Corona – die Herausforderung

 

Von der Raupe zum Schmetterling.
Vom heutigen Bewußtsein zu einem Bewußtsein, das in der Lage ist, die Probleme in der Welt, als Herausforderung zu begreifen und anzunehmen. Oder sich von Problemen lösen, um diese nachhaltig gesund zu lösen.

Erster Schritt zur Lösung ist die Einigung:
Auf das schlechteste Szenario. Auf dieses gilt es, sich vorzubereiten.

Zweiter Schritt zur Lösung:
Maßnahmen im Kontext des schlechtesten Szenarios ergreifen und dann auf das Beste hoffen.
Ein Ping-Pong-Spiel Tausender Meinungen fördert die exponentielle Funktion X². Herzlichen Dank Wolfgang Gaiswinkler und Matthias Varga für diesen Impuls!

Dritter Schritt, der sich daraus ableitet:
Einsicht:
Corona zeigt der Menschheit klar seine Gefühl-, Denk-, Handel-, Verstehen- und TUN-Gefängnisse auf.
Wir haben in einer Scheinwelt gelebt und mit der Realität, können im Moment nur Wenige umgehen.
Nach Corona wird dies hoffentlich anders sein.

Vierter Schritt, der sich aus der Hoffnung gibt:
GESUNDHEIT der Erde und in allen Bereichen des menschlichen Lebens an erster Stelle!

Besonders in der Krise wird die Bedeutung „guter“ Entscheidungen deutlich. Tatsächlich ist der Begriff der Krise in seinem Wortursprung eng mit dem der „Entscheidung“ verbunden und deutet damit an, worauf es in dieser besonderen Phase ankommt.

Warum?

Weil in der Krise jene Option, die gerne gewählt wird, nämlich das Verweilen im Status-Quo wegfällt. Man kann aufgrund der Umstände nicht so weitermachen wie bisher, muss deswegen festlegen, welcher neue Weg gegangen werden soll, um ein bestimmtes Ziel (bspw. den Erhalt des Unternehmens) zu erreichen. Selten wurde das in jüngerer Zeit so deutlich wie in der Corona-Krise, die in einer bis dahin nicht für möglich gehaltenen Geschwindigkeit zu tiefgreifenden Veränderungen in sämtlichen Lebens- und Arbeitsbereichen geführt hat und sicherlich nachhaltig führen wird. Diese Krise ist für Entscheidungen auch deshalb von besonderem Interesse, da die mit ihr einhergehenden Unsicherheiten und Ängste besonders prominent hervortreten.

  • Komplexe Situationen zwingen zu unsicheren Entscheidungen bei begrenzten zeitlichen, materiellen und kognitiven Ressourcen. Daraus resultieren Bedingungen, die zur unbewussten Anwendung von vereinfachenden und Selbst-Wert erhaltenden Strategien führen können (kognitiven Verzerrungen).
  • Das eigentliche, inhaltliche Sachziel wird dabei unbewusst zweitrangig, das Handeln richtet sich stärker an Bedürfniszielen aus. Dadurch kann es passieren, dass Optionen ausgewählt werden, die kurzfristig dem Bedürfnisziel dienen, langfristig aber nicht optimal für das Sachziel sind.
  • Der Mechanismus ist an sich „psychisch“ gesehen sinnvoll, deshalb nicht „irrational“, wie oft beschrieben. Er ist in diesem Kontext für die Qualität von Entscheidungen jedoch längerfristig nachteilig.
  • In dem Beitrag wird dieser Mechanismus bewusst gemacht und anhand von Beispielen erläutert.

Für das eigene Wohl sorgen, mit persönlicher Gewinn- und Profit-Steigerung,
im Bereich Menschen-Würde, versteht sich.


Update 10.04.2022:
Aus Labor oder Natur? Ein Schlüsselfund könnte zum Ursprung des Coronavirus führen!

Sprang Sars-Cov-2 von einem Tier über oder kam das Virus aus dem Labor? Der Virologe Jesse Bloom ließ das lange offen. Dann machte er eine interessante Entdeckung – von Matthias Glaubrecht – Handelsblatt – Matthias Glaubrecht ist Evolutionsbiologe und Professor für Biodiversität der Tiere an der Universität Hamburg. Zuletzt erschien sein Buch „Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten“.

Die aktuelle Pandemie ist keine Naturkatastrophe. Sie ist nicht wie ein Erdbeben oder ein Asteroideneinschlag einfach über uns gekommen. Vielmehr wurde seit Langem vor der wachsenden Gefahr eines Überspringens von tierischen Viren auf den Menschen, einer Zoonose, gewarnt. Denn immer mehr Menschen kommen mit Tieren in Kontakt. In der Natur, in die immer mehr Zivilisationen vordringen, über die Nahrung, in der Nutztierhaltung, auf Tiermärkten. Doch die Gefahr wurde ignoriert. Sars-Cov-2 sprang über. Wie das allerdings passierte, ob es direkt von Fledermäusen oder über einen Zwischenwirt in menschliche Lungen gelangte, ob sich zuerst ein Händler auf dem Tiermarkt in Wuhan infizierte oder ein Mitarbeiter des Virologielabors der chinesischen Stadt, all das ist im Detail noch immer rätselhaft.Auf die Frage, ob Sars-Cov-2 aus der Natur oder aus dem Labor in die Welt kam, antwortete der Virologe Jesse Bloom vom Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum in Seattle bis vor kurzem noch, dass die richtige Antwort nur darin bestehen könne zu sagen, dass wir die richtige Antwort nicht kennen; und sie vielleicht auch niemals erfahren werden.

Jetzt aber ist er selbst der Antwort einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Denn er konnte zeigen, dass asiatische Coronaviren schon vor langer Zeit im Verlauf ihrer Evolution eine Eigenschaft, einen Trick, entwickelten, mit deren Hilfe sie in die Zellen einer ganzen Palette von Wirtstieren eindringen können, einschließlich des Menschen. Eben jene Eigenschaft, die Sars-Cov-2 erst im Labor hinzugewonnen haben soll, folgt man Anhängern der Laborentstehungshypothese.

Die Schlüssel Dutzender Coronaviren zu menschlichen Zellen getestet.

Blooms Forschungsteam hatte mit einem speziellen Verfahren untersucht, wie gut verschiedene Coronaviren an Wirtszellen andocken, genauer gesagt die ACE2 genannten Moleküle auf der Oberfläche menschlicher und tierischer Wirtszellen, den Rezeptoren. Viele Zellen benutzen ACE2-Rezeptoren, um Signale auszutauschen, um etwa den Blutdruck zu regulieren. Die Viren missbrauchen das Molekül jedoch als Türöffner in die Zelle, um sie für ihre Zwecke – die eigene Vermehrung – zu kapern.


Es gibt zahlreiche Fledermausarten und nur einige sind mit Coronaviren infiziert, die auch dem Menschen gefährlich werden können.

Sowohl Sars-1-Viren, die 2002/2003 eine kurze Pandemie auslösten, als auch Sars-Cov-2 binden besonders gut an den menschlichen ACE2-Rezeptor. Das liegt offenbar daran, dass diese beiden Virustypen eine besonders gut passende Rezeptorbindungsdomäne (RBD) haben, also eine Art „Schlüssel“, der perfekt in das ACE2-Schloss zur menschlichen Zelle passt. Einen fast genauso gut passenden Schlüssel hatten Forscher bereits zu Beginn der aktuellen Pandemie bei Coronaviren entdeckt, die man aus Fledermäusen im Süden Chinas isoliert hat. Auch bei einigen Schuppentieren, also Pangolinen, wurden Coronaviren mit einem ähnlich passenden RBD-Schlüssel entdeckt. Die Tiere waren im Süden Chinas beim illegalen Wildtierhandel beschlagnahmt worden. Unklar blieb allerdings, ob dieser RBD-Schlüssel, die besondere Bindungsfähigkeit von Sars-Cov-2 an den ACE2-Rezeptor, auf natürliche Weise durch Genmutationen oder den Mix von Virus-Erbgut (Rekombinationen) entstanden sind, oder ob sie künstlich in einem Labor bei Kreuzungsversuchen mit verschiedenen Erregern erzeugt wurden und die neuartigen Viren dann – versehentlich – entwichen.

Tatsächlich werden, um die Auswirkungen von Mutationen auf Viruseigenschaften zu studieren, in einigen wenigen Virologie-Labors solche „Gain-of-Function“-Experimente durchgeführt, also Versuche, bei denen die Viren durch Veränderung des Erbmaterials „neue Eigenschaften“ bekommen. Auch am Institute of Virology in Wuhan gab es derartige Testreihen mit Fledermaus-Coronaviren.

Coronavirus: Die Natur als Experimentator!

Allerdings fanden in der Natur offenbar weit mehr „Experimente“ statt, als je in Labors hätten durchgeführt werden können. Denn in der Fauna Chinas kursieren zahlreiche Coronaviren. Anfangs kannte man im Süden Chinas nur zwei Coronavirus-Arten mit ähnlich guten Schlüsseln zu ACE2 wie Sars-Cov-2, die man in den Fledermausarten Rhinolophus sinicus und Rhinolophus affinis gefunden hatte. Doch mittlerweile wurden verwandte Coronaviren auch bei weiteren Fledermausarten entdeckt – zuerst in Thailand, dann in Kambodscha und zuletzt in Laos. Mit bis zu 96,8 Prozent Übereinstimmung ihres Genoms erwiesen sich diese „Banal“-Coronaviren (für die Art der Probennahme von „bat anal“) aus dem Norden von Laos kürzlich als die genetisch nächsten Verwandten des Wuhan-Virus beim Menschen. Es gibt also natürlicherweise bereits Coronaviren, noch dazu mit Sars-Cov-2 recht eng verwandte, die einen gut passenden Schlüssel zu ACE2 haben. Allerdings sind sie nur weit entfernt von Wuhan nachgewiesen. Haben diese Viren daher nichts mit der Entstehung von Sars-Cov-2 zu tun, ist die Passgenauigkeit der RBD nur zufällig und unabhängig neu entstanden, als Anpassung an die Lebensbedingungen in den Fledermäusen?

Dem ist offenbar nicht so. Vielmehr spricht einiges dafür, dass es sich bei der Rezeptorbindungsdomäne, dem Schlüssel zum ACE-2-Tor in die Zellen, um einen sehr alten, schon in der Evolution der Vorfahren der Coronaviren immer wieder benutzten Türöffnertrick handelt. Der Evolutionsbiologe David Robertson von der Universität in Glasgow, der Erbinformationen verschiedenster Coronaviren verglichen hatte, äußerte diese Vermutung in einer „Nature Microbiology“-Studie bereits im April 2020. Das Team um Jesse Bloom hat dafür jetzt die ersten experimentellen Belege geliefert. Ihre Laborbefunde ergänzen indes nicht nur Robertsons Vergleich der Virusgenome, die Forscher haben auch selbst Stammbaum-Analysen samt Rekonstruktion der Verwandtschaft durchgeführt. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die ACE2-Bindungsfähigkeit bei Sars-ähnlichen Coronaviren ein ursprüngliches Merkmal ist, das anschließend bei einigen Linien in Asien wieder verloren gegangen ist. Das bedeutet, dass es gut möglich ist, dass Sars-Cov-2 von einem der vielen tierischen Coronaviren abstammt, die den ACE-2-Türöffner nicht verloren haben. Es braucht also keine Laborexperimente, um Sars-Cov-2 diesen Trick beizubringen.

Um die Herkunft des ACE2-Schlüssels der Coronaviren zu rekonstruieren, entwickelte Blooms Mitarbeiter Tyler Starr ein Verfahren, mit dem sich bestimmen lässt, wie gut die RBD der „Stacheln“ (Spikes) eines Coronavirus an den ACE2-Rezeptor binden, also wie gut der Schlüssel passt. Sie testeten 45 verschiedene Coronaviren. Demnach gibt es auch außerhalb Asiens Fledermaus-Coronaviren, die ebenfalls effektiv an ACE2-Rezeptoren binden. Eines dieser als BtKY72 bezeichneten Viren war erst 2019 in Fledermäusen aus Kenia nachgewiesen worden, ein weiteres (BM48-31) stammt aus Europa.

Schlüssel von Sars-Cov-2 zu menschlichen Zellen entstand schon vor langer Zeit.

Diese beiden Viren nehmen in den damit durchgeführten Stammbaumanalysen eine basale Stellung ein, stehen also an der Wurzel der asiatischen Coronaviren, aus denen sich die Vorfahren der Auslöser von Sars und Covid-19 entwickelten. Daraus schließen die Forscher, dass die gute Bindungsfähigkeit von Coronaviren an ACE2 bereits vor sehr langer Zeit entstanden und weitverbreitet ist. Einige Viren-Linien haben diese Fähigkeit zur engen Bindung an den ACE2-Rezeptor der Wirtszellen später wieder verloren. Es ist also keineswegs so, dass der Türöffner-Trick erst bei Sars-Cov-2 beim Überspringen von der Fledermaus auf den Menschen entstanden ist oder gar „hinein experimentiert“ wurde. Vielmehr ist die ACE2-Bindungsfähigkeit ein altes stammesgeschichtliches Erbe asiatischer Coronaviren. Wenn man diese Ergebnisse gemeinsam mit den jüngsten Befunden zur Stammesgeschichte der Viren aus Fledermäusen und Pangolinen verrechnet und bewertet, ergibt sich plötzlich eine neue Entstehungsgeschichte der Erreger von Sars und Covid-19. Allerdings unterstreicht die sich dabei offenbarende große evolutionäre Anpassungsfähigkeit der Coronaviren und ihre weite Verbreitung in vielen verschiedenen Wirtstieren auch die drohende Gefahr weiterer zoonotischer Übersprünge, betonen Bloom und Starr. Gut möglich, dass diese Viren ihr evolutives Potential, auf den Menschen überzuspringen, noch keineswegs voll ausgeschöpft haben – Dieser Artikel ist zuerst im Tagesspiegel erschienen.


UK Health Security Agency – der Link, wenn Sie sich umfassender informieren wollen.
study_id70638_weltweite-krankheitsausbrueche-bis-2020

 

Study_Corona-Pandemie-2019-20

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Update 16. März 2022:
Zwei Jahre Corona – und wir haben so wenig verstanden!

Die Pandemie hat vieles offengelegt. Wie verletzlich wir sind, wie hilflos die Politik. Noch schlimmer aber: wie verzerrt unser Blick auf Gesundheit ist – Quelle: ZEIT.

Ein Essay von Jakob Simmank: Ich beginne diesen Text während einer Zwangspause. Anfang Februar 2022 habe ich mich angesteckt. Während mein Körper von dem Virus geschwächt ist, das die Welt seit zwei Jahren lahmlegt, ruht meine Arbeit als Pandemie-Berichterstatter. Ich pendle von Couch zu Bett und versuche, meine Frau nicht anzustecken. Wir schlafen in unterschiedlichen Zimmern, ich laufe mit Maske durch den Flur. Einmal, als ich duschen gehe, vergesse ich fast, sie auszuziehen. Das Virus beschäftigt meinen Körper, schenkt meinem Geist Ruhe und erlaubt mir, einen Schritt zurückzutreten.

Nach ein paar Tagen mit der Krankheit aber wird mir klar, dass ich mich als Wissenschaftsjournalist schon vor Monaten aus vielen Debatten zurückgezogen habe.

Die Corona-Nachrichten rauschen an mir vorbei. Christian Drosten soll den Ursprung der Pandemie verschleiert haben, lese ich. Bild-Journalisten fliegen nach Stockholm und trinken – Freedom Day! – Bier in einer Kneipe, so als ginge das nicht auch in Berlin. Statt einer sachlichen Auseinandersetzung mit der Corona-Politik werden, so scheint es mir, Skandale produziert. Es geht kaum um die Frage, auf die es eigentlich ankommt: Wie gehen wir mit einem Virus um, das noch auf Jahre Leid anrichten wird? Stattdessen drehen sich die Nachrichten um ungeschickt hingeworfene Zahlen des Gesundheitsministers („Wieder bis zu 500 Tote pro Tag“).

