Charakter | OekoHuman

Charakter Bildung nach OekoHuman

als Grundlage die Schriften von Pico della Mirandola – insbesondere:
„Die Würde des Menschen“

der Mensch wird geboren und den Eltern, von Gruppen (vom Kindergarten bis hin zum Beruf)
und dem Kollektiv, mehr oder weniger beeinflußt

These:
Talentsuche ist dem Zufall überlassen oder wird vom derzeitigen Wirtschaftsmodell dominiert

so ist weniger Talent-Spurensuche auf der Tages-Ordnung, sondern, wenn das Talent ins Auge sticht:
Sportler – Musiker – Mathematiker – Physiker & Co = Hochbegabte …

… werden unter die „Fittiche“ genommen, und es wird UNTERWIESEN, mit dem Ziele GEWINNER zu Sein

ob es wirklich passt, entscheidet sich erst später – doch die Auseinandersetzung mit dieser Frage sprengt diesen Rahmen –
Stichworte sind für uns Verletzungen oder gar Robert Enke.

Doch ALLES hat einen Sinn – wir beobachten und ziehen Schlüsse
ohne zu beurteilen oder gar zu verurteilen

Gleichwohl sieht eine richtige und gute Bildungs-Kette für OeHu so aus:
1. Hanwerkszeug lernen, wie man mit „Messer und“ Gabel umgeht. Welche „Benimm-Regeln“ sind in der jeweiligen Kultur opportun.

2. Talente entdecken, also was geht meinem Kind einfach von der Hand. Ohne einer Beurteilung, ob das Kind damit in x-Jahren Geld damit verdienen kann. Dies ist im Moment der „Erziehung“ = das Talent herausziehen – siehe Bilder oben – irrelevant. Relevant ist, ob das Kind GLÜCKLICH ist.

3. bevor das Kind nun in Gruppen-Hände gegeben wird, ist es notwendig zu prüfen was passt, im Kontext der Spuren-Talent-Suche.
Denn im Prinzip geht es ab der Geburt, um Charakter- und Authentizität-Bildung – Oder?!

4. wie im Leben wird die „Messe“ erste gelesen, wenn das Kind zum Jugendlichen herangereift ist und anfängt in sich hinein zu horchen. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, vernünftig über den weiteren Lebensweg zu kommunizieren.

5. Wichtig:
Jeder ist seines Glückes Schmied
Der Weg dorthin, ist für die Anwendung der speziellen- und der allgemeinen Relativitäts-Theorie der Gleiche, wie für die Praxis der Charakter-Bildungs-Kette

IRRTUM und VERSUCH oder Probieren geht über Studieren

Im Kontext dieses Wissens wird der Mensch zu jeder Zeit bereit sein für
NEUGIER und KAIZEN

Resümee:
0. was JETZT zählt ist GÜTENeugierOrdnungNiveauQualitätQuantitätKausalitätKAIZEN
schöpferische Zerstörung – Neugier – Handeln, mit dem Ziel Charakter-Authentizität, Anstrengung durch
relative Partkdolg-Pflicht (Duty).
1. für OekoHuman ist es nebensächlich, ob es Karma und Wiedergeburt gibt
2. das Einzige was zählt ist Jetzt
3. wenn das Jetzt zwar richtig, aber schlecht angepackt wird – kommt „Murks“ raus
4. wenn das Jetzt falsch doch gut angepackt wird – kommt „Murks“ raus
5. wenn beides – falsch und schlecht zusammenfällt – kommt „Murks“ raus
6. was zählt ist von Anfang an – Richtig und Gut in der gesamten Kette und hier zu zählt selbstredend auch; der konstruktive Umgang mit IRRTUM und FEHLER
7. Bei so gut wie jedem Hochbegabten, gibt es einen Masterplan – ähnlich wie in Unternehmen, ab einer kritischen Größe. Einen solchen „kleinen Masterplan“ will OekoHuman anregen und, wenn möglich etablieren.

Dies versteht OekoHuman unter einer „Arche für die Klugen“ bauen

Im Moment sieht die Welt etwas anders aus. So ist das Gebot der Stunde Reparatur

In diesem Kontext, sind unsere Projekte zu verstehen. Wer sich nun unsere Bilder-Galerie anschaut und die anderen Wiki-Texte liest, wird folgendes als roten Faden lesen:

Charakter (griech. χαρακτήρ, charaktér, „Prägung, Prägestempel“) ist die individuelle, mehr oder weniger dauerhafte und einheitliche Eigenart eines Menschen, die seine Persönlichkeit und sein Wollen und damit auch sein moralisches Verhalten prägt .
Charakter heißt auch in Stein gemeißelt – deshalb die Bilder-Galerie!

Wenn der Charakter nun „VERWIRRT“ ist – ist dann Hopfen und Malz verloren, wie es bei der Skulptur des Bildhauers der Fall wäre?

