Kabbalah | OekoHuman


Die Kabbala in Verbindung mit

SIEBENEnneagrammRelativitätPartkdolg-Pflicht (Duty)Elektrizität – Strom – GELDÖkoReflektionNeugier. Mit Sinn, bis zur persönlichen Meisterschaft im Leben, gebunden an ein freudvolles – langes Leben mit Innenschau – MissionVision – Außenschau und dem Motto:

die individuelle Mischung macht`s.

Basis:
MenschTalentAnamnesisHermetikGewissenWahrheitWilleHermeneutikSource-CodeGÜTETUNNahrung-Ernährung – Strom –VernunftAuthentizitätControlling – Profitum – LoyalitätWundernBuddy-SystemAnpassungsfähigkeit

Umsetzung:
LIEBEMut – Mühe – Ritual – MACHTKAIZENPartkdolg-Pflicht (Duty)Know-Howschöpferische Zerstörungdie Mischung macht`sEntscheidungToleranzWirksamkeit

Fallen:
DenkgefängnisseVerschlimmbesserung – Projektion – KausalitätKomfortzoneWechselwirkungWirkzusammenhängeKredit 

Weg:
TON – ResonanzErziehungUnterweisungWiderstandToleranzBildung

Angebote:
Talent-Unternehmer-StudiumProjektepraktische Umsetzung

Ziele:
Fokussierung – AutonomieGesundheitKlimaKulturRespektWürde – Gelingen – ReEvolution

Resultate:
OrdnungNiveauQualitätWeisheitFriedenewiger Schöpfungs-ProzeßNachhaltigkeit


Kabbala im Wikipedia


Die Kabbala (auch Kabbalah), übersetzt „das Überlieferte“, ist eine mystische Tradition des Judentums und bezeichnet sowohl bestimmte („kabbalistische“) überlieferte Lehren als auch bestimmte überlieferte Schriften.[1] Sie steht in einer jahrhundertelangen mündlichen Überlieferung, deren Wurzeln sich im Tanach, der Heiligen Schrift des Judentums, finden.
Die Basis kabbalistischer Traditionen ist die Suche des Menschen nach der Erfahrung einer unmittelbaren Beziehung zu Gott. Es gibt verschiedene kabbalistische Schriften und Schulen, aber keine Dogmatik oder abprüfbaren Lehrinhalte, also keine allgemein gültige kabbalistische Lehre. Des Weiteren gibt es eine reichhaltige schriftliche Überlieferung zum Teil gegensätzlicher kabbalistischer Strömungen (beispielsweise die ekstatische und die theosophische Richtung in der älteren Kabbala). Als bedeutendstes Schriftwerk der Kabbala gilt der Zohar, ein pseudepigraphisches Werk aus der theosophischen Richtung der älteren Kabbala. Die schriftliche Überlieferung und Produktion der Kabbala enthält auch gnostischeneuplatonische und christliche Elemente.
Seit Pico della Mirandola (15. Jahrhundert) wird die Kabbala auch in nichtjüdischen Kreisen fortgeführt (vgl. Christliche KabbalaHermetische Kabbala).

Der Begriff Kabbala

Die Bezeichnung Kabbala (hebräisch קַבָּלָה) geht auf den hebräischen Wortstamm קבל (qbl) zurück und bedeutet ‚Überlieferung‘, ‚Übernahme‘ und ‚Weiterleitung‘. Ursprünglich konnte das Wort Kabbala allgemein jegliche Überlieferung bezeichnen, insbesondere als jüdische Überlieferung aber die Offenbarung der Tora an Mose am Sinai. So beginnen die Sprüche der Väter aus der Mischna: משֶׁה קִבֵּל תּוֹרָה מִסִּינַי וּמְסָרָהּ לִיהוֹשֻׁעַ ‚Moscheh [Mose] empfing die Tora am Sinai und überlieferte sie Jehoschua [Josua]‘.
Ab dem Mittelalter wird diese Bezeichnung „für eine bestimmte spekulative Richtung und eine mit ihr verbundene Frömmigkeitsform des Judentums“ verwandt. Im Hauptteil des Zohar wird das Wort Kabbala nicht verwendet, erscheint aber in späteren Teilen wie Ra’aya Meheimna und dem Sefer ha-Tiqunim.
Ab dem Beginn des 14. Jahrhunderts setzte sich die Bezeichnung Kabbala gegenüber anderen damals gebräuchlichen Begriffen, die Ähnliches bedeuteten, durch.