Vor genau zwei Jahren beschlossen Bund und Länder den ersten Lockdown. Schon seit Monaten sind Fragen rund um Corona tagespolitische Fragen. Für einen Wissenschaftsjournalisten wie mich ist inzwischen in diesen Diskussionen nicht mehr viel zu holen. Die Pandemie ist in den zwei Jahren zu einem Thema geworden, das polarisiert. Viele Bürgerinnen, Politiker und selbst Expertinnen haben sich in ihrem Lager eingerichtet. Die einen reden sich ein, dass Ansteckungen kein Problem mehr sind, weil in der Endemie alles gut sein wird. Die anderen fordern, jeden Fall von Long Covid und jeden Corona-Toten zu verhindern, koste es, was es wolle. Auf Twitter werde ich inzwischen von beiden Seiten attackiert.

Es stört mich nicht, dass diese Pandemie politisiert wird. Es ist eigentlich genau richtig. Die Wissenschaft hat geliefert, etwa Tests und Impfstoffe, die erstaunlich gut vor schwerer Krankheit schützen, aber auch Wissen darüber, wie Corona übertragen wird. Mit diesem Wissen und diesen Werkzeugen muss nun Politik gemacht werden. Es müssen schwere Fragen beantwortet werden, wie: Wie viele Tote nehmen wir in Kauf, um individuelle Freiheiten zuzulassen? Und ist eine Impfpflicht gerechtfertigt?

Intensivstation des Magdeburger Klinikums im April 2021: Über 125.000 Menschen sind in Deutschland seit 2020 an oder mit Corona gestorben.
Was mich aber stört, ist die Schnappatmung der Tagespolitik. Dass im Lärm und der Reflexartigkeit der Diskurse die essenziellen Fragen verloren zu gehen scheinen. Allem voran die Frage, wie wir denn auf lange Frist mit diesem Erreger umgehen wollen. Ich muss an ein Interview denken, das ich vor einem Jahr mit dem Medizinhistoriker Mark Honigsbaum geführt habe. Honigsbaum hat über die Spanische Grippe geschrieben und die Aids-Pandemie, über Zika und die Affenpocken. Honigsbaum ist der Chronist der Pandemien des 20. Jahrhunderts. Ihm geht es nicht um Medizin allein, sondern immer darum, wie ein Virus eine Gesellschaft verändert, auf die es trifft.

In unserem Gespräch traf Honigsbaum eine begriffliche Unterscheidung, an die ich seitdem oft denken muss: zwischen Notfall und Krise. Nach Notfällen könnten Gesellschaften meist schnell wieder zum alten Normalzustand zurückkehren, sagte er. Der Ebola-Ausbruch 2014/15 in Westafrika sei für die Welt ein solcher Notfall gewesen. Damals breitete sich das Ebola-Virus erstmals massiv über Ländergrenzen aus, noch dazu in einer Region mit denkbar schwachen Gesundheitssystemen. Mehr als zehntausend Menschen starben, aber als die Welt – zu spät – entschieden eingriff, konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden (The Lancet: Moon et al., 2015).

Krisen hingegen „verlangen von uns, dass wir Normalität neu definieren und mit der Vergangenheit brechen“, sagte mir Honigsbaum. Und Covid-19, da war sich Honigsbaum sicher, sei kein Notfall. Sondern eine Krise auf allen Ebenen: der medizinischen, der sozialen, der politischen, der kulturellen und der ökonomischen. In anderen Worten: Sehr vieles wird nach Corona anders sein als vorher.

Ich glaube, Honigsbaum hat recht. Wenn der Ebola-Ausbruch dem Bruch eines einzelnen Dammes im Kampf gegen epidemische Erreger glich, dann ist die Covid-19-Pandemie ein Anstieg des Meeresspiegels. Überall auf der Welt wurden die Dämme überspült. Es reicht also nicht, neue Dämme zu bauen. Wir müssen ganz neu über Hochwasserschutz nachdenken. Die Corona-Pandemie ist kein Notfall, den wir einfach hinter uns lassen können. Stattdessen sollten wir versuchen, zu verstehen, was uns diese Pandemie lehren kann. Was wir in Zukunft anders machen sollten.

Tatsächlich gibt es so viele Baustellen, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Man könnte damit beginnen, dass wir auch zwei Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie viel schlechtere Daten haben als etwa Großbritannien. Wir haben bis heute keine repräsentative Stichprobenstudie, die uns ein akkurates Bild über die Infektionslage liefert. Und wir können nicht in Echtzeit sagen, wie viele Menschen mit oder wegen Corona ins Krankenhaus kommen. Man könnte auch aufzählen, dass es den größten Teil der Pandemie über keine einheitlichen Regeln gab, keine systematische wissenschaftliche Politikberatung – und die kleinsten Dinge („Dürfen Kosmetikerinnen jetzt wieder aufmachen?“) auf höchster politischer Ebene, bei der Ministerpräsidentenkonferenz, entschieden wurden, was furchtbar ineffizient war.

Aber genau das möchte ich nicht. Denn eine endlose Liste an Versäumnissen zu erstellen, hieße, die Corona-Pandemie wie einen Notfall zu behandeln und nicht wie die grundlegende Krise, die sie ist. Stattdessen will ich zeigen, dass die Corona-Krise offenbart hat, wie verzerrt unser Blick auf Gesundheit ist. Wir begreifen Gesundheit als Privatsache und verlieren dabei aus dem Blick, wie sehr es die Gesellschaft ist, die die Bedingungen schafft, unter denen Menschen gesund sind oder krank werden. Das macht uns auch blind dafür, wie sehr Einkommen und sozialer Status sich darauf auswirken, ob Menschen gesund oder krank sind – in einer Pandemie und darüber hinaus. Und schließlich hat die Corona-Krise uns auch gezeigt, wie sehr es eine Gemeinschaftsaufgabe ist, das Wissen zu schaffen, das uns hilft, Gesundheitskrisen zu bewältigen.

Im Januar 2020, Stunden bevor der erste deutsche Corona-Fall aus Oberbayern gemeldet wurde, sechs Wochen bevor Deutschland in den Lockdown ging, telefonierte ich mit dem Vizepräsidenten des Robert Koch-Instituts, Lars Schaade. Deutschland sei gut auf das neue Coronavirus vorbereitet, sagte er. Es gebe Pandemiepläne, Tests stünden bereit, die wichtigsten Stellen seien miteinander in Kontakt, die Meldeketten klar. Ich bin mir im Rückblick sicher, dass Lars Schaade nicht versuchte, zu beschwichtigen. Er glaubte, was er sagte. Und ich wollte ihm glauben. Schaade kannte genau wie ich wissenschaftliche Indizes, die Ländern wie Deutschland und den USA bescheinigten, gut auf Epidemien und Pandemien vorbereitet zu sein.

Und in gewisser Weise behielt Schaade recht. Um auf Honigsbaums Unterscheidung zurückzukommen: Auf einen Notfall war Deutschland, wie übrigens weite Teile der Welt, gut vorbereitet. Es gelang, den ersten Corona-Ausbruch beim Automobilzulieferer Webasto binnen Tagen einzudämmen. Die Gesundheitsämter machten Kontaktpersonen rasend schnell ausfindig, Labore werteten Tests binnen weniger Stunden aus, Patienten wurden isoliert und behandelt. Die ersten Infektionsketten in Deutschland waren gebrochen. Doch schon einen Monat später war die Lage eine andere. Mit den Menschen, die infiziert aus dem Skiurlaub zurückkamen und Karneval feierten, begann die unkontrollierte Ausbreitung des Virus. Die Krise, die bis heute geblieben ist. Und auf die war Deutschland im März 2020 nicht vorbereitet.

Autobahn 3 bei Leverkusen im April 2020: In den ersten Wochen der Pandemie ging der Verkehr laut dem Apple Mobility Trends Report fast um die Hälfte zurück.
Über weite Teile der Pandemie waren viele Gesundheitsämter überfordert. Sie kümmerten sich fast ausschließlich um die Kontaktnachverfolgung. Sie brachen unter einer Flut neuer Fälle zusammen. Sie kamen gar nicht zu Aufgaben, die in der Pandemie wichtig gewesen wären: Sie untersuchten keine Schulkinder, sie prüften keine Hygiene- oder Lebensbedingungen in Pflegeheimen. Sie gingen nicht direkt zu denen, die eine Aufklärung über Corona – und später die Impfung – besonders nötig hatten, beispielsweise nicht deutschsprachige, ärmere Menschen.

Die Pandemie ist ein perfektes Beispiel dafür, was passiert, wenn die Individualmedizin an ihre Grenzen stößt. Ob Menschen gesund sind oder krank, hängt davon ab, ob sie beim Arzt möglichst schnell die richtige Behandlung bekommen. Genauso stark aber wirkt sich aus, wie ihre Umwelt sich auf ihre Gesundheit auswirkt. Man kann sich die deutsche Gesellschaft in der Pandemie wie einen einzelnen Patienten vorstellen. Wenn dieser Patient mit einem gefährlichen Virus konfrontiert ist, geht es nicht nur darum, ob er bei einem schweren Verlauf die richtigen Medikamente bekommt und bei einem komplizierten Verlauf einen Platz auf der Intensivstation. Es geht auch darum, wie dieser Mensch lebt: Kann er in seinem Alltag Abstand zu anderen Menschen halten? Hat er gute Informationen über die Impfung bekommen – oder wurde er Opfer von falschen Informationen? Versteht er die Sprache, in der wir über die Pandemie sprechen?

Natürlich erinnere ich mich auch an die Welle der Solidarität, die in den ersten Wochen Deutschland erfasste. An das Klatschen für die Pflegekräfte auf den Balkonen. Den unbedingten Willen der meisten Menschen, nicht nur sich selbst zu schützen, sondern auch Fremde und ihre Liebsten, die sie nicht anstecken wollten. Viele haben sich das über die zwei Jahre bewahrt: die Fürsorge für andere, das Verständnis für die x-te Absage wegen eines dezenten Halskratzens, das Ringen um sichere Weihnachten, das Zuhause bleiben um der anderen willen – das war und ist eine stille, freiwillige, gewaltige kollektive Leistung.

Sie beruhte auf der Erkenntnis, dass das eigene Verhalten im Falle Coronas gesundheitliche Konsequenzen für andere haben kann. Der Großteil der Corona-Maßnahmen – von der Kontaktnachverfolgung über Maskentragen bis hin zum Selbsttesten – folgte zwar einer Public-Health-Logik: Es ging weniger um den einzelnen und mehr um die Gesundheit aller. Berlin, 20. März 2020: Ab dem 20. März 2022 sollen die meisten Corona-Beschränkungen enden – die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr wird aber wohl bleiben. © Dagmar Schwelle/​laif
Doch dabei blieb es. Obwohl es auf der Hand lag, gingen die meisten Menschen den gedanklich nächsten Schritt nicht: Dass unsere Umwelt entscheidend darüber mitbestimmt, wie krank oder gesund wir sind. Und auch die Medizin in Deutschland tut sich bis heute damit schwer. Dabei gibt es unzählige wissenschaftliche Studien, die das seit Jahrzehnten belegen.

Nehmen wir als Beispiel einen starken Risikofaktor für einen schweren Covid-Verlauf: schweres Übergewicht. Übergewicht entsteht, wenn Menschen – mit einer Veranlagung dafür – sich schlecht ernähren und zu wenig bewegen. Global steigt der Anteil übergewichtiger Menschen erst seit einigen Jahrzehnten. In den USA gehen die Adipositas-Kurven seit den Siebzigern steil nach oben. Genau zu dem Zeitpunkt, als sich das, was Wissenschaftler Essensumwelt nennen, drastisch veränderte: Die Zahl der Restaurants und Fast-Food-Läden nahm zu, kleine Nachbarschaftssupermärkte, sogenannte Convenience Stores, oft vollgestopft mit Süßigkeiten, Chips und Fertigprodukten, setzten sich durch (zum Beispiel Obesity Research: Jeffery & Utter, 2003).

Diese Essensumwelt und die hohe Rate an Übergewicht und anderen Zivilisationskrankheiten in den Vereinigten Staaten dürfte dazu beigetragen haben, dass dort mehr Menschen in der Pandemie starben als in jedem anderen entwickelten Land. Das gilt auch für Kinder. In den Vereinigten Staaten sind fast 20 Prozent der Kinder adipös, also schwer übergewichtig, in Deutschland liegt die Rate im mittleren einstelligen Prozentbereich. Es ist aber nicht allein die Essensumwelt. Wer sich eine Wohnung in zentraler Stadtlage nicht leisten kann, muss den Stress des langen Pendelns ertragen. Wer einen sicheren Fahrradweg zur Arbeit hat, bewegt sich mehr und lebt gesünder. Auch, ob man einen Arzt in seiner Nähe hat oder weit fahren muss, spielt eine Rolle. In der Pandemie berichteten viele Klinikärzte, dass kritisch kranke Patienten zu spät Hilfe gesucht haben – das dürfte ihre Überlebenschance verschlechtert haben.

In ärmeren Vierteln und auf dem Land kommen mehr Einwohner auf einen Arzt als in reichen Gegenden. Dabei sind es oft die ärmeren Patientinnen und Patienten, die kränker sind und deshalb häufiger zum Arzt müssten. All das zeigt: Gesundheit ist etwas, das wir als Gesellschaft formen. Politische Entscheidungen, betreffen sie nun Stadtplanung oder Schulessen, können Menschen gesünder machen – oder kränker.

Medizin muss bedeuten, Menschen zu helfen, gesund zu leben und Krankheiten vorzubeugen. Es geht um die richtige Ansprache. Es geht um Stadtteilmedizin und einen klaren Blick für Lebensumstände. Es geht auch um Vorsorgeangebote, die sich wirklich an alle Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen richten und – Stichwort Yoga – nicht allein an diejenigen, die sowieso schon gesünder sind als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Erstaunlich glimpflich war Deutschland durch die erste Welle der Pandemie gekommen. Stolz und Hoffnung hatten sich breitgemacht. Der Sommer war gekommen und mit ihm die ersten Rückschläge. Im Juni 2020 erlebte Deutschland einen seiner bisher größten Corona-Ausbrüche. Binnen Tagen steckten sich mehrere Hundert Arbeiter beim Fleischkonzern Tönnies an, die Bundeswehr schickte Sanitätssoldaten, um die Unterkünfte der Leiharbeiter herum wurden Bauzäune aufgebaut, im Landkreis Gütersloh schlossen wieder Kitas und Schulen.

Es gibt Videos aus den Schlachtfabriken von Tönnies: offizielle und nicht offizielle. In den offiziellen stehen Menschen, die Masken über Mund und Nase, mit reichlich Abstand zueinander am Fließband und zerschneiden Schweinehälften. In einem inoffiziellen Video, das ein Arbeiter mit seinem Smartphone aufnahm, sieht man Hunderte Arbeiter bei der Mittagspause an langen Tischen, das Geschirr klirrt, über den Lärm wird hinweg geschrien.

Ob das Video, wie der Konzern behauptet, aus dem März 2020 stammt, bevor die Corona-Maßnahmen in Kraft traten, oder kurz vor dem Ausbruch aufgenommen wurde, ist nicht entscheidend. Es ist vollkommen klar, unter welch schlechten Bedingungen Arbeiter in der Fleischindustrie, oft Leiharbeiter aus Rumänien, arbeiten und leben: Sie schlafen auf engstem Raum, in teils baufälligen und schimmeligen Häusern. Es sind perfekte Bedingungen für ansteckende Krankheiten.

Wer über die gesellschaftliche Dimension der Gesundheit nachdenkt, landet schnell bei sozialen Fragen. Ob es in einem Pflegeheim genügend und ausgebildetes Personal gab, dürfte in vielen Fällen mit darüber entschieden haben, wie viele der Bewohner sich mit Corona ansteckten und verstarben. Und wer es sich nicht leisten konnte, auf der Arbeit zu fehlen, etwa aus Angst vor Kündigung, ging auch mit Halsschmerzen arbeiten – und steckte im Zweifel seine Kolleginnen an.

Schon früh zeigten Analysen aus den USA und Großbritannien, dass ungebildete und ärmere Menschen – ob nun Langzeitarbeitslose oder essenzielle Arbeitskräfte, zu denen auch die Tönnies-Mitarbeiter gehörten – häufiger und schwerer an Covid-19 erkrankten (bereits bei der Spanischen Grippe vor 100 Jahren starben ärmere Menschen häufiger, zum Beispiel American Journal of Epidemiology: Bengtsson et al., 2018). Sie litten gesundheitlich wohl auch stärker unter den Maßnahmen.