Klare Antwort NEIN – denn der Mensch ist auch deshalb die „Krönung der Schöpfung“, weil er sich anpassen kann,
und weil er zu außergewöhnlichen Anstrengungen fähig ist.

mit anderen Worten:
es gilt die Arche für die Klugen – gemeinsam zu bauen



Begriffserklärung Charakter Wikipedia


Charakter steht für:
in der Psychologie:

eine fiktionale Person, in Anlehnung an den englischen Sprachgebrauch:

Geographie, Landschaftsplanung, Naturschutz:

weiteres:

Liste aller Artikel deren Titel mit Charakter beginnt und deren Titel Charakter enthält

Charakter, die moralisch relevanten Eigenschaften eines Menschen im Wikipedia

Unter Charakter versteht man traditionell – ausgehend von der aristotelischen Ethik – und erneut in der modernen Psychologie diejenigen persönlichen Kompetenzen, die die Voraussetzung für ein moralisches Verhalten bilden.
In einer zweiten, in der antiken Naturphilosophie wurzelnden Traditionslinie versteht man unter dem Charakter eines Menschen auch dessen Temperament bzw. dessen auffällige Verhaltensgewohnheiten.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsgeschichte

Griechisches Altertum

Das Wort geht auf altgriechisch χαρακτήρ charaktér zurück und bedeutet dort ursprünglich „Prägestempel“, „Prägung“, und im übertragenen Sinne auch „Eigenart“.[1] Galens Temperamentenlehre, die auf der hippokratischen Humoralpathologie basierte, unterschied zwischen melancholischencholerischensanguinischen und phlegmatischen Charaktertypen (oft auch als Temperamente bezeichnet), in der Hoffnung, daraus Schlüsse über die Behandlung von Krankheiten ziehen zu können. Diese Lehre inspirierte viele spätere Temperamentenlehren, wurde aber immer wieder in Frage gestellt und gilt, seit Rudolf Virchow im 19. Jahrhundert der Zellularpathologie zum Durchbruch verhalf, als vollständig überholt.

Ein weitaus moderneres Charakterkonzept entwickelte Aristoteles im 4. Jahrhundert v. Chr. in seiner Nikomachischen Ethik. Aristoteles stellt darin fest, dass der Mensch, um gut und glücklich zu leben, Tugenden (aretai) besitzen müsse. Dabei unterscheidet er zwischen Verstandestugenden, die durch Belehrung erworben werden, und Charakter- bzw. ethischen Tugenden (aretai ēthikai), die der Mensch sich durch Übung und Gewohnheit aneigne. Zu den letzteren zählt er ‒ neben den drei platonischen Kardinaltugenden TapferkeitBesonnenheit und Gerechtigkeit ‒ unter anderem die Freigiebigkeit, die hohe Gesinnung und die Wahrhaftigkeit.[2] Der Mensch werde mit solchen sittlichen Tüchtigkeiten nicht geboren, bringe jedoch die Anlage mit, um sie zu entwickeln. Die Kultivierung des Charakters (ἕξις, hexis) ist für Aristoteles ein langwieriger Prozess des moralischen Übens und Eingewöhnens. Den idealen Rahmen hierfür bilde die Polis, die mit ihren Regelsystemen gewährleiste, dass das Individuum nicht nur belehrt, sondern an gleichförmiges tugendhaftes Handeln gewöhnt werde.[3]

Judentum, Islam und Christentum

Zentrale Bedeutung hat das Konzept des Charakters als moralische Größe seit jeher auch im Judentum. So wird im Talmud Charakter als Summe gottgefälliger Verhaltensmuster verstanden.[4] Maimonides, der im 12. Jahrhundert rabbinische Lehren im Lichte der aristotelischen Ethik neu interpretierte, lehrte, dass der Mensch gute Charakterzüge erwirbt, indem er gewohnheitsmäßig gut handle, wobei eine Tat dann gut sei, wenn sie die Extreme meide und „gerade richtig“ sei.[5] Vor Maimonides hatten bereits Solomon ibn Gabirol und Bachja ibn Pakuda zum jüdischen Charakterkonzept beigetragen.[6] Der Aggada nach dient auch das Studium und das Sammeln von Weisheit allein der Verbesserung des Charakters.[7]

Eine von der aristotelischen Ethik beeinflusste Charakterkonzeption findet sich auch im Islam, etwa bei Abu al-Hassan al-Amiri († 992) und bei Ebn Meskavayh (932–1030), dessen Schriften Tahḏib al-aḵlāq wa-taṭhir al-aʿrāq und Tartib al-Sa’adat im Wesentlichen Zusammenfassungen der aristotelischen Überlieferung darstellen.[8]

Im 10. Jahrhundert absorbierte Yahya ibn Adi (†974), ein in Bagdad lebender Philosoph, der ein Grenzgänger zwischen Christentum und Islam war, die aristotelischen Überlegungen für seine Schrift Tahdhib Al-Akhlaq.[9]