Baum der Sephiroth

  • Entsprechungen von Oben und Unten: Nach kabbalistischer Ansicht hat Gott alles, was er im Universum geschaffen hat, auch am Menschen geschaffen. Hieraus ergibt sich ein Weltbild der wechselseitigen Entsprechungen von Oben und Unten. Hierin wird der kabbalistische Grundgedanke von Mikro- und Makrokosmos deutlich. Die ganze „untere“ Welt wurde demnach nach dem Vorbild der „oberen“ gemacht und jeder Mensch an sich ist ein Universum im Kleinen. Der körperlichen Gestalt des Menschen kommt hierbei eine universelle Bedeutung zu, denn Gott selbst wird in der Tradition der jüdischen Mystik mit letzter Konsequenz anthropomorph gedacht. Die Vollkommenheit des göttlichen Makrokosmos personifiziert sich hierbei im Menschen, welcher als Mikrokosmos zwar unvollkommen, aber dennoch ein Abbild des himmlischen Urmenschen אָדָם קַדמוֹן (Adam Qadmon) darstellt. Gott als das Grenzenlose und Ewige benötigt das von ihm geschaffene Mittlerwesen des Menschen, um durch die „zehn geistigen Kräfte“ (סְפִירוֹת Sephiroth) seine göttliche Allmacht wirken zu lassen.
  • Der Weltenbaum: Die zehn Sephiroth sind die göttlichen Urpotenzen, welche in der Form des kabbalistischen Weltenbaumes alle Ebenen des Seins durchragen. Dieser Weltenbaum mit dem darin verbundenen Menschen stellt den verkörperten Organismus des Universums dar. Diese elementare Verflechtung des Menschen in ein göttliches Universalsystem verdeutlicht nach kabbalistischer Ansicht auch das gegenseitige Beeinflussungspotential der göttlichen und der menschlichen Ebene. – Der Mensch steht unter dem ganzheitlichen Einfluss universaler Kräfte, kann diese aber seinerseits beeinflussen. Beispielhaft hierfür ist die kabbalistische Wortmagie, in welcher das Aussprechen von Worten eine unmittelbare Einflussnahme auf das damit Bezeichnete nach sich ziehen soll.
  • Überwindung des gewohnten Alltags-Ich: Wie häufiger in der Mystik geht es dabei um den bewussten und selbst gesteuerten Übergang in eine Ekstase, also um einen Weg, über das gewohnte Alltags-Ich hinauszugehen, dessen Beschränkungen zu transzendieren. Dazu gibt es verschiedene Techniken, die sich als Geheimlehren, die studiert und erfahren werden, überliefern. Diese initiatische Erfahrung vermittelte sich anfänglich in einer zunächst rein mündlichen, später schriftlichen Überlieferung. In der Kabbala wird auch heute noch die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler als wesentlich gesehen. Kabbalistische Erfahrung soll die Grenze zwischen Subjekt und Objekt aufheben können. Ein Kabbalist durchbricht demnach eine Mauer „härter als ein Diamant“ und erfährt die All-Einheit.
  • Stufen der Weisheit: Nach jüdischer Tradition gelangten nur vier Weise zu Lebzeiten ins Paradies und von diesen kehrte allein Rabbi Akiba unversehrt zurück. Den meisten gelingen nur ein paar Tritte auf der Himmelsleiter oder das Öffnen einiger weniger Tore. Jedoch behalten, so die kabbalistische Lehre, alle Suchenden und Lernenden ihre besonderen erlangten Fähigkeiten und sollen sie nach außerbiblischer Tradition sogar vererben können (deuterokanonisches Buch Ben Sira 4,16). So soll der Segen – בְּרָכָה Bəracha – entstehen.
  • Theoretische Kabbala und Praktische Kabbala: Um Missbrauch der Kräfte zu verhindern, die man in der Beschäftigung mit der Kabbala erlangen kann, werden Schüler vor ihrer Aufnahme geprüft. Um „Würdige“ von „Unwürdigen“ zu trennen, hat man die Kabbala in eine theoretische (קַבָּלָה עִיּוּנִית qabālā ʕīyūnit) und eine praktische (קַבָּלָה מַעֲשִׂית qabālā maʕăśīt) unterteilt, wobei erstere das Lehrsystem darstellt, und letztere magische und mantische Praktiken umfasst, wie Amulettwesen, Loswerfen etc.

Die Träger der kabbalistischen Überlieferungen werden בַּעֲלֵי־קַבָּלָה Baʕalē Qabālā (auch בַּעֲלֵי־הַקַּבָּלָה Baʕalē Haqqabālā) oder מְקֻבָּלִים Məqūballīm genannt. In Məqūballīm schwingt die Bedeutung „von Gott aufgenommen“ mit.
Ältere Kabbalisten trugen unspezifische und blumige Namen wie יוֹדְעֵי חֵן yōdəʕēy ḥēn ‚Kenner der Gnadenschönheit‘ oder einfach יוֹדְעִים yōdəʕīm ‚Wissende‘, eine Bezeichnung, die auf Nachmanides zurückgeht, מִשׂכָּלִים miśkālīm ‚Vernunftbegabte‘ und חַכמֵי הַלֵּב ḥachmē hallēv (auch חַכמֵי לֵב ḥachmē lēv) ‚Weise des Herzens‘. Das Objekt ihrer Bemühungen war die חָכְמָה נִסתָּרָה ḥåchmā nīstarā ‚verborgene Weisheit‘ (auch חָכְמַת הַנִּסתָּר ḥåchmath hannīstār).

Geschichte der Kabbala

Vor-Kabbalistische Zeit

Die Merkaba-Literatur war ab dem ersten vorchristlichen Jahrhundert eine mystische Strömung innerhalb des Judentums. Im dritten Jahrhundert nach Chr. entstand das magisch-mystische Buch Sefer ha-Razim. Gegen Ende der talmudischen Zeit entstand in der Tradition vorhandener Text-„Komplexe kosmologischen und sprach-spekulativen Charakters“] das vorkabbalistische Sefer Jetzira, welches die Lehre der Sephiroth (Sphären, Ziffern) entwirft. Diese Lehre entspricht noch nicht ganz dem späteren kabbalistischen Verständnis, wird aber unter Kabbalisten entsprechend gedeutet. Die Entstehungs- und frühe Wirkungsgeschichte des Sefer Jetzira ist noch nicht sicher erforscht. Der Text blieb „nicht selbstständig, sondern so gut wie nur im Zusammenhang mit Kommentaren erhalten“.

Entwicklung im 12. Jahrhundert

Die Anfänge der Kabbala liegen in Südfrankreich, wo Geheimlehren angeblich ältester Tradition aufgezeichnet wurden; die Autoren nannten sich Empfänger‘, ‚Angenommene‘. Sie führten ihre Inhalte auf die Weisheit Adams zurück. Diese seien durch Auserwählte weitergegeben worden; tatsächlich basierten sie auf einer „(zumeist populär-) neuplatonische Sicht der Welt und des Menschen“, wobei die Stellung auf ein neuplatonisches Weltbild wohl oft unbewusst geschah. Zur Bekräftigung der Behauptung, auf die ältesten Traditionen zurückzugreifen, wurde „so gut wie alles von der reichen biblisch-rabbinischen Überlieferung aufgegriffen und in ihrem Sinne verarbeitet. Und zwar mit derartigem Erfolg, daß auch viele älteren Vorstellungen für Laien als ‚kabbalistisch‘ erscheinen, was den Blick für die eigentlichen kabbalistischen Anliegen verstellen kann“. Die ersten Kabbalisten nutzten die „Bearbeitung und Kommentierung älterer Texte als Vehikel für ihre Lehren“; das erste Buch, das einen nach dieser Verwertungs-Methode entstandenen kabbalistischen Text enthält, ist das Sefer ha-Bahir, das gegen 1180 fertig redigiert war und „lange Zeit Hauptgrundlage der danach allmählich verschriftlichten kabbalistischen Geheimlehre“ war.
Das Klima in der Entstehungsregion war „stark geprägt durch [innerhalb des Christentums] oppositionelle und dualistisch orientierte Tendenzen, wie sie vor allem in den Katharer– und Albigenserbewegungen zur Wirkung gelangten, Machtkämpfe auslösten und auch die offizielle Kirche zu direkten Gegenaktionen veranlaßten“. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Tendenzen und der frühen Kabbala konnte nicht hergestellt werden, aber vermutlich bestand eine gemeinsame Grundorientierung und ein gelegentlicher Austausch von Ideen. Während diese Bewegungen jedoch im Konflikt zur offiziellen Auslegung des Christentums standen, war die Kabbala keine Protestbewegung gegen die Auslegung des Judentums, „im Gegenteil, die Kabbalah erwies sich für die jüdische Religion trotz spekulativer Neuerungen von bislang kaum bekanntem Ausmaß als wirksamste Kraft zur Bewahrung und Vertiefung traditioneller Torah-Frömmigkeit“.