Die Annahme, dass vor dem Virus alle gleich sind, sagte sich schön dahin, sie war aber ganz offensichtlich falsch. Häuserblock in Quarantäne nach einem Ausbruch unter Mitarbeitenden des Fleischproduzenten Tönnies im Juni 2020. Die Pandemie wies auf eine fundamentale Ungerechtigkeit unserer Gesellschaft hin: Wer Geld hat, lebt im Schnitt länger – viel länger. Ein Papier des RKI aus dem Jahre 2019, das auf Daten des Sozio-oekonomische Panels fußt, schlüsselt das gut auf. Ein Mann, der weniger als 900 Euro Einkommen hat, lebt im Schnitt 8,6 Jahre kürzer als einer, der mehr als 2.250 Euro verdient. Bei Frauen beträgt der Unterschied 4,4 Jahre (Journal of Health Monitoring: Lampert et al., 2019). Die Wissenschaftler schrieben außerdem, „dass die sozialen Unterschiede in der Lebenserwartung über die letzten 25 Jahre relativ stabil geblieben sind“. Manches deute sogar darauf hin, dass die Unterschiede größer geworden seien.

In deutschen Großstädten sind die Unterschiede noch ausgeprägter. Daten der AOK zeigen etwa, dass Menschen, die auf der armen und stark migrantisch geprägten Hamburger Veddel wohnen, 15 Jahre kürzer leben als Bewohner des reichen Poppenbüttel. Wie genau diese Unterschiede zustande kommen, wie also der Sozialstatus auf Krankheit und Lebenserwartung wirkt, ist Gegenstand einer ganzen Forschungsrichtung. Man spricht etwas sperrig von den „sozialen Determinanten von Gesundheit“.

Die Erkenntnisse aber stehen in einem krassen Kontrast zur Aufmerksamkeit, die dieses Thema bekommt. Wer Wahlprogramme liest, muss feststellen, dass die elementarste Form der Ungleichheit – wer überlebt, wer stirbt? – kaum benannt wird. Wer hat die besten Chancen, alt zu werden? Das ist keine Frage für deutsche Wahlkämpfe. Dabei ist den Deutschen Gesundheit im Zweifel wichtiger als Familie und beruflicher Erfolg. Daten aus den USA zeigen, dass Schwarze und Latinos deutlich häufiger an Corona sterben. Aus Deutschland gibt es keine Daten dazu, wie Corona bei Menschen mit Migrationsgeschichte verläuft. Sie zu erheben, sei auch gar nicht möglich, erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn 2021.

Überhaupt finden viele, etwa das ZDF, die Debatte über Corona und Migrationshintergrund „heikel“. Vielleicht aus der Angst davor, dass Rechte die Debatte für ihre rassistische Agenda nutzen (was etwa Erika Steinbach auch tat).

Aber ist die Debatte wirklich so heikel?

Zumindest zur Impfquote und -bereitschaft gibt es einige Anhaltspunkte. So erzählten mir im vergangenen halben Jahr mehrere Klinikärzte, dass sie den Eindruck hätten, Migranten seien seltener gegen Corona geimpft. Eine mehrsprachige Befragung des RKI, die in jüngster Vergangenheit erschien, deutet in die gleiche Richtung: Zwar gibt es nicht den einen Migranten, zu divers sind die verschiedenen Milieus. Trotzdem zeigt sich: Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland haben eine etwas geringere Impfquote. Der Unterschied aber lässt sich fast vollständig durch zwei Dinge erklären: erstens durch eine Sprachbarriere. So sind hauptsächlich Menschen, die nicht Deutsch sprechen, seltener geimpft. Und zweitens durch Faktoren wie Bildung und Einkommen.

Am Ende landet man eben doch wieder bei sozialen Fragen. Und die bleiben ungelöst. Als Nico Dragano, der an der Uni Düsseldorf zu genau dem Thema forscht, im Juni vergangenen Jahres vom Gesundheitsausschuss befragt wurde, sagte er: Seines Wissens gebe es keine groß angelegte Strategie, um der „gesundheitlichen Chancengleichheit“ näherzukommen. Je länger diese Pandemie sich hinzog, desto mehr vermeintliche Experten schuf sie. Wenn ich heute durch meine Twitter-Timeline scrolle, springen sie mir entgegen, die podcasttrainierten Pseudovirologen, Hobbyepidemiologen, Freizeitbiostatistiker und Public-Health-Quereinsteiger, die Studien posten und analysieren, über Virusanzuchttechniken schreiben und sich erstaunlich breitbeinig zur Virusevolution äußern (einem wirklich, wirklich komplexen Thema).

An manchen Tagen fühle ich mich von Besserwissern umzingelt. Es ist kein Heer, weil die Menschen nicht zusammenstehen, weil jeder selbst am besten Bescheid weiß, weil da wenig Platz ist für Kameraderie. Jeder kämpft für sich allein. In der Pandemie ist nicht nur Gesundheit zur Privatsache geworden, sondern anscheinend auch der Prozess, wie man zu wissenschaftlichen Urteilen kommt.

Und das ist ein großer Fehler.

Spulen wir noch einmal zwei Jahre zurück: Am Anfang der Pandemie stand ein einmaliger Akt des Wissenserwerbs. Von PCR-Tests über den R-Wert: Millionen Deutsche lernten binnen Wochen, am Abendbrottisch über Virologie und Epidemiologie zu sprechen. Einerseits war das ein emanzipatorischer Akt. Denn so wie kaum jemals zuvor mussten sich Experten und Regierung vor einer informierten Öffentlichkeit rechtfertigen. Nur ein Beispiel: Gesundheitsminister Karl Lauterbach wird auf Twitter regelmäßig darauf aufmerksam gemacht, wenn er mal wieder eine Studie geteilt hat, ihren Inhalt aber falsch oder schräg dargestellt hat.

Proteste gegen die Infektionsschutzmaßnahmen der Regierung: Die Querdenken-Bewegung entstand im Frühling 2020 in Stuttgart und brachte zu ihrer größten Demo über 30.000 Menschen auf die Straße. Irgendwann aber schlug diese Ermächtigung um. Menschen begannen, „sich selbst ein Bild zu machen“, was oft genug einfach daraus bestand, sich Evidenzschnipsel aus dem Netz zusammenzusuchen und zu einem, nun ja, seltsamen Bild zusammenzusetzen. Es entstanden Tausende Baukastenpandemiewelten, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben.

Ich muss hier, weil ich sonst falsch verstanden werde, eine wichtige Unterscheidung machen. Wir leben nicht in einer Expertokratie. Kein Experte darf sich anmaßen, besser als wir selbst zu wissen, was gut für uns ist. In einer Demokratie soll sich jeder äußern können. Ich verstehe wenig von Mietpreispolitik, trotzdem habe ich eine Meinung zum Mietendeckel. Eine Demokratie lebt davon, dass jeder, egal wie klug oder dumm, eine Meinung haben darf. Etwas technischer ausgedrückt: ein Werturteil. Das gilt für Professoren genau wie Analphabeten – und auch für eine Pandemie, natürlich.

Es ist legitim, die große Abwägung dieser Pandemie, die zwischen Freiheit und Sicherheit, anders zu treffen als die Mehrheit dieses Landes. Man darf davon ausgehen, dass wir viel weniger Maßnahmen gegen das Virus hätten ergreifen sollen, weil die individuelle Freiheit der vielen schwerer wiegt als der Schutz vulnerabler Menschen (man darf diese Meinung, so wie ich, aber auch für sozialdarwinistisch halten). Es geht mir also nicht darum, Menschen dafür zu kritisieren, dass sie Werturteile vornehmen. Meine Kritik ist eine andere: Zu viele Menschen überschätzen ihre Fähigkeit, nur durch sich selbst, ganz allein, zu einem treffenden Sachurteil zu kommen. Etwa selbst einschätzen zu können, wie die Chancen stehen, dass neue Virusvarianten gefährlicher sind als Omikron.

Viele der neugeborenen Experten haben nicht verstanden, dass in der heutigen Welt nicht mehr jeder alles wissen kann. Anders als vielleicht noch vor zweihundert Jahren, als Goethe sich als Universalgelehrter mit Botanik, Anatomie und Physik beschäftigte, kann es heute niemanden mehr geben, der das Wissen und die Methoden der verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen wirklich durchdrungen hat, die man zur Bewältigung einer Pandemie braucht. Wissenschaft ist extrem arbeitsteilig geworden, die meisten Wissenschaftler sind hyperspezialisiert. Wissen ist ein Gemeinschaftsprodukt, die Summe der Arbeit vieler einzelner Menschen. Das zu akzeptieren, heißt zu verstehen, dass es in der Arena der Wissensgesellschaft ausnahmslos nur bescheidene Plätze gibt.

Natürlich fällt das vielen schwer: normalen Bürgern, den sogenannten Selbst- oder Querdenkern. Aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tun sich bisweilen schwer damit, die Grenzen ihrer eigenen Kompetenzen zu akzeptieren. Immer wieder haben auch Experten jenseits ihres Fachgebiets zu forschen, zu sprechen und zu urteilen begonnen – und dabei Fehler begangen, etwa weil sie sich methodisch auf dünnem Eis bewegten. Etwas, das der Philosoph Nathan Ballantyne treffend „epistemic trespassing“, epistemische Übergriffigkeit, nennt. Nun dürfen all diese Überlegungen nicht dazu führen, dass niemand, der nicht selbst ein absoluter Experte ist, mehr kritisieren und urteilen darf. Was also ist ein guter Mittelweg?

Im Herbst vergangenen Jahres fiel mir ein Büchlein in die Hand, das hilft. Mutig denken heißt es, geschrieben hat es die Philosophin Marie-Luisa Frick. Sie problematisiert nicht das Selbstdenken per se, sondern seine Heroisierung.

Selbstdenken sei zweischneidig, schreibt Frick – und nicht per se aufgeklärt. Der „Imperativ ‚Denke selbst‘ geht ins Leere, es sei denn, er fordert die Haltung selbst-reflexiven Denkens ein“. Selbstdenken muss immer mit Selbstreflexion verbunden sein: Welche Kompetenzen und Kenntnisse habe ich, um gewisse Dinge zu verstehen? Und welche Beschränkungen, wenn es darum geht, etwas zu Ende zu denken? Um bestimmte Formen der Erkenntnis aus dem Ozean des Wissens (und der Unmenge an offen zugänglichen Quellen und Daten) zu schöpfen, braucht man die richtigen Werkzeuge.

Auch wenn sie dabei nicht allein ist, so ist die Querdenken-Bewegung doch das perfekte Beispiel für eine Gruppe, die genau das nicht tut. Viele der Querdenker sehen sich selbst als aufgeklärte Bürger, die anders als der Rest der Bevölkerung selbst denkt (und nicht schläft). Während man über ihre Werturteile durchaus streiten kann, kommen sie offensichtlich zu völlig falschen Sachurteilen (die wiederum wahrscheinlich von ihren Werturteilen geformt sind, was man in der Psychologie motivated cognition oder reasoning nennt).

Sie können nur zu Urteilen wie „Corona ist bloß für ganz alte Menschen gefährlich!“ oder „Wir haben diese Pandemie herbeigetestet!“ kommen, weil ihnen die Selbstreflexion und damit auch das Eingeständnis ihrer beschränkten Urteilskraft fehlt. Zu glauben, alles wissen zu können, ist nicht heroisch, sondern arrogant. Selbstdenken braucht Demut. So kommen wir in unserer überkomplexen Gesellschaft doch andauernd an die Grenzen dessen, was wir verstehen können. Wenn wir eine Autopanne haben, vertrauen wir dem ADAC oder der nächsten Werkstatt und die wenigsten Patientinnen und Patienten wollen die Kernspin-Aufnahmen ihres Rückens nach dem Radiologen noch einmal selbst befunden. Eigentlich lieben die Deutschen doch echte Fachleute.

Und doch fällt es so vielen gerade in der Pandemie schwer, zu akzeptieren, dass ihre Einblicke beschränkt sind. Warum nur? Liegt es an dem flächendeckenden Corona-Halbwissen? Immerhin ist es oft Halbwissen, das Menschen zur gefährlichen Selbstüberschätzung verleitet. Oder ist es die Reaktion darauf, dass manche Maßnahmen die – so verhasste – Aura der Alternativlosigkeit umwehte und dass auch mancher Experte aus Wertdebatten Sachdebatten machte? Ganz gewiss leben wir in einer Welt, die Selbstdarstellung, Individualität und Authentizität verlangt und belohnt. Und vorzugeben, alles besser zu wissen, ist eben auch eine Form des Umgangs mit der Ohnmacht, die die Überkomplexität der Welt und eben auch die Corona-Pandemie mit sich bringt. Nur ist das eben dysfunktional und führt, wie bei den Querdenkern zu beobachten, geradewegs zu Verschwörungserzählungen. Auch sie versprechen Halt – in einer vermeintlich haltlosen Welt.

Dabei kann auch die Demut vor dem eigenen Nichtwissen geradewegs ins Vertrauen in die Kompetenzen anderer führen. Es ist dieses Vertrauen, das uns Halt gibt und uns einen Umgang mit dieser Pandemie ermöglicht. (Interessanterweise sind in Ländern, in denen sich die Menschen vertrauen und es genug Impfstoff gibt, auch mehr Menschen geimpft, The Lancet: Bollyky et al., 2022). Und es liegt Trost darin, anzuerkennen, dass jeder für sich diese Pandemie – und überhaupt die Komplexität unserer Wissensgesellschaft – nur sehr bedingt durchdringen kann.

Auch das Verstehen und das Sprechen über diese Pandemie ist eine kollektive und gesellschaftliche Aufgabe. Und hier schließt sich der Kreis zur Gesundheit als gesellschaftlichem Gut. Zwei Jahre nach dem ersten Lockdown scheint Corona immer stärker zur Privatsache zu werden. Das mag in gewisser Weise befreiend und richtig sein. Gleichzeitig aber hält diese Pandemie Lehren für uns bereit, die wir gerne vergessen: dass Gesundheit durch unsere Umwelt mitbestimmt wird und Medizin deswegen immer auch Bevölkerungsmedizin und öffentliche Gesundheit umfassen muss.

Dass arme Menschen nicht nur von der Pandemie härter getroffen wurden, sondern überhaupt kürzer leben als reiche. Dass Gesundheit eine soziale Dimension hat. Und schließlich zeigt uns diese Pandemie, dass Selbstdenken nur funktioniert, wenn man hinterfragt, wer man ist und was man wissen kann. In einer hyperspezialisierten Welt ist das oft genug weniger, als einem lieb sein kann.

Nach zwei Jahren Pandemie bin ich mir noch sicherer als zuvor: Ohne Vertrauen in andere Menschen kann unsere Gesellschaft nicht funktionieren.

Ein kommunikatives Desaster:

Politik und Behörden sind unfähig, der Bevölkerung zentrale Erkenntnisse zu vermitteln. Über das Staatsversagen in der Corona-Kommunikation und Auswege aus der Misere. Eine Analyse von Corinna Schöps – ZEIT.