Im Christentum wird, allgemein zusammengefasst, bei jeweiligen menschlichen Entscheidungen, ein Mittelweg zwischen Gut und Böse als noch nicht ausreichend gesehen, um als „Gerechter“ vor Gott zu gelten, um letztlich als solcher in „verherrlichter Gestalt“ in das Ewige Leben einzuziehen (siehe auch (1 Petr 4,19 EU)). Petrus beschreibt den Weg zum guten Menschen und zur Gnade Gottes, indem er in (1 Petr 4,19 EU) sagt, der Mensch soll Gutes tun und dadurch sein Leben dem treuen Schöpfer „anbefehlen“. Ein „guter Mensch“ setzt demnach solche Handlungen, die „primär“ von der Liebe Gottes her motiviert sind, insbesondere gute Taten, denen er, nach einem inneren Konflikt mit einem sündhaften Bedürfnis aus den Trieben der Natur (vgl. z. B. (1 Petr 3,12 EU), (2 Tim 2,22 EU), (Lk 14,12-14 EU)), den Vorzug gab. Ein Konzept des Charakters als Repräsentation von Tugenden innerhalb des Menschen erscheint auch sehr früh in der christlichen Ethik. So begriff bereits Augustinus (354–430) den sittlichen Charakter des Menschen als Ausdruck des Lebens im Heiligen Geist und als Voraussetzung für das Ewige Leben (nach dem Tod), in Vereinigung und Verähnlichung mit Gott (vgl. auch[10]). Diesbezüglich kritisierte er den aristotelischen Tugendkanon – virtutes wie die Selbstbeherrschung bezeichnete er deshalb, wenn sie nicht allein darauf zielten, den Menschen Gott näher zu bringen, als ein Laster – und ließ allein christliche Demut (humilitas) und Liebe (caritas) als heilsbringend gelten (siehe auch [11]). Thomas von Aquin (um 1225–1274), der seine Tugendlehre ebenfalls auf die von Aristoteles aufbaut, spricht vom „Habitus“ des Menschen, der gewohnheitsmäßig entweder gute oder böse Handlungen wähle, wobei ihn als Theologen besonders die menschliche Willensfreiheit interessiert.[12] Für Luther widerspricht die Vorstellung, dass untugendhafte Menschen sich durch wiederholt gute Taten einen tugendhaften Habitus selbst erwerben können, dem Evangelium, das verkündet, so ein Mensch müsse zuerst in eigener Buße bzw. Umkehr durch die Gnade Gottes Vergebung erfahren und – bevor er das Himmelreich schauen kann – von seinen Sünden erlöst werden (Vgl. auch [13]).

Frankreich

Das Wort „Charakter“ gelangte erst im 17. Jahrhundert in den deutschsprachigen Raum, und zwar über Frankreich, wo etwa Montaigne den Ausdruck bereits im 16. Jahrhundert verwendet hatte.[14] Eine zentrale Rolle spielte der caractère dann in der Moral- und Erziehungsphilosophie Rousseaus, der davor warnt, dem Verstand des Kindes mehr Aufmerksamkeit zu widmen als seinem Gemüt und Charakter, und empfiehlt, diesen Charakter gegen die Zufälle des Lebens ebenso abzuhärten wie den Körper.[15]

Deutsche Aufklärung und Deutscher Idealismus

Kant definierte Charakter als die „praktische konsequente Denkungsart nach unveränderlichen Maximen“.[16] Rousseau hatte starken Einfluss auf Johann Heinrich Campe, der die Charakterbildung des Kindes ebenfalls ins Zentrum seiner Erziehungsphilosophie stellte.[17] Im moralischen Schrifttum der Aufklärung erlebte der Begriff insgesamt eine Psychologisierung und Säkularisierung; er wurde neu definiert als Summe von Persönlichkeitseigenschaften, unter denen eine herausragt und den Charakter bestimmt. Prägnante Beispiele für dieses Konzept finden sich in den Satiren Gottlieb Wilhelm Rabeners und in Christian Fürchtegott Gellerts Moralischen Vorlesungen. In der Musik erschien parallel die Form des Charakterstücks.[18] Friedrich Schiller regte 1795 an, den Charakter durch ästhetische Bildung zu veredeln.[19] Die Charakterbildung, die neben Schiller u. a. auch Goethe und Wilhelm von Humboldt fordern und deren Ideal in Deutschland der Künstlertypus ist, wird im ausgehenden 18. Jahrhundert zu einem Gegenentwurf zum bürgerlichen Nützlichkeitsdenken.[20]

Charakterologie des 19. Jahrhunderts

Im 19. Jahrhundert entstand – in Deutschland geführt von dem Philosophen Julius Bahnsen – eine Charakterkunde, die erneut den Versuch einer psychologischen Typologie von Charakterformen unternahm.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Psychoanalytiker Erich Fromm unterschied in den 1930er Jahren zwischen einem Individualcharakter und einem Sozialcharakter bzw. Gesellschaftscharakter, wobei letzterer die sozial signifikante Kernstruktur der Persönlichkeiten bezeichnet, die einer bestimmten Gesellschaft angehören. Als Beispiele nennt er einen oral-rezeptiven, einen narzisstischen, einen konformistischen, einen Marketing- und einen nekrophil-destruktiven Charakter. Noch stärkeren Einfluss erlangte sein Konzept eines autoritären Charakters, mit dem Fromm ein bestimmtes Muster von sozialen Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmalen bezeichnete, die für faschistische Ideologien besonders anfällig mache. Theodor W. Adorno und andere entwickelten auf dieser Grundlage später ihre Theorie der autoritären Persönlichkeit.

Gegenwart

In den 1990er Jahren gelangte der Begriff „Charakter“ erneut in den wissenschaftlichen Diskurs. So definierte der Sozialtheoretiker Amitai Etzioni 1993 folgendermaßen:

„Wir verstehen unter ‚Charakter‘ die psychologischen Muskeln, die es einem Menschen erlauben, Impulse zu kontrollieren und Belohnung aufzuschieben, was für Erfolg, Leistung und moralisches Handeln grundlegend ist.“ – Amitai Etzioni[21]

Der Politikwissenschaftler James Q. Wilson definierte 1991, dass ein guter Charakter mindestens folgende zwei Dinge umfasse: Empathie und Selbstkontrolle.[22] In diesem Sinne wurde der Begriff bald auch von der Positiven Psychologie aufgegriffen, die den Charakter für diejenige Größe hält, die den stärksten Einfluss darauf hat, ob Menschen ein – psychologisch gesehen – gutes Leben führen.[23] Angeregt durch die Einsichten von Forschern wie Martin Seligman und Mihály Csíkszentmihályi sowie durch die Forschung von Albert BanduraHoward Gardner und das Konzept der emotionalen Intelligenz entstanden in den USA im ausgehenden 20. Jahrhundert erneut auch Ansätze zu einer Charaktererziehung. Eine zweite Traditionslinie, deren Vertreter besonders auf die schulische Charaktererziehung setzen, geht von Lawrence Kohlbergs 1958 begründeter Theorie der Moralentwicklung aus und führt u. a. über die Lehrerausbildungsprogramme von Thomas Lickona.