Ausbreitung im 14. Jahrhundert

Die klassische Kabbala verbreitete sich „gegen Ende 1300 von Nordspanien aus vor allem durch die Werke des Josef ben Abraham Josef Gikatilla und durch die (teilweise anonymen und pseudepigraphischen) Schriften des Mose ben Samuel de Leon“. Grundsätzlich hatten sich die Kabbalisten des 12. und 13. Jahrhunderts wie die jüdischen Philosophen nach Saadia Gaon einen spiritualisierten anti-anthropomorphen Gottesbegriff zugelegt, doch sorgten sie für eine dialektisch zugeordnete Kommunikationsgestalt, die dem nicht zur Kommunikation fähigen Gott der Philosophen zur Seite gestellt, erneut die Menschen mit ihm in althergebrachter Weise kommunizieren ließ. Ohne hinter philosophisch-theologische Errungenschaften zurückzutreten, kamen alte biblisch-rabbinische Ansichten wieder zur Geltung, allerdings führte ein meditativ-theosophischer Einschlag bei der Gebotserfüllung ihre Neuerung an den Rand der Häresie.
Im hohen Mittelalter waren die Zentren kabbalistischer Bewegungen der Deutsche Chassidismus im Rheinland (Mitte des 12. bis Mitte des 13. Jahrhunderts), der das Werk Sefer Chassidim hervorbrachte. In Spanien entfaltete sich die so genannte „Prophetische Kabbala“, deren bedeutendste Vertreter Abraham Abulafia und Josef Gikatilla waren.

Der Zohar

Der Zohar – Titelseite der Erstausgabe

Aus der Tradition des spanischen Judentums entstand gegen Ende des 13. Jahrhunderts die bedeutendste kabbalistische Schrift überhaupt: der Zohar (Sefer ha Zohar, hebr. ‚Das Buch des Glanzes‘). Als Autor seines Hauptteils gilt der spanische Kabbalist Mosche de Leon († 1305. Der Hauptteil des Zohar wurde in einem künstlich altertümlich gestalteten Aramäisch verfasst und von Mosche de Leon ab etwa 1275 „als angeblich altes Werk des Rabbinen Shimʿon bar Jochaj“ aus dem frühen 2. Jahrhundert verbreitet. Unter Kabbalisten gilt der Zohar „bis heute als ‚Midrasch des Simon bar Jochaj‘ […] und als ein heiliges Buch“. Der Zohar enthält in verschiedenen, teils sehr umfangreichen Abhandlungen Auslegungen der Tora, Erzählungen zu mystischen Gestalten des Judentums, insbesondere zu Rabbi Schimon ben Jochai und seinen Schülern, sowie Spekulationen zu Zahlen und Buchstaben als den Fundamenten der Welt. Der Zohar genoss „schon innerhalb kurzer Zeit ein hohes Ansehen“ und wurde auch in der Neuzeit „wie ein ‚heiliges Buch‘ behandelt“. Entsprechend umfangreich ist auch die kommentierende Tradition zu diesem Werk. Während der Zohar „so etwas wie ‚kanonische‘ Geltung erlangte“, wurden die übrigen kabbalistischen Schriften „dadurch in den Hintergrund gedrängt“ und gingen teils verloren.

15. Jahrhundert: Lurianische Kabbala in Safed

Nach der Verfolgung und Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492 wurde Safed in Galiläa zum Zentrum kabbalistischer Lehre. Hier wirkte vor allem Isaak Luria (1534–1572), der wesentliche Beiträge zu der kabbalistischen Auffassung von der Schöpfung der Welt entwickelte. Dazu gehören Vorstellungen vom אָדָם קַדמוֹן (Adam Qadmon) und einem „Sich-Zurückziehen“ (צִמצוּם Tzimtzum) Gottes, um der entstehenden Welt Platz zu schaffen, dem ‚Zerbrechen der Gefäße‘ (שְבִירַת הַכֵּלִים Schvirat ha-Kelim) bei der Schöpfung und dem Freiwerden der göttlichen Lichtfunken, Spekulationen über das Unendliche (אֵין סוֹף En Sof) und eine Lehre über die Seelenwanderung (גִּלגּוּל Gilgul). Ziel aller Bemühungen des Menschen ist es danach, in einem Prozess der Reparatur der Welt (תִּקוּן עוֹלם Tiqqūn Olam) den ursprünglichen heilen Zustand der Welt aus göttlicher Existenz wiederherzustellen.

Entstehung einer christlichen Kabbala

Giovanni Pico della Mirandola, 1463–1494→ Hauptartikel: Christliche Kabbala


Im 15. Jahrhundert eigneten sich auch Christen kabbalistische Lehren an. Giovanni Pico della Mirandola gilt als erster Vertreter der christlichen Kabbala, von Konvertiten abgesehen. Anhänger der christlichen Kabbala waren eher an der Suche nach griechischer Philosophie und christlichen Inhalten in der Kabbala interessiert als an dieser selbst, und die Unwissenheit mancher Autoren ist sogar horrend“. Vertreter einer als okkulte Philosophie bezeichneten Strömung, wie Agrippa und Giovanni Pico della Mirandola, versuchten, Philosophien zu entwickeln, die hermetisches, hebräisches und klassisches Wissen assimilieren, und dies dann mit der christlichen Theologie zu vereinigen. Trotz ihres esoterischen Charakters wurden die der okkulten Philosophie zugrunde liegenden hermetischen und kabbalistischen Ideen im Europa der Renaissance anfangs positiv aufgenommen. Die Historikerin Frances A. Yates betrachtete die okkulte Philosophie sogar als zentrale Triebkraft hinter der Renaissance selbst. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wuchs jedoch als Teil der Gegenreformation auch die Reaktion gegen den Renaissance-Neuplatonismus und die damit assoziierten okkulten Strömungen. Die christliche Kabbala, die zunächst die Legitimation okkulten Denkens beförderte, wurde nun deswegen abgewertet und mit Hexerei in Verbindung gebracht.