Beispiel: Welche Maske soll ich, wann tragen? Die Wissenschaft kann diese Frage inzwischen perfekt beantworten, doch die Bürgerinnen und Bürger müssen sich solche Informationen mühsam zusammensuchen.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum so viele Deutsche mehr Angst vor dem Impfstoff haben als vor einer Covid-Infektion? Warum noch immer unnütze Plexiglasscheiben an der Edeka-Kasse stehen, bei einem Großkonzern, im Jahr drei der Pandemie? Warum so viele Mitmenschen in der Bahn ihre Masken schlampig tragen? Obwohl doch alle das Ende der Corona-Krise herbeisehnen. Muss das sein, dass womöglich lebenswichtige Fakten offenkundig viele Menschen nicht erreichen? Nein. Muss es nicht. Da ist hierzulande etwas schiefgegangen, und zwar gründlich. Der Expertenrat der Bundesregierung hat es jüngst in einer wenig beachteten Stellungnahme auf den Punkt gebracht: „Ein Mangel an Übereinstimmung von verfügbaren Informationen, ihrer Bewertungen und den resultierenden Empfehlungen trägt zu Verunsicherung der Bevölkerung bei, bietet Angriffsfläche für Falsch- und Desinformation, untergräbt das Vertrauen in staatliches Handeln und gefährdet den Erfolg von wichtigen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit.“

In einfachen Worten: Es braucht in einer Pandemie nicht nur gut dokumentiertes Wissen und theoretisch zugängliche Informationen. Beides muss von Politik, Behörden, Fachleuten auch so vermittelt werden, dass die Menschen es verstehen, es als nützlich für sich und andere erkennen und anwenden können. Die wesentlichen Corona-Fakten, die den größten Teil der Bevölkerung betreffen, sind längst gesichert. Um bei den Beispielen zu bleiben: Gut sitzende FFP2-Masken schützen perfekt – und eine Covid-Infektion ist nicht harmlos, auch nicht bei Omikron. Infektiöse Aerosole scheren sich nicht um Plexiglasscheiben, sie wabern wie Zigarettenrauch darum herum und im ganzen Raum umher. Impfen rettet millionenfach Leben und senkt obendrein das Risiko für Long Covid. Die möglichen Nebenwirkungen sind dazu im Vergleich minimal und noch dazu außergewöhnlich.

Wie ist es möglich, dass es die Verantwortlichen in Politik und Behörden in der ganzen Pandemie nicht geschafft haben, der Bevölkerung derart einfache Dinge verständlich zu machen? In einem hoch entwickelten Land, das sich als Wissens- und Informationsgesellschaft versteht? Kein Thema war präsenter auf allen Medienkanälen, über nichts ist in den vergangenen zwei Jahren mehr geredet, gesendet, geschrieben worden als über Corona. Mangel an Informationen hat es nicht gegeben. Dass lebenswichtige und gesellschaftlich hochrelevante Botschaften bei vielen Bürgerinnen nicht angekommen sind, hat andere Ursachen.

„Die Kommunikation ist ein Schlüsselproblem in dieser Pandemie“, sagt Annegret Hannawa, Professorin für Gesundheitskommunikation an der Universität Lugano. „Kommunikation ist etwas anderes als Information. Es ist eine fatale Fehlannahme zu glauben, dass die Weitergabe von Fakten bereits sinnvolle und wirksame Kommunikation sei.“ Dazu gehört viel mehr: Etwa wie und von wem Fakten vermittelt werden, in welchem Ton, in welcher Menge, an welchem Ort, zu welchem Zeitpunkt. Der Expertenrat der Bundesregierung fordert nun dringende, lange überfällige Verbesserungen: Reaktionsschnell, evidenzbasiert, zielgruppen- und nutzerspezifisch solle die Kommunikation in der Pandemie sein, so schreibt der Rat in seiner Stellungnahme.

Die deutsche Politik indes ist sich keiner Schuld an der kommunikativen Misere bewusst: Da behaupten hiesige Politiker, man habe wirklich jeden und jede über die Risiken dieses Virus, die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen und den Segen der Impfungen aufgeklärt.

Die Frage nach der Kommunikation und dem Verständnis von Gesundheitswissen ist nicht trivial und nicht akademisch, sondern zentral für die Bewältigung der Pandemie. Die richtige Kommunikation bestimmt wesentlich darüber, ob die Menschen mitziehen oder sich kopfschüttelnd abwenden. Aktuelles Beispiel: Wie soll die Gewissheit in den Köpfen der Menschen ankommen, dass wir bis zum Herbst unbedingt die Immunitätslücken in der deutschen Bevölkerung mit Impfungen schließen müssen – weil wir sonst keine Normalität bekommen und weil die Omikron-Infektionen uns das nicht abnehmen werden –, wenn politisch die Wichtigkeit des Impfens zugleich marginalisiert wird, indem Politiker die einrichtungsbezogene Impfpflicht für parteipolitische Scharmützel geradezu missbrauchen? Wie sollen die Bürgerinnen da noch durchsteigen? In einer Phase, in der es sinnvollerweise um erste Lockerungen geht, aber Impfen zentral bleibt? Es ist doch schon alles kompliziert genug.

Pandemie – Bundesgesundheitsminister will selbst über Genesenenstatus entscheiden: Das RKI ist nach einer Entscheidung zur Verkürzung des Genesenenstatus stark kritisiert worden. Nun will Karl Lauterbach dem Institut diese Kompetenz entziehen. Doch schon die Ausgangslage der Deutschen beim Verständnis von Gesundheitsinformationen ist denkbar schlecht: Im Dezember 2021 wurde eine Studie vorgestellt, bei der die Wissenschaftlerinnen die Gesundheitskompetenz in 17 europäischen Ländern inklusive Israel verglichen (hier als PDF). An letzter Stelle steht: Deutschland.

Am schwersten fällt es der Bevölkerung herauszufinden, welche Informationen neutral, also weder werbedurchsetzt, manipuliert oder kommerziell geprägt sind“, erklärt Doris Schaeffer, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld einen weiteren Studienbefund (Creative Commons: Schaeffer et al., 2021).

Doch dass die Botschaften und Fakten etwa zum Selbstschutz oder zum Impfen viele nicht erreicht haben, liegt freilich nicht nur an den Empfängern. Sondern maßgeblich an den verantwortlichen Absendern – NÄCHSTE SEITEN lesen in der ZEIT.

Abschließende Worte:

Und so wäre es an der Zeit, die Bürgerinnen und Bürger darin zu unterstützen und einer zwingend nötigen, kompetenten Gesundheitskommunikation endlich den Stellenwert einräumen, den sie verdient.

Was aus OekoHuman-Sicht bleibt: Warten war GESTERN – HANDELN, um sich SELBST zu schützen, gilt JETZT – gewiss eine Herausforderung, die dem Menschen von Corona empfohlen und nahe gelegt wird!



Foto: Handout/AFP – Sars-CoV-2-Partikel (grün) greifen auf dieser elektronenmikroskopischen Aufnahme menschliche Zellen (pink) an.

Update, 07.02.2022 – zwei Artikel:

I. Medizin: Gezielt mit Corona angesteckt!

In Großbritannien haben sich 36 Freiwillige absichtlich mit Sars-CoV-2 infizieren lassen. Was haben die Forscher dadurch erfahren – und hat sich dieser Menschenversuch wirklich gelohnt? – Von Werner Bartens.

Seinen Körper für die Forschung zur Verfügung zu stellen, um Erkenntnisse über eine Krankheit und ihren Verlauf zu gewinnen – das klingt zunächst heroisch und aufopferungsvoll. Allerdings stellt sich im Fall der „Human Challenge“ die Frage, ob sich der Aufwand tatsächlich gelohnt hat, und was der Preis dafür war. Immerhin ist die Entlohnung für die Freiwilligen bekannt, die sich für eine Infektion mit Sars-CoV-2 zur Verfügung gestellt haben: Umgerechnet 5000 Euro sollen sie dafür bekommen haben, dass sie sich per Nasentropfen mit Coronaviren haben anstecken lassen. An dem Versuch nahmen 36 Freiwillige im Alter zwischen 18 und 29 Jahren teil. Allerdings wurde ihnen weder die Omikron- noch die Delta-Variante des Virus eingeflößt, sondern die Alpha-Variante, die in Europa kaum noch zirkuliert.

Die Ergebnisse sind noch nicht von unabhängigen Experten begutachtet worden, sondern wurden vorab veröffentlicht. Aus den Daten der Wissenschaftler vom Imperial College London geht hervor, was Millionen Menschen während der Pandemie schon erlebt haben: Nicht jeder, der dem Virus ausgesetzt ist, steckt sich auch an. Im Fall der 34 Teilnehmer, die letztlich in die Analyse eingingen, was angesichts der geringen Zahl von begrenzter Aussagekraft ist, infizierten sich 18, also knapp 53 Prozent. Die Viren hatten sich zunächst im Rachen vermehrt, die höchste Viruslast war aber später in der Nase festgestellt worden, und zwar am fünften Tag nach der absichtlichen Ansteckung.

Warum sich nur etwa die Hälfte der Freiwilligen ansteckte, wissen die Forscher nicht
Von den 18 Infizierten entwickelten 16 milde bis mäßige Symptome, die zwischen dem zweiten und dem vierten Tag nach der Infektion begannen. Zwei Drittel der Betroffenen beklagten Geschmacks- und Geruchsstörungen, die bei „den meisten Teilnehmern“ aber nach 90 Tagen wieder verschwunden waren. Ein Zusammenhang zwischen der nach einigen Tagen gemessenen Viruslast und der Symptomschwere ließ sich allerdings nicht herstellen. Einige Probanden blieben sogar asymptomatisch, obwohl sie besonders viele Viren im Atemtrakt aufwiesen. Mit zweimal pro Woche durchgeführten Schnelltests ließ sich die Infektion im Mittel nach vier Tagen nachweisen – bevor 70 bis 80 Prozent der Virenmenge hergestellt waren. Neutralisierende Antikörper wurden nach 14 Tagen gemessen, nach 28 Tagen war ihre Konzentration weiter gestiegen.

Die beteiligten Wissenschaftler um Christopher Chiu loben ihre Studie dafür, dass auf diese Weise endlich eine definierte, aber geringe Virenmenge ermittelt werden konnte, die Ansteckungen auslöst – was sich bei natürlichen Infektionen nicht quantifizieren lässt. Jeder bekommt eine unterschiedliche Virenlast ab. Auch bei Haushalts-Ansteckungen ist ungewiss, welche Menge an Viren zu einer Infektion führt. Frühere Studien zeigten, dass die Weitergabe von Viren an Mitbewohner, die auch als „secondary attack rate“ bezeichnet wird, bei etwa 38 Prozent liegt. Da die vorsätzliche Ansteckung durch die „Human Challenge“ hingegen auf 53 Prozent kam, schlagen die Forscher vor, ihr Modell dazu zu nutzen, um Ansteckungen mit hoher Infektiosität zu studieren.

Warum sich trotz der anfangs definierten Virenmenge, die für alle Probanden gleich war, nur etwa die Hälfte der Freiwilligen ansteckte und was die anderen davor schützte, wissen die Forscher nicht. „Was den Unterschied ausmacht, ist nach wie vor unbekannt, hat aber wahrscheinlich mit Faktoren im Immunsystem zu tun“, sagt der Virologe Lawrence Young von der Universität Warwick. „Die Human-Challenge-Studie bereitet auf jeden Fall den Weg dafür, in weiteren Studien die Wirkung der Impfstoffe, Therapien und das Verhalten anderer Virusvarianten zu untersuchen.“ Auch andere englische Wissenschaftler sind begeistert. „Wir erhalten faszinierende Einblicke, wie sich das Virus im Körper ausbreitet und die Infektion fortschreitet“, sagt Doug Brown von der Britischen Gesellschaft für Immunologie. „Diese minutiösen Einsichten können wir auf andere Weise nicht gewinnen.“ Für 35 Millionen Euro, die als Forschungsförderung für die „Human Challenge“ veranschlagt waren, müssen eben ein paar Argumente her.

Doch nicht nur aus virologischer, auch aus ethischer Sicht gibt es Zweifel an dem Menschenversuch. Georg Marckmann, Medizinethiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München, hatte vor einem Jahr, als das britische Vorhaben bekannt wurde, die Challenge-Studie als „ethisch sehr problematisch“ eingestuft. Schließlich könne nicht ausgeschlossen werden, dass es trotz des jungen – und damit risikoarmen – Alters der Probanden zu einem schweren Verlauf komme. Auf die aktuellen Ergebnisse angesprochen, betont Marckmann, dass es sich ja nicht um eine Studie im Rahmen einer Impfstoffentwicklung handele, sondern die Eigenschaften des Erregers und der Verlauf der Infektion untersucht wurden. „Die Studie hat damit nicht einen vergleichbar hohen potenziellen gesellschaftlichen Wert wie eine schnelle Impfstoffentwicklung in der ersten Phase der Pandemie“, so Marckmann. „Hier stellt sich schon die Frage, wie der Wissensgewinn im Vergleich zu anderen Studien ist, die keine Krankheit provozieren, kurz: Was ist der wissenschaftliche Mehrwert durch diese Erkenntnisse“?

Lesen Sie bitte weiter unten: Blutgruppen und Corona!

II. Fünf Gründe, warum man jetzt nicht absichtlich Omikron bekommen sollte!

Zwar sind die Verläufe bei Omikron deutlich milder, doch die Krankheit sollte man trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen. Zu viele negative Folgen können daraus resultieren – Pia Kruckenhauser.

Auch die Omikron-Variante kann zu einem schweren Verlauf führen – deshalb sollte man nicht fahrlässig eine Infektion riskieren. Eine gewisse Schicksalsergebenheit scheint, um sich zu greifen. Immer mehr Menschen denken sich, wenn ich mich jetzt mit der Omikron-Variante infiziere, dann habe ich es wenigstens hinter mir. Und irgendwie ist dieses Gefühl ja auch nachvollziehbar. Die aktuelle Kommunikation von der Durchseuchung vermittelt den Eindruck, man komme ohnehin nicht an einer Infektion vorbei – dann doch bitte lieber früher als später.
Es stimmt, man kann und will sich nicht dauernd zu Hause einsperren. Ein erfülltes Sozialleben ist außerdem bedeutungsvoll für das individuelle Wohlbefinden. Aber eine absichtliche Infektion – oder zumindest nicht darauf aufzupassen, dass man sich nicht infiziert – ist keine gute Idee.

Fünf Gründe erklären, warum:
1. Omikron ist nicht einfach eine Erkältung.

Ja, bei dieser Variante verläuft die Erkrankung deutlich milder als bei Delta – bis zu 80 Prozent Rückgang der Virulenz, wie das Prognosekonsortium angibt. Die Viruslast ist nämlich viel höher im oberen Bereich der Lunge, die tiefen Bereiche sind weniger betroffen. Das dürfte auch der Grund sein, warum man sich so schnell infiziert – salopp gesprochen ist der Weg nach draußen kürzer.

Doch auch wenn sich die Symptome einer Omikron-Infektion für viele anfühlen, wie eine Erkältung – viele berichten von Husten, Heiserkeit, Schnupfen –, es ist immer noch eine Corona-Infektion. Das Reden vom milden Verlauf verleitet dazu, diese auf die leichte Schulter zu nehmen. Doch die Omikron-Variante ist definitiv nicht harmloser als der Wildtyp, wahrscheinlich führt sie sogar zu schwereren Verläufen als die Ursprungsvariante. Das fällt nur nicht so auf, weil es jetzt die Impfungen und auch erste Medikamente gibt. Und die Ärztinnen und Pfleger haben mittlerweile sehr viel über die Behandlung gelernt, das kommt den Hospitalisierten zugute. Aber es besteht nach wie vor die Gefahr eines schweren Verlaufs, und die sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

2. Sie könnten Long Covid bekommen.

Und diese Gefahr ist viel größer, als man meinen würde. Die Zahlen der Long-Covid-Betroffenen schwanken stark, eine konservative Schätzung sieht mindestens zehn Prozent der Infizierten betroffen. Andere Studien gehen von bis zu 40 Prozent mit Langzeitfolgen aus. Diese reichen von Atemnot über Herzprobleme bis hin zu massiven neurologischen Problemen und chronischem Erschöpfungssyndrom. Natürlich, bei vielen heilen die Symptome wieder aus. Aber das ist ein langer und mühsamer Weg. Und ob sie tatsächlich wieder verschwinden, ist nicht klar. Viele Menschen sind dadurch mitten aus dem Leben gerissen worden, müssen sich völlig neu orientieren.

Zu Omikron und Long Covid gibt es – logischerweise – noch keine Zahlen. Aber Experten wie der Neurologe Michael Stingl sehen keinen Grund, warum diese Gefahr bei einer Omikron-Infektion nicht gegeben sein sollte. Ob eine Impfung vor Long Covid schützt, weiß man übrigens nicht. Die Studienlage ist zwiespältig, das Risiko dürfte zumindest reduziert sein. Doch sicher ist, dass eine Impfung gut vor einer Infektion schützt und allein dadurch das Risiko schon deutlich geringer ist.