Charakter im AnthroWiki

Der Charakter (griech. χαρακτήρ, charaktér, „Prägung, Prägestempel“) ist die individuelle, mehr oder weniger dauerhafte und einheitliche Eigenart eines Menschen, die seine Persönlichkeit und sein Wollen und damit auch sein moralisches Verhalten prägt.

„Im eminentesten Sinn aber haben wir ein solches Prägen und Abdrücken, ein solches Offenbaren eines inneren Wesens in demjenigen vor uns, was wir den menschlichen Charakter nennen. In dem menschlichen Charakter drückt sich ja auf die mannigfaltigste Weise aus, was der Mensch immer wieder und wiederum darlebt; ein Einheitliches verstehen wir darunter, wenn wir von dem menschlichen Charakter sprechen. Ja, wir haben dabei das Gefühl, daß Charakter etwas ist, was sozusagen zum ganzen Wesen des Menschen notwendig gehört, und daß es sich uns als Fehler darstellt, wenn das, was der Mensch denkt, empfindet und tut, sich nicht in einer gewissen Weise zu einem Einklang vereinigen läßt. Von einem Bruch im menschlichen Wesen, von einem Bruch in seinem Charakter sprechen wir als von etwas wirklich Fehlerhaftem in seiner Natur. Wenn sich der Mensch im Privatleben mit diesem oder jenem Grundsatz und Ideal äußert, und ein andermal im öffentlichen Leben in ganz entgegengesetzter oder wenigstens abweichender Weise, so sprechen wir davon, daß sein Wesen auseinanderfällt, daß sein Charakter einen Bruch hat. Und man ist sich bewußt, daß ein solcher Bruch den Menschen überhaupt im Leben in schwierige Lagen oder gar wohl in den Schiffbruch hineintreiben kann. Was eine solche Zerspaltung des menschlichen Wesens bedeutet, darauf wollte Goethe hinweisen in einem bemerkenswerten Spruch, den er seinem Faust einverleibt hat. Einen Spruch berühren wir da, der sehr häufig, sogar von Menschen, die da glauben zu wissen, was Goethe im Innersten wollte, falsch angeführt wird. Es ist gemeint der Spruch im Goetheschen «Faust»:

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält in derber Liebeslust
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.

Diese Zweispaltung in der Seele wird sehr häufig so angeführt, als ob sie etwas Erstrebenswertes für den Menschen sei. Goethe charakterisiert sie durchaus nicht unbedingt als etwas Erstrebenswertes, sondern es zeigt sich an der Stelle ganz genau, daß er den Faust in jener Epoche sagen lassen will, wie unglückselig er sich fühlt unter dem Eindruck der zwei Triebe, von denen der eine nach idealen Höhen geht, der andere nach dem Irdischen herunterstrebt. Etwas Unbefriedigendes soll damit angedeutet werden. Gerade dasjenige, worüber Faust hinaus soll, das will Goethe damit charakterisieren. Wir dürfen diesen Zwiespalt nicht anführen als etwas Berechtigtes im menschlichen Charakter, sondern nur als etwas, was gerade durch den einheitlichen Charakter, der gewonnen werden soll, zu überwinden ist.“ (Lit.GA 58, S. 143ff)

Charakterbildung

Der Charakter wird geformt, indem die Individualität des Menschen, sein schöpferisches Ich, im Zuge wiederholter Erdenleben an der leiblichen und seelischen Hüllennatur arbeitet, die insgesamt seine Persönlichkeit in der jeweiligen Inkarnation bildet. Was in der einen Inkarnation erarbeitet wurde, erscheint karmisch bedingt in der nächsten Inkarnation als individuelle Charakteranlage. Dazu kommen Einflüsse, die durch die Vererbung und durch die Umwelt bedingt sind, also etwa durch die Erziehung, das Volkstum und den Ort und die Zeit, in die man hineingeboren ist und in der man heranwächst.

Charakterbildung beginnt mit der Harmonisierung der seelischen Wesensglieder, also der Empfindungsseele, der Verstandes- oder Gemütsseele und der Bewusstseinsseele.

„So erscheint uns denn dieses menschliche Seelenwesen so, daß wir es zerspalten müssen in seine drei Glieder – das unterste Seelenglied: die Empfindungsseele, das mittlere Seelenglied: die Verstandesseele oder Gemütsseele, und das höchste Seelenglied: die Bewußtseinsseele -, und es erscheint uns das Ich gleichsam als das Tätige, als der Akteur, der innerhalb unseres Seelenwesens auf den drei Seelengliedern spielt, wie ein Mensch spielt auf den Saiten seines Instruments. Und jene Harmonie oder Disharmonie, welche das Ich hervorbringt aus dem Zusammenspiel der drei Seelenglieder, ist das, was dem menschlichen Charakter zugrunde liegt.

