlich, wie schnell es zu faulen Krediten oder zu einem Verlust der Liquidität des Vertragspartners kommen kann. Betrachtet man dann die Billionen, die im Derivathandel gehandelt werden, wird deutlich, dass hier eine tickende Zeitbombe vorliegt, die jederzeit explodieren kann.
Exchange Traded Funds (ETF) – eine Art Derivat, sind eine Erfindung von Larry Fink, der seinerzeit in der Subprime-Krise eine Ankerrolle spielte. Somit sind die ETF vom Prinzip ohne Wert und ein Abbild des Subprime.
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GELD – Rating-Agenturen – Bank ohne Haftung – Das Wesen des Geldes – Geld ist ein Recht und keine Ware –
Das europäische Zentralbank-System – Geld – GELD – Implizite Verbindlichkeiten bzw. Schulden –
Generationen-Bilanz.