17. bis 19. Jahrhundert: Chassidismus, Bedeutungsverlust


Die in Safed entstandene Kabbala des Isaak Luria (lurianische Kabbala) gewann erheblichen Einfluss. Viele Elemente dieser Lehre wurden auch im osteuropäischen Chassidismus des 17. und 18. Jahrhunderts wirksam. Unter behutsamer Einbeziehung messianischer Elemente und einer gewissen Vereinfachung des ursprünglich sehr differenzierten Lehrgebäudes konnte die Kabbala große populäre Bedeutung in den chassidischen Zentren des Ostjudentums entfalten.
Die jüdische Kabbala verlor bis zum 19. Jahrhundert an Einfluss und erfuhr Geringschätzung durch die jüdischen Gelehrten dieser Zeit.
Die Gegner der Kabbala unterstellten dieser, synkretistisch, voller christlicher Einflüsse und damit nicht jüdisch zu sein.

Entstehung der hermetischen Kabbala

→ Hauptartikel: Hermetische Kabbala

Im 18./19. Jahrhundert entstand die hermetische Kabbala, eine Strömung mit Wurzeln in der Gnosis, dem Neuplatonismus, der Hermetik, sowie der christlichen Kabbala, die hierbei von großer Bedeutung war.Die hermetische Kabbala entfernte sich jedoch vom Christentum, mitunter bis hin zu einer antichristlichen Ausrichtungund nimmt gegenüber der ursprünglichen jüdischen Kabbala einen universelleren Ansatz an. Im 19. und 20. Jahrhundert erschienen mehrere Werke des französischen Okkultisten Éliphas Lévi, der kabbalistische Lehren und die Werke anderer Autoren verfälschte während sich Arthur Edward Waite um eine korrekte Darstellung der Kabbala bemühte, jedoch nicht des Hebräischen und Aramäischen mächtig war und daher Fehler aus Jean de Paulys verfälschter Zohar-Übersetzung in sein Werk 
The Secret Doctrine in Israel übernahm.

20. Jahrhundert: Wiederentdeckung, „Hollywood-Kabbala“

Als Wiederentdecker der Kabbala im 20. Jahrhundert gilt Gershom Scholem. In den 1960er- oder 1970er-Jahren gründete Philip Berg das erste Kabbalah Centre und fing an, die Lehre, die traditionell nur männlichen Juden über 40 zugänglich war auch Frauen und Nichtjuden anzubieten. Bergs New-Age-Version der Kabbala, die unter Prominenten wie Ashton KutcherMadonna oder Britney Spears populär ist, wird auch als „Hollywood-Kabbala“ bezeichnet und von Kritikern als Antithese zur echten Kabbala angesehen. Die originäre jüdische kabbalistische Tradition wird auch in der Gegenwart noch gepflegt und weiter entwickelt, vor allem in den chassidischen Gemeinden der USA und in Israel. Als einer der bedeutenden Kabbalisten des 20. Jahrhunderts gilt Yehuda Ashlag.


Kabbala im YogaWiki


Kabbalah : Vortrag zum Stichwort Kabbalah. Einige Informationen zum Thema Kabbalah vom Standpunkt der Yoga Gesundheitskunde aus.

Kabbalah


Kabbalah ist eine mystische Tradition im Judentum. Kabbalah bedeutet Empfang, Übernahme auch Überlieferung und Weiterleitung. Die ursprünglichen Wurzeln in der Kabbalah sind natürlich in der Thora und damit im Tanach, in der heiligen Schrift des Judentums.
Die Basis der kabbalistischen Tradition ist, dass der Mensch nach der unmittelbaren Beziehung zu Gott strebt. Kabbalisten war es nicht ausreichend, dass man gut und ethisch lebt sowie Gottes Gebote befolgt, sondern den Kabbalisten ging es darum, das sie Gott erfahren wollten. Es ist wie bei allen mystischen Traditionen. Es geht nicht nur darum, den Geboten Gottes zu folgen und Rituale auszuführen, in der Hoffnung, nach dem Tod erlöst zu werden, sondern in der Kabbalah geht es darum, das höchste in diesem Leben zu erfahren. Man will als Mensch schon in diesem Leben Gott erfahren. Und so ist die Kabbalah etwas aus dem Judentum, wo dieses tiefe Bedürfnis des Menschen erfüllt werden will.
Kabbalah beinhaltet natürlich verschiedene Elemente. Kabbalah gehört zu den religionsübergreifenden Prinzipien. Die Kabbalisten haben Elemente aus der Gnostik, Neuplatonik und aus dem Christentum übernommen.
Kabbalah hat auch die Hermetik und die Alchemie beeinflusst und ist umgekehrt davon auch wieder beeinflusst worden.

Thorwald Detlefsen hat die Kabbalah zu einer der vier Säulen der Esoterik erhoben oder hat sie als solches erkannt: Kabbalah, AstrologieMagie und Alchemie.
Kabbalah ist also eine Wissenschaft des Göttlichen. Die Weisheiten der Kabbalah verbinden verschiedene spirituelle Traditionen miteinander.
Es gibt die klassische Kabbalah, welche Moses von Gott übermittelt wurde und es gibt die hermetische Kabbalah, welche die Hermetik mit einbezieht. Es gibt auch eine christliche Kabbalah. Und auch Rudolf Steiner hat sich oft auf die Kabbalah bezogen.
Heutzutage hat die Kabbalah eine Wiedergeburt erlebt. Es gibt in der Popkultur eine große Strömung der Kabbalah, insbesondere nachdem Madonna bei einem kaballistischen Lehrer gelernt hat und so die kabbalistischen Lehren populär gemacht hat.