Das Ich ist wirklich etwas wie ein innerer Musiker, der bald die Empfindungsseele, bald die Verstandesseele oder Gemütsseele, bald die Bewußtseinsseele mit einem kräftigen Schlag in Tätigkeit versetzt; aber zusammenklingend erweisen sich die Wirkungen dieser drei Seelenglieder wie eine Harmonie oder Disharmonie, die sich vom Menschen aus offenbaren und als die eigentliche Grundlage seines Charakters erscheinen.“ (Lit.GA 58, S. 146)

Was so im Seelischen erarbeitet wird, wirkt nach und nach auch verwandelnd in die Leibeshüllen hinein, die aus dem Astralleib, dem Ätherleib und dem physischen Leib bestehen. Im Astralleib wirken die Begierden und Leidenschaften. Im Ätherleib prägen sich die vier Temperamente aus und hier sitzen auch alle guten und schlechten Gewohnheiten. Der physische Leib ist der Träger der Sinnesorgane. Die Verwandlung der Leibeshüllen ist allerdings innerhalb einer einzigen Inkarnation nur in sehr beschränktem Maß möglich.

„Oh, es ist dem Menschen eine gewisse enge Grenze gesetzt in bezug auf diese Entwickelung. Diese Grenze tritt uns dann besonders vor die Seele, wenn wir uns überlegen, daß wir zwar an unseren Seelenfähigkeiten arbeiten und sie steigern können, daß wir sie umgestalten können und in einer späteren Epoche des Lebens mit einer vollkommeneren Seele existieren als in einer früheren Epoche, aber daß hier eine Grenze der Entwickelung ist. Man kann gewisse Fähigkeiten im Menschen entwickeln, aber alles das nicht, was nur dadurch vorwärts schreiten könnte, daß wir das Organ des physischen und des Atherleibes umgestalteten. Diese sind mit ihren bestimmten Anlagen von der Geburt an vorhanden; wir finden sie vor. Wir können uns zum Beispiel nur dann ein gewisses Musikverständnis aneignen, wenn wir von vornherein die Anlage zu einem musikalischen Gehör haben.“ (Lit.GA 58, S. 155)

Was in einer Inkarnation seelisch erarbeitet wird, erscheint aber in der bzw. den nächsten Inkarnation(en) bereits als Anlage in den Leibeshüllen.

„Wenn wir einen Menschen durch die Geburt ins Dasein treten sehen, so können wir sagen: So wie das Ich und der Astralleib mit Empfindungsseele, Verstandesoder Gemütsseele und Bewußtsseinsseele durch die Geburt ins Dasein treten, so sind sie nicht bestimmungslos, sondern ihnen sind bestimmte Eigenschaften, bestimmte Merkmale eigen, die sie sich aus vorhergehenden Leben mitgebracht haben. Im Gröberen arbeitet der Mensch in das Plastische seines Leibes schon vor der Geburt alles das hinein, was er vorher als Früchte erhalten hat; aber im Feineren arbeitet der Mensch – und das zeichnet ihn dem Tiere gegenüber aus – auch nach der Geburt während seiner ganzen Kindheit und Jugendzeit, er arbeitet in die feinere Gliederung seiner äußeren und auch inneren Natur alles das hinein, was das Ich sich an Bestimmungsmerkmalen, an Bestimmungsgründen aus seinem vorhergehenden Leben mitgebracht hat. Und daß da das Ich hineinarbeitet und wie das Ich da arbeitet aus dem Wesen des Menschen heraus, sich in dem ausprägend, was es darlebt in der Welt, das ist es, was als der Charakter des Menschen hereintritt in diese Welt. Dieses Ich des Menschen arbeitet ja zwischen der Geburt und dem Tode, indem es auf dem Instrumente der Seele, der Empfindungs-, der Verstandes- und der Bewußtseinsseele erklingen läßt, was es sich erarbeitet hat. Aber es arbeitet nicht so in dieser Seele, daß das Ich etwa als ein Äußerliches dem gegenüberstünde, was als Triebe, Begierden und Leidenschaften in der Empfindungsseele lebt, nein, das Ich eignet sich selber, wie zu seinem inneren Wesen gehörig, die Triebe, Begierden und Leidenschaften an: das Ich ist eins mit ihnen, ist auch eins mit seinen Erkenntnissen und mit seinem Wissen in der Bewußtseinsseele.

Daher nimmt sich der Mensch dasjenige, was er sich in diesen Seelengliedern an Harmonie und Disharmonie erarbeitet, durch die Pforte des Todes mit und arbeitet es in dem neuen Leben in die menschliche Äußerlichkeit hinein. Es prägt sich so das menschliche Ich mit dem, was es aus einem vorhergehenden Leben her geworden ist, in einem neuen Leben aus. Deshalb erscheint uns der Charakter zwar als etwas Bestimmtes, als etwas Angeborenes, aber doch wiederum als etwas, was sich nach und nach im Leben erst herausentwickelt.

Das Tier ist seinem Charakter nach von allem Anfange an durch die Geburt bestimmt, ist voll ausgeprägt; es kann nicht plastisch arbeiten an seinem Äußeren; der Mensch aber hat gerade diesen Vorzug, daß er bei seiner Geburt auftritt, ohne einen bestimmten Charakter nach außen zu zeigen, daß er aber in demjenigen, was in den tiefen Untergründen seines Wesens schlummert, was von früheren Leben her in dieses Dasein herein geraten ist, Kräfte hat, die sich in dieses unbestimmte Äußere hineinarbeiten und so den Charakter allmählich formen, insoweit er durch das vorige Leben bestimmt ist.“ (Lit.GA 58, S. 156f)