3. Sie könnten die Infektion an Kinder oder gefährdete Personen weitergeben.

Kinder unter fünf sind am stärksten davon gefährdet, sich mit Corona zu infizieren, weil es für sie noch keinen Impfschutz gibt. Es stimmt, sie stecken die Erkrankung zum allergrößten Teil sehr gut weg. Doch es gibt die Gefahr von Langzeitfolgen wie Long Covid oder MIS-C, einer überschießenden Reaktion des Immunsystems, die vier bis acht Wochen nach einer Infektion auftritt und die Betroffene fast immer ins Krankenhaus bringt. Konservativ geschätzt – genaue Zahlen gibt es nicht – betrifft, dass eines von 3.000 bis 5.000 infizierten Kindern, wie der Mikrobiologe Michael Wagner von der Med-Uni Wien sagt. Und das ist kein kleines Risiko.

Und es gibt natürlich die Gruppe der vulnerablen Personen. Das sind Personen über 65 Jahren – wobei in dieser Gruppe der Immunschutz durch die Impfung sehr hoch ist –, aber auch kranke Menschen: jene mit Autoimmunerkrankungen, Krebspatienten, bei denen wegen der Therapie das Immunsystem unterdrückt ist, und alle, die eine Organtransplantation hatten. Bei diesen Personen ist der Immunschutz aufgrund ihrer Therapien oft deutlich schlechter, sie reagieren häufig nicht gut auf die Impfungen. Nicht mit dem Virus in Kontakt zu kommen, ist für sie der wichtigste Schutz.

4. Sie könnten das Gesundheitssystem belasten.

Mehrmals wurde Österreich in den Lockdown geschickt, damit das Gesundheitssystem nicht an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Vom letzten profitiert das Land jetzt noch, trotz der massiv steigenden Zahlen. Die Krankenhäuser und Intensivstationen sind im Verhältnis mit wenigen Corona-Patienten belegt. Das muss und wird aber nicht so bleiben. Erstens weiß man noch nicht, ob die Hospitalisierung aufgrund von Omikron tatsächlich so niedrig bleiben, wie es jetzt aussieht. Und zweitens werden schon aufgrund der schieren Masse an Infektionen viele Patientinnen und Patienten ins Spital müssen, was das System wieder überfordern kann.

Das ist auch deshalb problematisch, weil die Intensivbetten ja auch in Zeiten ohne Pandemie nicht leer sind. Sind viele Betten mit Corona-Patienten belegt, müssen womöglich wieder wichtige Operationen von Krebs- oder Herzkranken verschoben werden. Und insgesamt sinkt natürlich die Qualität der Pflege, wenn das Pflegepersonal ständig am Limit arbeiten muss.

5. Man sollte mit Krankheiten nie leichtfertig umgehen.

Die Geschichte der Seuchen und Epidemien ist eine sehr lange. In der gesamten Menschheitsgeschichte wurden Fortschritt und Entwicklung immer wieder dadurch gestoppt und sogar stark zurückgeworfen, dass unzählige Menschen Krankheiten wie Pest, Pocken, Typhus, Cholera und mehr zum Opfer fielen. Zum Glück sind diese Krankheiten heute nicht mehr präsent in unserer Gesellschaft und in den meisten Fällen auch kein Todesurteil mehr. Aber durch ihr Verschwinden aus der öffentlichen Aufmerksamkeit kann man sich auch nicht mehr an deren fatale Folgen erinnern – das Verständnis dafür, was eine Pandemie ist, wurde nie geschult.
Es gibt aber nach, wie vor Krankheiten, die das Potenzial dazu haben, Langzeitfolgen auszulösen. Bei den Kinderkrankheiten etwa zählen die Masern dazu, bei denen eine Hirnhautentzündung mit nachhaltiger Schädigung des Gehirns eine Langzeitfolge sein kann. Besonders Viruserkrankungen sind hier ein Problem, weil ihre Behandlung nicht immer einfach ist, anders als Antibiotika bei bakteriellen Infektionen gibt es hier nicht so schnell Medikamente. Auch bei Corona steckt die Versorgung mit wirksamen Medikamenten noch in den Kinderschuhen. Und das ist definitiv Grund genug, sich nicht absichtlich damit zu infizieren.

Unser Rat prüfen Sie durch Ärzte, die sich mit Selbst-Infizierung auseinandergesetzt haben – siehe Artikel am Anfang und Blutgruppen-Artikel weiter unten -, ob und welche Risiken sich für Sie individuell ergeben.

Der Tod der Sängerin Hana Horka hat in Tschechien eine Debatte über die Rolle von Desinformationen ausgelöst. In bestimmten Kreisen gebe es ein „allgemeines Misstrauen gegenüber dem System, einschließlich der Wissenschaft und des Bildungssystems“, sagte der Experte Vaclav Vaclavik in einer Sendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.


Update 29.01.2022.

Ich habe mich absichtlich mit Corona infiziert.

Eine Frau will sich nicht impfen lassen, der soziale Druck wird immer größer – bis sie sich für einen riskanten Weg entscheidet:
Bei einer Bekannten steckt sie sich mit Covid-19 an.   Gerüchte gibt es schon länger. Der Landrat von Miesbach in Oberbayern sagte zum Beispiel, er habe von sogenannten Leberkäs-Partys gehört.
Zusammenkünfte, bei denen sich Menschen absichtlich mit dem Coronavirus infizieren, um als Genesene die Einschränkungen für Ungeimpfte zu umgehen.   Unverantwortlich und rücksichtslos sei das, sagte Landrat Olaf von Löwis im November.

Die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« berichtete kürzlich von Telegram-Gruppen, in denen Impfgegner nach Gelegenheiten suchen, sich anzustecken.

Was bewegt diese Menschen? Wie planen sie die Ansteckung mit dem gefährlichen Virus? Und warum gehen sie das Risiko ein?
Ulrike Huber*, 53 Jahre alt, arbeitet als Lehrerin in einer Schule in Südbayern. Sie hat sich nach eigener Aussage absichtlich bei einer entfernten Bekannten mit dem Coronavirus infiziert, »um dem sozialen Druck ein Ende zu bereiten«. Als sie und ihr Lebensgefährte erkrankten, luden beide wiederum ungeimpfte Verwandte, Bekannte und Freunde ein, die nach eigener Aussage hofften, sich ebenfalls anzustecken.
Das bestätigten dem SPIEGEL neben Huber und ihrem Lebensgefährten drei weitere Personen, die sich dort infizieren wollten. Bei mehreren von ihnen brach die Krankheit laut deren Aussage wie gewünscht aus. Hier berichtet Huber über ihre Gründe für die »verzweifelte Tat« und wie die konspirativen Treffen abliefen.

Huber hält die Vakzine gegen Covid-19 für nicht ausreichend erforscht; eine Sorge vieler Impfskeptiker, obwohl die Datenlage den wissenschaftlichen Standards entspricht, die hierzulande verwendeten Impfstoffe inzwischen an weltweit mindestens mehrere Hundert Millionen Menschen verabreicht wurden – und Forscher mögliche schwere Nebenwirkungen wie Entzündungen des Herzbeutels und Herzmuskels, die in außergewöhnlichen Fällen auftraten, schnell erkannt und kommuniziert haben.

Das Paul-Ehrlich-Institut kam Ende Dezember in einem Sicherheitsbericht zur Einschätzung, schwerwiegende Nebenwirkungen seien nach derzeitigem Kenntnisstand »sehr selten und ändern nicht das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfstoffe« – dieser wissenschaftliche Bericht weist auf Risiken und Gefahren hin, die so bisher noch nicht in den Medien veröffentlicht wurden.
Aus Angst vor beruflichen Konsequenzen spricht Ulrike Huber unter Pseudonym. Ihr Klarname ist dem SPIEGEL bekannt. Ihr positiver PCR-Test, ihre Krankschreibung und ihr Genesenen-Zertifikat liegen vor.
»Der Moment, als mir klar wurde, dass ich dem sozialen Druck nicht mehr lange standhalten kann, war an einem kalten Tag im Spätherbst. Wir Ungeimpften mussten uns damals vor dem Schulhaus testen lassen und dann das Ergebnis im Freien abwarten. Erst dann durften wir ins Gebäude, um die Kinder zu unterrichten. Es herrschten eisige Temperaturen und ich fühlte mich wie ein Mensch zweiter Klasse. Ich habe mich später dann täglich in der Apotheke testen lassen. Aber die Ausgrenzung in der Schule war allgegenwärtig. In meiner Arbeit wusste jeder, dass ich nicht geimpft bin. Man musste ja täglich den negativen Test im Sekretariat abgeben. Und als der Betriebsarzt zum Impfen da war, hingen die Namen der Geimpften draußen. Wo bleibt denn da der Datenschutz?

Mir wurde das Gefühl gegeben, ein Egoist zu sein – nur, weil ich den Coronaimpfstoffen eben nicht traue. Dabei habe ich mich ja an die Regeln wie Maskenpflicht und Abstand in der Schule gehalten, achte auf Hygiene. Ich habe nichts Unrechtes getan. Dass Ungeimpfte irgendwann nicht mehr Restaurants oder Kinos besuchen durften, hat mich nicht so gestört. Ich war ohnehin die letzten eineinhalb Jahre kaum weg. Aber der soziale Druck war überall enorm – auch im Privaten. Die Schwester einer Freundin bekam Covid, obwohl sie geimpft war, und meine Freundin sagte, das sei nur ›wegen Idioten wie mir‹. Das tat schon weh.

Manchmal erlebte ich auch richtige Häme. Etwa als ich eine andere Lehrerin fragte, ob sie mir ein Buch aus der öffentlichen Bibliothek mitnehmen kann, weil ich als Ungeimpfte hier in Bayern nicht mehr hereindurfte. Ich lese den Schülern gerne vor. Doch die Kollegin meinte nur, damit sei es nun halt vorbei. Ich habe lange überlegt, wie ich mich von der sozialen Ausgrenzung befreien kann. Ich bin nicht generell gegen das Impfen. Es gibt Krankheiten, bei denen das Sinn ergibt. Aber die Vakzinen gegen Covid-19 sind aus meiner Sicht noch nicht ausreichend erforscht.

Es gibt Leute, die einfach gefälschte Impfzertifikate kaufen. Doch das kam für mich nicht infrage. Das ist unmoralisch und hätte mich auch meinen Job kosten können. Als aber im November vieles auf eine baldige Impfpflicht hindeutete, musste ich reagieren. Die Drohung der Impfpflicht hat mich zwar zum Umdenken gebracht, aber nicht so, wie die Politik sich das erhofft hatte. Ich traf dann mehr Menschen als sonst – aber die erhoffte Zufallsansteckung blieb aus. Als ich von jemandem aus der Verwandtschaft erfuhr, dass er sich absichtlich bei einem Infizierten angesteckt hat, war für mich klar, dass das die Lösung ist. Dabei gefährde ich dann ja auch niemanden, wenn ich mich gleich in Quarantäne begebe.

Natürlich infiziert sich niemand gerne mit einem Krankheitserreger. Das Coronavirus ist für Alte, Übergewichtige oder Menschen mit schweren Vorerkrankungen gefährlich. Das bestreite ich nicht. Ich empfinde es als gut, dass sich meine Eltern impfen ließen. Aber ich bin kerngesund, sportlich und Anfang 50. Ich ernähre mich ausgewogen, achte auf ausreichend Vitamine. Ich war nie länger als ein, zwei Tage krank. Und durch die Arbeit mit Kindern habe ich ein super Immunsystem. Ich wusste, das schafft auch Covid-19.

Schließlich erfuhr ich aus dem familiären Umfeld von einer entfernten Bekannten, dass sie Covid und noch Symptome hat und damit auch ansteckend sein dürfte. Die Frau hat sich gezielt bei jemandem angesteckt, weil sie dem sozialen Druck nicht standgehalten hatte. Ich rief sie an und bin dann mit meinem Lebensgefährten, der auch kein Vertrauen in die Impfung hat, an einem Sonntag mit dem Auto zu der Frau ein paar Dutzend Kilometer gefahren. Solche Treffen werden ja manchmal Corona- oder Leberkäse-Partys genannt. Aber bei uns gab es keinen Leberkäse, keine Musik und auch keine fröhliche Stimmung. Wir sind am frühen Abend angekommen und haben die Vorhänge zugezogen, damit keinesfalls jemand sehen kann, was wir machen. Die Bekannte hat sich das Wattestäbchen in die Nase gesteckt. Dann haben mein Freund und ich das Stäbchen in die Nase bugsiert.

Mit dieser Methode hatte sich auch die Frau zuvor erfolgreich angesteckt. Sie empfahl mir darüber hinaus noch einen Rachenabstrich. Aber das wollte ich nicht. Als sie fragte, ob sie uns anhusten soll, sagte ich nicht Nein. Denn sicher ist sicher. Wenn man sich zu so einer verzweifelten Tat entschließt, will man nichts dem Zufall überlassen. Der Raum war zudem klein und aufgeheizt. So standen die Chancen allein schon wegen der Aerosole gut, dass wir uns infizieren. Wieder zu Hause begaben wir uns direkt in die Isolation, um niemanden zu gefährden. Ich meldete mich krank. Wenige Tage später machte ich einen PCR-Test, der positiv war. Wir nahmen viel Vitamin D, Magnesium und natürliche Präparate zu uns. Zuerst brachen die Symptome bei meinem Lebensgefährten aus, dann bei mir.

Wir erzählten Bekannten, Freunden und Familienmitgliedern mit ähnlichen Problemen von unserer Infektion. Mehrere Leute kamen einzeln oder zu zweit vorbei, um sich anstecken zu lassen. Das lief über Mundpropaganda oder verschlüsselte Messenger-Dienste wie Threema. Verwandte, Freunde und Bekannte kamen in das Zimmer, in dem ich lag, und setzten sich neben das Bett und steckten sich meist mithilfe von Wattestäbchen an. Eine Frau blieb einfach nur länger im Raum und unterhielt sich. Allein bei meinem Lebensgefährten und mir steckte sich so rund ein halbes Dutzend Menschen an. Bei fast allen klappte es auf Anhieb. Der jüngste war 15, der Älteste Mitte 50. Keiner hatte einen wirklich schweren Verlauf, keiner musste ins Krankenhaus. Einem Teil ging es relativ schlecht. Einer hatte hohes Fieber, ein anderer heftige Gelenkschmerzen und stark schmerzende Haut. Er war extrem schlapp.

Mir ging es zwei Tage lang richtig übel. Ich lag nur im Bett und habe fast nichts gegessen. Ab dem vierten Tag ging es besser und andere kamen, um sich anzustecken. Später ging es mir wieder etwas schlechter. Das war wellenförmig. Ich war sehr erschöpft. Selbst Treppensteigen war am Anfang zu anstrengend. Auch in der zweiten Woche war manches wie etwa Kochen noch sehr anstrengend. Die Einkäufe haben während der mehrwöchigen Krankheits- und Isolationszeit jemand anderes für uns erledigt, damit wir niemanden gefährden.

»Warum lässt man uns Ungeimpfte nicht einfach in Ruhe?«
Ich ließ es auch, nachdem ich freigetestet war, abgesehen von der Arbeit, ruhig angehen. Ich hatte danach noch einige Zeit einen Ausschlag im Brustbereich. Mittlerweile bin ich wieder topfit. Während der Erkrankung gab es schon mulmige Momente. Denn natürlich kannte ich die Berichte von jüngeren Menschen, die einen schlimmen Verlauf hatten. Ich hatte Angst vor Long Covid. Lebenslang schlapp zu sein, wäre für mich als Sportlerin ganz schlimm gewesen.

Ich bereue die Ansteckung nicht. Es war der letzte Ausweg. Warum lässt man uns Ungeimpfte nicht einfach in Ruhe? Man tut uns als Verschwörungstheoretiker und Rechte ab. Aber die Menschen und ich, die sich bei uns absichtlich angesteckt haben, sind politisch alle eher links. Die meisten sind Akademiker, teilweise in führenden Positionen. Aber natürlich erzählen wir nicht jedem, was wir gemacht haben. Ich glaube aber, dass gar nicht so wenige unseren Ausweg gewählt haben. Wobei ich noch nicht weiß, wie es weitergeht, wenn unser Status als Genesener abläuft. Als wir uns angesteckt haben, galt der Genesenenstatus für ein halbes Jahr. Nun sind es auf einmal nur noch drei Monate. Es war dennoch die richtige Entscheidung. Ich hoffe aber sehr, dass ich mich in einigen Wochen nicht wieder infizieren muss, weil die Ausgrenzung dann hoffentlich vorüber ist.«


Update 21.01.2022.
Helios Magazin – Menschen, Medizin, Gesundheit.