Kabbalah Video

Hier findest du ein Video zu Kabbalah mit einigen Informationen und Anregungen:

Audiovortrag zu Kabbalah

Hier kannst du die Tonspur des Videos zu Kabbalah anhören:


Kabbalah gehört zu den Themengebieten EsoterikKabbalaJudentumGeheimlehreJüdische MystikMystikOkkultismus. Ähnliche Wörter und Begriffe, die thematisch dazu passen:

Begriffe im Alphabet vor und nach Kabbalah


Kabbalah im AnthroWiki


Die Kabbala (hebr. קבלה), Empfang, Übernahme, Überlieferung, Weiterleitung) ist die mystische Tradition im Judentum. Die ursprünglichen Wurzeln der Kabbala finden sich in der Tora, der Heiligen Schrift des Judentums. In jahrhundertelanger mündlicher Weitergabe wurden daneben verschiedene weitere Einflüsse aufgenommen, darunter gnostischeneuplatonische und christliche Elemente. Seit Pico della Mirandola wird sie auch in nichtjüdischen Kreisen fortgeführt.


Geschichte des Wortes


Die Bezeichnung Kabbala (hebr. קבלה) geht auf den hebräischen Wortstamm qbl (קבל) zurück und bedeutet etwas „zu empfangen“ und davon abgeleitet „Überlieferung, Übernahme und Weiterleitung“. Die Träger dieser Überlieferung werden Baʕaleh Haqabalā בעלה הקבלה oder Məqūballīm מקובלים genannt, wobei in letzter Form wegen des Passivs die Bedeutung des „von Gott aufgenommenen“ mitschwingt. Ursprünglich konnte das Wort Kabbala allgemein jegliche Überlieferung bezeichnen, insbesondere aber die Offenbarung der Tora an Mose am Sinai. So beginnen die „Sprüche der Väter“ aus der Mischna: „Mose empfing (qbl) die Tora am Sinai und überlieferte sie …“ Ältere Kabbalisten trugen unspezifische und blumige Namen wie Kenner der Gnadenschönheit (יודעי חן yōdəʕēy ḥēn) oder einfach Wissende (יודעים yōdəʕīm), eine Bezeichnung, die auf Nachmanides zurückgeht, Vernunftbegabte (משכלים miśkālīm) und Weise des Herzens (חכמי הלב ḥāchmēy halēv) und das Objekt selbst war (חכמה ניסתרה ḥåchmā nīstarā) die verborgene Weisheit. Im Hauptteil des Zohar wird das Wort „Kabbala“ nicht verwendet, erscheint aber in späteren Teilen wie Ra’aya Meheimna und dem Sefer ha-Tiqunim. Seit Beginn des 14. Jahrhunderts hat die Bezeichnung Kabbala sämtliche Synonyme fast vollständig ersetzt.[1]


Überblick


Die Basis kabbalistischer Traditionen ist die Suche nach der Erfahrung einer unmittelbaren Beziehung zu Gott. Nach kabbalistischer Ansicht hat Gott alles, was er im Universum geschaffen hat, auch am Menschen geschaffen. Hieraus ergibt sich das Weltbild der wechselseitigen Entsprechungen von Oben und Unten. In diesen Spekulationsformen wird der kabbalistische Grundgedanke von Mikro– und Makrokosmos deutlich. Die ganze „untere“ Welt wurde demnach nach dem Vorbild der „oberen“ gemacht und jeder Mensch an sich ist ein Universum im Kleinen. Der körperlichen Gestalt des Menschen kommt hierbei eine universelle Bedeutung zu, denn Gott selbst wird in der Tradition der jüdischen Mystik mit letzter Konsequenz anthropomorph gedacht.
Die Vollkommenheit des göttlichen Makrokosmos personifiziert sich hierbei im Menschen, welcher als Mikrokosmos zwar unvollkommen, aber dennoch ein Abbild des himmlischen Urmenschen Adam Qadmon darstellt. Gott als das Grenzenlose und Ewige benötigt das von ihm geschaffene Mittlerwesen des Menschen, um durch die zehn geistigen Kräfte seine göttliche Allmacht wirken zu lassen. Diese zehn Sefirot sind die göttlichen Urpotenzen, welche in der Form des kabbalistischen Weltenbaumes alle Ebenen des Seins durchragen. Dieser Weltenbaum mit dem darin verbundenen Menschen stellt den verkörperten Organismus des Universums dar. Diese elementare Verflechtung des Menschen in ein göttliches Universalsystem verdeutlicht nach kabbalistischer Ansicht auch das gegenseitige Beeinflussungspotential der göttlichen und der menschlichen Ebene. – Der Mensch steht unter dem ganzheitlichen Einfluss universaler Kräfte, kann diese aber seinerseits beeinflussen. (Beispielhaft hierfür ist die kabbalistische Wortmagie, in welcher das Aussprechen von Worten eine unmittelbare Einflussnahme auf das damit Bezeichnete nach sich ziehen soll.) Wie häufiger in der Mystik geht es dabei um den bewussten und selbst gesteuerten Übergang in eine Ekstase, also einen Weg des Ich aus dem Körper. Dazu gibt es verschiedene Techniken, die sich als Geheimlehren, die studiert und erfahren werden, überliefern. Diese initiatische Erfahrung vermittelte sich anfänglich in einer zunächst rein mündlichen, später schriftlichen Überlieferung. Deshalb wird in der Kabbala auch heute die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler als wesentlich herausgestellt. Kabbalistische Erfahrung soll die Grenze zwischen Subjekt und Objekt aufheben können. Ein Kabbalist durchbricht demnach die Mauer „härter als ein Diamant“ und erfährt die All-Einheit. Es gibt verschiedene kabbalistische Schriften und Schulen, aber keine Dogmatik oder abprüfbaren Lehrinhalt, also keine allgemeingültige kabbalistische Lehre. Aber es gibt kabbalistische Techniken. Dementsprechend ist alle schriftliche Hinterlassenschaft der Kabbalisten stark symbolisch. Nach jüdischer Tradition gelangten nur vier Weise zu Lebzeiten ins Paradies und von diesen kehrte allein Rabbi Akiba unversehrt zurück. Den meisten gelingen nur ein paar Tritte auf der Himmelsleiter oder das Öffnen einiger weniger Tore. Jedoch behalten alle ihre besonderen erlangten Fähigkeiten und sollen sie nach außerbiblischer Tradition sogar vererben (deuterokanonisches Buch Jesus Sirach 4,16). So soll der Segen – Bəracha ברכה entstehen. Um Missbrauch dieser Kräfte zu verhindern, werden Schüler vor ihrer Aufnahme geprüft. Um „Würdige“ von „Unwürdigen“ zu trennen, hat man die Kabbala in eine theoretische (קבלה עיונית qabālā ʕīyūnit) und eine praktische (קבלה מעשית qabālā maʕăśīt) unterteilt, wobei erstere das System darstellt, und letztere magische und mantische Praktiken umschreibt wie Amulettwesen, Loswerfen etc.