Aufgabe der Erziehung – als Hilfe und Vorbereitung zur Selbsterziehung – ist es, das Ich dabei zu unterstützen, diese aus den früheren Inkarnationen stammenden und durch das Ich selbst geschaffenen Anlagen in der gegenwärtigen Inkarnation so vollständig als möglich zum Ausdruck zu bringen. Um Hindernisse in den Wesensgliedern des Menschen auszuräumen und sie den Bedürfnissen seiner Individualität anzupassen, ist zu beachten, dass sich die Wesensglieder in aufeinanderfolgenden Siebenjahresperioden entwickeln und nur innerhalb dieser am bildsamsten sind. Was zur rechten Zeit versäumt wird, ist später kaum mehr aufzuholen. So ist mit dem Zahnwechsel um das 7. Lebensjahr die Grundform des physischen Leibes weitgehend fertig ausgebildet. Mit der Geschlechtsreife um das 14. Lebensjahr schließt sich die Bildung des eigenständigen Ätherleibes ab und der Astralleib wird als eigenständiges Wesensglied geboren. Ab dem 21. Lebensjahr, mit der Geburt des eigenständigen Ich, arbeitet der Mensch bereits eigenständig an seinen drei seelischen, ab dem 42. Lebensjahr an den drei höheren geistigen Wesensgliedern.


Charakter im YogaWiki

Charakter: Was macht den Charakter aus? Was prägt den Charakter? Wie erkennt man den Charakter eines Menschen? Wie kann man feststellen, was für ein Charakter man selbst ist? Wie kann man seinen Charakter ändern? Zunächst eine Definition: Charakter ist die Summe der Eigenschaften eines Menschen. Im engeren Sinne ist Charakter die Stärke, das zu tun, was richtig ist. Die Redensweise „er hat Charakter“ drückt aus, dass jemand zu seinen Überzeugungen steht, und sich nicht so sehr von Versuchungen, Schwierigkeiten und Anfeindungen in seinen Vorsätzen verunsichern lässt. In diesem Sinne wird Charakter in der Bedeutung wie Charakterstärke verwendet. Wurde früher häufiger der Ausdruck Charakter gebraucht, ist heute der Begriff „Persönlichkeit“ mindestens in der Psychologie sehr viel populärer geworden.

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Charakter ist die Gesamtheit der Eigenschaften eines Menschen, wie sie in Gesinnung, Lebensführung und Verhalten zum Ausdruck kommen. Charakter ist Persönlichkeit plus Temperament plus Neigungen und Fähigkeiten. Charakter hat auch manchmal die Bedeutung von innerer Festigkeit, von Standfestigkeit und Ethik bzw. Anstand: Wenn man sagt, dieser Mensch hat Charakter, dann meint man, er steht zu seiner Originalität und macht nicht gleich einen Rückzieher. Auch wer sich nicht bestechen oder bedrohen lässt, hat in diesem Sinne Charakter.

Inhaltsverzeichnis

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Charakter – Grundlage und Summe aller Tugenden

Swami Sivananda über den Charakter

Aus einem Buch von Swami Sivananda

Der Yogi Swami Sivananda schreibt in seinem Buch „How to Cultivate Virtues“ auch über Charakter, englisch „character“. Er gebraucht den Ausdruck im Sinne von Persönlichkeit und Charakterstärke. Im Englischen scheint das Wort „character“ noch mehr als im Deutschen für „guten Charakter“ und „Charakterstärke zu stehen. Meistens verwendet es Swami Sivananda in diesem Sinn. Hier sind die Worte von Swami Sivananda:

Charakter umfasst die einzigartigen, psychologischen Eigenschaften eines Menschen, mit denen er sich von anderen unterscheidet. Charakter ist Kraft. Charakter ist alles. Charakter zu haben ist das Edelste aller Besitztümer. Charakter ist perfekt anerzogener Wille. Er ist höher als Intelligenz. Du säst eine Handlung und erntest eine Gewohnheit, du säst eine Gewohnheit und erntest Charakter. Handlungen, Erscheinungsbild, Sprache und Auftreten bilden das Alphabet, mit dessen Hilfe der Charakter buchstabiert werden kann. Ein Mensch ist durch seine Vorlieben bekannt, FreundeOrte, Bücher, KleidungEssenGedankenHandlungenSprache, aus diesen lässt sich auf seine Persönlichkeit, seinen Charakter schließen.Entschlossenheit im Leben ist erforderlich, um einen festen Charakter heranzubilden. Das muss mit beharrlicher Strebsamkeit verfolgt werden.

All das dauert fort in deinem Charakter. Wenn du die Welt verlässt, kannst du außer deiner Persönlichkeit nichts mitnehmen. Charakter ist keine rein angeborene Eigenschaft. Charakter wird geformt. Der edelste Beitrag, den ein Mensch für das Wohlergehen seiner Nachkommenschaft leisten kann, ist der eines guten Charakters. Ein guter Charakter ist, wie ein Diamant der jeden Stein einritzen kann. Charakter lebt und besteht fort. GutmütigkeitGüteEhrlichkeit ToleranzMäßigung und Gerechtigkeit liegen auf dem Fundament des Charakters. Charakter ist das Mittel und das Ziel all deiner geistigen Disziplin und all deiner geistigen Schulung. Charakter ist das Erzeugen von Selbstdisziplin. Das vornehmste Ziel der Gestaltung eines Menschen ist das Entwickeln eines erhabenen Charakters. Charakter zu erlangen ist eines der höchsten Werte in unserer Gesellschaft. Das höchste Vermächtnis, das ein Mensch der Welt hinterlassen kann, ist ein scheinendes, makelloses Beispiel. Die entscheidenden Faktoren, das A und O, im Heranbilden des Charakters sind MoralWahrhaftigkeitGerechtigkeitMäßigungWeisheit, hohe IdealeGewaltlosigkeitReinheit und Güte. Nichts auf dieser Welt – ReichtumNameRuhm, oder Sieg – ist eine Feige oder ein Strohhalm wert ohne Charakter.