Corona: Welche Rolle spielt die Blutgruppe?

Die Blutgruppe könnte neben Alter, Gewicht und Vorerkrankungen bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 eine tragende Rolle spielen. So ist das Corona-Infektionsrisiko bei manchen Blutgruppen höher als bei anderen. Doch warum ist das so?


COVID-19: EINFLUSS DER BLUTGRUPPE – Studie – Med Uni-Graz.

Den möglichen Zusammenhang zwischen verschiedenen Blutgruppen und der Wahrscheinlichkeit einer COVID-19 Infektion untersuchen Wissenschafter*innen der Med Uni Graz aktuell an der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin. Erste Forschungsergebnisse bestätigen vergleichbare Studien aus China und Europa, wonach Menschen mit der Blutgruppe O seltener an COVID-19 erkranken, als Menschen mit den Blutgruppen A, B oder AB. Nun soll der Mechanismus erforscht werden, der dieser Beobachtung zugrunde liegt.


Blutgruppe 0 als Viren-Blocker und AB als Corona-„Super-Empfänger“? Studie sorgt für Aufsehen – Merkur.

Peter J.I. Ellis, Dozent für Molekulargenetik und Reproduktion an der britischen University of Kent, hat sich der Ursachenforschung gewidmet. „In westlichen Populationen sind also Personen vom Typ A und AB ‚Super-Empfänger‘, während Personen vom Typ O ‚Super-Verbreiter‘ sind“, erläutert Ellis in seiner im Juni 2021 auf dem Fachportal ScienceDirect veröffentlichten Studie das Modell, das er seiner Studie zugrunde legt. Mehrere unabhängige Datensätze würden darauf hindeuten, dass die Blutgruppe A bei Covid-19-Patienten über- und die Blutgruppe O unterrepräsentiert ist, so Ellis. „Blutgruppenantigene scheinen jedoch keine herkömmlichen Anfälligkeitsfaktoren zu sein“, heißt es weiter in der Studie.


Update 16.01.2022.

Eine Video-Konferenz-Aufzeichnung zur Information.
Motto: Bilden Sie sich ihre eigene Meinung!

2. Pathologie Konferenz – am 04. 12. 2021 um 17:00 Uhr in Berlin.

Wer keine 2 Stunden mit dem Video verbringen möchte, sondern die Zahlen sprechen lassen will, springt auf 1:56:00!


Simulationen an Supercomputern geben einmalige Einblicke in das Verhalten des Coronavirus. Sie zeigen, was Varianten wie Delta und Omikron so gefährlich macht – und wo mögliche Schwachstellen des Erregers liegen.

Von Christoph von Eichhorn, Sandra Hartung, Christian Helten und Sarah Unterhitzenberger am 7. Jan. 2022 im SZ.

Praktisch jede Covid-19-Erkrankung – verläuft sie auch noch so schwer, wirft sie denjenigen, den sie trifft, auch noch so sehr aus der Bahn – beginnt mit etwas Alltäglichem. Einem Händeschütteln. Einem Gespräch. Oder vielleicht einem Husten. Einige Tausend Tröpfchen schleudert jemand, der an einer Atemwegserkrankung leidet, mit jedem Husten in die Luft. Doch das ist nur die Vorhut, die schwere Kavallerie: Diese einige Tausendstel Millimeter großen Tröpfchen, Giganten in der Welt der Viren, fallen spätestens nach einigen Armlängen auf den Boden.

Zahlreicher und tückischer sind die Aerosole: Partikel, die so klein sind, dass sie längere Zeit in der Luft schweben können. Einige Minuten, manchmal sogar mehr als zwölf Stunden. Hunderttausende Aerosol-Teilchen kann ein einziger Nieser oder Hustenstoß in die Luft katapultieren, und natürlich entstehen sie auch schon beim Singen oder Sprechen. Und wenn das Gegenüber Pech hat, ist in manchen dieser Schwebepartikel ein noch winzigeres Ding verborgen: Sars-CoV-2, das Coronavirus.

Mittlerweile gilt es als gesichert, dass sich das Coronavirus auf diesem Weg über die Luft verbreitet. Doch wie gelangt das Virus aus dieser Hülle in die Lunge und in die Zellen eines neuen Opfers? Und was passiert innerhalb des Aerosols? Das alles geht so schnell und spielt sich auf so einer kleinen Skala ab, dass es sich unmöglich beobachten lässt – oder doch? Ein rund 50-köpfiges Forscherteam ist nun einen großen Schritt weitergekommen, um das Verhalten des Coronavirus auf atomarer Ebene zu entschlüsseln – und hat dabei einige Merkmale entdeckt, die das Virus vermutlich so erfolgreich machen. Die Wissenschaftler um die Biophysikerin Rommie Amaro von der University of California San Diego (UCSD) haben an einem Supercomputer erstmals ein komplettes Aerosolpartikel simuliert, mit allem, was darin steckt.


Der neue Corona-Impfstoff und seine wissenschaftliche Grundlage.

siehe auch Quartär-Struktur und das Video dazu:

Hier der Blog von Petra Falb: Für ALLE, die sich intensiver mit mRNA rund um das Impfen auseinandersetzen möchte, um so zu einer eigenen Überzeugung zu gelangen.

Coronavirus: Der Hammer und der Tanz nach ca. 18 Monaten!

ein Finger auf mein Gegenüber,
drei Finger auf einen Selbst, mit der Bitte, Gott hilf mir!!! Doch in Wahrheit heißt est: Hilf der Selbst, dann hilft dir GOTT.

Politisches Verwirrspiele, statt ein vernünftiges Krisen-Management ohne Bloßstellung bzw. innerem Rassismus!
Die Wirklichkeit ist mit dem Finger auf andere zeigen, statt konstruktiv aus seinen Fehlern zu lernen.

1. Keine Anpassung an Delta – warum wir noch gegen die Wuhan-Variante boostern?

Während die Südafrika-Mutante alle aufschreckt, laufen die Auffrischimpfungen bei uns auf Hochtouren. Doch obwohl hierzulande die Delta-Variante dominiert, wird weiterhin mit den Vakzinen geimpft, die sich gegen das Wuhan-Virus richten. Können oder wollen die Hersteller Biontech und Moderna nicht anders? Seit die Ständige Impfkommission (Stiko) in der vergangenen Woche den sogenannten Booster für alle Menschen ab 18 Jahren empfohlen hat, ist die Zahl der Auffrischimpfungen gegen Corona rasant gestiegen. Doch während jetzt sogar die Angst vor der Mutante aus Südafrika wächst, dürfte viele Impfwillige überraschen, dass der Impfstoff, den sie jetzt bei ihrem dritten Piekser verabreicht bekommen, nach wie vor dieselbe Zusammensetzung hat wie schon die Erstimpfung im Frühjahr.

Der einzige Unterschied: Beim Impfstoff Spikevax von Moderna wird zum Auffrischen nur die halbe Menge mRNA verimpft, nämlich 50 statt 100 Mikrogramm. Bei Comirnaty, dem Impfstoff von Biontech und Pfizer, sind es nach wie vor 30 Mikrogramm mRNA. Doch die mRNA-Impfstoffe beider Hersteller – die von der europäischen Arzneimittelagentur EMA in der EU bisher als einzige für Auffrischimpfungen empfohlen werden – richten sich nach wie vor gegen das Wuhan-Virus, mit dem die Pandemie vor fast zwei Jahren begann.

Auch Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren, für die es zumindest bei Comirnaty nach Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch Ende dieser Woche eine Zulassungsempfehlung der EMA geben könnte, sollen mit dem herkömmlichen Impfstoff geimpft werden, allerdings in einer niedrigeren Dosierung von 10 Mikrogramm. Dabei ist laut dem zuständigen Robert-Koch-Institut die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus, die erstmals in Indien nachgewiesen wurde, seit Ende Juni 2021 die dominierende Variante in Deutschland. Warum also wurden die Impfstoffe noch immer nicht darauf angepasst – obwohl doch gerade die schnelle Möglichkeit zur Anpassung als der große Vorteil der neuartigen mRNA-Technologie gilt?

Für den Virologen Alexander Kekulé ist das völlig unverständlich. „Man hätte sie längst an die Delta-Variante anpassen können“, kritisierte er kürzlich im Interview mit WELT. „Dass die weltweit vorherrschen würde, war spätestens seit März klar. Da stellt sich mir die Frage, warum das nicht geschehen ist“ – mehr erfahren im Artikel der WELT:

2. Neue Virusvariante aus Südafrika: Wie besorgniserregend ist sie?
Was sagt das BAG?
Und wirken die Impfstoffe?
Die wichtigsten Antworten

Noch weiß man nicht viel über die in Südafrika aufgetauchte B1.1.529-Variante, aber die ersten Hinweise lassen aufhorchen. Wir haben zusammengefasst, was man weiß.

Was ist außergewöhnlich bei der Variante B.1.1.529?

Sie besitzt eine sehr hohe Anzahl an Mutationen im sogenannten Spike-Protein, genauer gesagt 32. Das Spike-Protein ist der Stachel auf der Oberfläche von Sars-CoV-2.
Mit diesem Stachel bindet das Virus an eine spezifische Andockstelle auf menschlichen Zellen und kann dann in diese eindringen. Zehn der Mutationen liegen genau in dem Teil des Spike-Proteins, mit dem diese an den menschlichen Zellrezeptor bindet. Zudem besitzt die neue Variante auch noch Mutationen in anderen Proteinen.
Manche der Mutationen der neuen Variante aus Südafrika sind bereits in der Delta-Virus-Variante und manche in anderen früher zirkulierenden Sars-CoV-2 vorhanden. Mannweibs, dass diese veränderten Bausteine die Infektiosität erhöhen. Es ist aber noch unklar, ob die zusätzlichen Veränderungen die neue Variante noch infektiöser machen. Das wird derzeit in mehreren Labors weltweit unter Hochdruck in Zellkulturexperimenten untersucht – mehr erfahren im NZZ und im Handelsblatt.

Belgien hat einen ersten Fall mit der neuen, zunächst im südlichen Afrika festgestellten Corona-Variante B.1.1.529 registriert. Das gab der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke bei einer Pressekonferenz am Freitag bekannt.


Mai 2020:

Wie die nächsten 18 Monate aussehen können, wenn Politiker uns Zeit kaufen – Link zum Artikel:

Die Aufarbeitung der ersten Corona-Fälle in Deutschland zeigt, wie anspruchsvoll die Tracing-Strategie ist.

Die Details der allerersten Ansteckungen bei einer Autozulieferer in Bayern zeigen eindrücklich, wie Infizierte bereits vor den ersten Symptomen Sars-CoV-2 weiterverbreiteten.
Das Coronavirus wurde von einer chinesischen Mitarbeiterin des Automobilzulieferers Webasto nach Deutschland importiert. Sie war für eine Schulung am 21. Januar 2020 von Schanghai nach Bayern geflogen. Während ihres dreitägigen Aufenthalts steckte sie vier weitere Personen an. Und obwohl der Ausbruch bereits am 27. Januar entdeckt und mit einer Trace-and-Isolate-Strategie eingedämmt wurde, waren am Ende sechzehn Personen infiziert – mehr lesen.

Die Welt nach Corona

Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist

Hinweis: Dieser Text ist frei abdruckbar mit dem Hinweis: www.horx.com und www.zukunftsinstitut.de.

Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird”, und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt.
Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Dafür möchte ich Ihnen eine Übung anbieten, mit der wir in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nennen sie die RE-Gnose. Im Gegensatz zur PRO-Gnose schauen wir mit dieser Technik nicht »in die Zukunft«. Sondern von der Zukunft aus ZURÜCK ins Heute. Klingt verrückt? Versuchen wir es einmal:


Die Re-Gnose: Unsere Welt im Herbst 2020.

Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafé in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Straße bewegen sich wieder Menschen. Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee, wieder wie früher? Wie damals vor Corona?
Oder sogar besser? Worüber werden wir uns rückblickend wundern?

Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre führten viele von sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kam. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. Das hat schon mancher erlebt, der zum Beispiel Intervallfasten probierte – und dem plötzlich das Essen wieder schmeckte. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde, sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst. Die gesellschaftliche Höflichkeit, die wir vorher zunehmend vermissten, stieg an. Jetzt im Herbst 2020 herrscht bei Fußballspielen eine ganz andere Stimmung als im Frühjahr, als es jede Menge Massen-Wut-Pöbeleien gab. Wir wundern uns, warum das so ist.

Wir werden uns wundern, wie schnell sich plötzlich Kulturtechniken des Digitalen in der Praxis bewährten. Tele- und Videokonferenzen, gegen die sich die meisten Kollegen immer gewehrt hatten (der Business-Flieger war besser) stellten sich als durchaus praktikabel und produktiv heraus. Lehrer lernten eine Menge über Internet-Teaching. Das Homeoffice wurde für Viele zu einer Selbstverständlichkeit – einschließlich des Improvisierens und Zeit-Jonglierens, das damit verbunden ist. Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Das Virus brachte eine neue Kultur des Langtelefonieren ohne Second Screen hervor. Auch die »messages« selbst bekamen plötzlich eine neue Bedeutung. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden mehr zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der Verbindlichkeit. Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen, auch junge Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge (ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort war). Bücher lesen wurde plötzlich zum Kult. Reality-Shows wirkten plötzlich grottenpeinlich. Der ganze Trivia-Trash, der unendliche Seelenmüll, der durch alle Kanäle strömte. Nein, er verschwand nicht völlig. Aber er verlor rasend an Wert. Kann sich jemand noch an den Political-Correctness-Streit erinnern? Die unendlich vielen Kulturkriege um … ja um was ging da eigentlich?

Krisen wirken hauptsächlich dadurch, dass sie alte Phänomene auflösen, überflüssig machen…
Zynismus, diese lässige Art, sich die Welt durch Abwertung vom Leibe zu halten, war plötzlich reichlich out.
Die Übertreibungs-Angst-Hysterie in den Medien hielt sich, nach einem kurzen ersten Ausbruch, in Grenzen.

Nebenbei erreichte auch die unendliche Flut grausamster Krimi-Serien ihren Tipping-Point.

Wir werden uns wundern, dass schließlich doch schon im Sommer Medikamente gefunden wurden, die die Überlebensrate erhöhten. Dadurch wurden die Todesraten gesenkt und Corona wurde zu einem Virus, mit dem wir eben umgehen müssen – ähnlich wie die Grippe und die vielen anderen Krankheiten. Medizinischer Fortschritt half. Aber wir haben auch erfahren: Nicht so sehr die Technik, sondern die Veränderung sozialer Verhaltensformen war das Entscheidende. Dass Menschen trotz radikaler Einschränkungen solidarisch und konstruktiv bleiben konnten, gab den Ausschlag. Die human-soziale Intelligenz hat geholfen. Die viel gepriesene Künstliche Intelligenz, die ja bekanntlich alles lösen kann, hat dagegen in Sachen Corona nur begrenzt gewirkt. Damit hat sich das Verhältnis zwischen Technologie und Kultur verschoben. Vor der Krise schien Technologie das Allheilmittel, Träger aller Utopien. Kein Mensch – oder nur noch wenige Hartgesottene – glauben heute zudem an die große digitale Erlösung. Der große Technik-Hype ist vorbei. Wir richten unsere Aufmerksamkeiten wieder mehr auf die humanen Fragen: Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander?

Wir staunen rückwärts, wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.

Wir werden uns wundern, wie weit die Ökonomie schrumpfen konnte, ohne dass so etwas wie »Zusammenbruch« tatsächlich passierte, der vorher bei jeder noch so kleinen Steuererhöhung und jedem staatlichen Eingriff beschworen wurde. Obwohl es einen »schwarzen April« gab, einen tiefen Konjunktureinbruch und einen Börseneinbruch von 50 Prozent, obwohl viele Unternehmen pleitegingen, schrumpften oder in etwas völlig anderes mutierten, kam es nie zum Nullpunkt. Als wäre Wirtschaft ein atmendes Wesen, das auch dösen oder schlafen und sogar träumen kann. Heute, im Herbst gibt es wieder eine Weltwirtschaft. Aber die Globale Just-in-Time-Produktion, mit riesigen verzweigten Wertschöpfungsketten, bei denen Millionen Einzelteile über den Planeten gekarrt werden, hat sich überlebt. Sie wird gerade demontiert und neu konfiguriert. Überall in den Produktionen und Service-Einrichtungen wachsen wieder Zwischenlager, Depots, Reserven. Ortsnahe Produktionen boomen, Netzwerke werden lokalisiert, das Handwerk erlebt eine Renaissance. Das Global-System driftet in Richtung GloKALisierung: Lokalisierung des Globalen.