Jüdische Kabbala


Die ersten Träger kabbalistischer Tradition stammen aus dem rabbinischen Judentum, insbesondere aus dem Schülerkreis des Rabbi Jochanan ben Sakkai und des Rabbi Akiba ben Josef in Palästina. Die beherrschenden Themen waren dabei Spekulationen über die biblische Schöpfungserzählung und die Visionen des Propheten Ezechiel vom göttlichen Thronwagen. Danach wird diese Strömung auch als Merkaba-Mystik bezeichnet (hebr. מרכבה, „Wagen“). Erst später erschienen dann auch schriftliche Dokumente. Als wesentliches Zeugnis aus dem 1. Jahrtausend gilt das Buch Jezira, das zwischen dem 3. und dem 6. Jahrhundert entstand. Es enthält die Darstellung der 10 Sefirot und der 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets als den Urzahlen und Verhältnissen, auf denen die Welt beruht. Diese kommen in der Darstellung des kabbalistischen Weltenbaumes zum Ausdruck. Im hohen Mittelalter waren die Zentren kabbalistischer Bewegungen der deutsche Chassidismus im Rheinland (Mitte des 12. bis Mitte des 13. Jahrhunderts) und vor allem die so genannte „prophetische Kabbala“ in Spanien, deren bedeutendste Vertreter Abulafia und Gikatilla waren. Aus der Tradition des spanischen Judentums entstand gegen Ende des 13. Jahrhunderts die bedeutendste kabbalistische Schrift überhaupt: der Sohar (Sefer ha Sohar, hebr. „Das Buch des Glanzes“). Als sein Autor gilt der spanische Kabbalist Mosche de Leon († 1305), jedoch ist damit zu rechnen, dass fremdes und älteres Material in das Werk aufgenommen worden ist.
Der Sohar enthält in verschiedenen, teils sehr umfangreichen Abhandlungen Auslegungen der Tora, Erzählungen zu mystischen Gestalten des Judentums, insbesondere zu Rabbi Schimon ben Jochai und seinen Schülern, sowie Spekulationen zu Zahlen und Buchstaben als den Fundamenten der Welt. Der Sohar gilt wohl neben dem Tanach, der jüdischen heiligen Schrift, und dem Talmud als wichtigste Einzelschrift des Judentums.


Lurianische Kabbala

Nach der Verfolgung und Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492 wurde das Örtchen Safed in Galiläa zum Zentrum kabbalistischer Lehre. Hier wirkte vor allem Isaak Luria (15341572), der wesentliche Beiträge zur Auffassung von der Schöpfung der Welt entwickelte. Dazu gehören Vorstellungen von einem „Sich-Zurückziehen“ Gottes, um der entstehenden Welt Platz zu schaffen (Zimzum), dem „Zerbrechen der Gefäße“ bei der Schöpfung und dem Freiwerden der göttlichen Lichtfunken (Schebirath ha Kelim), Spekulationen über das Unendliche (En Sof) und eine Lehre über die Seelenwanderung (Gilgul). Ziel aller Bemühungen des Menschen ist es, in einem Prozess der Vervollkommnung (Tikkun) den ursprünglichen heilen Zustand der Welt aus göttlicher Existenz wieder herzustellen. Diese Lehren werden in sehr ausführlichen Beschreibungen und äußerst detaillierten, höchst komplizierten Bildern dargelegt. Die lurianische Kabbala versteht sich dabei als eine Wissenschaft von Gott, Welt und Mensch als mystische Deutung eines menschlichen Exils und seiner Erlösung in kosmologischem Horizont. Die in Safed entstandene Kabbala des Isaak Luria hat im Judentum erheblichen Einfluss gewonnen. Viele Elemente dieser Lehre wurden auch im osteuropäischen Chassidismus des 17. und 18. Jahrhunderts wirksam. Unter behutsamer Einbeziehung messianischer Elemente und einer gewissen Vereinfachung des ursprünglich sehr differenzierten Lehrgebäudes konnte die Kabbala große populäre Bedeutung in den chassidischen Zentren des Ostjudentums entfalten.
Kabbalistische Tradition wird auch in der Gegenwart gepflegt und weiter entwickelt, vor allem in den chassidischen Gemeinden der USA und in Israel. Als einer der bedeutenden Kabbalisten des 20. Jahrhunderts gilt Yehuda Ashlag.