Charakter muss hinter allem stehen und alles untermauern. Es ist nicht Reichtum, verschiedene Fähigkeiten, oder der bloße Verstand, der die Welt regiert. Es ist moralischer Charakter verbunden mit moralischer Vortrefflichkeit was wirklich das gesamte Universum beherrscht – oder beherrschen sollte. Charakter kann nicht in einem Tag entwickelt werden. Er wird allmählich Tag für Tag gestaltet. Reichtum kommt und geht. Ruhm verpufft. Leistung schwindet dahin. Nur eine Sache bleibt bestehen: Charakter. Eine starke Persönlichkeit wird durch starke und edle Gedanken geformt. Des Menschen wahrer Seinszustand der Leistung und des Reichtums liegt in seinem grundlegenden Charakter. Achte auf deinen Charakter. Dein Ruf wird auf sich selbst aufpassen. Ein guter Charakter ist die Erfüllung der persönlichen Anstrengung.

Es ist das Resultat des eignen BemühensWahrhaftigkeit ist ein Grundstein des Charakters. Nicht der Ausbildungsgrad, sondern der Charakter eines Menschen ist sein größter Bedarf und Begleitschutz. Es gibt keinen Königsweg, um deinen Charakter heranzubilden. Eine Vielzahl von Straßen wird immer erforderlich und zu gebrauchen sein. Bilde deinen Charakter aus und du kannst dein Leben formen. Charakter ist Leistung, Charakter ist Einfluss, er schließt Freundschaften, gewährt Unterstützung und Hilfe und er zieht und vermehrt Vermögen. Er eröffnet einen sicheren und einfachen Weg zu ReichtumEhreErfolg und zu Freude. Charakter ist der bestimmende Faktor in Sieg und Niederlage, Erfolg und Misserfolg und in allen Herausforderungen des Lebens. Ein Mensch mit gutem Charakter erfreut sich über das Leben hier und hiernach. Ein Mensch ist kein Geschöpf der Umstände. In Wirklichkeit ist er der Architekt der Umstände. Ein Mensch mit Charakter baut seine Existenz aus den Umständen. Er hält durch und schuftet. Er schaut nicht zurück. Er schreitet beherzt vorwärts. Er hat keine Angst vor Hindernissen. Er ärgert sich nie und tobt nie vor Wut. Er wird niemals entmutigt oder enttäuscht. Er ist voller LebenskraftEnergieElan und Lebensfreude. Er ist immer pflichteifrig und enthusiastisch.

Kleine freundliche Taten, kleine Gefälligkeiten, kleine Gegenleistungen, kleine Mildtätigkeiten, ständig in deinem sozialen Umfeld durchgeführt, geben eine größere Anmut zu deinem Charakter als Vorträge auf großen Bühnen, Diskurse, Reden, Vorführungen von Begabungen, usw. Charakter ist eine innere und spirituelle Grazie, von der Ansehen ein äußeres, sichtbares Zeichen ist. Charakter ist das, was man ist: Ansehen, was man denkt zu sein. Sein Leumund ist die Summe seiner Handlungen. Der Leumund eines Menschen wird im Allgemeinen durch seinen Charakter ausgedrückt. Sein Ansehen, das höher oder niedriger als sein Charakter, oder Leumund sein kann, wird abgleichen. Die Charakteranlagen eines Menschen beinhalten alle seine ursprünglichen Begabungen und Neigungen. Charakter beinhaltet beide, sowohl natürliche als auch anerzogenen Persönlichkeitseigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale.

Charakter ist die besondere Eigenschaft, die einem Menschen durch Veranlagung, oder Verhaltensgewohnheiten aufgeprägt wird und ihn von anderen unterscheidet. Dominante Erbfaktoren sind die überwiegenden Eigenschaften, die von beiden Elternteilen auf ihre Nachkommen mit geringer oder keiner Veränderung übertragen werden und deren vorherrschenden Charakter formen. Rezessive Erbfaktoren, die in dem Nachwuchs in Erscheinung treten, können auf den einen oder den anderen Elternteil zurückgeführt werden, sie bestimmen aber nicht die wesentlichen Merkmale des Charakters. In nachfolgenden Generationen werden die rezessiven Erbfaktoren nicht vorherrschen.

Zitiert nach: Swami Sivananda: „How to Cultivate Virtues“, Divine Life Society

Auszug aus dem Buch Die Botschaft von Swami Sivananda über „Charakter“: „Wie ein kleiner Fleck im Gesicht einer Frau ihre Schönheit verunstaltet, so schadet ein kleiner Schandfleck im Charakter eines großen Mannes dessen Ansehen. Beherrsche deine schlechten Gewohnheiten, indem du ihnen die guten gegenüberstellst. Du bist nur ein Bündel von Gewohnheiten. Ein guter Charakter wird nicht in einer Woche oder einem Monat geformt. Er bildet sich ganz allmählich Tag um Tag. Lange und geduldige Bemühungen sind notwendig, um einen guten Charakter zu entwickeln.