Wir werden uns wundern, dass sogar die Vermögensverluste durch den Börseneinbruch nicht so schmerzen, wie es sich am Anfang anfühlte. In der Neuen Welt spielt Vermögen plötzlich nicht mehr die entscheidende Rolle. Wichtiger sind gute Nachbarn und ein blühender Gemüsegarten.

Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?


RE-Gnose: Gegenwartsbewältigung durch Zukunfts-Sprung.

Warum wirkt diese Art der »Von-Vorne-Szenarios« so irritierend anders als eine klassische Prognose? Das hängt mit den spezifischen Eigenschaften unseres Zukunfts-Sinns zusammen. Wenn wir »in die Zukunft« schauen, sehen wir ja meistens nur die Gefahren und Probleme »auf uns zukommen«, die sich zu unüberwindbaren Barrieren türmen. Wie eine Lokomotive aus dem Tunnel, die uns überfährt. Diese Angst-Barriere trennt uns von der Zukunft. Deshalb sind Horror-Zukünfte immer am einfachsten darzustellen. Re-Gnosen bilden hingegen eine Erkenntnis-Schleife, in der wir uns selbst, unseren inneren Wandel, in die Zukunftsrechnung einbeziehen. Wir setzen uns innerlich mit der Zukunft in Verbindung, und dadurch entsteht eine Brücke zwischen Heute und Morgen. Es entsteht ein »Future Mind« – Zukunfts-Bewusstheit. Wenn man das richtig macht, entsteht so etwas wie Zukunfts-Intelligenz. Wir sind in der Lage, nicht nur die äußeren »Events«, sondern auch die inneren Adaptionen, mit denen wir auf eine veränderte Welt reagieren, zu antizipieren.

Das fühlt sich schon ganz anders an als eine Prognose, die in ihrem apodiktischen Charakter immer etwas Totes, Steriles hat. Wir verlassen die Angststarre und geraten wieder in die Lebendigkeit, die zu jeder wahren Zukunft gehört.

Wir alle kennen das Gefühl der geglückten Angstüberwindung. Wenn wir für eine Behandlung zum Zahnarzt gehen, sind wir schon lange vorher besorgt. Wir verlieren auf dem Zahnarztstuhl die Kontrolle und das schmerzt, bevor es überhaupt wehtut. In der Antizipation dieses Gefühls steigern wir uns in Ängste hinein, die uns völlig überwältigen können. Wenn wir dann allerdings die Prozedur überstanden haben, kommt es zum Coping-Gefühl: Die Welt wirkt wieder jung und frisch und wir sind plötzlich voller Tatendrang. Coping heißt: bewältigen. Neurobiologisch wird dabei das Angst-Adrenalin durch Dopamin ersetzt, eine Art körpereigener Zukunfts-Droge. Während uns Adrenalin zu Flucht oder Kampf anleitet (was auf dem Zahnarztstuhl nicht so richtig produktiv ist, ebenso wenig wie beim Kampf gegen Corona), öffnet Dopamin unsere Hirnsynapsen: Wir sind gespannt auf das Kommende, neugierig, vorausschauend. Wenn wir einen gesunden Dopamin-Spiegel haben, schmieden wir Pläne, haben Visionen, die uns in die vorausschauende Handlung bringen.  Erstaunlicherweise machen viele in der Corona-Krise genau diese Erfahrung. Aus einem massiven Kontrollverlust wird plötzlich ein regelrechter Rausch des Positiven. Nach einer Zeit der Fassungslosigkeit und Angst entsteht eine innere Kraft. Die Welt »endet«, aber in der Erfahrung, dass wir immer noch da sind, entsteht eine Art Neu-Sein im Inneren. Mitten im Shut-Down der Zivilisation laufen wir durch Wälder oder Parks, oder über fast leere Plätze. Aber das ist keine Apokalypse, sondern ein Neuanfang. So erweist sich: Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahr-Nehmungen und Welt-Verbindungen. Dabei ist es manchmal gerade der Bruch mit den Routinen, dem Gewohnten, der unseren Zukunfts-Sinn wieder freisetzt. Die Vorstellung und Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch im Besseren.

Vielleicht werden wir uns sogar wundern, dass Trump im November abgewählt wird. Die AFD zeigt ernsthafte Zerfransens-Erscheinungen, weil eine bösartige, spaltende Politik nicht zu einer Corona-Welt passt. In der Corona-Krise wurde deutlich, dass diejenigen, die Menschen gegeneinander aufhetzen wollen, zu echten Zukunftsfragen nichts beizutragen haben. Wenn es ernst wird, wird das Destruktive deutlich, das im Populismus wohnt. Politik in ihrem Ur-Sinne als Formung gesellschaftlicher Verantwortlichkeiten bekam dieser Krise eine neue Glaubwürdigkeit, eine neue Legitimität. Gerade weil sie »autoritär« handeln musste, schuf Politik Vertrauen ins Gesellschaftliche. Auch die Wissenschaft hat in der Bewährungskrise eine erstaunliche Renaissance erlebt. Virologen und Epidemiologen wurden zu Medienstars, aber auch »futuristische« Philosophen, Soziologen, Psychologen, Anthropologen, die vorher eher am Rande der polarisierten Debatten standen, bekamen wieder Stimme und Gewicht. Fake News hingegen verloren rapide an Marktwert. Auch Verschwörungstheorien wirkten plötzlich wie Ladenhüter, obwohl sie wie saures Bier angeboten wurden.


Ein Virus als Evolutionsbeschleuniger

Tiefe Krisen weisen obendrein auf ein weiteres Grundprinzip des Wandels hin: Die Trend-Gegentrend-Synthese. Die Neue Welt nach Corona – oder besser mit Corona – entsteht aus der Disruption des Megatrends Konnektivität. Politisch-ökonomisch wird dieses Phänomen auch »Globalisierung« genannt. Die Unterbrechung der Konnektivität – durch Grenzschließungen, Separationen, Abschottungen, Quarantänen – führt aber nicht zu einem Abschaffen der Verbindungen. Sondern zu einer Neuorganisation der Konnektome, die unsere Welt zusammenhalten und in die Zukunft tragen. Es kommt zu einem Phasensprung der sozio-ökonomischen Systeme.

Die kommende Welt wird Distanz wieder schätzen – und gerade dadurch Verbundenheit qualitativer gestalten. Autonomie und Abhängigkeit, Öffnung und Schließung, werden neu ausbalanciert. Dadurch kann die Welt komplexer, zugleich aber auch stabiler werden. Diese Umformung ist weitgehend ein blinder evolutionärer Prozess – weil das eine scheitert, setzt sich das Neue, überlebensfähig, durch. Das macht einen zunächst schwindelig, aber dann erweist es seinen inneren Sinn: Zukunftsfähig ist das, was die Paradoxien auf einer neuen Ebene verbindet. Dieser Prozess der Komplexierung – nicht zu verwechseln mit Komplizierung – kann aber auch von Menschen bewusst gestaltet werden. Diejenigen, die das können, die die Sprache der kommenden Komplexität sprechen, werden die Führer von morgen sein. Die werdenden Hoffnungsträger. Die kommenden Gretas.

„Wir werden durch Corona unsere gesamte Einstellung gegenüber dem Leben anpassen – im Sinne unserer Existenz als Lebewesen inmitten anderer Lebensformen.”

Slavo Zizek im Höhepunkt der Coronakrise Mitte März:

Jede Tiefenkrise hinterlässt eine Story, ein Narrativ, das weit in die Zukunft weist. Eine der stärksten Visionen, die das Coronavirus hinterlässt, sind die musizierenden Italiener auf den Balkonen. Die zweite Vision senden uns die Satellitenbilder, die plötzlich die Industriegebiete Chinas und Italiens frei von Smog zeigen. 2020 wird der CO&sub2; -Ausstoß der Menschheit zum ersten Mal fallen. Diese Tatsache wird etwas mit uns machen. Wenn das Virus so etwas kann – können wir das womöglich auch? Vielleicht war der Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt worden. Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt.

Aber sie kann sich neu erfinden.
System redet.
Cool down!
Musik auf den Balkonen!

So geht Zukunft.

Globale Lieferketten:
Ökonom erwartet „Lehman-Brüder-Moment“ durch Coronavirus-Krise.
Die Störungen der Weltwirtschaft durch das Coronavirus werden nach Ansicht des Ökonoms Gabriel Felbermayr zu einem ähnlichen Umdenken führen wie 2008 die Lehman-Brothers-Pleite. Globale Lieferketten seien nicht so robust wie angenommen, sagte der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft im DLF.

Corona bremst die Weltwirtschaft:
Lieferketten sind unterbrochen, der Tourismus geht zurück: Das Coronavirus trifft auch die Wirtschaft. Die Industrie-Staaten-Organisation OECD hat nun ihre Erwartungen für die weltweite Wirtschaftsentwicklung nach unten korrigiert. Sie rechnet nur noch mit einem globalen Wachstum von 2,4 Prozent im DLF.


Die ZEIT + Kann eine Gesellschaft unterscheiden zwischen sinnvoller Vorsicht und sinnloser Panik? Unterwegs in einem Land, das lernen muss, mit einer neuen Bedrohung umzugehen.Von  und  DIE ZEIT Nr. 11/2020, 5. März 2020. Das winzige Teilchen, um das es in diesem Artikel geht, ist von eigenartiger Schönheit. Da ist eine runde Hülle, da ist ein Kranz – eine Corona – aus Stacheln, der die Hülle umgibt. Das Teilchen sieht eher bizarr als bedrohlich aus, wie die Bastelei eines kreativen Kindes oder eine wundersame Koralle aus den Tiefen des Ozeans. Handelt es sich um ein Lebewesen? Oder um etwas anderes? Wissenschaftler sind sich nicht einig, wie diese Frage zu beantworten ist.

Das Teilchen misst gerade einmal ungefähr 0,1 Millionstel Meter, es besteht nicht aus Zellen, und es hat im Gegensatz zu Pflanzen, Tieren und Menschen auch keinen Stoffwechsel. Andererseits verfolgt es die gleichen Ziele wie alles, was lebendig ist: am Dasein bleiben, sich vermehren, die eigene Abstammungslinie fortführen. Darin ist es gut, dafür ist es gebaut. Es dringt in andere Lebewesen ein und macht sich im Bereich der Lunge die Körperzellen gefügig, es zwingt sie, viele Kopien seiner selbst herzustellen. Das ist – aus Sicht jener anderen Lebewesen – unter Umständen ein Problem.

Auf seiner Reise vom Yunnan Wholesale Seafood Market in der chinesischen Stadt Wuhan hinaus in eine Welt mit 7,7 Milliarden Menschen, von denen jeder einzelne ein mögliches Ziel darstellt, hat das Coronavirus bereits Dutzende Länder auf allen Kontinenten erreicht, es hat ein zwei Tage altes Neugeborenes befallen, der älteste Patient war 100 Jahre alt. Am Donnerstag vergangener Woche geschah es, dass zum ersten Mal in einer deutschen Metropole ein Testergebnis positiv ausfiel.

Im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) sitzen an diesem Abend um kurz nach 20 Uhr etwa 70 Ärzte aus dem UKE selbst und aus dem ganzen Stadtgebiet in engen Stuhlreihen. Stimmengewirr, Wie-geht’s-Gespräche, Minuten, die zu überbrücken sind. Einmal im Monat treffen sie sich hier in der Kinderklinik zum fachlichen Austausch. Teilnehmer werden später berichten, dass sich vorn am Podium ein Professor aus Dresden bereit macht für seinen Vortrag zum Thema „Antibiotikatherapie im Kindesalter“, als irgendwo ein Handy klingelt. Kurz darauf eine Stimme, laut über Köpfe und Stuhlreihen hinweg: Das Virus ist in Hamburg!

Der Infizierte ist ein Arzt, und er arbeitet nicht irgendwo in einer Praxis in einem anderen Stadtteil, in Altona oder Winterhude. Sondern am UKE. Im Gebäude O45. Genau hier. In der Kinderklinik.
Stefan Renz, Vorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, muss in diesen Minuten eine Entscheidung treffen. Renz steht vor dem gleichen Dilemma wie Menschen überall in Deutschland in diesen Tagen, seien sie Betreiber von Messen oder Hotels, Veranstalter von Kongressen oder Partys, Betreuer mit Verantwortung für Schüler oder Reisegruppen: nachgeben vor dem Virus, alles abblasen, die Leute nach Hause schicken?

Renz muss fürchten, hier im Saal könnte jemand sitzen, der in den letzten Tagen mit dem Erkrankten zu tun hatte. Das Virus kann nicht von allein laufen, krabbeln, fliegen. Aber es kann ein Husten oder ein Niesen auslösen, um von einem Wirt zum nächsten zu gelangen, sozusagen als biologischer Schwarzfahrer. Ein einziger Mensch, eine einzige scheinbare Erkältung schon würde reichen, so wie im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen womöglich ein Mann genügte, um die Sitzung des Karnevalsvereins „Langbröker Dicke Flaa“ zum Ausgangspunkt einer nicht mehr nachvollziehbaren Kettenreaktion zu machen. Mitten in einer Millionenstadt. Wäre einer der 70 anwesenden Kinderärzte infiziert, könnte er die anderen anstecken, womöglich müssten alle aus dem Saal in Quarantäne. Mitten in einer Epidemie, wenn in der Stadt jeder Kinderarzt gebraucht wird.
Andererseits: Wäre ein Abbruch der Veranstaltung nicht eine Kapitulation? Das Virus ist ja keine Massenvernichtungswaffe, bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe war noch niemand in Deutschland daran gestorben. Wäre Stefan Renz auf die Idee gekommen, einen Vortrag wegen einer normalen Grippewelle abzusagen? Wem ist ein besonnener Umgang mit dem Risiko zuzutrauen, wenn nicht einer Gruppe hochkompetenter Ärzte?

Stefan Renz trifft seine Entscheidung. Und während die Direktorin der Kinderklinik zum Telefonhörer greift und mit ihrem Kollegen spricht, der sich nun zu Hause in Quarantäne befindet, während die beiden die Namen aller Menschen zusammentragen, mit denen der Arzt am UKE Kontakt hatte, während Behörden informiert und Notfallpläne in Kraft gesetzt werden – während all das geschieht, hält der Professor aus Dresden in der Kinderklinik sein Fachreferat über Antibiotika.

Hinterher stehen die Besucher noch eine Weile zusammen, jetzt gibt es nur noch ein Thema. „Hoffentlich bewahren die Leute die Ruhe.“ – „Es kommt, wie es kommt. Wir müssen auf Sicht fahren.“ Eine von denen, die davon berichten, welche Sätze an diesem Abend gefallen sind, sagt später auch dies: „Wir haben keine Angst vor dem Virus. Wir haben Angst vor der Reaktion der Bevölkerung.“

Es sind seltsame Tage in Deutschland. Ein ganzes Land fährt jetzt auf Sicht, überall wird mit der Frage gerungen, wie viel Alltag noch sein darf. Die Lufthansa streicht Flüge, Familien stornieren ihren Urlaub, und Horst Seehofer verweigert Angela Merkel den Handschlag – das Video dieses Vorgangs geht, nun ja: viral. Bayern München und Borussia Dortmund verbieten ihren Fußballprofis den Fankontakt; keine Selfies, keine Autogramme. In einer Berliner Kita sind die Erzieher angewiesen, die Kinder weder zur Begrüßung noch zum Trost auf den Schoß oder auf den Arm zu nehmen. Die Leipziger Buchmesse fällt genauso aus wie die Internationale Tourismusbörse. In Viersen wird die Billard-Weltmeisterschaft abgesagt. Die Deutsche Bischofskonferenz bittet um Zurückhaltung bei der Nutzung der Weihwasserbecken.