Christliche Kabbala


Athanasius Kircher (1602-1680) prägte den Begriff „christliche Kabbala“. Die Frage, ob es eine eigentliche christliche Kabbala im Sinn einer originären kabbalistischen Mystik mit christlichen Elementen jemals gegeben habe, kann nicht mit letzter Gewissheit beantwortet werden. Kreative kabbalistische Denker vom Zuschnitt eines Isaak Luria, der mit seiner Vision eines Adam Kadmon einen ganz eigenen vitalen gnostisch-kabbalistischen Schöpfungsmythos schuf, fehlen der christlichen Kabbala. Dagegen deutlich erkennbar ist eine ungemein fruchtbare Rezeption kabbalistischen Schriftgutes im Frühhumanismus. Allen voran ging Giovanni Pico della Mirandola (1463-1494) in Conclusiones philosophicae, kabbalisticae et theologicae sive theses CM („Philosophische, kabbalistische und theologische Schlussfolgerungen“, 1496) und mit seinem 1496 posthum herausgegebenen Werk Oratio de hominis dignitate („Über die Würde des Menschen“, 1486). Johannes Reuchlin (1455-1522) verband christliche Theologie, pythagoräische und neuplatonische Philosophie sowie jüdische Mystik zu einer Synthese (De verbo mirifico, 1494; De arte cabalistica, 1517). Mit De Occulta Philosophia – Von der verborgenen Philosophie, Antwerpen, Paris und Köln, 1530–1533 gelang Agrippa von Nettesheim (1486-1535) auf Anhieb ein frühhumanistischer „Bestseller“. Darin stellte er die kabbalistische Esoterik in den Dienst christlicher Dogmatik. Heinrich Khunraths (1560-1605) Amphitheatrum Sapientiae Aeternae Solius Verae („Amphitheater der einzigen wahren und ewigen Weisheit“, Hamburg 1495) ist eine Mischung aus christlicher Magie, Alchemie und Kabbala.
Die Cabbala denudata (2 Bände, 1677–1684; „Offenbarte Kabbala“) des Geistlichen Christian Knorr von Rosenroth (1636-1689) stellt die erste größere Sohar-Übersetzung ins Lateinische dar. Wie weit die Interessen dieses Theologen, Dichters und Hermetikers gehen, zeigt die von ihm kommentierte Übersetzung von G. della Portas Magia Naturalis (1680), aber besonders die enge Zusammenarbeit mit dem Arzt und Alchemisten Franciscus Mercurius van Helmont, dem Sohn des paracelsistischen Iatrochemikers Johan Baptista van Helmont (1580-1644).

Hermetische Kabbala


Die Anfänge der hermetischen Kabbala können bei John Dee und Robert Fludd gesehen werden. Hermetiker waren empfänglich für die Kabbala, da diese Analogien zu platonischen Ideen aufwies[2]. Die hermetische Kabbala hat Wurzeln in der Gnosis[3], dem Neuplatonismus[3], der Hermetik[3] und der christlichen Kabbala[4].
Die Grenzen zwischen spekulativer Kabbala (theoretische Kabbala) und Magie (praktische Kabbala) sind auch in der abendländischen Hermetik fließend. Wo Gershom Scholem noch in „Alchemie und Kabbala“ Verbindungen zwischen jüdischen Kabbalisten, christlichen Kabbalisten und Alchemisten dokumentiert, verschwimmen bei den Hermetikern des 19. Jh.’s sämtliche Trennlinien. Die Hermetiker integrieren nahezu vollkommen Alchemie und Kabbala. Kabbala als Mittel der Initiation besteht auch bei ihnen. Die mündliche Weitergabe von Torakenntnissen und mystische Toradeutung (Sefer JezirahSefer BahirSohar) bleibt den Hermetikern weitestgehend auf der Strecke.

Rudolf Steiner über die Kabbala

Adam Kadmon und der Sephirothbaum (Skizze von Rudolf Steiner)

Der Sephiroth-Baum in seinem Zusammenhang mit der dreigliedrigen Natur des Menschen Rudolf Steiner hat nur selten ausführlicher und zusammenhängend über die jüdische Geheimlehre gesprochen. Zu nennen sind ins besonders ein Vortrag in Berlin am 18. März 1904 (siehe unten) und in Dornach ein Vortrag über den Sephirothbaum für die Arbeiter am Goetheanum vom 10. Mai 1924. Verstreut über das Gesamtwerk Steiners finden sich aber auch immer wieder einzelne Hinweise zur Kabbala. „Die Kabbala ist heute selbst unter den Juden etwas, was man seiner tiefen Weisheit nach sehr wenig kennt. Bei denjenigen kommt es manchmal noch zutage, wo man es am wenigsten vermuten würde. Wenn Sie einen gelehrten Juden träfen, der aus dem fernsten Galizien kommt, der äußerlich recht wenig auf sich gibt und für die zivilisierte Menschheit abstoßend wirken kann, dann könnten Sie die Erfahrung machen, daß derselbe Reste der kabbalistischen Weisheit noch kennt. In Österreich nennt man diese Leute «Wunder-Rabbi», weil sie gewisse äußere magische Künste kennen, zum Beispiel können sie viel besser als unsere modernen Ärzte Suggestion ausüben. Bis zu einem gewissen Grade sind sie sogar eingeweiht. Etwas werde ich sagen über das, was in der Kabbala steht. In meinem Buche «Theosophie» werden Sie finden, daß jene Geheimlehren zusammenstimmen mit dem, was wir in der Theosophie lernen.
Die Kabbala unterscheidet innerhalb der Welt zwölf Glieder, wovon das erste und das letzte geheim bleiben, weil sie überhaupt nicht in Worte zu bringen sind. Nur die zehn übrigen werden in Worte gebracht. Diese zehn übrigen werden in drei Gruppen eingeteilt: erstens die sogenannte Geistwelt, die Welt der reinen geistigen Wesenheiten, zweitens die Welt des Seelischen, drittens die Welt der Körperlichkeit.
Nun sagt der Kabbalist jedem seiner Schüler sofort: Niemals kannst du mit Augen eine dieser drei Welten sehen, sondern jederzeit kannst du nur das «Reich» sehen. – Das «Reich» ist das, was unsere Welt ist, die uns umgibt. Ich sehe einen Menschen, sagt der Kabbala-Schüler, aber was Sich sehe, ist im «Reiche». In Wahrheit ist dieser Mensch in der dreigliedrigen Welt. Er hat Körper, Seele und Geist. Durch den Körper atmet er, ernährt sich; durch die Seele fühlt er und durch den Geist denkt er. Das alles tritt uns entgegen als ein Ganzes, als das «Reich». Das ist das zehnte der Glieder. Dieses zehnte Glied ist der Zusammenfluß der übrigen neun in der verschiedensten Art und Weise.
Erstens: die Welt des Körperlichen: Das Körperliche hat wieder drei Glieder. Jeder Körper ist in sich. Wäre er nicht in sich, so wäre er überhaupt nicht da. Stößt du auf ihn, so nimmst du seine Festigkeit wahr. Stößt er auf dich, so nimmst du seinen Schein wahr. Deshalb unterscheidet man: Fundament, Festigkeit, Schein. Das sind die drei Sephiroth der Körperlichkeit. Damit haben wir vier Sephiroth:

Reich 10
Festigkeit 9
Fundament 8
Schein 7

Zweitens: Seelen-Welt. Wiederum drei Sephiroth. Das erste ist dasjenige, was wir jetzt, in der Theosophie, die Sympathie nennen und was die Kabbala Liebe nennt. Liebe ist dasjenige, was der Seelen-Körper ausgibt, wenn er an einen anderen herankommt. So wie die Festigkeit mir von einem Körper entgegentritt, so ist die Liebe das, was ich ausgebe. 6
Das zweite Sephiroth ist die Gnade, die eigentlich nicht mehr bloß ausgebend ist wie die Liebe, die schon mehr in sich geschlossen ist; die nicht sich so ausgibt wie die Liebe, sondern die von innen heraus austeilt. 5
Das dritte Sephiroth ist die Gerechtigkeit, die lediglich ausgleichend ist. 4 Das sind die drei Seelen-Sephiroth.
Nun zu den Sephiroth der Geistwelt. Sie sind das eigentlich Tätige.
Das erste nennt die Kabbala den Welt-Verstand. 3
Das zweite den Weltgedanken: der Verstand, der den Gedanken hat. 2 Das dritte ist das Grund-Sephiroth, das nennt der Kabbalist die Höhe oder die Krone, die Vereinigung von Verstand und Gedanke (Kether – die Höhe). 1 – Das sind die zehn Sephiroth. Nun sagt der Kabbalist zum Schüler: Du hast von jeder dieser Welten ein Glied in dir. Du hast aus der Körperwelt deine vegetative Seele (nephesch), Pflanzenseele,
ätherischer Doppelkörper. Du hast aus der Seelen-Welt die Leidenschaft-Seele, die empfindende Seele (ruach), und du hast aus dem Geisterlande die denkende Seele (neschamah).
Das war das Gerippe der jüdischen Geheimlehre.“ (Lit.GA 089, S. 273ff)


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Die hermetische Kabbala ist eine esoterische Strömung mit Wurzeln in der Gnosis[1], dem Neuplatonismus[1], der Hermetik[1] und der christlichen Kabbala[2]. Zur Unterscheidung von der jüdischen Kabbala und der mitunter Cabala geschriebenen christlichen Kabbala wird oftmals eine Schreibweise mit Q, insbesondere die Form Qabalah, verwandt.[1][3]

Beschreibung

Die hermetische Kabbala nimmt gegenüber der ursprünglichen jüdischen Kabbala einen universelleren Ansatz an[4] und ist daher breiter gefächert und schwerer zu definieren als die jüdische und die christliche Kabbala[5]; in der hermetischen Kabbala werden diverse esoterische Hilfsmittel, wie Tarot-Karten, Astrologie und Numerologie, angewandt, um in der Welt der zehn Sephiroth aufzusteigen.[1] Während die jüdische Kabbala auf dem Studium der Tora und ihrer Kommentare zur Erlangung von Wissen über Gott basiert, legt die hermetische Kabbala ihren Schwerpunkt auf Magie als Mittel zur Vereinigung mit der Gottheit.[1] Die zehn Sephiroth werden mit zehn Graden der magischen Initiation identifiziert.[1] Auch ist die Grenze zwischen christlicher und hermetischer Kabbala nicht immer eindeutig, da sich bei mitunter der hermetischen Kabbala zugeordneten Werken Elemente der christlichen finden können (beispielsweise bei Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim) und umgekehrt (beispielsweise Athanasius Kircher).[5]

Geschichte

John Dee, um 1600

Die Anfänge der hermetischen Kabbala können bei John Dee und Robert Fludd gesehen werden. Hermetiker waren empfänglich für die Kabbala, da diese Analogien zu platonischen Ideen aufwies.[6] Vertreter einer als okkulte Philosophie bezeichneten Strömung, wie Agrippa und Giovanni Pico della Mirandola, versuchten, Philosophien zu entwickeln, die hermetisches, hebräisches und klassisches Wissen assimilieren, und diese Fusion mit der christlichen Theologie zu vereinigen.[7] Trotz ihres esoterischen Charakters wurden die der okkulten Philosophie zugrunde liegenden hermetischen und kabbalistischen Ideen im Europa der Renaissance anfangs positiv aufgenommen. Die Historikerin Frances A. Yates betrachtete die okkulte Philosophie sogar als zentrale Triebkraft hinter der Renaissance selbst.[8] Vermutlich ist es kein Zufall, dass die okkulte Philosophie, die Wert auf Einheit legte, während der Zeit der Reformation und der Renaissance populär wurde; möglicherweise wurde von ihr und ihrer Vereinigung so unterschiedlicher Quellen wie der klassischen Weisheit, der Magie, der hebräischen Kabbala und des Christentums erwartet, eine Lösung für das religiöse und politische Schisma der Zeit zu bieten.[9] Während das scholastische Mittelalter Glauben und Frömmigkeit forderte, forderte die Renaissance individuelles Streben und die Suche nach Wissen; die Hermetik versuchte, Wissen und Glauben zu vereinigen.[10] Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurden christliche Magi wie Agrippa und John Dee jedoch wegen ihrer Theurgie verdächtigt, und als Teil der Gegenreformation wuchs auch die Reaktion gegen den Renaissance-Neuplatonismus und damit assoziierte okkulte Strömungen. Die christliche Kabbala, die zunächst der Legitimation okkulten Denkens diente, wurde nun wegen der okkulten Assoziation abgewertet und mit Hexerei assoziiert. Dee und Giordano Bruno wurden wegen ihrer Philosophie diskreditiert; ersterer verbrachte seine letzten Jahre in Armut, letzterer wurde 1600 verbrannt.[9]
Die hermetische Kabbala blühte im 18./19. Jahrhundert auf und entfernte sich vom Christentum, mitunter bis hin zu einer antichristlichen Ausrichtung.[5] Im 19. und 20. Jahrhundert erschienen mehrere Werke des französischen Okkultisten Éliphas Lévi, der kabbalistische Lehren verfälscht wiedergab[11] und die Werke anderer Autoren niemals wirklichkeitsgetreu wiedergab[12], während sich Arthur Edward Waite um eine korrekte Darstellung der Kabbala bemühte[13], jedoch nicht des Hebräischen und Aramäischen mächtig war und daher Fehler aus Jean de Paulys verfälschter Zohar-Übersetzung in sein Werk The Secret Doctrine in Israel übernahm[14].

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