Das ethische Leben ist Rückgrat und Kennzeichen des geistigen Lebens. Es gibt kein geistiges Leben ohne Ethik. Es gibt fromme Menschen, die Japa üben, meditieren, Rosenkränze und Tilaks (Stirnzeichen) tragen. Die aber nicht ehrlich sind. Sie beten zwar, aber sie sind bestechlich. Sie verehren Gott, kümmern sich aber nie um die Leiden des armen Volkes. Das Wichtigste in der Religion ist rechtschaffenes Verhalten. Geistiges Leben erfordert Sittlichkeit, die ihre Wurzeln in der Religion hat.“

Sukadev Bretz über die Tugend: Charakter

Charakter hat verschiedene Bedeutungen. Charakter ist zum einen deine Persönlichkeit, deine Fähigkeiten, im Grunde genommen alles, was du so an vorherrschenden Eigenschaften in dir hast, das macht den Charakter aus. Charakter besteht aus Verschiedenem. Zum einen, das Temperament, ein Mensch hat ein Temperament. Es gibt solche, vom Yoga würde man sagen, die haben ein Vata-Temperament, das heißt, die sind mehr luftig, unbeständig und haben die Fähigkeit, Dinge von verschiedenen Warten aus zu sehen, vielleicht EinfühlungsvermögenLeichtigkeit usw.

Dann gibt es das Pitta-Temperament, die feurigen Menschen, die wollen etwas bewirken und haben Energie, es auch umzusetzen. Und es gibt die Kapha-Menschen, die eher ruhigeren und beständigen Menschen. Also, das ist erstmal ein Aspekt. Der Zweite Aspekt von Temperament ist Introversion und Extraversion. Also, man kann introvertiert sein oder extravertiert. Der introvertierte Mensch, der sammelt Kraft, wenn er mit sich allein ist. Der introvertierte Mensch will gerne mehr Zeit allein verbringen. Er braucht zwar auch die Gesellschaft von anderen, aber entspannen kann er sich mehr allein.

Der Extravertierte, der braucht die Anregung von anderen, der kann zwar auch mal allein sein, aber produktiver ist er und es geht ihm besser, wenn er mit anderen zusammen ist. Introvertiertheit,Extravertiertheit. Charakter sind dann auch die verschiedenen Eigenschaften, die man hat. Wie weit bist du gefestigt in Wahrhaftigkeit, in Nicht-Verletzen (Ahimsa), in Mitgefühl, in Ehrlichkeit, in CharakterfestigkeitBeständigkeit usw. Auch das macht Charakter aus.

Man sagt auch, jemand hat Charakter, wenn er einen guten Charakter hat. Im Grunde genommen, jeder Mensch hat einen Charakter, aber wenn mal sagt, jemand hat einen Charakter, das ist dann die zweite Bedeutung, dann sagt man, er hat einen guten Charakter. Jemand hat Charakter, das drückt aus, er hat Ehrlichkeit, er ist freundlich zu anderen Menschen, er bemüht sich, das Gute zu tun und er lässt sich auch nicht so leicht in die Irre führen, wenn es schwierig wird, dann gibt er auch nicht gleich nach, er dreht sein Fähnchen nicht nach dem Wind, er hat hohe Ideale.

Also, ein gewisser Idealismus ist auch Teil von Charakter. Wenn man nicht nur pragmatisch ist, da sagt man auch, er hat Charakter. „Er hat Charakter“ heißt eben auch, man ist in der Lage, für seine Ideale einzustehen. „Er hat Charakter“ heißt aber auch, nicht nur mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern Charakter hat so viele verschiedene Eigenschaften. „Er hat Charakter“ heißt aber auch, man steht auch zu seinen Besonderheiten. Jeder Mensch ist auf die eine oder andere Weise besonders. Jemand, der nur die graue Maus ist und versucht, nicht aufzufallen, der hat jetzt nicht diesen Charakter. Man sagt zwar, dass heutzutage in Firmen gerne gesagt wird, die Individualität ist wichtig, aber es sei noch wichtiger, dass man sich anpasst.

Es gab irgendwann mal einen Bestseller, der hieß „Die Graue-Maus-Strategie für mehr Erfolg im Beruf“, wie man verhindert, aufzufallen, weil alle anderen, die auffallen, irgendwann die Flügel gestutzt bekommen, bleiben dann nachher die grauen Mäuse übrig. „Er hat Charakter“ würde dieser Methode entgegenwirken. Charakter haben heißt eben, zu seinen Besonderheiten zu stehen und dabei auch eine Ausdauer zu haben, seine Ideale leben und ihnen nachzugehen, aber auch, wenn man eins auf den Deckel bekommt, nicht gleich aufzugeben. Das sind also viele Aspekte von Charakter.

Du kannst selbst überlegen, zunächst, was für einen Charakter du grundsätzlich hast, im Sinne von Temperament und welche Ideale und welche besonderen Eigenschaften du hast. Und es gibt ja die verschiedenen Persönlichkeitstests, die es dort auch gibt. Temperament ist ein Aspekt, Persönlichkeit ist noch mehr als Temperament, Charakter ist noch umfassender als Persönlichkeit. Charakter ist die Persönlichkeit, plus Tugenden, plus Ideale, plus das praktische Umsetzen von Idealen, das ist alles Charakter in diesem Sinne. Und dann gibt es die zweite Bedeutung von Charakter und auch darüber kannst du nachdenken. Hast du hohe Ideale und kannst sie geschickt umsetzen? Besitzt du Freundlichkeit und Beständigkeit deine Ideale systematisch anzugehen? Vielleicht bekommst du so die eine oder andere Anregung und kommst zum Nachdenken.

Video von Sukadev über die Tugend: Charakter

Vortrags-Mitschnitt zum Thema: Charakter – Audio

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Charakter, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden. 

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Charakter

Eigenschaften im Alphabet nach Charakter

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