Und doch zwängen sich Menschen in Busse und fahren zur Arbeit, finden Konferenzen statt, werden Kinder in Kitas gebracht, landen auf Flughäfen weiterhin Flugzeuge aus dem Ausland, auch aus den Ländern, in denen das Virus stark verbreitet ist. Am Freitagabend spielte in Hamburg einen Tag nach Ankunft des Virus Peter Maffay vor 13.000 feiernden Fans. Auch die Berlinale wurde wie geplant zu Ende gebracht, auf der Abschlussgala drängelten sich die Gäste.

Ein Nobelpreisträger nannte Viren einmal „schlechte Nachrichten, in Protein verpackt“. Kann eine Gesellschaft lernen, mit solchen schlechten Nachrichten zu leben? Kann sie unterscheiden zwischen sinnvoller Vorsicht und sinnloser Angst?

Freitagmorgen, 9 Uhr, Tag eins in Hamburg. Im Stadtteil Harburg öffnet sich die Glastür am Eingang zum Gesundheitsamt. Ein Mann Mitte fünfzig schiebt sein schlammbespritztes Fahrrad hindurch, bringt es eilig zu einer Abstellkammer, streift seine Jacke im Gehen ab, hastet durch nüchterne Behördengänge, die Treppen hinauf, zur Abteilung Infektionsschutz. Lagebesprechung. Eine von Tausenden, die in diesen Tagen in deutschen Ämtern stattfinden. Zwei Kinder aus Harburg wurden am UKE von dem infizierten Arzt behandelt. „Wer kann die Adressen abfahren?“, fragt Robert Wegner, der Amtsleiter. Kurz darauf holt eine seiner Mitarbeiterinnen Mundschutz und Handschuhe aus dem Medizinschrank, verstaut beides in einer Plastiktüte und steigt ins Auto. „Wir sollten so unauffällig wie möglich unterwegs sein“, hatte ihr Chef gesagt. Bloß nicht mit Mundschutz durch Harburg fahren. Bloß keine Panik schüren.

Die Frau vom Amt wird an diesem Vormittag einen Jungen und seine Mutter für 14 Tage unter Quarantäne stellen. Bei der zweiten Familie wird sie zu spät kommen. Ein Vater wird die Tür öffnen und sagen, seine Frau und sein Sohn seien in Polen, Verwandte besuchen. Sie werden die polnischen Behörden benachrichtigen. Noch gibt es – das ist der Stand an diesem Tag – in Polen keine bestätigten Corona-Fälle.

Das Virus hat seine Stacheln – lauter kleine Schlüssel, mit denen es die Zellen der Lebewesen aufzuschließen versucht, die es befallen hat. Der Staat hat seine Gesundheitsämter, allein in Hamburg sind es sieben. Dann sind da noch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, das Institut für Hygiene und Umwelt, der Hafenärztliche Dienst. Am Freitagmittag der vergangenen Woche, immer noch Tag eins in Hamburg, versammeln sich die Leiter all dieser Institutionen vor ihren Telefonen zu einer Schaltkonferenz. Die Leitung knackt und rauscht, zweimal bricht sie weg, als wären am anderen Ende nicht Harburg und Eimsbüttel, sondern Wuhan und Peking.

„Hallo?“

„Wandsbek hier!“

„Gesundheitsamt Altona.“

„Bergedorf.“

„Hallo. Hier ist der Hafenärztliche Dienst.“

„Können sich bitte alle Bezirke nacheinander melden?“

„Ja, aber in welcher Reihenfolge?“

„Wo ist Wandsbek?“
In der nächsten Stunde kann man zuhören, wie deutsche Behördenleiter darum ringen, das Immunsystem des Staates gegen das Virus zu mobilisieren. Ein Gesundheitsamt meldet, es gebe Probleme mit der 11 61 17, der Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. „Die verweisen an uns, jetzt klingelt hier ständig das Telefon. Wir schaffen das nicht!“ Es geht um Wochenendschichten, Fahrdienste, Adresslisten. „Die Hebammen haben keine Desinfektionsmittel mehr, wie kann das sein?“, beschwert sich jemand. Ein anderer fragt nach Regeln für Flüchtlinge, die aus Italien ankommen, und ein Dritter antwortet: „Müssen wir separat klären.“

„Okay, dann danke an alle.“

„Tschüss!“

„Und: toi, toi, toi!“

Die Koordination fresse gerade die Hälfte seiner Zeit, klagt später der Mitarbeiter eines Amtes. Die ausgefüllten Formulare für Verdachtsfälle zum Beispiel: Sie hätten lange diskutiert, wie man sie übermitteln könnte. Beim zuständigen Büro seien die Mailserver überlastet, also würden die Zettel jetzt umständlich ausgedruckt und gefaxt. Da vergehen jedes Mal Minuten – das Virus braucht nur Sekundenbruchteile für den Übersprung von Mensch zu Mensch. Derzeit ist es oft schneller als das Gesundheitssystem.

Überall in der Republik beschweren sich jetzt die Patienten darüber, dass sie bei der Hotline 11 61 17 in der Warteschleife hängen bleiben. Und die Hausärzte beklagen sich, dass Menschen, die glauben, das Virus zu haben, hustend in ihre überfüllten Praxen strömen – und so andere gefährden. Die Hamburger Telefonkonferenz geht gerade zu Ende, als in Berlin Thomas Steffen seinen Platz an einem Konferenztisch im Bundesgesundheitsministerium einnimmt. An der Wand hängt ein Monitor, auf dem eine Weltkarte zu sehen ist. Die vom Virus betroffenen Länder sind rot eingefärbt. Es gibt ziemlich viel Rot. China, Südkorea, der Iran, Italien, Frankreich, Island, die USA. Deutschland.

Steffen ist einer der beiden Leiter des von der Bundesregierung eingesetzten Krisenstabs. Dessen Mitglieder sind eigentlich viel mächtiger als die Amtsleiter aus Hamburg, es sind Staatssekretäre und Abteilungsleiter aus dem Wirtschaftsministerium, dem Finanzministerium, dem Bundeskanzleramt, außerdem der Chef der Bundespolizei und der Präsident des Bundesamts für Katastrophenschutz. Und doch haben diese Menschen weniger zu entscheiden. Der Krisenstab, der an diesem Tag zum ersten Mal tagt, spricht nur Empfehlungen an Bundesländer und Gemeinden aus. Anordnen kann er kaum etwas, in diesem Stadium der Krise quasi nichts. Die Städte und Landkreise entscheiden selbst, ob sie Veranstaltungen verbieten, Schulen schließen, Desinfektionsmittel verteilen.
Für Steffen ist es nicht die erste Krise, sondern die vierte. Er war Referatsleiter im Finanzministerium, als kurz nach der Jahrtausendwende die New-Economy-Blase platzte, er gehörte dem Vorstand der Finanzaufsicht an, als wenige Jahre später die Investmentbank Lehman Brothers kollabierte, und er war Staatssekretär des damaligen Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble, als Griechenland das Geld ausging.
Was Steffen aus seiner Erfahrung mit anderen Krisen gelernt hat? Vor allem, dass man schnell und entschlossen reagieren muss. Ziemlich sicher hätte die internationale Finanzkrise weniger Wohlstand vernichtet und weniger Existenzen zerstört, wenn die Regierungen weltweit früher und entschlossener gegengesteuert hätten: mit Konjunkturpaketen oder mit Programmen zur Sanierung der Banken – weiterlesen: Die ZEIT.

Alles dreht sich um SECHS (S.E.X.), Impuls, Lücke, die Oktave, Ordnung, Sorgfalt, Loyalität – LUST, LIEBE, Laune, Opfer, Beharrlichkeit im Details, „Blinde Flecken“, Mischung und um Gefahren sowie deren Lösungen!

Das Universum und die Welt sind S.E.X.-Spiegel für Uns bzw. eine Leinwand und ein Theater, um den ewigen Schöpfung-Prozeß zu inszenieren.
Die Außenwelt ist eine Reflexion der inneren Welt, die es gilt, professionelle in Einklang zu bringen.

ZEITGELD – E-Motionen – Unterweisung – Erziehung – Bildung: WilleOktaveLoyalitätSehnsucht – Spannung/DruckTriebfederGÜTEAtmosphäreGefahrTodMotivationFilter – Forschung –
Disziplin – Gut, Richtig und Genau, OpferKummerGewissen -, in Verbindung mit FehlenLückeIrrtumFehlerAssoziationenNeugierEthikStoffwechselReifeEntschlossenheit und Versöhnung,
um das gesamte Immun-System immerwährend dynamisch zu stärken.

Auf diese Art und Weise entsteht ein authentischen Leben. Gefühlt – Geprüft – Gedacht, Geprüft,  Geplant – Geprüft – Gesagt – Geprüft – Getan – Geprüft – Geeicht – Geprüft – Gekonnt – Vollendung – Gelingen,
ist die Basis, verbunden mit der Triebfeder, Bedeutsamkeit, Loyalität, Sorgfalt, Courage und Charakter (das Nein zur rechten Zeit), sind die Treiber zu Profi-Profitum, Identität und zur Authentizität.

Aus Diversität für sich,  im Kontext der „Goldenen Regel“, das Einzigartige schaffen und damit dem eigenen Schöpfung-Wandel und seinen Werten verpflichtet sein.

Fingerabdruck und DNA sind von Geburt an einzigartig. Zur Marke wird der Mensch durch innere Arbeit. Unterweisung – Erziehung – Charakter-Bildung – Forschung, um das Identität-Immun-System dynamisch zu stärken,
für inneren Charakter, Stolz, Authentizität, Vollendungsdrang und Vervollkommnung im Leben.

Gefahr – Widerstand-Immun-Balance, Lüge und ein situationselastisches System, des sich Stellens, ermöglicht ein Leben mit innerem mit Stolz in Balance. Elektrizität, Gesundheit, GELD und Design,
sind die tragenden Säulen. Es braucht eine immerwährende systemische ReEvolution in Mensch und System-Schwarm-Intelligenz durch professionelle Reflektion. Neugier-, Ethik-, GÜTE-, Emergenz-,
LückeIrrtum-, Fehler-, Opfer-, Versöhnung-, Detail-, Demut-, Disziplin-, Takt, Präzision-, Genauigkeit-, Gewissen-, Regie-, Reife– und StatikPrüfung, führt zum gesunden Narzissmus und Hedonismus,
dem Profitum, die OeHu-Benchmark, die Meteorologie.

Der universelle Logos-Ansatz, dem OekoHuman folgt, ist ein sozial-systemischer Prozeß von „Stirb und Werde“, den Josef Schumpeter „schöpferische Zerstörung“ und Neu-Schöpfung nannte.
Gewissermaßen ein universelles Perpetuum mobile zur Erhaltung des Lebens bzw. ein immerwährender, über das Leben stattfindender Über-Lebensprozeß.
Schwarze und weiße Löcher, weisen auf einen solchen Prozeß wohl tatsächlich hin.
Der Psycho-Logo-OekoHuman-Grund-Ansatz: Drei Worte und das Goldene Regel System, welches richtige, gute und konstruktive Wahrnehmung und Gewohnheiten bei Jedem hervorrufen kann,
der sich gewohnheitsmäßig täglich darum bemüht.
Auf diese Weise werden die beiden Ansätze mit dem Körper-Logos-Ansatz energetisch verbunden. OekoHuman hat diese DREI grundsätzlichen Prozeße, in einen Gesamt-Prozeß zusammengeführt,
da dies dem universellem Analogie-Prinzip am nächsten kommt.
So ist die OekoHuman-Profession – HOLISTIK, Soziale-System-Theorie nach Luhmann, Kybernetik, Konstruktivismus und Profi-Profitum.

TaktOktaveTimingEthik mit GÜTE und innere Statik stärkt Gewissen und Intuition. Damit sind die wesentlichen Eckpfeiler genannt. Dies ist als Gesamtkonzept erlernbar,
um Logos, Psycho-Logos und Gesetz-Mäßigkeiten, motivierend, mitfühlen, empfinden und spüren bis zum Lebensende täglich zu befruchten.
Dieses Gesamt-Konzept führt zur dynamischen Meisterschaft im Leben heißt sich aus Gefühl und Denkgefängnisse befreien. Die praktisch logische Folge ist TUN im Kontext
von universeller Mechanik und ist eng mit dem Prinzip vom LEBENS LANGEM LERNEN verbunden. Partkdolg-Pflicht (Duty) und KAIZEN, sind die maßgeblichen Werkzeuge,
um dieser Herausforderung gerecht zu werden. Der Weg zum Ziel mag für den ein oder Anderen steinig sein, doch GÜTE, Gesundheit, Freiheit und Frieden, ist aller Mühen Wert,
davon ist OekoHuman überzeugt und dies versteht OekoHuman unter richtiger und guter Nachhaltigkeit.  Siehe Persönlichkeiten, denen wir wertvolle Konzept-Impulse verdanken.

Grundlagen:
GESUNDHEITGÜTEGEOMETRIEHOLISTIK sind dynamisch HEILIG und werden von Niveau, Qualität und der Goldene Regel genährt. LogosTaktOktaveTimingEthikGewissenWeisheitVernunftSystemStatikNeugierSIEBENRelativitätKlimaElektrizitätStrom – Profi-ProfitumÖkoMüheReflektionS.E.X., sind die zentralsten Begriffe im OekoHuman – GÜTE-Holistik-Know-Zentrum.
Sie sind eine Regie-Empfehlung mit Sinn, und Dynamik, bis zur persönlichen Meisterschaft im Leben, gebunden an ein freudvolles – langes Leben mit Innenschau – MissionVision – Außenschau und dem Motto: Die individuelle Mischung macht’s und der Durchschnitt bestimmt das Gelingen.

Start:

Wer bin ICH und Wer will ICH SEIN – Status-QuoLagebeurteilung – Vision – Leitbild – Mission.

Basis:
MenschWandelAnpassungsfähigkeitG.E.L.D. – GeldWirtschaftBehavioral FinanceTalentAnamnesisHermetikGewissenWahrheitEinstellungHermeneutik  Source-CodeGÜTETUNNahrung-ErnährungStrom – VernunftControllingProfitumLoyalitätWundernBuddy-System.

Potential-Entfaltung:
KraftStärkeWilleDisziplinRegieToleranzResilienzVolitionAuthentizitätWettbewerb– und Widerstands-FähigkeitKnow-HowMarke.

Umsetzung:
LIEBEMutMüheRitualMACHTPartkdolg-Pflicht (Duty)KAIZENKnow-Howschöpferische Zerstörungdie Mischung macht’sEntscheidungWirksamkeit durch Profi-Profitum.

Fallen:
WahrnehmungGewohnheitenBequemlichkeitGlaubenssätzeDenkgefängnisseVerschlimmbesserungProjektionKausalitätKomfortzoneDurchhaltevermögenWechselwirkungWirkzusammenhängeKonkurrenzKredit.

Weg:
Profi-ProfitumHaltungTON – ResonanzHorchenErziehungUnterweisungWiderstandStatikDurchsetzungBildungVollendung.

Angebote:
TUN-StudiumTalent-Unternehmer-StudiumAus- und WeiterbildungProjekteProfi-Profitum als praktische UmsetzungUnternehmer-Privat-Sekretär.

Ziele:
FokussierungAutonomieGesundheitKlimaKulturRespekt – WürdeGelingenReEvolution TUNdynamischer Schöpfungs-Prozeß, „wer rastet, der rostet“, Profi-Profitum.

Resultate:
relative Heilig-HeilungReifeOrdnungTaktTUNNiveauQualitätWeisheitFriedendynamischer Horizontewiger Schöpfungs-ProzeßFreiheit –  NachhaltigkeitGeltung.

Weitere Stichworte:
Universal-Prinzipien-Gesetz-Mäßigkeiten – GlaubeHoffnungDienen mit DemutLernenAnstrengungCharakter-DesignKonsequenz –  KompatibilitätERPHidden-ChampionsEntrepreneur  – PräventionVeredelungÄsthetikQuintessenz –  Unternehmer-Privat-Sekretär.
Die zentrale Seite und Navigation, ist das OekoHuman-Wiki, hier sind noch nicht alle Seiten gefüllt – Gründe: Zeit – Strategie – Taktik – Reihenfolge.
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